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Dreikönigstauchen am Bodensee in Überlingen

Deutsche Gewässer haben im Sommer aus tauchtechnischer Sicht gesehen mithin ein Problem: Das warme Wetter regt das Algenwachstum an. Das äußert sich zum einen darin, dass man im Sommer sehr viel mehr Grundbewuchs hat. Teilweise wachsen regelrechte Wälder aus dem Grund, in denen sich ausgewachsene Taucher verstecken können. Aber auch das Wachstum von Kleinalgen wird verstärkt, was dazu führt, dass die Schwebeteile stark zunehmen. Die Sichtweite wird stark eingeschränkt und Bilder gelingen nicht immer so ganz gut, wie uns dieses in einem deutschen See gemachte Symbolbild verdeutlichen soll:

Schwebeteilchen verhindern die klare Sicht im Sommer

Schwebeteilchen verhindern die klare Sicht im Sommer

Danke, Rosi. Äh… das bist doch Du, Rosi? Nun ja, ich denke, das Problem wird deutlich. Im Winter hingegen ändert sich die Situation schlagartig, die Algenwälder sterben ab und die Schwebeteile verschwinden. Viele Taucher schätzen diese Komponente des Winters, auch wenn das Wasser wesentlich kälter ist als im Sommer. Auf der anderen Seite kann es jedoch sein, dass das Wasser wiederum eine höhere Temperatur hat als die Luft draußen. Wasser kann nämlich – zumindest in den Tiefen, in denen sich Sporttaucher rumtreiben* – niemals Minusgrade haben, sonst würde es gefrieren.

Mitten im Winter nun, einmal im Jahr am 6. Januar, dem Drei-Königs-Tag, treffen sich Taucher aus Deutschland und ganz Europa am Bodensee, genauer gesagt, in Überlingen, um das mittlerweile zur Tradition gewordene “Dreikönigstauchen” zu veranstalten. Ursprünglich war das ganze eine einmalige Aktion im Jahr 1970, die sich 1971 wiederholte, dann 1972… und so weiter. Geblieben ist es bis heute, organisiert wird es seit jeher von der Tauchgruppe Überlingen. 2010 ist damit ein rundes Jubiläum, es handelt sich um das 40. Treffen dieser Art.

Parkhaus Post - Zur Tauchbasis umfunktioniert

Parkhaus Post - Zur Tauchbasis umfunktioniert

Als ich an diesem Morgen in das Parkhaus “Post” in Überlingen einfahre, sehe ich schon die ersten Taucher. An den meisten Fahrzeugen, die auf der ersten Ebene abgestellt sind, stehen Frauen und Männer, die gerade dabei sind, ihre Ausrüstungen anzulegen. Es ist nicht das erste Mal, dass ich ein Dreikönigstauchen besuche, doch diesmal habe ich ein komisches Gefühl dabei. Noch bis vor einem Jahr erschien es mir völlig abwegig, überhaupt in Deutschland tauchen zu gehen, egal zu welcher Jahreszeit. Nun, nachdem ich eine aufregende Sommersaison hinter mich gebracht habe, steht fest: der Sommer ist nicht genug. “Sieh sie Dir nur gut an”, scheint eine leise Stimme in meinem Kopf zu sagen, “irgendwann stehst Du auch mal so da.” Aber dieses Jahr noch nicht. Für das Tauchen im Winter braucht man spezielle Ausrüstung, mit der man umgehen können sollte – beides ist bei mir nicht der Fall. Noch nicht.

Direkt beim Parkhaus “Post” befindet sich einer der Überlinger Tauchplätze. Man überquert die Straße und geht am Minigolfplatz an den See. Dort befindet sich eine Treppe, die hinab ins Wasser führt. Ein Schild mahnt: “Tauchen nur nach links”. Und für den Fall, dass einer nicht weiß, wo “links” ist, ist das Wort auch noch mit einem Pfeil eingerahmt, der in die entsprechende Richtung zeigt. Das hat einen Grund, rechts von dem Einstieg befindet sich der Mantelhafen, und damit eine Schifffahrtsrinne. Das Tauchen ist hier viel zu gefährlich. Zumindest sonst. Aber an Dreikönig ist alles ein wenig anders.

Warnschild am Tauchplatz "Parkhaus Post" in Überlingen.

Warnschild am Tauchplatz "Parkhaus Post" in Überlingen.

Der 6. Januar ist der einzige Tag im Jahr, an denen es den Tauchern erlaubt ist, an dieser Stelle nach rechts abzubiegen. Im restlichen Jahr ist der gesamte Uferbereich in Überlingen zwischen dem Mantelhafen und dem Hafen beim Westbad absolute Sperrzone für Taucher. Und hier befindet sich auch einer der beiden Stände, bei denen sich die Taucher beim Einstieg in eine Liste eintragen, und bei der Rückkehr wieder austragen lassen können. Das dient der Sicherheit, damit gewährleistet ist, dass auch alle wieder an die Oberfläche kommen. Außerdem gibt es eine Regel, die besagt, dass der Tauchgang nicht länger als 60 Minuten gehen darf. Meldet man sich nach spätestens 60 Minuten nicht zurück, rücken die Rettungstaucher der DLRG aus, die schon vor Ort Stellung bezogen haben.

Sicher ist sicher: Die DLRG in Stellung.

Sicher ist sicher: Die DLRG in Stellung.

Die meisten Taucher, die sich im Meldebuch des Postens am Einstieg “Parkhaus Post” eintragen lassen, versichern, dass sie auf keinen Fall länger als 60 Minuten im Wasser bleiben wollen. Ich kann es ihnen nachempfinden, da es auch außerhalb des Wassers extrem kalt ist. Eine Gruppe von drei Tauchern geht an mir vorbei. Wieder erfolgt die Mahnung: Nicht länger als eine Stunde! “Auf gar keinen Fall!”, versichert einer der Taucher und deutet auf seine beiden Kameraden: “Höchstens dreißig Minuten. In Eurer Ausrüstung eher zwanzig.” Der Taucher, der das sagt, trägt einen Trockentauchanzug, seine beiden Kameraden sind “halbtrocken” unterwegs. Das Wasser des Sees hat 5 ° Celsius. Ich versuche, mir das vorzustellen. Die kälteste Temperatur, die ich bei meinen Tauchgängen bisher hatte, war 8 ° beim Tieftauchgang in Horka. Ich war zwar auch im Halbtrocken-Anzug unterwegs, aber wir sind aus der wärmeren Oberflächenschicht in die Tiefe gegangen. In der Tiefe selbst haben wir uns nur kurz aufgehalten, bevor wir wieder ins Wärmere sind. Das war schon nicht gerade angenehm. Nein, bei solchen Temperaturen werde ich wohl eher ein “Trockentaucher” sein. Früher oder später.

Tauchplatz "Parkhaus Post"

Tauchplatz "Parkhaus Post"

Solche Begegnungen zeigen auch, dass es gemeinhin doch mehr vernünftige Taucher gibt, als man vielleicht glauben mag. Leider finden hauptsächlich die Geschichten ihren Weg in die Medien, in denen sich Taucher unvorsichtig, ja verantwortungslos verhalten haben. Die Tauchgänge, bei denen dann irgendetwas schief gegangen ist. Die vielen Tauchgänge, bei denen gar nichts passiert, sind dazu nicht spektakulär genug.

Meine Finger werden klamm, und das trotz Handschuhen. Die Luft hat Minusgrade, die Wetterstationen sind sich nicht einig, zwischen – 4 ° und – 7° C schwanken die Angaben. Egal, es ist kalt. Um mich ein wenig zu bewegen, gehe ich zum zweiten Einstiegspunkt direkt am Mantelhafen. Dazu muss ich das Hafenbecken umrunden. Auf meinem Weg kommen mir zwei Taucher in Ausrüstung entgegen. Einer vom beiden atmet ob der  Ausrüstung auf seinem Rücken schwer und setzt sich auf die Betonhalterung einer Sitzbank, um zu verschnaufen. Die Bank selbst wurde für den Winter abmontiert. Ich bin erleichtert, dass es nicht nur mir so geht mit der Ausrüstung, vor allem, nachdem ich auf eine 15-Liter-Flasche umgestiegen bin.

Einstieg "Mantelhafen"

Einstieg "Mantelhafen"

Auf der anderen Seite des Hafens wurde ein zweiter Stand errichtet, an dem sich Taucher ins Meldebuch eintragen lassen können. Ursprünglich gab es nur diesen Einstiegsplatz, aber nachdem die Zahl der Taucher zugenommen hatte, wurde beschlossen, einen zweiten “offiziellen” Einstieg zu ermöglichen. In früheren Jahren gab es hier auch so eine Art Wettbewerb, von dem ich allerdings in den letzten Jahren nichts mehr mitbekommen habe: Besonders draufgängerische Schwimmer konnten hier ins Wasser einsteigen – und zwar in Badekleidung. Wer es trotz der Kälte schaffte, eine Runde im Hafenbecken zu schwimmen, bekam einen Preis und eine heiße Dusche. Aber a propros “Preis”: Einer der Höhepunkte des Dreikönigstauchen ist die “Schatzsuche”. Irgendwo in dem Bereich, der an diesem Tag betaucht wird, wird eine Schatztruhe versteckt. In ihr befinden sich neben Edelmetall und Säcken mit Goldsand auch zwei Flaschen mit “Taucherwasser”, wie es auf der Webseite vom Dreikönigstauchen charmant umschrieben wird. Das Edelmetall und die Goldsäcke sind natürlich nur Zierde, es geht dabei rein um den Spaß – und natürlich das “Taucherwasser”. 🙂 Natürlich haben die “alten Hasen” da einen gewissen Vorteil, da sie das Gebiet und alle möglichen Verstecke schon kennen. Und jene, die früh dran sind. Das Tauchen beginnt offiziell um 7.00 Uhr in der Früh, und tatsächlich finden sich auch schon vorher Taucher ein.

"Mein... Schatzzzzzzz! Gollum!"

"Mein... Schatzzzzzzz! Gollum!"

Direkt neben dem Mantelhafen-Einstieg ist ein Bratwurststand aufgebaut, wo auch Glühwein ausgeschenkt wird. Natürlich dient diese Wegzehrung auch der Versorgung der Taucher, aber ebenso für die Neugierigen, die dem Spektakel beiwohnen wollen, und die Vertreter der Presse, die man heutzutage “Medien” nennt. Es werden Bilder für die Lokalzeitung geschossen und Leute fürs Radio interviewt. Nach all den Jahren ist das Dreikönigstauchen doch immer noch ein Ereignis. Das spiegelt sich auch in den Nummernschildern der Autos wieder, die auf dem Parkplatz am Mantelhafen und im Parkhaus Post stehen. Selbst der Norden der Republik ist vertreten.

Und auch als Zuschauer bekommt man ein bisschen was mit. So kann man zum Beispiel die Taucher tatsächlich durch die Wasseroberfläche sehen. Das Wasser ist extrem klar, im Uferbereich sieht man den Grund auch in mehr als zwei Metern Tiefe sehr deutlich, etwas, das etwa im Sommer ein Ding der Unmöglichkeit ist.

Gute Sicht in kaltem Wasser.

Gute Sicht in kaltem Wasser.

Mir wird immer kälter. Das Wetter ist doch nicht so angenehm. Ich werde darum gebeten, eine Gruppe Taucher zu fotografieren, die ein Souvenir an diesen Tag haben wollen. Das erledige ich natürlich gern. Wie ich gelesen habe, gibt es von der Tauchgruppe Überlingen für jeden teilnehmenden Taucher an Dreikönig einen speziellen Stempel fürs Logbuch. Ein weiteres nettes Souvenir. Ich trage mich mit dem Gedanken, langsam aufzubrechen, als ein Taucher zum Meldestand zurückkehrt, der berichtet, dass er wegen eines technischen Defekts einen unkontrollierten Aufstieg aus 40 Metern Tiefe gemacht hat. Er wird den Leuten von der DLRG übergeben, die ihn durchchecken und überwachen.

Dann mache ich mich endgültig auf den Weg. Im Parkhaus komme ich wieder an vielen Tauchern vorbei, die meisten davon haben jetzt allerdings ihren Tauchgang schon beendet und ziehen ihre Anzüge aus. Wieder überkommt mich ein komisches Gefühl, als ich im Geiste das vergangene Jahr Revue passieren lasse. Es hat sich verdammt viel getan (die regelmäßigen Leser dieses Blogs wissen, wovon ich rede), und 2010 wird wohl genau so weitergehen. Und möglicherweise werde auch ich in einem Jahr dastehen und mich meiner nassen Sachen entledigen, wer weiß? Noch ein Jahr zuvor erschien mir der Gedanke abwegig. Ich werde mich einfach überraschen lassen, was in den nächsten 365 Tagen so alles passiert. Und wenn es so sein soll, dann möchte ich aber auch so einen Stempel für mein Logbuch. Und dann gibt es an dieser Stelle einen Bericht aus der Sicht eines Teilnehmenden, nicht nur eines Zuschauers.

“Die Taucher sind schon ein eigenes Volk.”
(Kommentar eines Tauchers auf die Frage eines Journalisten)

Mehr Informationen gibt es unter www.dreikoenigstauchen.de.

* = Für das kurze Klugscheißen zwischendurch: Es ist sehr wohl möglich, dass Wasser Minusgrade hat, ohne zu gefrieren. Das findet aber nur in extremen Tiefen statt. Dort gefriert das Wasser wegen des hohen Drucks nicht, allerdings treiben sich in diesen Tiefen in den allerseltensten Fällen Sporttaucher rum.

Tauchgebiete: Tauchsee Horka (Crostwitz, Lkr. Görlitz / Sachsen)

Nahe der sächsischen Stadt Crostwitz, beim Teilort Horka, gab es einen Steinbruch, der nach der Wende 1989 in private Hand kam. Doch der neue Betreiber hatte kein Glück mit dem Geschäft, so dass diesem schließlich das Geld ausging und die Stromversorgung des Steinbruchs gekappt wurde. Damit standen auch die Pumpen still, die kontinuierlich Wasser aus dem künstlich geschaffenen Talkessel abpumpten. Das Resultat war, dass das ganze Gebiet überflutet wurde. Der so entstandene See wurde schließlich als Tauchrevier entdeckt, es wurde eine Treppe installiert, die den Zugang erleichtert, sowie einige Dinge mehr.

Tauchsee Horka

Tauchsee Horka

Bei dem See befindet sich eine Basis mit Unterkünften, einem Aufenthaltsraum und einer ausgestatteten Küche. Des weiteren gibt es Unterrichtsräume, Räume zum Anlegen der Ausrüstung bzw. zum Aufhängen derselben nach dem Tauchgang sowie eine Station zum Flaschenfüllen. Es sei hier allerdings darauf hingewiesen, dass sowohl die Benutzung der Küche als auch der sanitären Einrichtungen den Gästen vorbehalten sind, die in der Unterkunft direkt wohnen.

Tauchsee Horka: Hauptgebäude

Tauchsee Horka: Hauptgebäude

Die Unterkunft ist mit mehreren Zimmern ausgestattet, die zweckmäßig eingerichtet sind. Das Übernachten hier ist günstig, wer es noch günstiger möchte, reist mit dem eigenen Zelt an: direkt neben dem Gebäude der Basis ist eine große Wiese zum Campen. Im Außenbereich des Hauptgebäudes gibt es zudem einen großen Tisch, sowie Bänke zum Ab- bzw. Anlegen der Ausrüstung, und eine Möglichkeit, diese zum Trocknen aufzuhängen.

Tauchsee Horka: Außenanlagen

Tauchsee Horka: Außenanlagen

Von der Basis aus muss man nur eine Straße überqueren, doch dann geht es an den Abstieg: Eine Stahltreppe führt an der Felswand entlang hinab in den Talkessel bis ins Wasser. Neben einer Schwimmplattform befindet sich der Einstieg. Die Treppen gehen unter Wasser sogar noch weiter bis in eine Tiefe von ca. 3 Metern. Wer den Weg mit der kompletten Ausrüstung zurückgelegt hat, wird nun belohnt: Mit dem eigentlichen Tauchgang.

Tauchsee Horka: Der Abstieg

Tauchsee Horka: Der Abstieg


Tauchsee Horka: Der Einstieg

Tauchsee Horka: Der Einstieg

Als Tauchgebiet ist der See für Taucher aller Erfahrungs- und Ausbildungsstände geeignet: Am Rand ist er bis zu 9 Meter tief, geht über 18 Meter bis zu seinem tiefsten Punkt, der laut der Karte, die mir vorliegt, bei 29 Meter ist. Die Sicht ist sehr gut, und zu sehen gibt es einiges. Da ist zu allererst einmal die Landschaft selber zu erwähnen – schroffe Felswände und Geröllhalden, die einen faszinierenden Anblick bieten. Dann haben sich einige Fischarten in diesem Gewässer niedergelassen, zur Hauptsache Barsche und Zander. Und dann gibt es da noch verschiedene Installationen für die Taucher, wie mehrere Haie, eine Biertischgarnitur, oder das alte Pumpenhaus, das völlig überflutet wurde und heute auf etwa 25 Meter Tiefe liegt. Es gibt noch viel mehr, aber ich möchte gar nicht zu viel verraten – es ist auch spannend, immer wieder neue Entdeckungen zu machen.

Tauchsee Horka: Carcharodon Carcharias (der "große weiße Hai")

Tauchsee Horka: Ein Flussbarsch

Tauchsee Horka: Ein Flussbarsch


Tauchsee Horka: Unterwasserlandschaft

Tauchsee Horka: Unterwasserlandschaft


Tauschee Horka: Einstieg und Schwimmplattform vom Wasser aus gesehen

Tauschee Horka: Einstieg und Schwimmplattform vom Wasser aus gesehen

Auch bei einer weiteren Anreise lohnt sich ein Besuch in diesem Tauchgebiet. Und ob man nun Anfänger ist, der seine Fertigkeiten verbessern oder erweitern möchte, oder bereits fortgeschritten, ist egal. Der See bietet für jeden etwas. Er ist zudem gut mit dem Auto zu erreichen, liegt gleichzeitig aber außerhalb der Ortschaft. Wer in der zugehörigen Unterkunft übernachtet, muss sich auf Selbstverpflegung einstellen, aber die Küche ist mit allen Gerätschaften, die man zum Zubereiten von Essen so benötigt, ausgestattet. Einkaufsmöglichkeiten gibt es in der näheren Umgebung.

In der Füllanlage der Basis kann man eigene Flaschen mit Pressluft füllen lassen, in der unmittelbaren Nähe befindet sich zudem eine Tauchschule, bei der man Nitrox bestellen kann. Noch mehr Informationen und Bilder über Horka und das Team der Tauchbasis findet sich im Internet unter www.tauchsee-horka.de.

Anfahrt

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Shaab Abu Nuhas: Wrack der Giannis D – Rotes Meer, Ägypten

Giannis D – Ein Wrack für Anfänger und Fortgeschrittene

Im nördlichen Roten Meer, am Riff Shaab Abu Nuhas, liegen insgesamt 4 betauchbare Wracks. Die Giannis D, die Kimmon K, die Carnatic und die Chrisoula K. Die Giannis D (im Internet kursiert auch die Schreibweise “Ghiannis D”, obwohl der Name ohne “h” offenbar richtig ist) liegt mit am flachesten und kann bei geeignetem Wetter auch von Anfängern betaucht werden. Gelegentlich treten am Wrack allerdings auch Strömungen auf.

Bei der Giannis D handelt es sich um ein Frachtschiff Baujahr 1969. Vom Stapel lief es in Japan unter dem Namen Shoyo Maru. Sie war 99,5 m lang, 16 m breit, Tiefgang knapp 7 m und wurde von einem 3000 PS 6 Zylinder Motor betrieben, der das Schiff auf 12 Knoten beschleunigte.

Shab Abu Nuhas: Wrack der Ghiannis D.

1980 wurde das Schiff an ein griechisches Unternehmen verkauft und es wurde auf den Namen “Giannis D” umgetauft. Daher ziert der Kamin des Schiffes ein großes D.

Ghiannis D. - Der Kamin

Die Giannis D verunglückte im April 1983 auf der Fahrt von Kroatien in den Jemen. Sie hatte Weichholz geladen. Warum sie genau verunglückte, ist bis heute noch nicht geklärt. Bekannt für Hindernisse ist der Golf von Suez, und das kurz unterhalb davon liegende Riff Shaab Abu Nuhas wurde schon öfters “übersehen”, jedoch schien es, als ob die Giannis D bereits an diesem Riff erfolgreich vorbeigekommen war. Augenzeugen berichten, dass die Ghiannis D aus voller Fahrt vom Kurs abwich und auf das Riff auffuhr. Warum dies passierte ist wie gesagt unklar, die Gerüchte reichen von einem betrunkenen Kapitän bis hin zu versuchtem Versicherungsbetrug.

Die Giannis D sank nicht sofort. Nach Auffahren auf das Riff versuchte man mittels ausgeworfener Ankerketten das Schiff längs am Riff zu halten. Die Besatzung wurde komplett gerettet. Allerdings hielt das Schiff der Belastung durch die Wasserkraft nicht stand und zerbrach innerhalb von 6 Wochen in zwei Teile und versank.

Heute ist das Wrack wunderschön bewachsen und liegt in einer Tiefe von 8 bis 25 m. Bug und Heck sind durch ein Trümmerfeld, das die Holzplatten zeigt, voneinander getrennt. Das Schiff kam nicht “senkrecht” auf dem Meeresboden auf, sondern liegt um ca 45° geneigt. Vorsicht, beim Betrachten kann hier gerne Vertigo* entstehen!

Ghiannis D.

Das Heck reicht bis einer Tiefe von 25 m. Die Schiffsschraube erkennt man nur von Steuerbord. Am Heck hängt noch eine Leiter, über die die Mannschaft das Schiff verlassen hat. Auf dem Schornstein ist noch das große “D” zu erkennen. Unterhalb des Schornsteines kann man in den Maschinenraum gelangen, in dem noch der riesige Schiffsdiesel zu erkennen ist. Taucht man einmal um das Heck herum, sieht am das Riff hoch noch die inzwischen mächtig bewachsenen Ankerketten, mit denen versucht wurde, das Schiff zu halten. Über das Trümmerfeld hinweg kommt man zum Bug, der komplett auf der Backbordseite liegt. Auf dem Deck erkennt man Ankerspill und Motorwinschen.

Der Tauchplatz ist sehr hell und bietet gute Gelegenheiten, um Fotos zu machen. Ich war inzwischen das zweite Mal dort und war wieder fasziniert. Die bunte Fischvielfalt wurde dieses Mal durch eine Riesenmuräne ergänzt, die träge aus einem Wrackteil geschwommen kam.

Fazit: Für Anfänger und Fortgeschrittene ein wunderschöner Tauchplatz. Anfänger tauchen selbstverständlich nicht in das Wrack, das versteht sich von selbst, aber auch von außen ist es eine Augenweide.

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* = Drehschwindel

Tauchgebiete für Fortgeschrittene und Anfänger: Schluchsee – Schwarzwald

Der Schluchsee ist ein Bergsee im Schwarzwald, 7,5 Kilometer lang und 1 Kilometer breit. Ursprünglich entstand er durch die Gletschertätigkeit der letzten Eiszeit, 1932 wurde er durch eine Staumauer bei Seebrugg auf seine heutige Größe aufgestaut. Um die Staumauer während des Zweiten Weltkriegs vor Bombardements der Aliierten zu schützen, wurde der See mit Torfballen abgedeckt. Diese sogen sich mit Wasser voll und sanken auf den Grund, wo sie noch heute liegen. Der Schluchsee liegt auf 930 Metern Höhe (man muss also beachten, dass jeder Tauchgang ein “Bergseetauchgang” ist), seine tiefste Stelle hat 62 Meter.

Schluchsee: Die Staumauer

Schluchsee: Die Staumauer

Für Anfänger ist die Uferregion bis zu Tiefen von 10 bis 12 Metern noch am ehesten geeignet. Die Sicht ist allgemein eingeschränkt, da das Wasser ständig umgesetzt wird und sich daher viele Schwebstoffe halten. In diesen Tiefen hat das Wasser eine grün-braune Färbung, wodurch eine Sichtorientierung praktisch nicht möglich ist. Hinzu kommt, dass die dunklen Torfballen ein Großteil des Lichts schlucken; wird der Torf gar aufgewirbelt, färbt sich das Wasser unter Umständen schwarz wie Tinte. Bei starkem Sonnenschein kann die Sicht tatsächlich besser sein, allerdings natürlich umso besser, je näher man der Oberfläche kommt.

Schluchsee: Steine am Grund. Sehr deutlich sind die Torfablagerungen zu sehen. Und die Sicht ist auf diesem Bild für den Schluchsee sehr gut. Tiefe: ca 5 Meter.

Schluchsee: Steine am Grund. Sehr deutlich sind die Torfablagerungen zu sehen. Und die Sicht ist auf diesem Bild für den Schluchsee sehr gut. Tiefe: ca 5 Meter.

Ab 12 Meter und tiefer wird jeder Tauchgang – unabhängig von der Tageszeit – zum Nachttauchgang. Das macht das Tauchen hier sehr anspruchsvoll. Die Tauchregionen haben eine maximale Tiefe von 26 bis 30 Metern. Die Vegetation ist nicht sehr üppig, Fische kann man bereits ab 10 Metern Tiefe beobachten. Ansonsten gibt es die Überreste von Gebäuden, die beim Aufstauen des Sees überspült wurden, sowie die alte Staumauer unter Wasser zu sehen. Zudem wurden verschiedene Installationen angebracht, wie eine Galerie oder ein versenktes Boot. Und sollten Sie dort unten einem Tier begegnen, das Sie in dieser Tiefe nicht, und unter Wasser schon gleich gar nicht verorten würden, dann lassen Sie sich gesagt sein: Nein, das ist kein Tiefenrausch, der gehört hierher.

Schluchsee: Ein Aal. Er hat trotz Licht und der Anwesenheit von drei Tauchern lange genug stillgehalten, bis dieses Bild zustande kam.

Schluchsee: Ein Aal. Er hat trotz Licht und der Anwesenheit von drei Tauchern lange genug stillgehalten, bis dieses Bild zustande kam.

Aus der Sicht eines Anfängers gesehen, der noch nie in einem ähnlichen Gewässer war, muss ich sagen, dass es sehr gewöhnungsbedürftig ist. Aber was mir schon von mehreren Seiten gesagt wurde und was ich auch bestätigen kann – man lernt viel. Beim Tauchen muss man umsichtiger sein und nicht lospreschen, da es jederzeit sein kann, dass ein Torfballen vor einem auftaucht und den Weg versperrt. An eine visuelle Orientierung ist praktisch nicht zu denken, da man – wenn man sich vom Ufer entfernt – nicht weit genug sieht. Das heißt, man muss sich auf den Kompass verlassen. Übungen in der Kompassnavigation kann man hier sehr gut abhalten, denn da man von der Umgebung nichts sieht, kann beim Navigieren nicht geschummelt werden. Das kann allerdings mitunter zu Überraschungen führen, wenn man sich verirrt.

In Seebrugg, direkt im Bahnhofsgebäude, gibt es eine Tauchbasis (sie ist auf der obigen Karte markiert, wenn Sie die Markierung anklicken, können Sie sich die Route dorthin berechnen lassen). Gegen eine geringe Tagesgebühr kann man es hier etwas bequemer haben beim Umziehen und an- und ablegen der Ausrüstung, sowie die sanitären Einrichtungen nutzen. Außerdem kann man sich hier über die verschiedenen Tauchgebiete erkundigen, geführte Tauchgänge buchen, Ausrüstung ausleihen und eigene Flaschen füllen lassen. Von dieser Basis aus muss man nur die Straße überqueren und befindet sich dann direkt an einer Treppe, die hinab ins Wasser führt. Bei der Basis trägt man sich auch in eine Liste ein, wenn man zum Tauchgang aufbricht, und wieder aus, wenn man zurückkehrt. Dazu muss man allerdings vorher ein paar Informationen geben, etwa über das Brevet, die gesundheitliche Bescheinigung – und eine Tauchunfallversicherung wird (sowieso) empfohlen.
Parkmöglichkeiten sind direkt vorhanden, zum Ausladen der eigenen Ausrüstung kann man auch kurz direkt vor dem Eingang der Basis stehenbleiben.

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Der Schluchsee ist ein anspruchsvolles Tauchgebiet, das man nicht unterschätzen sollte. Wenn man sich unsicher fühlt, ist sicher einer der geführten Tauchgänge unter Anleitung eines erfahrenen Tauchers dringend zu empfehlen. Aber auch Anfänger finden hier Möglichkeiten für einen Tauchausflug. Mehr Informationen über den Schluchsee, die Tauchbasis und auch die Möglichkeit, einen geführten Tauchgang im Voraus zu reservieren, gibt es unter www.tauchbasis-schluchsee.de.

Anfängertauchgebiete – Echinger Weiher

Heute möchte ich als Tauchanfängerin über einen meiner ersten Freiwassertauchgänge nach dem Scuba Diver schreiben.

Der Scuba Diver limitierte mich damals noch auf maximal 12 m Tauchtiefe, zudem durfte ich noch nicht alleine tauchen. Außer meinem Buddy (Thorsten, dem die Seite hier gehört) mußte immer noch ein Tauchlehrer dabei sein.

Wir hatten unseren beschränkten Tauchschein in Ägypten am Roten Meer gemacht, insofern hatten Thorsten und ich hier noch keine Kontakte zu Vereinen geknüpft. Nichts desto trotz wollten wir hier natürlich auch ein paar Erfahrungen im Freiwasser sammeln. Da wir uns aber noch nicht fit genug für den Bodensee fühlen, an dem wir wohnen, suchten wir nach Tauchgebieten, die überschaubar und nicht zu tief sind.

Wir lernten vor ein paar Monaten einen Tauchlehrer aus der Nähe von München kennen, der mit uns zur kälteren Jahreszeit “indoor” Tauchen ging. Wir notierten uns seine Adresse – für die Sommermonate – und meldeten uns  bei ihm. Glücklicherweise hatte er Zeit. Und bestellte uns zum Echinger Weiher.

Der Echinger Weiher

Der Echinger Weiher

Der Echinger Weiher liegt nördlich von Eching bei München. Am Autobahnkreuz A9/A92. Wenn man auf der A9 Richtung Nürnberg unterwegs ist, gibt es eine Ausfahrt ” Eching”. Aber heutzutage gibt es ja zum Glück auch Navigationssyteme. Für alle, die kein Navigationssystem haben: Nicht zum Echinger See fahren, an dem wird nur gebadet, nicht getaucht!

Am Weiher selber kann man nicht parken. Zum Weiher führt ein Schotterweg, das Auto wir am Straßenrand geparkt.  Es ist aber gestattet, kurz zum Weiher vorzufahren, um seine Ausrüstung abzulegen. Der Weiher  ist “gebührenpflichtig”, es befindet sich dort eine Art “Parkscheinautomat”, an dem man sich die Lizenz zum Tauchen kaufen muss. 8 Euro kostet diese, und man sollte Kleingeld dabei haben, denn wechseln tut der Automat nicht. Achtung! Siehe Ergänzung unten!

Der Weiher ist von der Fläche her klein und überschaubar. An der tiefsten Stelle ist er 9 m tief, für Anfänger geradezu ideal. Allerdings ist er nicht besonders warm, Quellen geben an, dass er nicht mehr als 12 Grad hat. Kopfhaube und Handschuhe sind Pflicht. Die Sicht ist natürlich abhängig vom Betrieb, sind viele Taucher vorhanden, beträgt die Sicht mitunter unter 2 Meter. Überraschungen der unliebsamen Art findet man hier eher nicht, der Boden ist stellenweise bewachsen, in Ufernähe stärker. Zu meinem Erstaunen durfte ich feststellen, dass die Pflanzen sogar unter Wasser in dem trüben Licht  Blüten tragen!

Echinger Weiher

Ebenfalls wurde beschrieben, dass der Weiher fischfrei sei, wir jedoch trafen unter Wasser einen kleinen Hecht! Ansonsten findet man nicht viel, eine Weihnachtsbaumkugel, angeblich soll man hier auch einen Ikea Einkaufswagen vorfinden, den haben wir aber nicht gefunden.

Echinger Weiher

Fazit:

Insgesamt ist es für blutjunge Anfänger – wie wir es sind – geradezu ein ideales Gebiet. Man kann sich praktisch nicht verlieren, dazu ist der Weiher zu klein. Dafür kann man in einem begrenzten Freiwassergebiet gut und sicher den Ernstfall proben, ein Gefühl dafür entwickeln, wie es ist, wenn man zB seinen Regulator unter Wasser verliert und sich eben nicht in einem sicheren Gewässer wie dem Schwimmbad befindet. Man sammelt erste Erfahrungen mit schlechter oder eingeschränkter Sicht sowie mit Tauchen in kühleren Gewässern. Trotz der längeren Anfahrt für uns war es ein lohnendes Tauchziel!

Ergänzung Saison 2021: Die Zahlmethode mit dem “Parkscheinautmat”, die hier beschrieben wurde, ist mittlerweiler abgeschafft worden. Derzeit läuft die Bezahlung für eine Tageskarte (derzeitiger Preis 10 Euro) per Vorausüberweisung. Für die aktuellsten Hinweise zum Echinger Weiher und einer Tageskarte möchten wir auf die offizielle Seite des Pächters verweisen: http://echingerweiher.simdif.com/

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