Das etwas andere Blog über das Tauchen.

Kategorie: Allgemein

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2017!

Ja, auch im Blog der FlatFluteDivers wird es ruhiger, aber nicht ganz ruhig. Ein kleiner (nicht so ganz) Weihnachtsbeitrag kommt noch, ebenso wie ein kleiner (nicht so ganz) Silvesterbeitrag.

Nichtsdestotrotz wünschen wir unseren Lesern / Zuschauern jetzt frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2017!

Im neuen Jahr sehen wir uns wieder!

Gedanken zur ersten eigenen Ausrüstung – der Lungenautomat

An dieser Stelle möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass ich blutjunger Anfänger bin und mir keinesfalls anmaße, über Technik zu sprechen oder Empfehlungen zu Lungenautomaten abgebe. Auch hier erzähle ich lediglich, wie ich zu meinem Automaten gekommen bin.

Der Lungenautomat besteht aus erster Stufe, die den Druck der Flasche auf ungefähr 10 bar reduziert. Daran montiert ist die zweite Stufe, die ihrerseits den Druck auf die jeweilige Umgebung anpasst. Ebenfalls sollte (zumindest beim Kauf) der Oktopus (Ersatz-Zweitstufe) dabei sein. So hatte ich das gelernt und so etwas wollte ich haben. Nicht zuletzt aus dem Grund, dass ich etwas eigen bin, was Hygiene angeht. Ständig auf einem Mundstück der zweiten Stufe herumzukauen, auf dem schon Hunderte vor mir herum gekaut hatten, bereiteten mir unangenehme Gefühle.

Auch hier sah ich mich  – wie beim Kauf meines Jackets – vielen Angeboten gegenübergestellt. Und auch die Meinungen diverser Artikel im Internet bestätigten meinen Verdacht: Es war wie beim Jacket. Selbst der bestgelobteste Automat hatte irgendwann mal abgeblasen oder ein Besitzer war aus anderen Gründen nicht zufrieden. Mein Tauchbuddy kannte zu diesem Zeitpunkt bereits einen Instructor, und er fragte ihn um seine Meinung. Die Antwort war wenig hilfreich, wenn auch beruhigend: Alle Automaten wären tauglich, es gäbe keine Automaten, sozusagen keine “schwarzen Schafe”, was díe Sicherheit unter Wasser anbetrifft.  Also war das hier wohl wieder eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Daraufhin brachen wir wieder zu unserem “Tauchshop-hopping” auf. In verschiedenen Läden wurden uns die unterschiedlichsten Modell erklärt und gezeigt. Doch nur in einem Tauchshop durften wir die Automaten auch ausprobieren. Dazu holte der Besitzer eine Flasche und ließ uns einfach mal atmen. Das war eine wertvolle Erfahrung. Das Luftholen aus den Automaten sollte immer einfach und ohne Widerstand gehen. Das war bei allen Automaten der Fall. Ich persönlich aber spürte an den Apeks Automaten nochmals einen feinen Unterschied. Ich kann es gar nicht genau in Worte fassen, das Atmen erschien mir “flüssiger”. Es lief wie geschmiert. Ich merkte mir das. An dem Tag kaufte ich mir keinen Automaten. Ich wollte mir die Anschaffung nochmals durch den Kopf gehen lassen.

Um einfach mal die Auswahl und Angebote zu testen, ließ ich mir verschiedene Kataloge von Internetanbietern schicken. Hier konnte ich mir auch mal ein Bild über die unterschiedlichen Preisklassen machen. Schließlich stolperte ich über ein “Komplettset”. Der Firma Apeks. Zu einem – wie will ich sagen – Spottpreis. Hastig überlegte ich. Wie konnte das sein, dass dieses Geschäft den Regler für fast die Hälfte weniger anbot als die anderen Geschäfte? Ich brauchte nicht lange zu suchen: Apeks hatte einen nagelneuen Automaten auf den Markt gebracht, und von daher wurden die Vorgängermodelle billiger. So war es auch. Im Laufe der nächsten Wochen stolperte ich immer wieder über die billigere Variante.

In mir arbeitete es. Es ist zwar nicht die feine Art, etwas in einem Geschäft auszuprobieren, um es dann hinterher im Internet zu bestellen, aber das Angebot war zu verlockend. Schließlich “schlug ich zu”.

Seitdem tauche ich mit dem Apeks XTX 200 und dem Oktopus 40. Ein sehr angenehmes Gerät. Und wenn ich den Aussagen der Tauchlehrer trauen darf, die ich seitdem kennen gelernt habe, habe ich ein goldenes Händchen gehabt.

…und hier meine Tips für Euch:

  1. Ich kann mich nur wiederholen: geht in die Geschäfte und probiert die Automaten aus! Es gibt vielleicht von der Sicherheit keine großen Unterschiede, aber von der Form und vom Gewicht her. Probiert die Mundstücke aus. Ihr habt nichts von einer zweiten Stufe, die zu schwer ist oder anatomisch nicht paßt.
  2. Bei der Auswahl sollte man nicht zu sehr aufs Geld schauen. Ich hatte zu dem Zeitpunkt eben Glück, dass der Automat runtergesetzt war. Ich hätte mich aber vermutlich trotzdem nicht anders entschieden. Ich hätte nur noch ein bisschen länger sparen müssen. Denkt dran: Der Automat da unten ist Eure Lebensversicherung, und das muß einem das Geld wert sein.
  3. Ihr taucht auch in kälteren Gewässern? Dann achtet unbedingt drauf, dass der Automat “kaltwassertauglich” ist. Zwar schützt das aufgedruckete Wort “kaltwassergeeignet” nicht vor dem Vereisen, das kann trotzdem passieren, aber zumindest ist das Risiko deutlich geringer.
  4. Achtet darauf, dass Ihr über die zweite Stufe spielend leicht atmen könnt. Das lernt man bereits in der ersten Tauchstunde, dass das das wichtigste Merkmal eines Automaten ist.

Und ganz zum Schluß: Die einwandfreie Funktion und die Sicherheit des Automaten – egal von welcher Firma –  ist letzlich auch eine Frage der Pflege und der Wartung. Dafür sind wir alle selber verantwortlich, nicht die Firma, die den Automaten gebaut hat.  Die Stufen gehören nach jedem Tauchgang gespült, mit  einem moderatem Wasserstrahl, kein “volles Rohr”. Und die regelmäßige Wartung versteht sich von selbst!

Viel Erfolg!

[Werbung]

Lungenautomaten von Apeks finden sich auch bei…


www.Dive-King.de
Bitte hier Klicken
Der preiswerte online – Tauchshop!

Gedanken zur ersten eigenen Ausrüstung: Das Jacket

An dieser Stelle möchte ich meine persönliche Meinung zum Thema “Jacket” anbringen. Und wie ich letzten Endes die Entscheidung für “mein Jacket” getroffen habe.

Hat sich der Tauchanfänger entschieden, sich eine eigene Tauchausrüstung zuzulegen, wird er erst mal Informationen einholen wollen. Hat er nicht gerade einen erfahrenen Taucher an der Seite, sondern ist völlig auf sich gestellt, so wie Thorsten und ich, dann wird er versuchen, sich im Internet zu informieren. So jedenfalls haben wir es gemacht.

Doch da ging der Ärger erst los. Im Internet sieht man sich einer Masse von Angeboten gegenübergestellt, von namenhaften Herstellern, und jeder behauptet, seine Jackets wären die Besten. Liest man dann in Erfahrungsberichten, ist man hinterher genauso schlau wie vorher. Jedes Jacket, auch wenn es noch so gelobt wurde, hat doch irgendwo einen Besitzer, der nicht damit zufrieden ist. Zu deutsch: Liest man 100 Artikel, dann hat man 100 Meinungen. Und ist im Endeffekt keinen Schritt weiter.

Ich selber bin blutjunger Anfänger und möchte hier keine Empfehlungen abgeben, weder zu den einzelnen Jackets noch zu der Technik. Das kann ich nicht. Ich möchte nur berichten, was mich zu meiner Entscheidung bewogen hat.

Dazu in aller Kürze die Infos, mit denen ein frisch gebackener Taucher vielleicht etwas anfangen kann:

1. Das ADV Jacket

Das ADV Jacket wird von vielen alten Hasen als “ideales Anfängerjacket” beschrieben. Ein Allrounder sozusagen. Die Blase des Jackets umfasst fast den ganzen Oberkörper. An der Oberfläche soll das Jacket ohnmachtssicher sein. Die meisten Tauchschulen haben diese Form des Jackets in der Ausbildung.

2. Das Wing Jacket

Das Wing Jacket hat seine Blasen links und rechts neben der Flasche. Im Brustbereich gibt es keine Blasen. Daher wird das Wing Jacket von Tec-Tauchern bevorzugt, die genügend Platz für eine doppelte Ausrüstung haben müssen. Aber auch von Fotografen wird das Jacket genutzt, da es eine stabile Unterwasserlage garantiert und man durch die fehlenden Blasen im vorderen Bereich eine große Bewegungsfreiheit hat. Wenn man ein bisschen stöbert findet man Wing Jackets, die sicherlich für den Tec-Taucher hergestellt wurden, aber es gibt auch Wing Jackets im Sporttauchen. Kritikpunkt des Wingjackets ist die nicht sichere Ohnmachtslage. An der Oberfläche kann es dazu kommen, dass man durch die aufgeblasenen “Flügel” mit dem Gesicht ins Wasser gedrückt wird. Viele Taucher bezeichnen daher das Wing als ungeeignet für Anfänger und bemängeln die “Umgewöhnung” vom ADV auf ein Wing.

3. Das Hybrid Jacket

Das Hybrid Jacket ist eine “Mischung” aus einem ADV und einem Wing. Es ist also ein kleinvolumiges ADV Jacket mit aufgesetzter Wing Blase. Die Nachteile dieses Jackets ergeben sich aus den Nachteilen des ADV und des Wing Jacket. Wenn auch in abgschwächter Form. Insgesamt habe ich häufig darüber gelesen, dass es ein “Jacket für Ambitionierte und Fortgeschrittene” sei.

Und was nehmen wir jetzt?

Ich bin folgendermaßen vorgegangen:

Ich habe mich zuerst einmal gefragt, wozu ich das Jacket einsetzen möchte. Tauchen – klar. Aber ich war mir auch schon darüber im Klaren, dass ich gerne unter Wasser fotografieren möchte. Also würde ich eine stabile Wasserlage unter Wasser bevorzugen. Ich hätte auch gerne ein Jacket, dass mehr als nur einen Schnellablass hat. Und ich lege Wert darauf, dass an meinem Jacket auch noch ein Fangriemen installiert ist, der meine Flasche zusätzlich sichert, falls doch mal die Schnalle aufgehen sollte. Und es sollten genügend Taschen und D Ringe vorhanden sein.

Soweit war ich schon mal. Jetzt kam die Frage: Wing, ADV, Hybrid?

Was mich persönlich am ADV in der Ausbildung gestört hat, war die “Einengung”, die ich verspürt hatte. Als Anfänger neigt man dazu, das Jacket an der Oberfläche derart aufzublasen, dass die Überdruckventile aufgehen. Schließlich hat man Angst, mit dem Gesamtgewicht der Ausrüstung unterzugehen. So ist das aber nicht. Es reicht, wenn man nur ein wenig Luft ins Jacket läßt. Ich habe diesen Fehler natürlich bei meinem ersten Freiwassertauchgang auch gemacht, und von daher weiß ich, wie unangenehm das sein kann, wenn man von dem Jacket fast erdrückt wird.  Und wie eingeschränkt dann die Bewegung ist. Da ich persönlich viel Freiraum in jeder Beziehung brauche, auch unter Wasser, kam für mich das ADV nicht in Frage.

Hybrid. Hört sich doch gut an. Eine gute Zwischenlösung. Lange hab ich damit geliebäugelt. Ok, da wäre wieder das Problem der Blase, die sich auch vorneherum aufbläst, aber so gravierend wird das nicht sein. Ich konnte mich nicht entscheiden…denn eigentlich wollte ich das Wing. Das Wing hatte alles, was ich wollte, bis auf die ohnmachtssichere Lage. Ich hatte Bammel, dass ich an der Oberfläche ständig mit der Nase im Wasser hängen würde. Aber ich musste eine Entscheidung treffen. Bei näherem Hinsehen fiel mir dann auf, dass jedes Jacket irgendeinen Nachteil hat. Ein perfektes Jacket gibt es nicht. Man muss sich nur entscheiden, mit welchem Nachteil man leben kann.

Und wißt Ihr, für was ich mich letztendlich entschieden habe? Ich tauche mit einem Wing. Als Anfänger. Jawoll!

Und hier die Gründe:

1. Die Bewegungsfreiheit. Hatte ich ja schon erwähnt.

2. Die Umgewöhnung: Welche Umgewöhnung bitte schön? Ich bin Anfänger! Ich habe zwei Tauchgänge mit einem ADV gehabt. Da kann man nicht von “Gewöhnung” sprechen. Ich muss mich an nichts neu gewöhnen. Das Jacket, das ich kaufe, an das gewöhne ich mich. So einfach ist das.

3. Die Fotgrafiererei: Die Lage unter Wasser ist einfach spitze!

4. Ohnmachtssichere Lage: Hier sage ich nur eins: Wenn ich bewusstlos an der Oberfläche treibe…wo ist mein Buddy? Zudem kann ich nur sagen: Wenn man das Wing an der Oberfläche moderat aufbläst, also nicht derart, dass die Überdruckventile aufgehen, dann bin ich kerzengerade im Wasser. Ohne die Tendenz, mit der Nase im Wasser zu liegen. Ich merke von diesem “Druck” nichts! Wirklich nichts!

Das waren meine Überlegungen, die mich geleitet haben. Und wie ich feststellen durfte, war meine Entscheidung goldrichtig. Ich liebe mein Jacket! Damit Ihr das Gleiche sagen könnt, gebe ich Euch noch folgendes mit auf den Weg:

1. Geht erst mal unverbindlich in die Tauchgeschäfte und laßt Euch beraten. So haben wir das auch gemacht. Kauft Euer Jacket nicht einfach so im Internet. Man muss es probiert haben. Man muss wissen, ob es paßt. Ob es sitzt. Am Besten ist es, wenn der Tauchladen die Möglichkeit hat, das Jacket auszuprobieren, zB in einem Tauchturm. Oder Ähnlichem. Wir haben sicherlich fünf Tauchgeschäfte abgeklappert und uns alles von vorne bis hinten erklären lassen. Um überhaupt mal einen Eindruck zu kriegen. Die Verkäufer in den Läden sind wirklich nett und hilfsbereit, wir hatten nie den Eindruck, dass uns etwas “aufgeschwatzt” werden sollte.

2. Fragt Euch, was ihr später mal machen wollt. Fotografieren? Tieftauchen? Nicht jeder hat das Geld, sich jedes Jahr ein neues Jacket zu kaufen, weil man seine Ansprüche geändert hat. Wenn es ein Wing wird, bitte auch nicht übertreiben. Es gibt Wings für Sporttaucher. Wenn man die Tec-Wings anguckt, dann werdet ihr schnell merken, dass DAS sicher kein Jacket für einen Anfänger ist. Zudem macht man sich lächerlich, wenn man mit so einem Wing zu seinem 3. Tauchgang erscheint. Achtet auf Taschen, Schnellablässe, D-Ringe und Fangriemen.

Zum Schluß möchte ich noch bemerken: Kein Jacket ist “wirklich schlecht”. Das Jacket ist nur so schlecht wie derjenige, der damit taucht. Das gilt auch für mich.

Ihr wollt wissen, womit ich tauche? 😀 Ich mache keine Schleichwerbung, aber es ist das “Cressi Back Jac…”

[Werbung]

Das Cressi Back Jac gibt’s bei…


www.Dive-King.de
Bitte hier Klicken
Der preiswerte online – Tauchshop!

Scuba Diver: Der Pooltauchgang – Annettes Version

Wir standen nun vor der Tauchschule. Fast so, wie bestellt und nicht abgeholt. Unsicher, was nun zu tun sei, blieben wir erst einmal stehen. Schließlich kam der Basisleiter vorbei und schickte uns zum Einkleiden.

Ich persönlich hatte mich vorher noch nicht einmal theoretisch mit dem Tauchen beschäftigt, insofern wußte ich nicht, was mit erwarteten würde bzw was überhaupt alles zu einer Ausrüstung gehört. Ein junger Mann, der wohl kein deutsch sprach, reichte uns diverse Ausrüstungsgegenstände zum Anprobieren. Zuerst den Neoprenanzug. Okay, von dem hatte ich schon mal gehört. Dann ein eigenartiges “Jacket”, eine Art Nylonweste, ein Gürtel, Flossen, Brille, Schnorchel. Wir probierten und probierten. Gerade, als ich meinen auftriebsgeplagten Hintern dem Eingang entgegenstreckte, um die Flossen anzuziehen, hörte ich die freundliche Stimme eines Mannes.

“Hallo, ich bin euer Tauchlehrer! Wie ich sehe, probiert ihr schon eure Ausrüstung an. Wie heißt ihr denn?”

Ich fuhr hoch. Ein Mann? Ehrlich gesagt war ich in dem Moment ein klein bisschen enttäuscht. Ich hatte mich so auf die Tauchlehrerin gefreut. Vor der wäre es mir nicht peinlich gewesen, meine Unsicherheiten zuzugeben. Kritisch musterte ich den Mann. Okay, er wirkte sehr sympathisch, jung war er, aber eben nicht diese vertrauenserweckende Schweizerin.

Was soll’s. Man muss nehmen, was man kriegt. Ich beschloss, erst mal abzuwarten bevor ich mir ein Urteil erlauben würde.

Schließlich waren wir fertig mit der Einkleiderei. Unsere Sachen wurden in eine Kiste gepackt und auf einen Handwagen verladen. Unser Tauchlehrer (TL) führte uns nach draußen und setzte uns an einen Tisch. Vor uns landete ein dicker Ordner, darin waren Fragen nach dem mulitpe choice System. 3 Seiten lang. Die sollten wir beantworten. Er müsse eben noch mit 2 anderen Tauchschülern reden, sagte er.  Der eine war ein Mann mittleren Alters, der den Discover Scuba Diver machte, der andere war bereits Scuba Diver und wollte weitermachen. Da sein Kurs aber schon länger her war, wollte er mit uns noch einmal mitgehen.

Thorsten und ich warfen uns Blicke zu. “Ähm”, sagte ich, “wir haben das Buch gerade mal eine Stunde und in der Zeit haben wir es wirklich nicht geschafft, es zu lesen” , widersprach ich. “Ihr habt doch den Film gesehen oder?”, fragte der TL. “Ja”, antworteten wir im Chor, “aber der war auf englisch”. Unser TL grinste. “Na, dann werden wir ja gleich mal feststellen, wir gut euer Englisch ist”, antwortete er.

Also gut. Wir machten uns an die Arbeit. Und waren erstaunt. Wir hatten doch wirklich viel von dem Film behalten. Bis auf 2-3 Fragen, bei denen wir wirklich raten mussten, klappte es ganz gut.

Unser TL kam zurück. Er ging mit uns Frage für Frage durch und erklärte alles nochmal genau. Schließlich hatten wir es geschafft. Endlich durften wir zum Pool. Dort angekommen wollten wir natürlich sofort loslegen. Aber…weit gefehlt. Unser TL fragte uns doch tatsächlich, ob wir schwimmen könnten.

Wie bitte?

Ich hielt das für einen Witz. “Klar”, sagte ich. “Ja? Na dann zeigt mal”, kam von ihm zurück.

Auch wenn ich Gefahr laufe, mich zu wiederholen: Wie bitte?

“Das ist doch nicht dein Ernst”, sagte ich. “Doch klar, meinte er, ” ihr müsst jetzt 10 min ohne Unterbrechung schwimmen. Davon muss ich mich überzeugen. Schließlich gibt es hier Leute, die tauchen lernen wollen und bis zu dem Zeitpunkt nur bis zur Brust im Wasser waren.”

Ich war mir immer noch nicht sicher, ob er nur scherzte. Es war aber kein Scherz. Also gut. Wir gingen in den Pool und fingen an zu schwimmen. 10 min lang. Ohne Unterbrechung!

Nachdem wir die erste Hürde zum Tauchschein mit Bravour genommen hatten, mussten wir uns als nächstes mit nasser Haut in unsere zweite Haut (Neopren) quetschen. Nun ging es aber endlich richtig los. Wir bekamen das Tauchgerät erklärt und mussten üben, es zusammenzubauen. Jetzt war mir immerhin mal klar, wozu man dieses ominöse “Jacket” brauchte. Logischerweise musste man ja irgendwo die Flasche festmachen. Zudem sollte man unter Wasser auch auf verschiedenen Höhen tauchen können, und auch dazu brauchte man das Jacket, um Luft ein- und auszulassen. Klar. Wenn man es mal von der Seite betrachtet.

Schnapp – alle Tauchschüler hatten ihre Flaschen am Jacket. Alle? Nein! Eine gewisse Schülerin kämpfte mit der Schnalle. Hier möchte ich eins dazu erklären. Ich bin ein spezielles Persönchen, wenn es ums Lernen geht. Ich möchte bitte NICHT auffallen, am Besten merkt man gar nicht, dass ich dabei bin. Ich möchte auch bitte NICHT, dass alle auf mich warten müssen, und ich die Gruppe aufhalte. Und ich möchte bitte NICHT beobachtet werden, wenn ich mich dumm anstelle.

Die Schnalle wollte nicht umklappen. Das heißt, sie wollte schon, nur hatte ich nicht die Fertigkeit, diese widerspenstige Teil einfach umzulegen. Das Jacket rutschte über den Boden statt dass sich die Schnalle schloß. Unglücklicherweise merkte ich bereits die Blicke der anderen, was es nicht besser machte. Und unser TL feuerte mich auch noch mit flotten Sprüchen an! Schließlich hatte er wohl Mitleid und hielt mir das Jacket fest. Endlich klappte es.

Anziehen durften wir uns aber erst im Wasser. Da das Becken flach war, befürchtete unser TL, dass wir mit Blei und Flasche die Kacheln kaputt machen könnten, wenn wir so einfach reinspringen. Endlich war die ganze Ausrüstung am Mann/Frau. Es folgte eine kleine Einführung, was wir unter Wasser üben würden. Brille ausblasen, wenn Wasser eingedrungen war, Brille absetzen und ohne Brille eine Minute atmen, Unterwasserzeichen, Lungenautomaten aus dem Mund nehmen und wieder einsetzen, Lungenautomaten “verlieren und wiederfinden”, Tarierübungen, atmen aus dem Automaten des anderen… da gab es eine Menge zu tun.

Jetzt war es soweit. Der erste Atemzug unter Wasser. Alle waren auf den Grund abgetaucht, da sollten wir uns hinsetzen. Ich blieb noch eine Sekunde länger an der Oberfläche und ließ die Sache auf mich wirken. Hoffentlich klappte alles. Ich konnte zwar stehen und wäre im Notfall gleich oben, aber es war schon ein komisches Gefühl. Ich lächelte in mich hinein und tauchte ab. Im Abtauchen nahm ich den ersten Zug. Es ging! Das war ja lustig! Und ich hatte kein Wasser geschluckt! Kaum hatte ich diesen Satz zuende gedacht schluckte ich auch schon meine erste Ladung Wasser. Warum weiß ich nicht. Jedenfalls bekam ich eine Hustenattacke und richtete mich sofort auf. Über Wasser hustete ich mich erst mal aus. Unser TL erschien an der Oberfläche. “Alles klar?” , fragte er. ” Jaja, schon gut”, brummte ich. Ich war verärgert. War das denn zu glauben?  Wieso musste mir immer so ein Scheiß passieren? Alle anderen waren doch problemlos runter gekommen. Ich ließ die Luft aus dem Jacket und tauchte ab. Hoppala. Ungeschickt plumste ich bäuchlings auf den Boden. Alle anderen saßen bereits. Umständlich rappelte ich mich auf und setzte mich dazu.

Nachdem wir nun endlich alle unseren Platz gefunden hatten begann der Unterricht. Was wir nacheinander taten, weiß ich nicht mehr so genau. Ich weiß nur, dass ich wirklich aufgeregt war. Obwohl ich wußte, dass ich mit einem Satz aus dem Wasser gewesen wäre war es doch eine Überwindung, seine technischen Hilfsmittel einfach abzulegen. Ich beobachtete die anderen dabei. Da ich immer die 4. in der Übungsreihe war, hatte ich genug Zeit dazu. Ich stellte fest, dass alle die Übungen ruhig und problemlos machten. Auch Thorsten wirkte sehr ruhig und souverän. So wollte ich das auch machen. Trotzdem merkte ich, wie mir das Adrenalin hochschoss als ich das erste Mal die Brille befluten musste. Aber erstaunlicherweise gelangen mir alle Übungen genauso gut wie den anderen.

Wir übten lange und gründlich. So langsam bekam man eine Art Sicherheit, die erste Nervosität unter Wasser hatte sich gelegt und ich begann, mich an das Medium Wasser zu gewöhnen. Ich atmete einfach ohne drüber nachzudenken, dass ich das hier eigentlich nicht können dürfte. Auch wenn es etwas ungewohnt ist, durch den Mund zu atmen, mit Taucherbrille kann man nicht durch die Nase atmen. Und so langsam wurde der Mund ganz schön trocken.

Schließlich begannen die Tarierübungen. Dazu legten wir uns auf den Bauch, ließen etwas Luft in das Jacket und mussten so lange ein und ausatmen, bis wir einen 45 Grad Winkel erreichten, die Flossen blieben auf dem Boden. Das bereitete mir deutliche Schwierigkeiten. Ich “hob” zwar ab, jedoch bekam ich einen starken Rechtsdrall. Ständig drohte ich, mich über meine rechte Schulter auf den Rücken zu drehen. Mit aller Gewalt versuchte ich, mich in der Lage zu halten, es ging nicht. Ich denke, es lag daran, dass das Jacket nicht eng genug saß und mir die Flasche nach rechts verrutschte. So einfach war das also doch nicht, diese Tariererei.

Inzwischen wurde es immer dunkler. Ich hatte das Gefühl für die Zeit völlig verloren. Sämtliche Badegäste waren inwzischen weg. Wir übten noch den kontrollierten Notaufstieg in der Horizontalen, aufsteigen ging nun wegen der fehlenden Tiefe nicht. Jetzt war es so dunkel, dass man seine Hand vor den Augen nicht mehr erkennen konnte. Wir tauchten auf. An der Wasseroberfläche übten wir noch das gegenseitige Abschleppen. Das war angenehm. Thorsten zog mich gerade durch den Pool, da blickte ich in den Sternenhimmel. Ich überlegte. Hätte ich mir das je träumen lassen? Dass ich mal tauchen würde? Nein. Ich war positiv überrascht. Gelinde ausgedrückt. Ich war eher begeistert.  Gut, die anfänglichen Patzer… aber das passierte halt. Dafür ist man Schüler. Und das Atmen unter Wasser gefiel mir. Alles in allem war das ein sehr schöner Tag gewesen fand ich. Diese Investition hatte sich gelohnt.

Wir stiegen aus dem Wasser. Augenblicklich fing ich an zu frieren. Die Sonne war weg und ein Wind war aufgekommen. Ich wollte mich so schnell wie möglich anziehen. Doch jetzt stand ich vor einem neuen Problem. Mittags hatte ich mich in den Neopren zwängen müssen, jetzt wollte er nicht mehr von mir weg. Was war das denn nun wieder? Stellte ich mich schon wieder blöd an? Unser TL hatte seinen bereits aus. Ich wand mich auf der Stelle hin und her, es nützte nichts, der Anzug blieb da, wo er war. Ärgerlich sah ich mich um. Thorsten ging es ähnlich. Dem Neopren-Breakdance nach zu urteilen schien auch er nicht mehr aus seinem Anzug  rauszukommen. Unser TL amüsierte sich erst mal, dann verriet er, dass das kein unbekanntes Problem sei. Er half uns aus der Klamotte. Gott sei dank war dieses lästige Ding von meiner Haut!

Wir verluden unsere Sachen auf den Handkarren und gingen zurück zum Hotelzimmer. Der nächste Tag war Feuerprobe. Unsere ersten zwei Freiwassertauchgänge standen bevor. Zuerst glücklich über den Tag schwatzen Thorsten und ich auf dem “Heimweg” über das Erlebte, doch dann… wurden wir nachdenklich. Mehr dazu das nächste Mal!