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Schlagwort: seaQuest DSV (Seite 2 von 2)

seaQuest DSV: Der Teufelsgraben

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Originaltitel: The Devil’s Window

Inhalt

An Bord der seaQuest befindet sich der Wissenschaftler Doktor Raleigh Young, der eine neue Art Forschungsboje entworfen hat. Diese Boje soll im Schlund eines Tiefseevulkans versenkt werden, wo sie Daten sammeln soll. Erste Proben aus dem Vulkan sind vielversprechend, als Darwin plötzlich an einer unbekannten Krankheit leidet. Über den Vocoder kann Darwin nur die Worte “Licht ist dunkel und eins” mitteilen. Bridger bricht gegen den Protest von Doktor Young die Mission ab und bringt den Delfin zu einem Freund, dem Spezialisten Malcolm Lansdale. Allerdings sieht es so aus, als auch er nicht weiterhelfen kann, daher sucht die Besatzung der seaQuest nach den Lauten von Darwins Delfin-Familie und lässt ihn frei. Anschließend kehren sie zu dem Tiefseevulkan zurück und sammeln weiter Proben. Da erhält Westphalen einen dringend Ruf von Lansdale: Er hat die Ursache für Darwins Erkrankung gefunden, ein bislang völlig unbekannte Bakterienart, die offenbar aus dem Vulkan stammt. Und gerade wird ein Probenbehälter an Bord gebracht, der ebenfalls diese sehr aggressiven Bakterien enthalten könnte…

Die Handlung

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Die Episode vereinigt genau das, was “seaQuest DSV” ausmachen sollte, ist aber leider ein wenig flach geraten: tatsächliche wissenschaftliche Tatsachen sollten im Rahmen einer spannenden Geschichte den Zuschauern nähergebracht werden. Nun ist die Geschichte nicht eben neu – ein Besatzungsmitglied wird von einer unbekannten und potentiell tödlichen Krankheit befallen und es ist unklar, ob er überlebt. Respektive, so unklar ist es nicht, natürlich ist klar, dass eine der Hauptfiguren nicht bereits in der dritten Episode der Serie sterben wird.

Realistischer Hintergrund

Was in der Episode über die Tiefseevulkane gesagt wird, stammt aus aktuellen Forschungen: Die Vulkane speien quasi pures Gift aus, dennoch existiert in ihrer unmittelbaren Umgebung Leben. Solche Vulkane werden Weiße beziehungsweise Schwarze Raucher genannt. Eine realistische Komponente erhält in dieser Episode auch der Vocoder, der zwar Darwins Worte übersetzt, aber nicht die Bedeutung im Zusammenhang. Lansdale spekuliert, dass “Licht ist dunkel und eins” bedeutet, dass Darwin sein Wissen verliert und sich allein fühlt. Die Lösung, wie Darwin geheilt wird, ist etwas kitschig, beruht aber zum Teil auch auf wissenschaftlichen Erkenntnissen: In den Tiefen der Meere gibt Pflanzen und Lebewesen, die uns selbst jetzt noch nicht bekannt sind. Es wird spekuliert, dass sich dort tatsächlich Grundstoffe für neue Medikamente oder neue, biologische Rohstoffe finden lassen.

Fortsetzung folgt…

seaQuest DSV: Der Anfang, Teil 2

Zweiter Teil des Pilotfilms.

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Inhalt

Die seaQuest hat das Piraten-U-Boot gestellt, doch in dem Moment fallen sämtliche Systeme aus. Das Schiff kann nicht mehr manövrieren und sich auch nicht verteidigen. Nachdem ein Torpedo schwere Schäden angerichtet hat, übernimmt Bridger das Kommando für den wie gelähmt wirkenden Ford und befiehlt, die Balasttanks zu fluten und so in einen 22.000 Fuß tiefen Graben abzutauchen. Das andere U-Boot kann nicht so tief tauchen und muss die Verfolgung abbrechen. Erbost erfährt Bridger, dass Admiral Noyce von dem Piratenboot gewusst und auf sein unerwartetes Auftauchen gehofft hat, um Bridger ins Team der seaQuest zu holen. Doch mitgefangen, mitgehangen: Marilyn Stark plant, die seaQuest aus ihrem Versteck zu locken, indem sie eine Unterwasserfarm angreift. Das junge Computergenie Lucas hat inzwischen herausgefunden, dass der Systemausfall kein Zufall war. Jemand hat einen Virus in den Speicher eingeschleust und Bridger findet auch heraus wer: Stark selbst, die eine ehemalige Schülerin von Nathan ist. Nachdem die Speicherbereiche, in denen der Virus sitzt, umgangen werden, hat das Schiff zumindest einen Teil seiner Funktionsfähigkeit wieder. Da jedoch nur ein Torpedo zur Verfügung steht und eine Zielpeilung nicht möglich ist, greift Bridger auf Darwin zurück. Der Delfin ist trainiert, Gegenstände zu einem Ziel zu bringen. Er befestigt an dem feindlichen Boot eine Sonde, auf deren Signal der Torpedo reagieren kann. Das Delta-4-U-Boot wird schrottreif geschossen, als ein Rettungsteam an Bord kommt, stellt man jedoch fest, dass Stark mit einem Rettungsboot geflohen sein muss. In einem Gespräch mit Lucas legt Bridger am Ende seine Gründe dar, warum er der Marine den Rücken gekehrt hat. Doch er hat seine Meinung geändert, denn das, was die seaQuest tun soll, hat mit der Navy, wie sie er kannte, nicht mehr viel zu tun.

Die Handlung

Bridger bekommt in diesem Teil der Pilotepisode noch mehr Tiefe. Als er beispielsweise zum ersten Mal mit Stark Kontakt bekommt, beginnt er: “Mary, ich bin enttäuscht von Ihnen.” Wer jedoch denkt, er hält gleich eine Moralpredigt über das verwerfliche Tun von Captain Stark, wird überrascht, als Bridger fortfährt: “Drei Schüsse – und nur zwei Treffer.” Es wird deutlich, dass Bridger über eine große Menschenkenntnis verfügt und weiß, wie er andere zu nehmen hat. Auch in seinen Gesprächen mit Lucas kommt das zum Tragen. Lucas hingegen erinnert in der Episode noch sehr an Wesley Crusher von “Star Trek – The Next Generation”, ist aber als Scheidungskind angelegt, der in Bridger eine Vaterfigur sucht (und später auch findet).

Realer Hintergrund

Die seaQuest benutzt in dieser Episode eine “Hyperrealitätssonde”, um die Umgebung des Schiffes zu begutachten. Solche Sonden gibt es heute tatsächlich, sie werden allerdings mehr in der Luft als unter Wasser eingesetzt und wir nennen sie “Drohnen”. Und ein anderes Thema beschäftigt uns heute mehr denn je: Computerviren. Früher hieß es, man könne sich die nur über verseuchte Datenträger auf den Computer holen, doch dank des Internets sind die Viren so allgegenwärtig, dass es wohl kaum noch Computer geben dürfte, die nicht über ein Virenschutzprogramm verfügen. Auch der “Rüstungwettlauf” wird passend beschrieben, dass die Programmierer von Computerviren alles versuchen, damit man den Viren nicht beikommen kann, während die Anti-Viren-Programmierer alles daran setzen, die Viren aufzuhalten.

seaQuest DSV: Der Anfang, Teil 1

“Denn ursprünglich entstammen wir alle dem Meer, und es ist eine Tatsache, dass der Salzgehalt des Blutes, welches durch unsere Adern fließt, exakt dem des Meeres entspricht. Dieses Salz ist in unserem Blut, unserem Schweiß, unseren Tränen. So sind wir seit jeher dem Meer verbunden. Und wenn wir zu ihm zurückkehren, sei es, um es mit unseren Schiffen zu befahren oder uns einfach nur von seiner unendlichen Weite faszinieren zu lassen, so kehren wir zu unseren Ursprüngen zurück.”
John F. Kennedy, 1962

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Inhalt

Im Jahr 2018 hat der Mensch die Meere des Planeten Erde kolonisiert. Doch wie nicht anders zu erwarten, gibt es natürlich auch hier Konflikte zwischen den Staaten wegen ihrer Territoriumsansprüche. Im Livingston-Graben kommt es zu einem Showdown: Wegen eines Grenzzwischenfalls werden Kampf-U-Boote ausgeschickt, um Vergeltung zu üben. Zu den U-Booten gehört auch die seaQuest unter dem Kommando von Captain Marylin Stark. Sie möchte Macht demonstrieren, bekommt aber von ihrer Regierung die Anweisung, nicht anzugreifen. Sie versucht, sich dem Befehl zu widersetzen und befiehlt den Abschuss von mehreren Thermonuklear-Sprengköpfen. Ihr erster Offizier, Commander Ford, kann sie im letzten Moment aufhalten und enthebt sie ihres Kommandos. Die nächsten 13 Monate verlaufen turbulent – der Vorfall hat gezeigt, dass es so nicht weitergehen kann. Die “UNITED EARTH OCEANS ORGANIZATION”, kurz UEO wurde gegründet, eine Art moderne Version der Vereinten Nationen. Die seaQuest ist in der letzten Phase ihrer Umrüstung vom reinen Kriegsboot zu einem Hybrid aus Forschung und Verteidigung. Doch nach den schlechten Erfahrungen mit Captain Stark möchte man jemand anderen als Kapitän, den ehemaligen Marineoffizier Nathan Bridger. Der hat sich nach 30 Jahren Dienst zurückgezogen, da sein Sohn im Navy-Einsatz getötet wurde. Admiral Noyce, ein Freund von ihm, kann ihn überzeugen, die seaQuest zu besichtigen, an deren Planung er immerhin beteiligt war.

Bridger trifft bei seinem Besuch auf ein paar alte Bekannte und auf die neue Konfliktsituation an Bord: die Militärs betrachten die seaQuest als “ihr” Schiff und haben es schwer, mit den Wissenschaftlern auszukommen – sowie umgekehrt. Dann merkt Bridger, dass er ausgetrickst wurde – das Boot legt ab. Nun ist er gezwungen, die “Jungfernfahrt” widerwillig mitzumachen. Doch auch in den Wassern außerhalb des Bootes bahnt sich eine Krise an, als ein Industriemagnat, der durch die Gründung der UEO an der Ausbeutung der Meere gehindert wurde, die ehemalige Captain Stark anheuert, die seaQuest zu vernichten. Sie bekommt ein Delta-4-U-Boot mit Besatzung zur Verfügung gestellt. Um die seaQuest anzulocken, greift sie ein Kraftwerk an, das prompt um Hilfe funkt. Und wie man es schon aus anderen Serien kennt – die seaQuest ist das einzige Schiff in Reichweite.

Die Handlung

Die Handlung wurde um die Notwendigkeit herum konstruiert, die Situation, das Schiff und seine Besatzung vorzustellen und wirkt teilweise etwas hölzern, da man Bridger eine große Aversion gegen die Navy in den Lebenslauf geschrieben hat. Und die Geschichte mit “das einizige Schiff in Reichweite” kennt der Science-Fiction-Fan schon zur Genüge – bei “Star Trek” traf die Enterprise auch immer dieses Schicksal. Sehr gut erarbeitet ist der Konflikt zwischen Militärs und Wissenschaftlern an Bord. Intelligent gemacht sind auch die Untertitel, die die ganzen Abkürzungen erklären: es erscheint der komplette Name von etwas auf dem Bildschirm (zum Beispiel “UNITED EARTH OCEANS ORGANIZATION”), dann verschwinden alle Buchstaben, die nicht zur Abkürzung gehören und die übrigen Buchstaben rücken zusammen, so dass man das Kürzel erkennt (in unserem Beispiel: “UEO”). Der Pilotfilm wurde entweder ganz nach Bedarf in zwei Episoden oder als eine zusammenhängende mit einer Laufzeit von etwa 90 Minuten ausgestrahlt. Eine weitere Doppelepisode gab es zu Beginn der zweiten Staffel, anonsten verzichtete man darauf.

Realistischer Hintergrund

Die genaue Bezeichnung des U-Boots lautet “seaQuest DSV”, wobei “DSV” für “Deep Submergence Vehicle” steht. Von der Idee bemannter U-Boote, die so tief tauchen können wie die seaQuest ist man mittlerweile wieder abgerückt und schickt lieber Sonden aus. Auch die Außenhaut, die aus Biomaterial besteht und sich selbst regenerieren kann, ist in absehbarer Zeit noch nicht verfügbar. Sehr realistisch hingegen sind die so genannten “WSKRS”. Die Abkürzung steht für “Wireless Sea Knowledge Retrieval Satellites”, dabei handelt es sich um Sonden, die die seaQuest ständig begleiten und Informationen über die Umgebung sammeln, die man auf der Brücke des U-Bootes empfängt. “WSKRS” wird “whiskers” ausgesprochen, das heißt übersetzt “Schnurrhaare” und entspricht ganz der Vorliebe, im Englisch “sprechende” Abkürzungen zu verwenden. Denn dadurch, dass die seaQuest Informationen über die Umgebung durch die Sonden bekommt, erfüllen diese natürlich eine ähnliche Funktion wie die Schnurrhaare einer Katze.

seaQuest DSV – Die Serie

“Das 21. Jahrhundert… der Mensch hat den letzten Lebensraum der Erde kolonisiert: den Ozean. Als Besatzung der seaQuest sind wir für den Schutz der Meere verantwortlich. Denn unter der Wasseroberfläche liegt die Zukunft…”
Captain Nathan Bridger im Vorwort der 1. Staffel von “seaQuest DSV”

Am 19. Januar 1994, das heißt, vor mittlerweile 20 Jahren startete im deutschen Fernsehen die Erstausstrahlung einer Serie, die für damalige Begriffe höchst innovativ war. Sie verwendete Computergrafiken als Spezialeffekte, sollte Science Fiction sein, aber auch einen realistischen Hintergrund haben und die Menschen über Umweltbelange informieren. Heute nennt man das “Edutainment”. Die Serie, der leider nur ein kurzes Leben beschieden war, war “seaQuest DSV”. Ich persönlich war ein Fan der ersten Stunde und habe selbst die verschiedenen Wandlungen, die die Serie im Lauf ihrer kurzen “Lebensdauer” durchlief, mitgemacht. Mein Taucherlogbuch ziert das Logo der UEO, an meiner Pressluftflasche hängt der Mannschaftsaufnäher der seaQuest.

Ich möchte daher dieser Serie gern Tribut zollen. Leider hatte sie nicht die Chance, ihr volles Potential zu entwickeln, aber vielleicht wird aus dem, was man heute auf DVD bewundern kann, klar, was hätte sein können. Beginnen möchte ich mit dieser Einführung über die Serie und ihre Charaktere im Allgemeinen, um dann in den folgenden Wochen auf die einzelnen Geschichten einzugehen. Immerhin ist vor nicht allzu langer Zeit die ganze Serie auf DVD erschienen, so dass man auch heute die Abenteuer von Bridger und seiner Crew nacherleben kann.

Die Situation: Die Welt am Abgrund und die Gründung der UEO

Die Geschichte beginnt im Jahr 2017 mit einen Zwischenfall, der zeigen soll, wohin sich das Leben entwickelt hat: der Mensch hat im Ozean Kolonien in verschiedenen Untersee-Basen gegründet, wobei dabei eher wirtschaftliche als wissenschaftliche Interessen im Vordergrund stande. Konzerne haben den Meeresboden aufgeteilt und sind Willens, ihre Territorien mit Waffengewalt zu verteidigen. Als es zu einer Krise kommt, in der ein U-Boot-Kommandant, der beinahe einen Befehl von Vorgesetzten missachtet und eine Kolonie zerstört hätte, findet ein Umdenken statt: die Vereinten Nationen erklären sich auch für den Meeresgrund zuständig und eine neue, weltumspannende Organisation wird gegründet: die UNITED EARTH / OCEANS ORGANIZATION, kurz UEO.

Die seaQuest und Nathan Bridger

Captain Nathan Bridger (Roy Scheider) / (c) by UNIVERSAL & AMBLIN ENTERTAINMENT

Captain Nathan Bridger (Roy Scheider) / (c) by UNIVERSAL & AMBLIN ENTERTAINMENT

Das modernste U-Boot der neu gegründeten Flotte der UEO ist die “seaQuest”, die zuvor der Regionalmacht NORPAC diente. Als er noch in der Navy war, hat ein gewisser Nathan Bridger das Boot mit geplant. Doch als sein Sohn bei einem Einsatz der Navy ums Leben kommt, schwört Bridger seiner Frau, nie mehr etwas mit der Navy zu tun zu haben. Mittlerweile ist auch seine Frau verstorben und Bridger lebt auf einer einsamen Insel, wo er seinen zahmen Delfin Darwin trainiert. Admiral Noyce, ein alter Bekannter von Bridger, versucht nun, diesen wieder “ins Boot zu holen”, und das im wahrsten Sinne des Wortes: Die seaQuest wird von Militärboot zu einem Wissenschaftsboot umgerüstet und soll für die UEO den Frieden erhalten. Bridger ist davon nicht sonderlich begeistert – und erst recht nicht, als er herausfindet, dass der “unverbindliche” Besuch an Bord der seaQuest von Noyce organisiert wurde, um ihn zu überzeugen, doch zu bleiben. Aber nach einer erneuten Krise um ein Piraten-U-Boot überlegt er es sich anders und wird der neue Captain.

Dargestellt wurde Nathan Bridger von Roy Scheider, den die meisten aus dem Film “Der weiße Hai” kennen dürften, wo er Polizeichef Brody spielte. Scheider war angetan von der Idee, mit Hilfe der Serie auf Umweltprobleme aufmerksam zu machen. Als die Serie nicht so lief, wie sich das Studio das versprach und man immer mehr phantastische Elemente einbaute, wollte Scheider damit nichts mehr zu tun haben. In der letzten, der dritten Staffel übernahm Captain Oliver Hudson das Steuer der seaQuest. Bridger ist als “untypischer Militärtyp” angelegt, er hat es in der Navy zwar zum Captain gebracht, aber seine Vorliebe gilt der Wissenschaft, nicht dem Kriegführen. Er hadert sehr mit sich, ob er auf der seaQuest bleiben soll, denn immerhin hat er seiner Frau versprochen, es nicht mehr zu tun. Scheider selbst fand übrigens, dass man es in der Serie sehr gut wagen könnte, solche persönlichen Geschichten auch als Handlungsbogen über mehrere Episoden laufen zu lassen, was das Studio ablehnte, da man Science-Fiction-Fans eher als “Gelegenheitszuschauer” sah (dass es anders geht, demonstrierte die Serie “Babylon 5” wenige Jahre später sehr eindrucksvoll). Erst in der dritten Staffel und nach Scheiders Weggang wagte man sich an einen Storybogen, der jedoch wegen des Absetzens der Serie nie vollendet wurde. Roy Scheider starb am 10. Februar 2008 an den Komplikationen einer Krebstherapie.

Die seaQuest wurde nach tatsächlichen modernsten Erkenntnissen mit einem Schuss Science Fiction “gemischt”. Bei vielen Ideen brachte man tatsächliche Forschungsergebnisse ein (wie etwa die Satelitten, die die seaQuest immer begleiten und deren “Augen und Ohren” sind), bei manchen spekulierte man (zum Beispiel bei der Außenhaut des Bootes, die aus einem Biomaterial bestehen sollte, das sich selbst regenerieren kann). Das ganze gab ein recht realistisch wirkendes “Gesamtbild”, was das Studio zu der Aussage verleitete, die Serie seaQuest sei quasi “STAR TREK unter Wasser, nur besser!” Damit hatte man die Latte selbst und ohne Not recht hoch gelegt. Die Serie hatte es schwer, diesen Ansprüchen gerecht zu werden, obwohl sie mit modernster Technik produziert wurde. In der Tat gab es kaum Modellaufnahmen, alle Spezialeffekte kamen aus dem Computer (was man nach heutigen Gesichtspunkten auch deutlich sieht, aber damals war das der Stand der Technik).

Darwin der Delfin

Darwin ist ein Delfin, der von Nathan Bridger dazu trainiert wurde, auf Handzeichen zu reagieren und verschiedene Kommandos auszuführen. An Bord der seaQuest erlebt Bridger dann eine Überraschung: Dort gibt es ein System, das Darwins Laute in Sprache übersetzen kann – und umgekehrt. Dass es sich dabei nicht um einen Trick handelt, erfährt Bridger, als er Darwin nach der Farbe seiner Badehose fragt und Darwin wahrheitsgemäß antwortet, Bridger trage keine Badehose – “Haut!” Das Übersetzungssystem ist noch nicht perfekt, manche Übersetzungen ergeben keinen Sinn, da man noch nicht wirklich weiß, wie ein Delfin genau denkt. Darwin kann sich innerhalb der seaQuest über ein Labyrinth von wassergefüllten Rohren fortbewegen bis hin zum “Moonpool”, wo sich die “Übersetzungsanlage” befindet.

Darwin wurde im Vorspann mit genau diesem Namen vorgestellt – Darwin. Das hatte den Hintergrund, dass es kein echter Delfin war, der ihn darstellte. Bei den Aufnahmen im Innern der seaQuest und immer dann, wenn die Schauspieler direkt mit ihm interagieren mussten, handelte es sich um eine Animatronic-Figur, bei den Aufnahmen außerhalb der seaQuest war er eine Computergrafik. In einigen wenigen Szenen wurden auch Archivaufnahmen von echten Delfinen verwendet.

Die Besatzung der seaQuest in Staffel 1: Ganz hinten Ford, davor O'Neill (links) und Ortiz; links versetzt Krieg, vordere Reihe (von links) Crocker, Westphalen, Bridger, Wolenczak; ganz vorne Hitchcock. / (c) by UNIVERSAL & AMBLIN ENTERTAINMENT

Die Besatzung der seaQuest in Staffel 1: Ganz hinten Ford, davor O’Neill (links) und Ortiz; links versetzt Krieg, vordere Reihe (von links) Crocker, Westphalen, Bridger, Wolenczak; ganz vorne Hitchcock. / (c) by UNIVERSAL & AMBLIN ENTERTAINMENT

Commander Jonathan Ford

Jonathan Ford war schon unter der ersten Kommandantin der seaQuest erster Offizier an Bord. Als das Boot vom Militär- zum Wissenschaftsboot umgerüstet wird, steht er zwischen allen Stühlen, findet sich aber bald zurecht. In der zweiten Staffel bekommt er Konkurrenz durch den aufstrebenden Lieutenant James Brody, der der Meinung ist, die Besatzung könnte “effektiver” arbeiten, aber Ford hat die Lage im Griff. Seine schwerste Entscheidung war, gegen die Kommandantin der seaQuest vorzugehen, als diese entgegen der Anweisung vom Hauptquartier einen Krieg mit einer Unterwasser-Kolonie beginnen wollte.

Don Franklin, der Darsteller von Commander Ford, ist in Deutschland nicht so bekannt. Er spielte hauptsächlich in Fernsehserien mit und in wenigen Kinoproduktionen. 2005 war er beispielsweise in der Serie “CSI: Miami” zu sehen.

Lucas Wolenczak

Lucas Wolenczak ist ungefähr das, was Wesley Crusher in “Star Trek – The Next Generation” war, ein hochbegabter Jugendlicher mit einer Vorliebe für die Technik. Er bestand bereits an einer Wissenschaftsuniversität mit Auszeichnung und kam an Bord der seaQuest, nachdem sich seine Eltern scheiden ließen. Er ist der Erfinder des “Vocoders”, das Gerät, mit dessen Hilfe Darwin “sprechen” kann. Er ist ein bisschen vorlaut und sich seiner Fähigkeiten sehr wohl bewusst, allerdings akzeptiert er Captain Bridger sehr schnell als Vorgesetzten.

Neben Roy Scheider und Ted Raimi dürfte Lucas-Darsteller Jonathan Brandis noch der in Deutschland bekannteste Schauspieler der seaQuest-Darsteller sein. Er spielte unter anderem die Hauptrolle des Bastian Balthasar Bux in “Die unendliche Geschichte 2: Auf der Suche nach Fantásien”, außerdem war er in Filmen wie “Stephen King’s ES” oder “Fatal Attraction” zu sehen. Im Fernsehen trat er in verschiedenen Serien auf, dazu gehören “Full House”, “Wer ist hier der Boss?” und “Mord ist ihr Hobby”. Jonathan Brandis starb am 12. November 2003 im Alter von nur 27 Jahren infolge von Verletzungen, die er sich bei einem Selbstmordversuch zugezogen hatte.

Dr. Kristin Westphalen

Dr. Westphalen führt an Bord der seaQuest gleich zwei Funktionen aus: Sie ist Ärztin und wissenschaftliche Leiterin. Als letztere ist sie sehr energisch vor allem im Umgang mit den Militärs auf dem Boot, mit denen sie ab und zu aneinander gerät (besonders, wenn es um Prioritäten geht). Captain Bridger kannte sie zuvor nur von Berichten und wollte schon mal mit ihm Kontakt aufnehmen, um ein wissenschaftliches Problem zu erläutern. Das scheiterte jedoch an der Marine. Jetzt unter seinem Kommando auf seinem Schiff zu arbeiten ist für sie etwas besonderes.

Auch Stephanie Beacham dürfte außer in ihrer Rolle bei “seaQuest DSV” dem deutschen Publikum relativ unbekannt sein. Sie war in einer Folge der britischen Science-Fiction-Serie “UFO” von Gerry Anderson zu sehen, sowie in “Charmed”, “Beverly Hills 90210”, dem “Denver-Clan”-Ableger “Die Colbys”, sowie im “Denver-Clan” selbst. Da Stephanie Beacham in England lebt, ist sie in letzter Zeit hauptsächlich in britischen Fernsehproduktionen zu sehen.

Lieutenant Commander Katherine Hitchcock

Katherine Hitchcock war – lange vor B’Elana Torres von “Star Trek – Voyager” – eine der ersten weiblichen Chefingenieure in einer Fernsehserie. Sie nimmt ihre Arbeit sehr ernst und macht mehr als das “Soll”. Einen Punkt in ihrer Vergangenheit würde sie aber am liebsten auslöschen: Sie war ein Jahr lang mit Lieutenant Benjamin Krieg verheiratet. Lucas Wolenczak hatte ein paar jugendliche Fantasien über sie.

Stacy Haiduk ist ebenfalls eine Schauspielerin, die hauptsächlich Fernsehrollen spielt. Auch wenn ihr Name nicht so bekannt ist, im deutschsprachigen Raum hat man sie bestimmt außer bei “seaQuest” schon mal gesehen. Sie spielte unter anderem in “Parker Lewis – Der Coole von der Schule”, “Profiler”, “Charmed”, “The Sentinel”, “Akte X”, “er – emergency room”, “CSI: Miami”, “NCIS”, “Crossing Jordan – Pathologin mit Profil”, “Cold Case”, “CSI: NY”, “Heroes”, “Prison Break” und “Burn Notice” mit.

Lieutenant Benjamin Krieg

Krieg ist der typische Offizier, der zwar beim Militär ist, sich aber nicht so richtig unterordnen kann. Während der Ausbildung hat er ein Navy-Maskottchen bunt angemalt und an Bord der seaQuest versteht er sich als “Versorgungsoffizier”. Soll heißen, er besorgt alles, was man haben möchte – zum entsprechenden Preis. Er denkt auch in erster Linie ans Geld, wenn es um irgenwelche Sachen geht. Seine kurze Ehe mit Lieutenant Commander Hitchcock versucht er, mit Humor zu nehmen, allerdings lässt sie ihm nicht immer Gelegenheit dazu. Während der Ausbildung hat Krieg mit Bridgers Sohn Robert gedient.

John D’Aquino gehört auch in die Reihe der Darsteller, die man “schon mal gesehen” hat. Er spielte in unzähligen Serien mit, dazu gehören “Xena”, “Mord ist ihr Hobby”, “Seinfeld”, “Silders”, “Crossing Jordan – Pathologin mit Profil”, “Baywatch”, “Matlock” und zuletzt “Monk”.

Lieutenant Junior Grade Tim O’Neill

O’Neill ist der Kommunikationsoffizier der seaQuest und verdient den Namen wirklich: Er spricht mindestens ein Dutzend Sprachen fließend und mehrere weitere zumindest so, dass er sich verständlich machen kann. Wegen seiner Begabung war er als Kind nicht sonderlich beliebt – und die Tatsache, dass er Brillenträger ist, mag noch dazu beigetragen haben. Schlechte Erfahrungen in der Kindheit haben ihn zu einem nervösen, übervorsichtigen Mann gemacht, der aber auch über sich hinauswachsen kann. Wie Commander Ford, so diente auch er bereits unter der ersten Kommandantin der seaQuest.

Schauspieler Ted Raimi dürfte deutschen Zuschauern noch aus den Serien “Hercules” und “Xena” bekannt sein, wo er den unvergleichlichen Joxer (“den Mächtigen”) spielte. Zuletzt war er in den neuen “Spiderman”-Filmen zu sehen.

Chief Manilow Crocker

Crocker ist einer der Älteren der seaQuest und kennt Bridger noch von seiner ersten Karriere bei der Navy. Die beiden verbindet eine Freundschaft, auch wenn Crocker nach Bridgers “Abtauchen” nichts mehr von diesem gehört hat. Crockers Aufgaben an Bord sind vielfältig und hin und wieder profitieren die jüngeren Offiziere von seiner Erfahrung.

Royce D. Applegate war in verschiedenen Filmen und Serien zu sehen, unter anderem in “Mel Brook’s Verrückte Geschichte der Welt”, “JAG”, “Splash” oder dem Pilofilm von “CSI: Den Tätern auf der Spur”. Er starb am 1. Januar 2003 bei einem Feuer in seinem Wohnhaus 63jährig.

Senior Chief Miguel Ortiz

Ortiz gehörte ebenfalls zur ursprünglichen Besatzung der seaQuest und blieb auch unter Captain Bridger auf seinem Posten. Er ist für die Außenüberwachung verantwortlich, die bei der seaQuest über so genannte WSKERs funktioniert. Außerdem spricht er Spanisch und kennt die griechische Mythologie.

Marco Sanchez war auch schon in verschiedenen Serienrollen zu sehen: “JAG”, “Charmed”, “ENTERPRISE”, “24”, “er – emergency room”, “CSI: NY”, “Two and a Half Man”, “CSI: Miami” und “NCIS”. Ein für 2011 angekündigter Film mit ihm als Darsteller trägt den Titel “Super 8”.

seaQuest DSV – Das Abenteuer beginnt…

Nächste Woche beginnen wir hier im Blog mit den einzelnen Episoden. Zwischen den Staffeln wird es einen “Einschub” geben, in dem die neue Situation erklärt wird, die leider von Staffel zu Staffel wechselte, außerdem werden die neuen Darsteller vorgestellt. Und so beginnt es…

“seaQuest DSV” und “seaQuest 2032”: (c) by UNIVERSAL & AMBLIN ENTERTAINMENT

Die Rückkehr der FLAT FLUTE DIVERS

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FlatFluteDivers Banner #1

Es ist ein langer Weg, den wir hinter uns gebracht haben. Heute vor sechs Jahren begann die Reise mit dem ersten Tauchkurs. Und seither ist eine Menge passiert. Nicht nur wir haben uns weiter entwickelt und sind Schritt für Schritt in der Tauchausbildung weitergegangen, auch die Welt hat sich weiter entwickelt. In Ägypten, das wir so gastfreundlich erleben durften, hat es seit jener Reise nach El Gouna zwei Regierungswechsel gegeben, die nicht immer friedlich abgelaufen sind. Und zuletzt hätte die Meldung im wahrsten Sinne des Worte große Wellen schlagen müssen, dass die West-Antarktis den Kipppunkt überschritten hat und damit Ereignisse in Gang gesetzt wurden, die wir nur unter sehr großen Anstrengungen und nur mit etlichen Jahren oder Jahrzehnten Verzögerung einigermaßen zum Stillstand bringen können.

Die Betonung liegt auf “hätte”, denn richtig Wellen geschlagen hat die Meldung nicht. Menschen, die lieber nichts ändern wollen, haben sehr laut ihre Stimme erhoben und versuchen ständig, die Mahner an ein umweltverträglicheres Leben zu übertönen.

Das Flat Flute Divers Logo

Das Flat Flute Divers Logo

Bei den Ozeanen sieht es nicht besser aus. Offenbar ist es genau die richtige Zeit für eine Rückkehr! Die Zeiten waren turbulent, aber es gibt auch Hoffnung. Denn schon immer gab es Menschen, die an unser Umweltbewusstsein mahnten und diese Mahnung auch gut rüberbringen konnten. Möglicherweise waren sie aber ihrer Zeit ein wenig voraus oder verhedderten sich in den selbst gemachten Ansprüchen. Zum Beispiel Fernsehserien. Und zwei solcher Fernsehserien feiern 2014 ebenfalls ihre Rückkehr – daher werden sie uns auf dem Weg der Rückkehr begleiten. Interessanterweise könnten diese beiden Serien Fortsetzungen von einander sein. Die eine fand dann tatsächlich auch ein “richtiges” Ende (sprich: einen Abschluss der Handlung), die andere hörte einfach irgendwann auf, was schade war.

seaQuest DSV Staffel 1.2

seaQuest DSV Staffel 1.2

Die erste dieser beiden Serien ist seaQuest DSV. Sie war innovativ und hatte – zumindest am Anfang – einen gewissen Anspruch an den Realismus. Robert Ballard vom Ozeanographischen Institut meldete sich in Staffel 1 während des Abspanns zu Wort und erklärte dem Zuschauer Zusammenhänge über das Leben im Ozean und nahm wann immer es möglich war direkten Bezug auf die Handlung der jeweiligen Folge. Leider erreichte die Serie nicht genügend Zuschauer, so dass sie nach dem Ende der dritten Staffel eingestellt wurde, ohne dass die Handlung zu einem Endpunkt gekommen wäre. 2014 ist diese Serie als Komplett-DVD-Set neu erschienen.

Ocean Girl Staffel 1 & 2

Ocean Girl Staffel 1 & 2

Die zweite Serie trägt den Titel Ocean Girl. Nun mag mancher sagen: “Wie – eine Kinderserie?”, wurde sie doch von den Menschen produziert, die später “H2O – Just add Water” erfanden. Aber genau das ist der Knackpunkt: “Ocean Girl” schafft es, auf die Probleme mit der Umwelt hinzuweisen, ohne zu schulmeisterlich zu erscheinen. Vier Staffeln dauerten die Abenteuer von Neri und ihren Freunden, bevor die Serie mit einem passenden Schlusspunkt beendet wurde. Auch diese Reihe ist 2014 komplett auf DVD erschienen, allerdings Staffelweise und nicht in einem Gesamtpaket.

“Ocean Girl” spielt in einer nicht näher definierten nahen Zukunft (zumindest von den Produktionsjahren 1994 bis 1997 aus gesehen) auf der Unterwasser-Forschungsstation ORCA. die “seaQuest” beginnt ihre Abenteuer im Jahr 2018. Wenn wir mal sagen, dass “Ocean Girl” in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts spielt, dann könnte “seaQuest” tatsächlich die – erwachsen gewordene – Fortsetzung davon sein.

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Deswegen werden wir beiden Serien ein besonderes Augenmerk bei der Rückkehr der FlatFluteDivers zukommen lassen. Und das zusammen mit den weiteren Abenteuern an, auf und in den Gewässern dieser Welt. Sowohl als pointiert geschriebene Artikel, als auch als…

Nun, lasst Euch überraschen…

PS: Hier geht’s direkt zu dem Video mit der Wettervorhersage für das Jahr 2050!

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Gedanken zum Jahreswechsel

Wenn dieser Artikel erscheint, sind es gerade noch 5 Minuten bis Mitternacht, und dann ist 2010 vorbei. Zeit für ein paar Gedanken zum letzten Jahr, denn in mancher Hinsicht ist es wirklich 5 vor 12. Es hat sich eine Menge getan bei den Flat Flute Divers, auch wenn man das hier nicht so gemerkt hat. Aber das wird noch kommen, denn ein paar wesentliche Veränderungen werden folgen. Und eine spannende Zeit steht uns 2011 bevor. Aber davon werden wir noch berichten.

Leider gab es das vergangene Jahr auch ein paar nicht so ganz schöne Dinge. Da war die Ölkatastrophe im Roten Meer, als viele Strände und Riffe mit Erdöl verschmutzt wurden, das aus einem Leck einer Bohrplattform austrat. Mit dem Roten Meer sind wir Flat Flute Divers besonders verbunden, denn dort hat alles angefangen, und es gibt wohl kaum ein Meer mit einem vergleichbaren Artenreichtum.

Doch durch eine andere unschöne Sache ist dieser Artenreichtum nun gefährdert. Ende November und Anfang Dezember kam es um Sharm El Sheik zu insgesamt fünf Hai-Angriffen auf Schwimmer, beziehungsweise Schnorchler. Allerdings herrscht im Bezug auf die Gesamtzahl immer noch etwas Unklarheit, da in den ersten Tagen vier Angriffe gemeldet wurden, von denen einer sich als blinder Alarm entpuppte. Durch Fotomaterial stellten Meeresforscher fest, dass es sich bei dem Angreifer um einen so genannten Weißspitzen-Hochseehai (Carcharhinus Longimanus) handelte, ein Weibchen, um genau zu sein. Sein Verhalten war dabei mehr als ungewöhnlich, da der Hai das “Hochsee” in seinem Namen nicht umsonst trägt, er lebt in tiefen Gewässern, nicht in Küstennähe. In mindestens einem der Fälle stellte sich im Nachhinein heraus, dass der angegriffene Schwimmer Futter bei sich hatte, auf das es der Hai abgesehen hatte. Das erklärt auch zum Teil sein Verhalten, man vermutet weiterhin, dass Haie großen Schiffen folgen, die Essensreste im Meer entsorgen; oder dass Tiertransporte verendete Tiere einfach ins Meer werfen, wo sie von den Haien gefressen werden. Schließlich gibt es auch Tauchsafaris, bei denen Haien mit Ködern angelockt werden, was eigentlich strengstens verboten ist. Genauso streng verboten ist es eigentlich, Futter mit ins Wasser zu nehmen, um kleinere Fische anzulocken. Doch es ist eine verbreitete Unsitte, die Annette und ich bei unserem letzten Tauchurlaub am Roten Meer selbst erleben durften. An der Tauchbasis unseres Hotels erzählte man uns, dass manche Taucher sogar hartgekochte Eier vom Frühstücksbuffet des Hotels ins Meer mitnehmen, um sie an den Napoleon-Lippfisch zu verfüttern. Der Napoleon-Lippfisch beherrscht da ein besonderes “Kunststück”, er verschluckt das Ei im Ganzen und spuckt die Schale wieder aus. Das Problem ist nur: hartgekochte Eier gehören nicht zum natürlichen Speiseplan des Fisches. Oder hat jemand schon mal davon gehört, dass der Napoleon-Lippfisch Nachts in Hühnerställe einbricht und dort die hartgekochten (!) Eier stiehlt? Das traurige Resultat dieses Schauspiels ist, dass der Fisch elendig verendet. Napoleon-Lippfische können bis zu 2,30 m groß werden und sind faszinierende Tiere, wenn man ihnen im Freiwasser begegnet.

Ich selbst habe mich schon länger mit dem Gedanken getragen, auch hier im Blog etwas dafür zu tun, um Informationen weiterzuverbreiten, gerade was das Leben im Meer betrifft und wie wichtig die Vielfalt an Fischen und Korallen dort ist. Auf der anderen Seite war ich mir unsicher, ob die Idee, die ich im Kopf hatte, die richtige wäre, denn sie hat auch etwas mit Gesellschaftskritik zu tun – und das hier ist ein Taucherblog. Außerdem geht es um Science Fiction. Passt das alles zusammen?

Am 18. Dezember diesen Jahres aber erreichte mich eine Pressemitteilung der HEPCA (Hurghada Environmental Protection and Conservation Association), die sich um die Belange des Schutzes des Roten Meeres kümmert. Unter dem Bild eines toten Hais wurden die Praktiken der Wasserschutzbehörden angeprangert, die offenbar im Zuge der Haiangriffe angefangen haben, wahllos Haie zu töten, was für das natürliche Gleichgewicht des Meeres absolut schädlich ist. Haie sind ein wichtiger Bestandteil der natürlichen Nahrungskette, und ein “haifreies” Meer keine Lösung. Die Ignoranz, mit der die Sache angegangen wird, sowie die Ignoranz, die ich vor Ort selbst erleben durfte, brachten mich auf meine ursprüngliche Idee zurück, und ich beschloss, diese für 2011 durchzuziehen.

Am 19. Januar 2011 ist es nämlich exakt 17 Jahre her, dass in Deutschland eine Science-Fiction-Serie anlief, die einen neuen Ansatz verfolgte: “seaQuest DSV”. Sie versuchte zum Teil das zu verwirklichen, was man heute unter dem Stichwort “Edutainment” kennt. “Edutainment” ist ein Kunstwort, zusammengesetzt aus “education” (Erziehung, Bildung) und “entertainment” (Unterhaltung). Die Serie wollte Unterhaltung liefern und dabei gleichzeitig Bildung vermitteln. Die seaQuest war ein U-Boot, das die Weltmeere einer nicht weit entfernten Zukunft befuhr und dort einige Abenteuer erlebte. Man versuchte auch, das Bewusstsein der Menschen für die Ozeane zu schärfen, wie es in dem letzten Satz des Vowortes, “unter der Oberfläche liegt die Zukunft” ausgedrückt wurde. Ich war sofort ein Fan der Serie und musste schmerzlich miterleben, wie das Desinteresse der Menschen zuschlug: nach drei Staffeln wurde sie sang- und klanglos eingestellt. In der Zwischenzeit hatte man zweimal versucht, das Konzept zu ändern und war eigentlich auf gar keinem so schlechten Weg. Aber wie es nun mal so ist, wenn es keine Quote bringt, kippt man es in den Gully.

Die Idee, mit der ich spielte, war, die Serie hier im Blog zu würdigen und den reellen Hintergrund etwas zu beleuchten. Wie gesagt, ich war mir nicht so recht schlüssig, ob ein Taucherblog der richtige Ort ist für eine Science-Fiction-Serie. Meine eigene Erfahrung in Ägypten und das, was nun im Zuge der Hai-Angriffe geschieht (sowie die von der Boulevardpresse natürlich völlig unangemessene Berichterstattung) hat meine Meinung geändert. Ich bin, wie gesagt, ein Fan der ersten Stunde, und ich bin noch immer ein Fan. Auf meinem Tauchlogbuch prangt das Wappen der UEO, der “United Earth / Oceans Organization”, eine Art “UN für die Weltmeere”, und im Netz meiner Pressluftflasche findet sich das Abzeichen der seaQuest selbst. Vielleicht kann ich auf diese Weise dem einen oder anderen die Serie, sowie den Blick für die Meeres unseres Planeten nahebringen, denn:

“Als Besatzung der seaQuest sind wir für den Schutz der Meere verantwortlich.”
Captain Nathan Bridger im Vorwort von “seaQuest DSV”

Aber natürlich kommen die anderen Dinge, Artikel über Ausrüstung, Tauchplätze oder unsere neuesten “Abenteuer” weiterhin nicht zu kurz. Die Geschichte geht weiter…

In diesem Sinne: Auf ein gutes und erfolgreiches neues Jahr 2011!

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