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Willkommen bei den Flat Flute Divers, dem etwas anderen Blog über das Tauchen. Wenn Sie den ganzen Hintergrund verstehen wollen, empfehlen wir Ihnen, die ersten Beiträge zu lesen, die den Blick auf den Anfang einer etwas ungewöhnlichen Taucherkarriere bieten. Den Einstieg finden Sie hier, in der Einleitung, eine Übersicht finden Sie im Inhaltsverzeichnis.

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Die Probleme der Erstanschaffung eines Trockentauchanzuges

Heute möchte ich keinen Vortrag über die Bauweise, Funktion oder etwagige Gefahren eines Trockentauchanzuges referieren, sondern über unsere Entscheidungsfindung zu unseren Anzügen.

Thorsten und ich hatten nach unserem Ägypten Urlaub beschlossen, den Rescue Diver so bald wie möglich in Angriff zu nehmen. Vorteil ist, dass wir einen großen Teil der Übungen auch im Schwimmbad absolvieren konnten, das kam uns gelegen, denn eigentlich hatten wir vor, das Thema Trockentauchen auf das kommende Jahr zu verschieben.

Aber – wie der ein oder andere Leser es vielleicht schon bemerkt haben dürfte… es kommt bei uns doch immer anders als wir es eigentlich geplant haben.

Und so auch hier. In der theoretischen Vorbesprechung einigten wir uns darauf, im April 2010 ins Freiwasser nach Horka zu gehen, um dort den Kurs zum Abschluss zu bringen, mit den noch fehlenden Skills und der Prüfung. Wir bildeten uns ein, dass es im April schon wieder möglich war, im Nassanzug tauchen zu gehen.

Trotzdem überlegten wir, ob wir nicht doch schon mal Ausschau nach einem Trocki halten sollten. Dabei kam uns eins zu Gute: Unser Tauchlehrer verfügt über einen Freund, der hin und wieder günstige Angebote für Trockis bekommt. Da wir es ja nicht eilig hatten, nahmen wir uns einen Tag vor Silvester vor, dem Herrn mal einen Besuch abzustatten, uns kundig zu machen und ihm den Auftrag zu erteilen, die Augen für uns offen zu halten.

Der Taucher, der sich zum ersten Mal mit dem Gedanken trägt, einen Trockentauchanzug anzuschaffen, sieht sich im allgemeinen mehreren Problemen gegenüber gestellt.

1. Der Trockentauchanzug ist eine teure Angelegenheit.

2. Welche ART nimmt man denn am Besten? Es gibt grob gesagt zwei Ausführungen: Crash Neopren und Trilaminat/Cordura.

3. Reißverschluss auf dem Rücken oder eher Frontreißverschluss?

Das sind nur drei kleinere Probleme. Das eigentliche Problem liegt hier: Wenn man vernünftigerweise beschließt, auch noch einen Trockentauchanzuglehrgang zu belegen, dann steht bei den meisten Tauchschulen: Kurs im EIGENEN Anzug. Aber wie soll man sich denn für einen entscheiden, wenn man ihn nicht ausprobieren kann? Denn hier liegt das nächste Problem: Die allermeisten Menschen werden nicht in einen Anzug “von der Stange” passen. Irgendetwas muss meistens geändert werden, entweder sind die Halsmanschetten zu eng oder zu weit oder die Stiefel haben nicht die richtige Größe. Das erklärt vermutlich auch, warum Tauchschulen selber keine große “Leihausrüstung” haben… das A und O des Trockis ist der richtige Sitz!

Von diesen und ähnlichen Sorgen geplagt machten sich Thorsten und ich also vor Silvester auf, um dem kleinen Laden einen Besuch abzustatten. Da der Besitzer des Ladens auch noch Neoprenschneider ist, brachten wir auch gleich noch was zum Reparieren mit.

Wir wurden sehr herzlich empfangen. Nachdem wir unsere Sachen zur Reparatur abgegeben hatten weihten wir den Besitzer in unser Anliegen ein. Leider konnte er uns aber auch nicht sagen, ob Crash Neopren oder Trilaminat, er meinte, das sei Geschmackssache. Crash Neopren hat natürlich den Vorteil, dass es besser isoliert gegen die Kälte als Trilaminat… dafür hat der Anzug aber mehr Auftrieb. Trilaminat erlaubt mehr Bewegunsfreiheit, doch man braucht dickere Unterzieher, die einen auch wieder einschränken können.

Da war guter Rat teuer. Ich entschied mich, aus meinem Bauchgefühl zu entscheiden. Zufällig hatte der Besitzer einen Trocki in meiner Größe da, Crash Neopren. Ich zog ihn also an. Zuerst einmal fiel mir auf, dass es mich enorme Kraft kostete, den Anzug überhaupt hochzuziehen. Abgesehen davon, dass die Halsmanschette derart eng war, dass ich befürchten musste, stranguliert zu werden, passte mir der Anzug vom Prinzip her schon. Er hatte einen Rückenreißverschluss. Doch was war das? Als der Reißverschluss zugezogen wurde hatte ich plötzlich den Eindruck, dass es mir beidseitig die Arme von selber in Waagerechte zog, so wie der Reißverschluß am Rücken waagerecht verläuft. Das paßte mir nicht. Ich kam mir vor wie in einem Uboot.

Ich zog einen Trilaminat an. Der war mir zwar ein paar Nummern zu groß, aber schon beim Anziehen hatte ich ein besseres Gefühl. Wenn man in dem Anzug steckt, dann fühlte sich das gut an. Wie gesagt, er war natürlich zu groß, und das machte den Einstieg einfach, aber ich konnte sofort bestätigen, dass die Bewegungsfreiheit besser war.

Für mich war die Entscheidung hiermit gefallen. Ich wollte einen Trilaminat. Ich sagte dem Besitzer Bescheid, Thorsten hatte bis dahin nur den Trilaminat probiert (der Neopren war zu klein), und enthielt sich vorerst mal.

Aber wir hätten ja noch genug Zeit… dachten wir jedenfalls.

Der Rescue Diver ging zügig voran, und siehe da, der April kam immer näher. In Deutschland war es immer noch schmuddelig, kalt, es schneite sogar noch.

Thorsten: Ja, auf der Webseite vom Tauchsee Horka wurde sogar erst kurz vor Ostern jubelnd verkündet, dass der See “JETZT” endlich eisfrei sei. Und das Prädikat “eisfrei” sagte ja lediglich aus, dass es nicht mehr kalt genug war zum Gefrieren. Trotzdem war das Wasser mit Sicherheit immer noch ARSCHKALT!

So langsam kamen uns die Bedenken, was das Nasstauchen in Horka anging. Ein Tauchgang wäre möglich, aber 2 oder gar 3 am Tag? Nie im Leben würden wir es schaffen, in die eiskalten, nicht trocken gewordenen Anzüge zu steigen!

Da fällt mir immer wieder der eine Divemaster aus Ägypten ein, der bei 30 ° Luft- und 25 ° Wassertemperatur im Roten Meer beim täglichen zweiten Tauchgang beim Anziehen des Neos immer jammerte, das sei ja sooooooooo kalt. Junge, komm mal nach Deutschland – DAS ist KALT!

Eben! Alles Softeggs in Ägypten!

Ich unterhielt mich mit Thorsten. Leider hatte sich der Neoprenschneider noch nicht gemeldet, offenbar hatte er gerade nichts Günstiges da. Verflixt. Dabei hatten wir den Anzug so nötig. Je näher der Zeitpunkt der Abreise kam, desto schwärzer sahen wir. Schließlich einigten wir uns darauf, einem Tauchshop in der Nähe einen Besuch abzustatten, der von sich behauptete, Trockis zu verleihen. Mit ein klein bisschen Glück könnte uns ein Anzug irgendwie passen, Hauptsache Horka war gerettet.

Das Glück hat uns in dem Punkt allerdings sehr schnell verlassen – der Laden, der sich sogar als “Trockentauchcenter” bezeichnet hatte, schien auf einmal nicht mehr zu existieren. Damit war guter Rat teuer.

Und dann kam es wieder. Das sprichwörtliche Glück.

Zwei Wochen bevor wir abreisen sollten, rief unser Neoprenschneider an. Er hätte Anzüge zum Probieren da. Innerhalb kürzester Zeit rasten Thorsten und ich förmlich zu ihm. Unterwegs berichtete mir Thorsten, dass es sich allerdings um Crash Neopren Anzüge handeln würde. Das trübte meine Hochstimmung zwar etwas, aber ich dachte mir – ehrlich gesagt – scheißegal. Hauptsache, Horka findet statt.

Wir betraten die Schneiderei. Und – bevor unser Schneider überhaupt etwas sagen konnte, fiel mein Blick auf einen Karton. Da lag er. MEIN Trocki. Davon war ich überzeugt. Ein abschätzender Blick sagte mir: Der passt. Und: Es war ein TRILAMINAT. Ich griff zu dem Trocki und stieg hinein. Er passte. Gut – die Manschette am Hals war zu eng, aber das ließ sich sicher machen. Ich war so glücklich, dass ich sofort rausposaunte: DEN nehm ich.

Der Neoschneider wollte mir ihn aber nicht verkaufen. Dreimal musste er meinen Redeschwall unterbrechen, um mir klarzumachen, dass genau DIESER Trocki leider schon verkauft war. Aber er könne mir genau so einen bestellen, das sei kein Problem. Ich war erleichtert. Wir suchten die passende Halsmanschette für mich heraus, und mir fiel ein Stein vom Herzen. Horka war gerettet, und zwar auf die beste Art und Weise, die man nur träumen konnte.

Toll. Hurra. Frenetischer Jubel der Menge. Aber hast Du nicht in Deiner adrenalingeschwängerten Euphorie irgendwas vergessen? Oder irgendwen?

Thorsten, von mir komplett überfahren (ein Hoch auf seine Geduld), erinnerte zaghaft daran, dass ER noch keinen Trocki hatte. Also schlüpfte er ebenfalls in den Trilaminat, und auch ihm passte er perfekt. Gut, die Halsmanschette, das scheint wohl so zu sein, dass die gerne mal zu eng ist, aber er hatte noch das Problem, dass er auf zu großem Fuße lebt. Zu deutsch: Er brauchte noch andere Stiefel an den Anzug.

Da unser Verkäufer aber wie gesagt auch Neoprenschneider ist, war das nun das geringste Problem. Er verprach uns, noch die entsprechenden Unterzieher zu bestellen, und zwei gut gelaunte Kunden verließen strahlend den Laden.

Und hier ist unser “Prachtstück” (ohne Schleichwerbung zu machen….)

Im nächsten Artikel: War es wirklich die richtige Entscheidung, den Trilaminat zu kaufen? Die ersten Taucherfahrungen im Trocki…. bleiben Sie dran!

Bleiben Sie dran, ich pfeif’ auf Sie!

THORSTEN!!!

Was’n?

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Shaab El Erg Kabir – Ägypten – Rotes Meer und das Abschießen einer Boje

Shaab El Erg ist eigentlich ein weitläufiges, hufeisenförmiges Riff mit der Öffnung nach Süden. In der Mitte des Hufeisens befindet sich eine Lagune, in der man Unmegen von kleinen Riffplattformen, den so genannten “Ergs” finden kann. Shaab El Erg bietet mehrere sehenswerte Unterwasserlandschaften an den verschiedenen Riffkanten oder an einem fast separaten Riff an der südwestlichen Spitze, genannt “Gota Shaab El Erg”. Man kann hier an verschiedenen Punkten mit dem Boot anlanden, aber es gibt noch eine Variante, die das Vergnügen hier kennenzulernen wir hatten…

Es war an diesem Tag der zweite Tauchgang, als die uns zugewiesene Divemaster zu uns kam und uns etwas über den Tauchgang erzählte – und das vor dem offiziellen Briefing. Das kam mir merkwürdig vor, doch sehr bald klärte sich das auf: Die Divemaster fragte, ob wir eine Boje hätten. Ja, hatten wir. Die hatte ich zusammen mit meinem Kompass gebraucht (bzw. eher “nie gebraucht”) von einer Taucherin gekauft, die das Tauchen aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Das ist gut, wurde uns erklärt, denn der Tauchgang, den wir gleich machen würden, sei ein Drifttauchgang. Wir würden also vom Boot springen, das Boot würde weiterfahren, während wir unseren Tauchgang machten, vom Riff aus in südliche Richtung. Kurz vor Erreichen der Reserve des Luftvorrats sollten wir dann die Boje “schießen”, an deren Seil den Sicherheitsstopp in 5 m Tiefe machen, dann auftauchen und abwarten. Das Boot würde Ausschau nach den Tauchern halten und uns dann abholen. Aha.

Ein Rotfeuerfisch im offenen Wasser bei Shaab El Erg Kabir.

Ein Rotfeuerfisch im offenen Wasser bei Shaab El Erg Kabir.

Vielleicht sei das aber auch gar nicht nötig, meinte sie schließlich, denn natürlich würde auch sie eine Boje dabei haben, und wenn unser Luftvorrat so lang reichte wie ihrer, dann würden wir den Stopp mit ihr machen und sie würde die Boje schießen. Dann erklärte sie uns noch, wie genau man das macht, eine “Boje schießen”. Im Stillen betete ich, dass unsere Luft so lang reichen würde wie ihre, denn immerhin hatten wir sowas noch nie gemacht, ja, noch nicht einmal geübt. Und dann gleich der Ernstfall? Oje, oje.

Der Tauchgang selber war mal wieder sehr entspannt, wir hatten eine maximale Tiefe von 13,7 m und tauchten “so ungefähr” in Richtung Süden durch das Feld mit den Korallenbänken. Es gab auch hier wieder sehr viel zu sehen, von Schnecken über Rotfeuerfische bis hin zu einer Muräne, der einer der anderen Taucher aus unserer Gruppe mit dem Fotoapparat so nahe kam, dass ich schon dachte, gleich kriegt das arme Tier das Objektiv auf die Nase. Die Muräne indessen guckte nur empört, so wie Muränen das immer machen (sie sind immer schlecht gelaunt, deswegen nennt man sie ja “Mur(r)”änen).

"Na, willst Du mir vielleicht auch Deine Kamera auf die Nase hauen? Komm nur her, Du!" - "Äh, nein danke, ich bleib lieber hier!"

Annette: Die Muräne war keineswegs die einzige, die schlecht gelaunt war. ICH war es ebenfalls. Und zwar genau wegen diesem aufdringlichen Fotografen. Er war ursprünglich als Buddy des Divemasters eingeteilt worden, nahm aber die Aufgabe nicht sehr ernst. Statt neben ihr zu tauchen, tauchte er…ja einfach überall. Links von mir, rechts von mir, über mir, UNTER mir (sehr nett, wenn man im Blasenmeer anderer taucht). Ich will es fast nicht öffentlich sagen, aber der Kerl brachte mich fast so weit, dass ich ihm am liebsten unter Wasser die Flasche zugedreht hätte. Einen so rücksichtslosen Taucher hatte ich bis dato noch nie erlebt.

Unsere Divemaster erkundigte sich immer nach unserem Luftvorrat, der diesmal bei Annette und mir relativ gleich war – der großeren Flasche auf meinem Rücken sei Dank. Leider bekamen wir nicht mit, wie der Verbrauch unserer Divemaster war. Und leider hatte ich bei meinem Gebet, sie möge doch die Boje für uns schießen, eins vergessen: Die Divemaster tauchten alle mit einer 15-Liter-Flasche. Und sie war eine Frau und im Tauchen erfahren, das heißt, ihr Verbrauch war sowieso niedriger als unserer. So kam es schließlich, dass wir das Zeichen bekamen, die Boje zu schießen und aufzutauchen. Die Divemaster führte währendessen die Gruppe weiter.

Okay, dann also galt’s. Nun denn! Sind wir Männer oder ein Karton Chicken Nuggets?

He! Ich war auch dabei! Wenn auch nicht wirklich nützlich, aber falls es dir noch nicht aufgefallen sein sollte: ICH BIN WEIBLICH!!

Mensch, Du gönnst einem aber auch gar nichts. Nicht mal übertriebenen Pathos. Also gut, ein neuer, heroischer Spruch… Noch nie hatten so viele so vieles so wenigen zu verdanken! …ne, das passt nicht. Für Krone und Königreich! …ne, auch nicht. Wie wär’s damit: VIEL GLÜCK!

Fischreichtum (Zebrafische) vor Shaab El Erg Kabir.

Fischreichtum (Zebrafische) vor Shaab El Erg Kabir.

Zuerst mal auf etwa 5 m Tiefe gehen und schwebend die Boje entrollen (es handelte sich dabei um eine der länglichen Bojen, mit denen Taucher an der Oberfläche auf sich aufmerksam machen können). Dann die daran befestigte Leine in die Hand nehmen und etwas Luft in die Boje lassen mit Hilfe des Oktopus. Der Plan sah dann vor, die Boje an der Leine zu halten, so dass sie sich entfalten konnte, um sie anschließend mit noch mehr Luft zu füllen und sie dann langsam zur Oberfläche steigen zu lassen. Aber andererseits sah mein Plan auch vor, mit 39 längst reich zu sein und nicht mehr arbeiten gehen zu müssen. Die beiden Pläne hatten eins gemeinsam: Sie funktionierten nicht. Nun gut, reich kann ich immer noch werden, aber das mit der Boje war so eine Sache. Denn kaum hatte sie sich ganz entfaltet, zog sie zur Oberfläche. Und nach dem Motto “Reisende soll man nicht aufhalten” beschloss ich, sie gehen zu lassen. Ich hatte genug Mühe, das Seil schnell genug abzuwickeln. So erreichte sie die Wasseroberfläche. Und hätte ich die Möglichkeit gehabt, sie richtig mit Luft zu füllen, hätte sie dort senkrecht aus dem Wasser geragt und unsere Position damit angezeigt. Doch so knickte sie auf ungefähr der Hälfte ab, weil ihr die Stabilität fehlte. Was für ein Glück, dass nicht “Viagra” draufstand – Pfizer hätte mich für diese Art Anti-Werbung verklagt.

Nun gut, wir hingen also unter einer nicht ganz aufgeblasenen Boje in 5 m Tiefe und machten unseren Sicherheitsstopp. Das größte Abenteuer würde uns ja noch bevorstehen: Zurück an Bord der ABYDOS 2 zu kommen. Wie würde das wohl funktionieren? Nachdem wir den Sicherheitsstopp erledigt hatten, tauchten wir auf. An der Oberfläche hielten wir Ausschau nach unserem Boot, während ich unsere Boje so weit mit Luft füllte, dass sie nun weithin sichtbar war (und Pfizer stolz gemacht hätte, mal nebenbei bemerkt).

Das Boot war ein ganzes Stück weg von uns. Wir fragten uns, ob die uns wohl sahen und woran wir sehen würden, dass sie uns sahen. Denn irgendwie war auf dem Boot kein Mensch zu erkennen. Dann hatte ich das Gefühl, dass es sich bewegte. Tatsächlich, nach ein paar weiteren Sekunden konnte man deutlich sehen, dass das Boot näher kam. Ja, äh… aber hatte der uns jetzt gesehen, oder fuhr er nur zufällig in unsere Richtung? Aber nein, man hatte uns gesehen, denn das Boot drehte bei, als es nahe bei uns war, so dass wir in Richtung des Hecks schwimmen konnten. Dort warf man uns eine Strömungsleine mit Boje zu. Ich dachte, dass nun Muskelarbeit gefragt war und wollte mich schon an der Leine entlang hangeln, doch da rief man uns von der Besatzung zu: “Relax!” Schön, dass man die Klassiker von “Frankie Goes To Hollywood” auch in Ägypten kennt, dachte ich mir, als ein Ruck durch die Leine ging und wir bis zu den Leitern am Heck des Bootes gezogen wurden. Nur aus dem Wasser raussteigen, das mussten wir noch selbst.

Dazu kann ich noch folgendes erwähnen: Als wir so an der Wasseroberfläche trieben und uns überlegten, ob uns das Boot denn auch sehen kann, überkam mich schon ein seltsames Gefühl. Wo man auch hinsah: Nur Wasser. Keine kleine Insel in Sicht, gar nichts. Ist schon merkwürdig. Man kommt sich fast vor wie ein Schiffsbrüchiger. Ich hatte Sorge, dass wir auseinandergetrieben würden, daher hielt ich mich hinten an Thorstens Flasche fest. Gleichzeitig versuchte ich mit Gewalt, die Melodie vom “Weißen Hai” aus dem Kopf zu bekommen. Im Geiste sah ich schon mehrere dreieckige Flossen auftauchen, die in immer enger werdenen Kreisen um uns herumschwammen. Aber dann kam das Boot auf uns zu und ich stellte mir vor, dass das die Haie verscheuchen würde. Aber die Ängste waren nicht wie weggeblasen… das Boot kam direkt auf uns zu und ich fürchtete schon, dass es über uns drüber rauschen würde. Aber es drehte ja bei und warf die Strömungsleine aus. Wir waren angewiesen worden, dieses Mal MIT Flossen die Leiter hochzusteigen da das Boot die Motoren laufen ließ (bloß nicht an die Schraube dicht zu meinen Füßen denken… nein nein… jetzt aber flott hoch die Leiter….).

Abendstimmung auf dem Rückweg.

Abendstimmung auf dem Rückweg.

Als wir zurück an Bord waren und uns der nassen Sachen entledigten, erschienen die Taucher einer nach dem anderen an der Oberfläche und wurden ebenfalls von der ABYDOS 2 aufgenommen. Und wir hatten ein weiteres Abenteuer erlebt. Oder sagen wir: eine Herausforderung gemeistert. Nehmen Sie das “gemeistert” jetzt nicht wörtlich, es war keine Spitzenvorstellung, aber he – wir waren wieder an Bord zurück und um eine Erfahrung reicher. Und der Urlaub war noch lange nicht beendet.


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Unterwasserfotografie – Eine Einführung

Als der Tauchsport anfing, für breitere Massen interessant zu werden, gab es bereits Souvenirjäger, die an ihre Tauchgänge unbedingt Andenken haben wollten und dies damit erreichten, dass sie Fische fingen oder harpunierten oder Korallen, Steine, Muscheln, ja, ganze Wrackteile mit sich nahmen. Im Laufe der Zeit wurde dieser Trend durch die Unterwasserfotografie verdrängt, zum Glück, muss man sagen, denn wie wir heute wissen, sind Fischbestände gefährdet und Korallen brauchen eine sehr lange Zeit, um nachzuwachsen, nachdem jemand etwas abgebrochen hat. Doch die Unterwasserfotografie musste – genauso wie das Tauchen selbst – erst einmal “Massetauglich” werden. Die erste Zeit gab es nur sehr teure und sehr schwere, hinderliche Ausrüstung. Allein die Tatsache, dass moderne Kameras nur noch einen Bruchteil der Größe alter Kameras haben und trotzdem sehr gute Bilder liefern, hat hier sehr geholfen. Und auch die Hersteller haben mittlerweile das Potential erkannt, das hier steckt. Doch bevor man drauflos geht (bzw. im Internet drauflos surft) und sich eine Ausrüstung zulegt, sollte man gewisse Überlegungen anstellen. Hier im FFD-Blog wollen wir mit diesem Artikel eine Reihe über die Unterwasserfotografie beginnen und mit eigenen Erfahrungen anreichern. Zuerst aber ein paar allgemeine Dinge.

Unterwasserfotografie

Unterwasserfotografie

Das Fotografieren unter Wasser bringt ein paar Tücken mit sich, die man an Land nicht unbedingt hat. Tücke Nummer 1: Man ist unter Wasser. Fotoapparate mögen das nicht. Stumm leidend hauchen sie ihr elektronisches Leben aus, wenn Wasser in sie eindringt. Daher braucht man entweder eine wasserdichte Kamera oder aber eine wasserdichte Hülle für den Apparat. Tücke Nummer 2: Um ein ruhiges Bild zu bekommen, kann man sich nicht immer einfach mal irgendwo abstützen, etwa wenn das zu fotografierende Objekt mitten in einem Korallenriff sitzt. Tücke Nummer 3: Das Wasser ändert Licht- und Farbverhältnisse, worauf man sich einstellen muss.

  • Unter Wasser

Wasser bringt für den Fotograf gleich mehrere Probleme mit sich: Nicht nur, dass das Wasser selbst seiner Kamera schaden kann, wenn man sich darin aufhält, es selbiges sogar noch im Nachhinein tun. Besonders Salzwasser ist hier zu nennen. Es kann auch Teile, die nicht mit ihm direkt in Kontakt kamen, zum Korrodieren bringen. Daher bedarf die Kameraausrüstung gerade nach Salzwassertauchgängen einer besonderen Pflege. Außerdem ist es wichtig, einen kleinen Beutel mit Trockensalz (Silica) während des Tauchgangs im Gehäuse zu haben. Das Trockensalz nimmt Feuchtigkeit auf, die durch Temperaturunterschiede entstehen kann (Kondenswasser). Der Beutel sollte regelmäßig gewechselt werden, da das Salz irgendwann “gesättigt” ist und keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen kann.

  • Mit ruhiger Hand fotografieren

Wie an Land auch wird ein Bild, das man nicht mit ruhiger Hand fotografiert, unscharf – es verwackelt. Und das ganz unabhängig davon, ob man Blende und Verschlusszeit selbst einstellt, oder die Einstellung der Kameraautomatik überlässt. Da es in manchen Fällen sogar notwendig sein kann, möglichst nah an ein Objekt heranzukommen, ohne damit zusammen zu stoßen, ist Tarierungskontrolle sehr wichtig. Und auch, damit die Umgebung beim Fotografieren durch den Fotografen keinen Schaden nimmt. Hier sollte man in “ungefährlichen” Umgebungen den Umgang mit der Kamera üben oder vielleicht auch einen Kurs belegen (wie z. B. “Peak Performance Buoyancy” von PADI).

  • Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten

Was die Optik betrifft, so sind es zwei Faktoren, die das Wasser beeinflusst. Zum einen filtert das Wasser das Licht, so dass mit zunehmender Tiefe die Farben verloren gehen, zum anderen befinden sich in natürlichen Gewässern zumeist Schwebeteilchen. Das Problem mit der Farbe fängt schon bei wenigen Metern an, rot geht als erstes verloren, so dass die anderen Farben überhand zu nehmen scheinen. Rote Muster zum Beispiel auf der Haut von Fischen erscheinen blass oder gar nicht mehr. Dem kann man nur durch eine eigene Lichtquelle, eine Unterwasserlampe oder einen Blitz, entgegen wirken. Doch dann bekommt man es mit den Schwebeteilchen zu tun, gerade im Licht von Blitzen leuchten diese kleinen Teilchen hell auf und sind auf dem Bild deutlich zu sehen. Außerdem irritieren sie den Autofokus der Kamera, wenn man zu weit vom zu fotografierenden Objekt weg ist.

  • Beherrscher der Technik

Zuletzt ist es noch wichtig, dass man die Technik der Fotoausrüstung beherrscht. An Land ist es weniger das Problem, hier kann man jederzeit im Handbuch nachsehen, wenn etwas unklar ist. Unter Wasser wird auch das Handbuch seinen Dienst versagen und sich in seine Bestandteile auflösen, mal ganz davon abgesehen, dass man häufiger mit Situationen konfrontiert ist, wo man einfach keine Zeit hat, irgendwas nachzuschlagen. Fische, die man selten zu sehen bekommt, bekommt man in den meisten Fällen deswegen so selten zu sehen, weil sie so scheu sind. Da heißt es: schnell sein! Ein kleiner Kniff, den Fotografen gerne mal verwenden, wenn sie in tieferen Gewässern ab etwa 18 bis 20 Meter fotografieren: Sie verwenden “Enriched Air” bzw Nitrox, weil der niedrigere Stickstoffgehalt den Kopf in diesen Tiefen klarer bleiben lässt. Allerdings muss man den Umgang mit der mit Sauerstoff angereicherten Luft in einem Spezialkurs lernen.

Die folgenden Artikel dieser Reihe behandeln die unterschiedliche Ausrüstung einschließlich Zubehör, die es für Unterwasser-Fotografen so gibt, und persönliche Erfahrungen. Dabei geht es nicht nur um Unterwasserausrüstung direkt, sondern auch um sonstiges nützliches Zubehör. Wenn Sie am rechten Rand auf “Kategorien” gehen, finden Sie alle Artikel zu dem Thema unter “Unterwasser-Fotografie“.

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Flat Flute Divers: Unser neues Logo

Mal wieder ein Beitrag in eigener Sache: Unsere Webseite bekommt ein eigenes Logo. Halessa hat es auf der Basis eines realen Bildes erstellt und eine Menge kreative Energie reingesteckt. Nun wird es Zeit, das Werk der Öffentlichkeit vorzustellen, das bald auch dauerend hier zu sehen sein wird. Also, Applaus für Halessa – hier ist es:

Das Flat Flute Divers Logo

Das Flat Flute Divers Logo

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Vorankündigung: Tauchflaschenfüllung in Überlingen/Bodensee

Nachdem der Vorbesitzer der Flaschenfüllanlage im Gewerbegebiet Überlingen ausgewandert ist, um seine eigene Tauchbasis in Ägypten zu eröffen, können wir Überlinger jetzt glücklich verkünden, dass die Anlage übernommen wurde.

Ab sofort kann man in Überlingen, Abigstrasse 5 bei Evi’s Autogas die Flaschen wieder 24 Stunden am Tag mit Druckluft füllen lassen. Ab Januar 2010 soll hier auch die Füllung mit Nitrox, Trimix und Argon möglich sein, sobald diese Füllart in Betrieb genommen wird, werde ich hier informieren.

Die Ansässigen können die Füllstation via Chipkarte nutzen, den Antrag dazu kann man im Internet als PDF-Datei herunterladen. Nach einer kurzen Einweisung an der Station und der Vorlage des entsprechenden Brevets kann`s dann losgehen. Im Moment liegen die Kosten für eine 10l Flasche bei 3 Euro, jedoch werden die Preise in nächster Zeit sinken. Urlaubs – und Wochenendtaucher können gegen Barzahlung ihre Flaschen füllen. Solltet Ihr ausserhalb der Geschäftszeit vorbeikommen, dann versucht es mit der “Notfallnummer” 0170-5815182. Die Besitzer der Anlage wohnen im gleichen Haus und sind gerne bereit -natürlich vorausgesetzt sie sind da – auch nach Geschäftsschluss die Flaschen zu füllen.

Gott sei Dank! Die luftleere Zeit ist vorbei :-)

Leihflaschen sind ebenfalls ab nächstem Jahr geplant.

Ebenfalls kann hier der TÜV für die Flaschen abgenommen werden.

Über den aktuellen Stand der Dinge, Neuigkeiten und Anmeldung für die Anlage könnt Ihr Euch unter www.tauchenimbodensee.de informieren.

Anfahrt:

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