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Flat Flute Divers #21: Zurück zum Tauchen

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https://youtu.be/mcb_VVDDh0Y

Wenn man das Gerätetauchen eine längere Zeit nicht mehr ausgeübt hat, sollte man ein paar Dinge bedenken, wenn man wieder anfängt. Denn viele ist nicht mehr so, wie es zum Zeitpunkt des Aufhörens war. Diese kurze Episode möchte ein paar Denkanstöße geben, die letztliche Entscheidung muss aber jeder selbst treffen.

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seaQuest DSV – Die Serie

„Das 21. Jahrhundert… der Mensch hat den letzten Lebensraum der Erde kolonisiert: den Ozean. Als Besatzung der seaQuest sind wir für den Schutz der Meere verantwortlich. Denn unter der Wasseroberfläche liegt die Zukunft…“
Captain Nathan Bridger im Vorwort der 1. Staffel von „seaQuest DSV“

Am 19. Januar 1994, das heißt, vor mittlerweile 20 Jahren startete im deutschen Fernsehen die Erstausstrahlung einer Serie, die für damalige Begriffe höchst innovativ war. Sie verwendete Computergrafiken als Spezialeffekte, sollte Science Fiction sein, aber auch einen realistischen Hintergrund haben und die Menschen über Umweltbelange informieren. Heute nennt man das „Edutainment“. Die Serie, der leider nur ein kurzes Leben beschieden war, war „seaQuest DSV“. Ich persönlich war ein Fan der ersten Stunde und habe selbst die verschiedenen Wandlungen, die die Serie im Lauf ihrer kurzen „Lebensdauer“ durchlief, mitgemacht. Mein Taucherlogbuch ziert das Logo der UEO, an meiner Pressluftflasche hängt der Mannschaftsaufnäher der seaQuest.

Ich möchte daher dieser Serie gern Tribut zollen. Leider hatte sie nicht die Chance, ihr volles Potential zu entwickeln, aber vielleicht wird aus dem, was man heute auf DVD bewundern kann, klar, was hätte sein können. Beginnen möchte ich mit dieser Einführung über die Serie und ihre Charaktere im Allgemeinen, um dann in den folgenden Wochen auf die einzelnen Geschichten einzugehen. Immerhin ist vor nicht allzu langer Zeit die ganze Serie auf DVD erschienen, so dass man auch heute die Abenteuer von Bridger und seiner Crew nacherleben kann.

Die Situation: Die Welt am Abgrund und die Gründung der UEO

Die Geschichte beginnt im Jahr 2017 mit einen Zwischenfall, der zeigen soll, wohin sich das Leben entwickelt hat: der Mensch hat im Ozean Kolonien in verschiedenen Untersee-Basen gegründet, wobei dabei eher wirtschaftliche als wissenschaftliche Interessen im Vordergrund stande. Konzerne haben den Meeresboden aufgeteilt und sind Willens, ihre Territorien mit Waffengewalt zu verteidigen. Als es zu einer Krise kommt, in der ein U-Boot-Kommandant, der beinahe einen Befehl von Vorgesetzten missachtet und eine Kolonie zerstört hätte, findet ein Umdenken statt: die Vereinten Nationen erklären sich auch für den Meeresgrund zuständig und eine neue, weltumspannende Organisation wird gegründet: die UNITED EARTH / OCEANS ORGANIZATION, kurz UEO.

Die seaQuest und Nathan Bridger

Captain Nathan Bridger (Roy Scheider) / (c) by UNIVERSAL & AMBLIN ENTERTAINMENT
Captain Nathan Bridger (Roy Scheider) / (c) by UNIVERSAL & AMBLIN ENTERTAINMENT

Das modernste U-Boot der neu gegründeten Flotte der UEO ist die „seaQuest“, die zuvor der Regionalmacht NORPAC diente. Als er noch in der Navy war, hat ein gewisser Nathan Bridger das Boot mit geplant. Doch als sein Sohn bei einem Einsatz der Navy ums Leben kommt, schwört Bridger seiner Frau, nie mehr etwas mit der Navy zu tun zu haben. Mittlerweile ist auch seine Frau verstorben und Bridger lebt auf einer einsamen Insel, wo er seinen zahmen Delfin Darwin trainiert. Admiral Noyce, ein alter Bekannter von Bridger, versucht nun, diesen wieder „ins Boot zu holen“, und das im wahrsten Sinne des Wortes: Die seaQuest wird von Militärboot zu einem Wissenschaftsboot umgerüstet und soll für die UEO den Frieden erhalten. Bridger ist davon nicht sonderlich begeistert – und erst recht nicht, als er herausfindet, dass der „unverbindliche“ Besuch an Bord der seaQuest von Noyce organisiert wurde, um ihn zu überzeugen, doch zu bleiben. Aber nach einer erneuten Krise um ein Piraten-U-Boot überlegt er es sich anders und wird der neue Captain.

Dargestellt wurde Nathan Bridger von Roy Scheider, den die meisten aus dem Film „Der weiße Hai“ kennen dürften, wo er Polizeichef Brody spielte. Scheider war angetan von der Idee, mit Hilfe der Serie auf Umweltprobleme aufmerksam zu machen. Als die Serie nicht so lief, wie sich das Studio das versprach und man immer mehr phantastische Elemente einbaute, wollte Scheider damit nichts mehr zu tun haben. In der letzten, der dritten Staffel übernahm Captain Oliver Hudson das Steuer der seaQuest. Bridger ist als „untypischer Militärtyp“ angelegt, er hat es in der Navy zwar zum Captain gebracht, aber seine Vorliebe gilt der Wissenschaft, nicht dem Kriegführen. Er hadert sehr mit sich, ob er auf der seaQuest bleiben soll, denn immerhin hat er seiner Frau versprochen, es nicht mehr zu tun. Scheider selbst fand übrigens, dass man es in der Serie sehr gut wagen könnte, solche persönlichen Geschichten auch als Handlungsbogen über mehrere Episoden laufen zu lassen, was das Studio ablehnte, da man Science-Fiction-Fans eher als „Gelegenheitszuschauer“ sah (dass es anders geht, demonstrierte die Serie „Babylon 5“ wenige Jahre später sehr eindrucksvoll). Erst in der dritten Staffel und nach Scheiders Weggang wagte man sich an einen Storybogen, der jedoch wegen des Absetzens der Serie nie vollendet wurde. Roy Scheider starb am 10. Februar 2008 an den Komplikationen einer Krebstherapie.

Die seaQuest wurde nach tatsächlichen modernsten Erkenntnissen mit einem Schuss Science Fiction „gemischt“. Bei vielen Ideen brachte man tatsächliche Forschungsergebnisse ein (wie etwa die Satelitten, die die seaQuest immer begleiten und deren „Augen und Ohren“ sind), bei manchen spekulierte man (zum Beispiel bei der Außenhaut des Bootes, die aus einem Biomaterial bestehen sollte, das sich selbst regenerieren kann). Das ganze gab ein recht realistisch wirkendes „Gesamtbild“, was das Studio zu der Aussage verleitete, die Serie seaQuest sei quasi „STAR TREK unter Wasser, nur besser!“ Damit hatte man die Latte selbst und ohne Not recht hoch gelegt. Die Serie hatte es schwer, diesen Ansprüchen gerecht zu werden, obwohl sie mit modernster Technik produziert wurde. In der Tat gab es kaum Modellaufnahmen, alle Spezialeffekte kamen aus dem Computer (was man nach heutigen Gesichtspunkten auch deutlich sieht, aber damals war das der Stand der Technik).

Darwin der Delfin

Darwin ist ein Delfin, der von Nathan Bridger dazu trainiert wurde, auf Handzeichen zu reagieren und verschiedene Kommandos auszuführen. An Bord der seaQuest erlebt Bridger dann eine Überraschung: Dort gibt es ein System, das Darwins Laute in Sprache übersetzen kann – und umgekehrt. Dass es sich dabei nicht um einen Trick handelt, erfährt Bridger, als er Darwin nach der Farbe seiner Badehose fragt und Darwin wahrheitsgemäß antwortet, Bridger trage keine Badehose – „Haut!“ Das Übersetzungssystem ist noch nicht perfekt, manche Übersetzungen ergeben keinen Sinn, da man noch nicht wirklich weiß, wie ein Delfin genau denkt. Darwin kann sich innerhalb der seaQuest über ein Labyrinth von wassergefüllten Rohren fortbewegen bis hin zum „Moonpool“, wo sich die „Übersetzungsanlage“ befindet.

Darwin wurde im Vorspann mit genau diesem Namen vorgestellt – Darwin. Das hatte den Hintergrund, dass es kein echter Delfin war, der ihn darstellte. Bei den Aufnahmen im Innern der seaQuest und immer dann, wenn die Schauspieler direkt mit ihm interagieren mussten, handelte es sich um eine Animatronic-Figur, bei den Aufnahmen außerhalb der seaQuest war er eine Computergrafik. In einigen wenigen Szenen wurden auch Archivaufnahmen von echten Delfinen verwendet.

Die Besatzung der seaQuest in Staffel 1: Ganz hinten Ford, davor O'Neill (links) und Ortiz; links versetzt Krieg, vordere Reihe (von links) Crocker, Westphalen, Bridger, Wolenczak; ganz vorne Hitchcock. / (c) by UNIVERSAL & AMBLIN ENTERTAINMENT
Die Besatzung der seaQuest in Staffel 1: Ganz hinten Ford, davor O’Neill (links) und Ortiz; links versetzt Krieg, vordere Reihe (von links) Crocker, Westphalen, Bridger, Wolenczak; ganz vorne Hitchcock. / (c) by UNIVERSAL & AMBLIN ENTERTAINMENT

Commander Jonathan Ford

Jonathan Ford war schon unter der ersten Kommandantin der seaQuest erster Offizier an Bord. Als das Boot vom Militär- zum Wissenschaftsboot umgerüstet wird, steht er zwischen allen Stühlen, findet sich aber bald zurecht. In der zweiten Staffel bekommt er Konkurrenz durch den aufstrebenden Lieutenant James Brody, der der Meinung ist, die Besatzung könnte „effektiver“ arbeiten, aber Ford hat die Lage im Griff. Seine schwerste Entscheidung war, gegen die Kommandantin der seaQuest vorzugehen, als diese entgegen der Anweisung vom Hauptquartier einen Krieg mit einer Unterwasser-Kolonie beginnen wollte.

Don Franklin, der Darsteller von Commander Ford, ist in Deutschland nicht so bekannt. Er spielte hauptsächlich in Fernsehserien mit und in wenigen Kinoproduktionen. 2005 war er beispielsweise in der Serie „CSI: Miami“ zu sehen.

Lucas Wolenczak

Lucas Wolenczak ist ungefähr das, was Wesley Crusher in „Star Trek – The Next Generation“ war, ein hochbegabter Jugendlicher mit einer Vorliebe für die Technik. Er bestand bereits an einer Wissenschaftsuniversität mit Auszeichnung und kam an Bord der seaQuest, nachdem sich seine Eltern scheiden ließen. Er ist der Erfinder des „Vocoders“, das Gerät, mit dessen Hilfe Darwin „sprechen“ kann. Er ist ein bisschen vorlaut und sich seiner Fähigkeiten sehr wohl bewusst, allerdings akzeptiert er Captain Bridger sehr schnell als Vorgesetzten.

Neben Roy Scheider und Ted Raimi dürfte Lucas-Darsteller Jonathan Brandis noch der in Deutschland bekannteste Schauspieler der seaQuest-Darsteller sein. Er spielte unter anderem die Hauptrolle des Bastian Balthasar Bux in „Die unendliche Geschichte 2: Auf der Suche nach Fantásien“, außerdem war er in Filmen wie „Stephen King’s ES“ oder „Fatal Attraction“ zu sehen. Im Fernsehen trat er in verschiedenen Serien auf, dazu gehören „Full House“, „Wer ist hier der Boss?“ und „Mord ist ihr Hobby“. Jonathan Brandis starb am 12. November 2003 im Alter von nur 27 Jahren infolge von Verletzungen, die er sich bei einem Selbstmordversuch zugezogen hatte.

Dr. Kristin Westphalen

Dr. Westphalen führt an Bord der seaQuest gleich zwei Funktionen aus: Sie ist Ärztin und wissenschaftliche Leiterin. Als letztere ist sie sehr energisch vor allem im Umgang mit den Militärs auf dem Boot, mit denen sie ab und zu aneinander gerät (besonders, wenn es um Prioritäten geht). Captain Bridger kannte sie zuvor nur von Berichten und wollte schon mal mit ihm Kontakt aufnehmen, um ein wissenschaftliches Problem zu erläutern. Das scheiterte jedoch an der Marine. Jetzt unter seinem Kommando auf seinem Schiff zu arbeiten ist für sie etwas besonderes.

Auch Stephanie Beacham dürfte außer in ihrer Rolle bei „seaQuest DSV“ dem deutschen Publikum relativ unbekannt sein. Sie war in einer Folge der britischen Science-Fiction-Serie „UFO“ von Gerry Anderson zu sehen, sowie in „Charmed“, „Beverly Hills 90210“, dem „Denver-Clan“-Ableger „Die Colbys“, sowie im „Denver-Clan“ selbst. Da Stephanie Beacham in England lebt, ist sie in letzter Zeit hauptsächlich in britischen Fernsehproduktionen zu sehen.

Lieutenant Commander Katherine Hitchcock

Katherine Hitchcock war – lange vor B’Elana Torres von „Star Trek – Voyager“ – eine der ersten weiblichen Chefingenieure in einer Fernsehserie. Sie nimmt ihre Arbeit sehr ernst und macht mehr als das „Soll“. Einen Punkt in ihrer Vergangenheit würde sie aber am liebsten auslöschen: Sie war ein Jahr lang mit Lieutenant Benjamin Krieg verheiratet. Lucas Wolenczak hatte ein paar jugendliche Fantasien über sie.

Stacy Haiduk ist ebenfalls eine Schauspielerin, die hauptsächlich Fernsehrollen spielt. Auch wenn ihr Name nicht so bekannt ist, im deutschsprachigen Raum hat man sie bestimmt außer bei „seaQuest“ schon mal gesehen. Sie spielte unter anderem in „Parker Lewis – Der Coole von der Schule“, „Profiler“, „Charmed“, „The Sentinel“, „Akte X“, „er – emergency room“, „CSI: Miami“, „NCIS“, „Crossing Jordan – Pathologin mit Profil“, „Cold Case“, „CSI: NY“, „Heroes“, „Prison Break“ und „Burn Notice“ mit.

Lieutenant Benjamin Krieg

Krieg ist der typische Offizier, der zwar beim Militär ist, sich aber nicht so richtig unterordnen kann. Während der Ausbildung hat er ein Navy-Maskottchen bunt angemalt und an Bord der seaQuest versteht er sich als „Versorgungsoffizier“. Soll heißen, er besorgt alles, was man haben möchte – zum entsprechenden Preis. Er denkt auch in erster Linie ans Geld, wenn es um irgenwelche Sachen geht. Seine kurze Ehe mit Lieutenant Commander Hitchcock versucht er, mit Humor zu nehmen, allerdings lässt sie ihm nicht immer Gelegenheit dazu. Während der Ausbildung hat Krieg mit Bridgers Sohn Robert gedient.

John D’Aquino gehört auch in die Reihe der Darsteller, die man „schon mal gesehen“ hat. Er spielte in unzähligen Serien mit, dazu gehören „Xena“, „Mord ist ihr Hobby“, „Seinfeld“, „Silders“, „Crossing Jordan – Pathologin mit Profil“, „Baywatch“, „Matlock“ und zuletzt „Monk“.

Lieutenant Junior Grade Tim O’Neill

O’Neill ist der Kommunikationsoffizier der seaQuest und verdient den Namen wirklich: Er spricht mindestens ein Dutzend Sprachen fließend und mehrere weitere zumindest so, dass er sich verständlich machen kann. Wegen seiner Begabung war er als Kind nicht sonderlich beliebt – und die Tatsache, dass er Brillenträger ist, mag noch dazu beigetragen haben. Schlechte Erfahrungen in der Kindheit haben ihn zu einem nervösen, übervorsichtigen Mann gemacht, der aber auch über sich hinauswachsen kann. Wie Commander Ford, so diente auch er bereits unter der ersten Kommandantin der seaQuest.

Schauspieler Ted Raimi dürfte deutschen Zuschauern noch aus den Serien „Hercules“ und „Xena“ bekannt sein, wo er den unvergleichlichen Joxer („den Mächtigen“) spielte. Zuletzt war er in den neuen „Spiderman“-Filmen zu sehen.

Chief Manilow Crocker

Crocker ist einer der Älteren der seaQuest und kennt Bridger noch von seiner ersten Karriere bei der Navy. Die beiden verbindet eine Freundschaft, auch wenn Crocker nach Bridgers „Abtauchen“ nichts mehr von diesem gehört hat. Crockers Aufgaben an Bord sind vielfältig und hin und wieder profitieren die jüngeren Offiziere von seiner Erfahrung.

Royce D. Applegate war in verschiedenen Filmen und Serien zu sehen, unter anderem in „Mel Brook’s Verrückte Geschichte der Welt“, „JAG“, „Splash“ oder dem Pilofilm von „CSI: Den Tätern auf der Spur“. Er starb am 1. Januar 2003 bei einem Feuer in seinem Wohnhaus 63jährig.

Senior Chief Miguel Ortiz

Ortiz gehörte ebenfalls zur ursprünglichen Besatzung der seaQuest und blieb auch unter Captain Bridger auf seinem Posten. Er ist für die Außenüberwachung verantwortlich, die bei der seaQuest über so genannte WSKERs funktioniert. Außerdem spricht er Spanisch und kennt die griechische Mythologie.

Marco Sanchez war auch schon in verschiedenen Serienrollen zu sehen: „JAG“, „Charmed“, „ENTERPRISE“, „24“, „er – emergency room“, „CSI: NY“, „Two and a Half Man“, „CSI: Miami“ und „NCIS“. Ein für 2011 angekündigter Film mit ihm als Darsteller trägt den Titel „Super 8“.

seaQuest DSV – Das Abenteuer beginnt…

Nächste Woche beginnen wir hier im Blog mit den einzelnen Episoden. Zwischen den Staffeln wird es einen „Einschub“ geben, in dem die neue Situation erklärt wird, die leider von Staffel zu Staffel wechselte, außerdem werden die neuen Darsteller vorgestellt. Und so beginnt es…

„seaQuest DSV“ und „seaQuest 2032“: (c) by UNIVERSAL & AMBLIN ENTERTAINMENT

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Tauch-Theorie

Macht das Web zu einem schlaueren Ort: Die Flat Flute Divers sind wieder da!

Lange Zeit gab es hier nichts Neues mehr zu lesen, aber das hatte Gründe, die jetzt hier darzulegen zu komplex wäre. Aber wir kümmern uns noch darum. Einstweilen wollen wir das neue Jahr 2012 mit der Fortführung einer Idee beginnen, über die ich erstmal hier schrieb. Die Idee stammt vom Blog „Karrierebibel“ und ist folgende: Wenn man als Betreiber eines Blog die Zugriffsstatistiken aufruft, kann man dort unter anderem einsehen, mit welchen Suchphrasen die Besucher auf die eigene Seite kamen, also was der Leser bei Google, Yahoo oder anderen eingegeben hat, um die Seite zu finden. Viele Menschen geben dabei Fragen ein, auf die sie Antworten suchen. Die Idee von “Karrierebibel” ist nun, dass man sich diese Fragen aus der Statistik vornimmt und versucht, sie in einem Blogbeitrag zu beantworten.

Seit dem letzten Beitrag dieser Art ist einige Zeit vergangen (mehr als ein Jahr!), und es haben sich neue Fragen angesammelt. Wollen wir mal sehen:

Wo finde ich Geschenke für Annette?

Annette hat eine Wunschliste bei Amazon, da müsst Ihr einfach nur ihren Namen suchen, Ihr findet bestimmt was passendes.

Wie ist die Luft am Roten Meer?

Durchsichtig.

Macht der Kurs „Tarierung in Perfektion“ Sinn?

Das kommt darauf an. Wenn man Anfänger ist, der seine Tarierung verbessern möchte, ja; wenn man Fortgeschrittener ist, aber immer noch Probleme mit dem Tarieren hat, auch. Man macht im Rahmen dieses Kurses einige Übungen, die Effizienz des Flossenschlags verbessern und das Tarieren als „Nebentätigkeit“ trainieren.

Ich suche ein Geschenk für Annette.

Wie schön. Annette hat eine Wunschliste bei Amazon, da müsst Ihr einfach nur ihren Namen suchen. Äh… hatten wir die Frage nicht schon mal?

Wie mache ich eine Bleikontrolle beim Tauchen?

Also, man berechnet so ungefähr die Bleimenge, die zur eigenen Ausrüstung passt (dazu steht mehr in diversen Lehrbüchern). Wenn man dann feststellen will, ob die Bleimenge passt, steigt man in kompletter Ausrüstung ins Wasser. Man nimmt den Regulator in den Mund und atmet einen normalen Atemzug ein, hält die Luft an und lässt alle Luft aus der Tarierweste. Nun beginnt man einzusinken. Stimmt die Bleimenge, sinkt man so weit ein, dass sich die Wasserlinie genau auf Augenhöhe befindet. Sind die Augen über der Wasserlinie, ist es zu wenig Blei; sinkt man tiefer, ist es zu viel. Als zweiten Schritt atmet man ganz aus. Nun müsste man noch tiefer sinken. Sinkt man sehr schnell, ist es möglicherweise noch zu viel Blei, sinkt man gar nicht oder sehr, sehr langsam, ist es zu wenig. Zu berücksichtigen ist dann allerdings noch der Auftrieb, den die Pressluftflasche kriegt, wenn sie gegen Ende des Tauchgangs leerer ist als zu Beginn. Dafür rechnet man so ungefähr 2 kg Blei dazu. Es ist also besser, am Anfang des Tauchgangs ein wenig (!!) überbleit zu sein, anderenfalls kann es sein, dass man den Sicherheits- oder Dekostopp nicht machen kann, weil die Flasche zu viel Auftrieb kriegt und einen nach oben zieht.

Was hilft gegen kalte Füße im Trockentauchanzug?

Dickere Socken. Ja, im Ernst, wenn man im Trocki kalte Füße kriegt, hilft nur, diese wärmer einzupacken.

Wo kriege ich ein Geschenk für Annette her?

Annette hat eine Wunschliste bei Amazon, sucht einfach ihren Namen und Ihr findet was. Irgendwie hab ich das Gefühl eines Déjà-Vus…

Was ist ein Freiwassertauchgang?

„Freiwasser“ ist laut den Ausbildungsstandards ein Gewässer, „das beträchtlich größer als ein Schwimmbad ist und Taucher Bedingungen aussetzt, die für ein natürliches Gewässer typisch sind“. Diese Bedingungen betreffen unter anderem die Sicht, die Temperatur, Strömungen, Pflanzenwachstum, Tiefe, Wellengang und dergleichen.

Wo finde ich die Lösungen für die Prüfung zum PADI Rescue Diver?

AHA! ERWISCHT! Setz Dich gefälligst auf Deinen Hintern und lerne, anstatt Dir die Lösungen zu besorgen und zu schummeln! Und ja, ich weiß, dass Du kein Tauchlehrer sein kannst, die wissen nämlich, wo sie die Lösungen herkriegen. 🙂

Wo kann ich ein Geschenk für Annette kaufen?

Annette hat eine Wunschliste bei Amazon, da müsst Ihr einfach nur ihren Namen su… he, Moment mal! Die Frage nach Geschenken für Annette lese ich hier in der Statistik in VIER verschiedenen Variationen! Nie fragt einer nach Geschenken für Thorsten! Dabei hab ich auch eine Wunschliste bei Amazon. Gemeinheit!

Das war es für diesmal mit den Fragen und mit dem Auftakt für das neue Jahr 2012. Ich hoffe, bald mit weiteren Neuigkeiten wieder an dieser Stelle stehen zu können. Bis dann!

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Tauch-Theorie

Jubiläum: 100 Artikel bei den Flat Flute Divers

Der Zeitpunkt passt wie kein zweiter: Im Blog der Flat Flute Divers ist der Artikel Nr. 100 erschienen! Gleichzeitig ist der Juni ein Jubiläumsmonat, denn der erste Eintrag ist datiert auf den 16. Juni 2009. So viel ist passiert seither, vieles, das wir uns nicht hätten träumen lassen. Deswegen kommt das Blog in einem neuen Design daher und wird etwas anders strukturiert. Auch das Vorwort ist angepasst. Und einiges mehr gibt es noch zu erzählen, aber dazu kommen wir noch…

Übrigens: Damit es nicht so aussieht, als würden wir Artikel „schinden“, ist Artikel Nr. 100 nicht der, in dem Sie gerade lesen, sondern der letzte Artikel davor.

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Gedanken zum Jahreswechsel

Wenn dieser Artikel erscheint, sind es gerade noch 5 Minuten bis Mitternacht, und dann ist 2010 vorbei. Zeit für ein paar Gedanken zum letzten Jahr, denn in mancher Hinsicht ist es wirklich 5 vor 12. Es hat sich eine Menge getan bei den Flat Flute Divers, auch wenn man das hier nicht so gemerkt hat. Aber das wird noch kommen, denn ein paar wesentliche Veränderungen werden folgen. Und eine spannende Zeit steht uns 2011 bevor. Aber davon werden wir noch berichten.

Leider gab es das vergangene Jahr auch ein paar nicht so ganz schöne Dinge. Da war die Ölkatastrophe im Roten Meer, als viele Strände und Riffe mit Erdöl verschmutzt wurden, das aus einem Leck einer Bohrplattform austrat. Mit dem Roten Meer sind wir Flat Flute Divers besonders verbunden, denn dort hat alles angefangen, und es gibt wohl kaum ein Meer mit einem vergleichbaren Artenreichtum.

Doch durch eine andere unschöne Sache ist dieser Artenreichtum nun gefährdert. Ende November und Anfang Dezember kam es um Sharm El Sheik zu insgesamt fünf Hai-Angriffen auf Schwimmer, beziehungsweise Schnorchler. Allerdings herrscht im Bezug auf die Gesamtzahl immer noch etwas Unklarheit, da in den ersten Tagen vier Angriffe gemeldet wurden, von denen einer sich als blinder Alarm entpuppte. Durch Fotomaterial stellten Meeresforscher fest, dass es sich bei dem Angreifer um einen so genannten Weißspitzen-Hochseehai (Carcharhinus Longimanus) handelte, ein Weibchen, um genau zu sein. Sein Verhalten war dabei mehr als ungewöhnlich, da der Hai das „Hochsee“ in seinem Namen nicht umsonst trägt, er lebt in tiefen Gewässern, nicht in Küstennähe. In mindestens einem der Fälle stellte sich im Nachhinein heraus, dass der angegriffene Schwimmer Futter bei sich hatte, auf das es der Hai abgesehen hatte. Das erklärt auch zum Teil sein Verhalten, man vermutet weiterhin, dass Haie großen Schiffen folgen, die Essensreste im Meer entsorgen; oder dass Tiertransporte verendete Tiere einfach ins Meer werfen, wo sie von den Haien gefressen werden. Schließlich gibt es auch Tauchsafaris, bei denen Haien mit Ködern angelockt werden, was eigentlich strengstens verboten ist. Genauso streng verboten ist es eigentlich, Futter mit ins Wasser zu nehmen, um kleinere Fische anzulocken. Doch es ist eine verbreitete Unsitte, die Annette und ich bei unserem letzten Tauchurlaub am Roten Meer selbst erleben durften. An der Tauchbasis unseres Hotels erzählte man uns, dass manche Taucher sogar hartgekochte Eier vom Frühstücksbuffet des Hotels ins Meer mitnehmen, um sie an den Napoleon-Lippfisch zu verfüttern. Der Napoleon-Lippfisch beherrscht da ein besonderes „Kunststück“, er verschluckt das Ei im Ganzen und spuckt die Schale wieder aus. Das Problem ist nur: hartgekochte Eier gehören nicht zum natürlichen Speiseplan des Fisches. Oder hat jemand schon mal davon gehört, dass der Napoleon-Lippfisch Nachts in Hühnerställe einbricht und dort die hartgekochten (!) Eier stiehlt? Das traurige Resultat dieses Schauspiels ist, dass der Fisch elendig verendet. Napoleon-Lippfische können bis zu 2,30 m groß werden und sind faszinierende Tiere, wenn man ihnen im Freiwasser begegnet.

Ich selbst habe mich schon länger mit dem Gedanken getragen, auch hier im Blog etwas dafür zu tun, um Informationen weiterzuverbreiten, gerade was das Leben im Meer betrifft und wie wichtig die Vielfalt an Fischen und Korallen dort ist. Auf der anderen Seite war ich mir unsicher, ob die Idee, die ich im Kopf hatte, die richtige wäre, denn sie hat auch etwas mit Gesellschaftskritik zu tun – und das hier ist ein Taucherblog. Außerdem geht es um Science Fiction. Passt das alles zusammen?

Am 18. Dezember diesen Jahres aber erreichte mich eine Pressemitteilung der HEPCA (Hurghada Environmental Protection and Conservation Association), die sich um die Belange des Schutzes des Roten Meeres kümmert. Unter dem Bild eines toten Hais wurden die Praktiken der Wasserschutzbehörden angeprangert, die offenbar im Zuge der Haiangriffe angefangen haben, wahllos Haie zu töten, was für das natürliche Gleichgewicht des Meeres absolut schädlich ist. Haie sind ein wichtiger Bestandteil der natürlichen Nahrungskette, und ein „haifreies“ Meer keine Lösung. Die Ignoranz, mit der die Sache angegangen wird, sowie die Ignoranz, die ich vor Ort selbst erleben durfte, brachten mich auf meine ursprüngliche Idee zurück, und ich beschloss, diese für 2011 durchzuziehen.

Am 19. Januar 2011 ist es nämlich exakt 17 Jahre her, dass in Deutschland eine Science-Fiction-Serie anlief, die einen neuen Ansatz verfolgte: „seaQuest DSV“. Sie versuchte zum Teil das zu verwirklichen, was man heute unter dem Stichwort „Edutainment“ kennt. „Edutainment“ ist ein Kunstwort, zusammengesetzt aus „education“ (Erziehung, Bildung) und „entertainment“ (Unterhaltung). Die Serie wollte Unterhaltung liefern und dabei gleichzeitig Bildung vermitteln. Die seaQuest war ein U-Boot, das die Weltmeere einer nicht weit entfernten Zukunft befuhr und dort einige Abenteuer erlebte. Man versuchte auch, das Bewusstsein der Menschen für die Ozeane zu schärfen, wie es in dem letzten Satz des Vowortes, „unter der Oberfläche liegt die Zukunft“ ausgedrückt wurde. Ich war sofort ein Fan der Serie und musste schmerzlich miterleben, wie das Desinteresse der Menschen zuschlug: nach drei Staffeln wurde sie sang- und klanglos eingestellt. In der Zwischenzeit hatte man zweimal versucht, das Konzept zu ändern und war eigentlich auf gar keinem so schlechten Weg. Aber wie es nun mal so ist, wenn es keine Quote bringt, kippt man es in den Gully.

Die Idee, mit der ich spielte, war, die Serie hier im Blog zu würdigen und den reellen Hintergrund etwas zu beleuchten. Wie gesagt, ich war mir nicht so recht schlüssig, ob ein Taucherblog der richtige Ort ist für eine Science-Fiction-Serie. Meine eigene Erfahrung in Ägypten und das, was nun im Zuge der Hai-Angriffe geschieht (sowie die von der Boulevardpresse natürlich völlig unangemessene Berichterstattung) hat meine Meinung geändert. Ich bin, wie gesagt, ein Fan der ersten Stunde, und ich bin noch immer ein Fan. Auf meinem Tauchlogbuch prangt das Wappen der UEO, der „United Earth / Oceans Organization“, eine Art „UN für die Weltmeere“, und im Netz meiner Pressluftflasche findet sich das Abzeichen der seaQuest selbst. Vielleicht kann ich auf diese Weise dem einen oder anderen die Serie, sowie den Blick für die Meeres unseres Planeten nahebringen, denn:

„Als Besatzung der seaQuest sind wir für den Schutz der Meere verantwortlich.“
Captain Nathan Bridger im Vorwort von „seaQuest DSV“

Aber natürlich kommen die anderen Dinge, Artikel über Ausrüstung, Tauchplätze oder unsere neuesten „Abenteuer“ weiterhin nicht zu kurz. Die Geschichte geht weiter…

In diesem Sinne: Auf ein gutes und erfolgreiches neues Jahr 2011!

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Tauch-Theorie

Die Blog-WM 2010: FlatFluteDivers in der ersten Runde!

Das „Blogprojekt“ von Peer Wandinger wendet sich in erster Linie an Blogger, die für ihr eigenes Werk etwas mehr (oder auch viel mehr) Aufmerksamkeit erregen wollen. Es gibt Tipps zur Optimierung der Struktur des Blogs, der Beiträge und wie man neue Leser requiriert. Anlässlich der Fussball-WM in Südafrika veranstaltet das Blogprojekt dieses Jahr eine „Blog-WM“. Und die FlatFluteDivers sind dabei.

Der Ablauf wird dabei sein wie bei der Fussball-WM selbst: Immer zwei Blogs treten gegeneinander an, der Sieger eines „Duells“ kommt eine Runde weiter. Heute ist Runde 1 gestartet und ich war sehr positiv überrascht, auch unser Blog dort zu finden. Fast 150 Blogs hatten sich beworben, 63 kamen in die WM rein. Damit gibt es in Runde 1 32 „Duelle“. Über den Ausgang eines Duells entscheidet dabei der Leser, er soll sich für eines der beiden Blogs einer „Begegnung“ entscheiden und abstimmen.

Blog-WM 2010Deswegen, liebe Fans der FlatFluteDivers, seid Ihr jetzt gefragt. Die Runde 1 der Blog-WM findet hier statt, scrollt auf der Seite runter bis zu Duell Nr. 30. Dort klickt den Punkt neben dem Namen an und anschließend auf „Abstimmen“. Wir hoffen, dass wir mit Eurer Hilfe möglichst weit kommen. Ach ja, die Hilfe soll natürlich nicht umsonst sein, in der Runde 1 kann der Abstimmer auch etwas gewinnen. Dazu muss einfach ein Kommentar unter den Artikel geschrieben werden – und dabei unbedingt die eMail-Adresse (die natürlich nicht veröffentlicht wird) eintragen. Unter den Abstimmenden werden 21 Preise verlost.

Danke im Voraus! Und wir werden weiter berichten. Die Runde 1 endet am 17. Juni 2010 um 1 Minute vor Mitternacht, danach geht es mit der nächsten Runde weiter.

UPDATE: Wir haben leider nicht gewonnen und sind schon in der ersten Runde mit 128 : 93 Stimmen ausgeschieden. Na ja, dabei sein ist alles! Vieleicht bietet sich mal wieder eine Chance.

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Tauch-Theorie

Facebook-Quiz: Bist Du ein Flat Flute Diver?

Für die Benutzer von Facebook haben wir ein Quiz programmiert, in dem jeder herausfinden kann, ob er nun ein Flat Flute Diver ist oder nicht – und wenn nein, in welche Kategorie er dann gehört. Das ganze funktioniert unabhängig davon, ob man bereits mit dem Tauchen angefangen hat, es sich überlegt oder das eigentlich nie machen wollte. Und wie auch bei diesem Blog gilt die oberste Regel: Nicht zu ernst nehmen! Alles nur Spaß!

Hier geht es zum Facebook-Quiz „Bist Du ein Flat Flute Diver?“

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Ausbildungsstufe Enriched Air Diver Freiwassertauchgang Open Water Diver See Spezielle Kurse Tauch-Theorie

HORKA – Das Tauchparadies in Sachsen Teil 2

50 % der Flat Flute Divers hatte die erste Nacht in Horka damit verbracht, Mücken zu jagen. Die anderen 50 % hatten geringfügige Einschlafschwierigkeiten aus Gründen, die wie immer nicht ausreichend genug erforscht wurden. Wahrscheinlich, weil es so ruhig war im Zimmer.

Annette: 50% der Flat Flute Divers schlugen am nächsten Morgen die Augen auf und sahen auf die unzähligen Leichen an den Wänden. Erschreckend, dass ein Flat Flute Diver zu so etwas überhaupt fähig ist. Das schlechte Gewissen kroch in mir hoch, dass ich so viele Leben in nur einer Nacht auslöschen musste. Mit dem Vorsatz, meinen Weg nicht mit noch mehr Leichen zu pflastern, stand ich auf und beschloss als Zeichen meines guten Willens nicht auch noch Majki umzubringen für sein Geschnarche, sondern ausnahmsweise mal Gnade vor Recht walten zu lassen…

Doch am nächsten Tag ging es los! Gestärkt durch ein Selbstversorgerfrühstück machten wir uns an die erste praktische Einweisung des „Enriched Air Diver“-Kurs. Muss ich erwähnen, dass wir beide die Kursunterlagen in den Wochen vor dem Kurs förmlich aufgesogen hatten (das Resultat davon sollte sich am gleichen Abend zeigen 🙂 )? „Nitrox“ oder „enriched Air“ ist Luft, deren Sauerstoffanteil erhöht wurde, wodurch der Stickstoffanteil verringert wird. Da es sehr wichtig ist, genau zu wissen, mit was für einer Mischung man taucht, ist das erste, was der Taucher macht, die Luft in seiner Flasche zu analysieren. Zwar kann man sich bei einem guten Gasmischer darauf verlassen, dass er keinen Pfusch baut, Kontrolle ist aber trotz allem besser. Und sogleich bekamen wir demonstriert, warum es wichtig ist, ein eigenes Analysegerät zu haben. Majki hatte eine 32%-Mischung bestellt und es sollte eigentlich auch eine sein. Nachdem das Gerät auf 21 % kalibriert war, konnte man sehen, wie die Anzeige, sobald es an die Flasche angeschlossen war, stieg: 25 %… 30 %… 32 %… 33 %… okay, noch innerhalb der Toleranz… 34%… hä? In der Tat blieb die Messung erst bei 37 % stehen. Wie sich bei einem Vergleich herausstellte, funktionierte das Gerät nicht richtig.

Dann machten wir uns daran, unsere Ausrüstung anzulegen. Dabei stellte sich heraus, dass an Annettes Anzug ein Faden hing; eine Naht an der Schulter war aufgegangen. Aus der Spurenlage kombinierte ich folgerichtig, dass der Faden wohl nicht so fest saß und vom Klett des Nackenverschlusses aufgerissen worden war.

(Also wenn ich dich nicht hätte… Sherlock… dann wüßte ich wirklich nicht, was ich tun sollte. Deine detektivischen Fähigkeiten sind unglaublich. Es wäre jedoch praktischer, wenn du dir mal handwerkliche Fähigkeiten aneignen würdest. Dann hättest du den Faden gleich mal wieder annähen können.)

Frauen! Mit nichts zufrieden. Immerhin habe ich mich eingebracht.

Dann aber stand die erste Herausforderung an: in voller Montur (die über 20 kg wiegt) die Treppe am Steinbruch heruntergehen, um zum Wasser zu gelangen.

Auf dem Weg von der Basis Horka zum Tauchsee
Auf dem Weg von der Basis Horka zum Tauchsee

Ein Frühsport der besonderen Art, eine Kombination aus Gewichtheben und Hindernis-Gehen. Schließlich aber kamen wir unten an. Die Treppe führt bis ins Wasser und dort sogar noch weiter bis in drei Meter Tiefe. Neben der Treppe befindet sich eine Schwimmplattform, die… äh… ja… ganz nett ist, um Sachen drauf abzulegen (bei Bedarf auch fotografierende Schweizer). Und für andere nützliche Zwecke.

Wir richteten uns, um die Ausrüstung in Position zu bringen und…

„Geh doch da rein je-hetzt!“

Okay, Madame hatte ihr Blei noch nicht gerichtet. So wurde es zu meiner Aufgabe, mit HANDSCHUHEN (!!!!) (und zwei linken Händen, hast du vergessen zu erwähnen) ihr Trimmblei in die entsprechenden Taschen im Jacket zu stecken. Nun, nicht dass nicht gern an ihr rumfummle, wenn man mich schon dazu auffordert, aber die Tatsache, dass ich Handschuhe trug und sie in einem Neoprenanzug steckte, dämpfte die erotische Komponente erheblich.* Noch dazu, da dieses Hagel-und-Granaten-Blei einfach nicht in die Tasche reinwollte!! Mit Eidgenössischer Hilfe in Form des AOWD-Schülers Jonathan, der mit an die Plattform gekommen war, schafften wir es aber dann doch, die Gewichte in sämtlichen Taschen zu verstauen.

"$*#@! Blödes Blei, gehst Du jetzt da rein?"
"$*#@! Blödes Blei, gehst Du jetzt da rein?"

*Ich wußte ja schon immer, dass Du anders bist als alle anderen Menschen. Aber wie man doch auf diesem Bild erkennt, (danke übrigens, ich liebe es, mit dieser bekloppten Kopphaube abgelichtet zu werden) befindet sich das Trimmblei hinten in meinem Jacket. Insofern würde ich gerne mal wissen, was daran EROTISCH sein soll! Dein heißer Atem in meinem Genick? 🙂

Nicht mal das funktioniert ja, wenn man die ganze Ausrüstung anhat. Ich sagte es ja. Jedenfalls, dann ging es ab ins Wasser. Beim Abtauchen hörte ich das Surren eines Motors – es waren Aquascooter-Fahrer unterwegs. Sowas. Und wir mussten uns mit Muskelkraft fortbewegen.

Der „Enriched Air Diver“ ist eigentlich – zumindest für den Lehrer – ein relativ undankbarer Kurs. Wenn man mit Nitrox richtig umgeht, merkt man nämlich eigentlich keinen Unterschied zu einem anderen Tauchgang. Es ist die Vorbereitung, auf die es ankommt und die aufwändiger ist, außerdem muss man auf die für die eigene Mischung geltende Tiefe achten. Aber während des Tauchens ist eigentlich nichts anders. Den „Effekt“ von Nitrox kann man nicht vorführen, und mal einfach so die Sicherheitstiefe unterschreiten, um dem Schüler zu zeigen, wie sich so ein Krampfanfall anfühlt, ist keine gute Idee. Andererseits ist es auch entspannt, weil man sich auf den Tauchgang konzentrieren kann. Und so erforschten wir den Tauchsee von Horka.

Die Sicht war an diesem Tag gut, aber nicht ganz gut. Nachdem wir ein paar Meter getaucht waren, nahm ich in der Ferne einen Schatten war. Und dann brach er durch die Diese und kam auf uns zu: der König der Meere, Carcharadon carcharias, der „große weiße Hai“, das Maul halb geöffnet und seine gewaltigen Zähne präsentierent. Zur Sicherheit bewegte ich mich in eine aufrechte Position, um diesen schnellen Jäger nicht zu provozieren und legte meine linke Hand an mein Tauchermesser, wohlwissend, dass ich diesem Giganten damit nichts entgegenzusetzen hatte, aber es gab mir ein beruhigendes Gefühl. Ich hatte Glück, es war ein kleines Exemplar, nur ungefähr zwei bis zweieinhalb Meter lang; sollte es zu einer gefährlichen Situation kommen, würde ich vielleicht doch eine Chance haben.  Ich positionierte mich vor Annette, um ihr im Notfall Schutz zu geben. Dann achtete ich darauf, ob der Hai Zeichen zeigte, dass er uns aus seinem Revier haben wollte.

Auge in Auge mit dem "Räuber der Meere"
Auge in Auge mit dem "Räuber der Meere"

Bereits vor dem Tauchgang erklärte uns Majki, dass in dem Tauchsee Haipuppen installiert worden waren, und bei schlechterer Sicht kann man erschrecken, denn sie tauchen urplötzlich aus der Dunkelheit auf. Wir tauchten ein Weilchen, bis wir sie erreichten. Aus der Entfernung sahen sie richtig echt aus. Ich ließ mich absinken und begab mich auf Augenhöhe, um die Attrappen zu fotografieren, da schoss plötzlich Thorsten mit einem Messer bewaffnet an mir vorbei und schlug mir fast die Kamera aus der Hand. Mir war nicht klar, was ihn in diesem Moment gebissen hatte, der Hai konnte es nicht sein, Attrappen beißen ja nicht. Leider trug sein merkwürdiges Verhalten dazu bei, dass mir die Bilder verwackelten.

He, ich bin ein Held! Bisse von Plastikhaien können ganz schön gefährlich sein, weil… weil… darum eben! Zur Deiner gepflegten Information, ich habe Dich unter Einsatz meines eigenen Lebens und meiner Gesundheit gerettet! Ich habe die Haie in Schach gehalten, damit Du sie fotografieren konntest. Und weil Du dabei vor Aufregung so gezittert hast, deswegen sind die Bilder verwackelt!

Ich habe höchstens vor Wut gezittert weil die Bilder nichts geworden sind!

Dieser Tauchgang war jedenfalls eine ziemliche Abwechslung zum Schluchsee, nicht nur wegen der völlig anderen Unter-Wasser-Landschaft, auch wegen der Sichtweiten. Nachdem wir unsere erste Erkundungsrunde beendet hatten, durften wir die Stufen wieder nach oben steigen und uns an der Basis unserer Ausrüstung entledigen. Danach wurde der Tauchgang nachbesprochen. Wir legten eine Pause ein, während Majki sich um seinen AOWD-Schüler kümmerte.

Dann brachen wir zu einem „normalen“ Tauchgang auf. Die erste Überraschung brachten unsere beiden Tauchcomputer, die sich weigerten, von Nitrox auf Luft zurückgestellt zu werden. Wir mussten sie auf „Nitrox 21 %“ einstellen (21 % = normaler Sauerstoffgehalt der Umgebungsluft), wie wir erfuhren, ist das Absicht. Dann erkundeten wir den See auf eigene Faust. Es gibt einige Installationen für Taucher, die Haie sind nur eine davon. Ohne zu viel verraten zu wollen, aber es gibt diverse Figuren, in größerer Tiefe auch ein Fahrrad und ein Motorrad. Mal ganz davon abgesehen ist die Umgebung faszinierend, die steil abfallenden Wände, die gebrochenen Steine, die so daliegen, als hätte man die Arbeit an dem Steinbruch einfach eingestellt – und bei genauerer Betrachtung ist ja genau das passiert. Und natürlich jede Menge echte Fische, die sich wiederum als sehr geduldig für Taucher herausstellten.

Da ich nun endlich meinen Kompass hatte, fiel mir die ehrenhafte Aufgabe zu, die Führung zu übernehmen und zu navigieren. Auf der Basis unseres Nitrox-Tauchgangs hatte ich einen Bogenkurs (WAS? Das ist mir ja das Neueste!) berechnet und geplant, der uns ein Stück in den See hinein-, und dann wieder in Richtung der Basis zurückführen sollte. Punktgenau wie ich es berechnet hatte, landeten wir eine Bucht links neben dem Ein- und Ausstieg, ungefähr fünfzehn Meter von der Treppe weg.* Das war eine kleine Herausforderung, die ich in meine Kursberechnung mit aufgenommen hatte. Zurück zum Ausgangspunkt zu navigieren, das wäre ja einfach gewesen. Ich wollte es etwas schwieriger haben und hab es auch geschafft. Ja-ha, das hab ich wohl.

Tauschee Horka: Einstieg und Schwimmplattform vom Wasser aus gesehen
Tauschee Horka: Einstieg und Schwimmplattform vom Wasser aus gesehen

*So. Dann darf der werte Herr heute mal navigieren. Der Mann, der Bauchkrämpfe vor Lachen hatte, weil ich im Schluchsee Schwierigkeiten hatte. Der Mann, der keine Gelegenheit ausläßt, mich mit meinen Schwächen aufzuziehen. Na dann… ICH hab Navigationspause! ER hat ja jetzt einen eigenen Kompass. Und kann ja eh alles besser als ich!  Ich schwimme nur deinen Flossen hinterher! Jaja. Öhm… wo sind wir denn jetzt? Das hier kenn ich noch nicht! Aha, und jetzt kommt das Auftauchzeichen. Kenn ich. Hab ich auch immer so gemacht, wenn ich nicht mehr wusste, wo wir waren. Aber, aber… Herr Supernavigator, was machen wir denn hier in der Bucht NEBEN dem  Ausstieg! Sind wir vom Kurs abgekommen? Und das in einem so begrenzten Gewässer wie der Tauchsee Horka? Ach nein, oben schriebst du ja was von einem „Bogenkurs“. Punktgenaue Berechnung… ist klar.

Sabotage! Ich habe alles genau berechnet! Es muss sich um technisches Versagen handeln! Ja genau, das Eisen in der Treppe am Ein- und Ausstieg hat die Kompassnadel abgelenkt!

Bestimmt sogar. Aber es könnte auch ein Tauchkollege gewesen sein, der sich zufällig in deiner Nähe aufhielt und auch noch ein stark eisenhaltiges Mittagessen zu sich genommen hatte. Erbseneintopf zum Beispiel… Das Leben ist ja richtig gemein zu dir!

Ja. *Schluchz!

Am Abend war die Theorie dran. Sie erinnern sich, dass ich was davon schrieb, dass wir die Theorie schon vorher aufgesogen hatten? Wir bekamen einen Vortrag, rechneten Beispiele durch – und dann machten wir die Prüfung, die wir mit Bravour bestanden. Hat mich nur ein paar Nerven gekostet, aber mein Gott, jeder Mensch hat 760.000 Kilometer Nervenfasern in seinem Körper, was bedeuten da schon ein paar weniger? Aber sie war geschafft. Nun mussten wir die Theorie mit Praxis so weit wie möglich unterfüttern. Und dazu sollten die nächsten Tage dienen. Da man uns einen Tauchgang mehr als eigentlich für den Kurs vorgesehen war angedeihen lassen wollte, würde wir auch Notfallmanöver üben.

Kurzbericht des Notfallmanövers 1: Flat Flute Diver (männlich) in Panik (die größte Anzahl an Tauchunfällen erfolgt ÜBER Wasser, Lehrbuch „Rescue Diver“ Seite sowieso)

Am Abend diskutierten wir die Theorie. Ich habe gerne Prüfungen hinter mir, deshalb bestand ich drauf, die Prüfung sofort zu machen. Der Tag war lang gewesen und anstrengend, und leider war es auf der Basis auch laut. Das lenkte zugegebenermaßen ab, aber ICH, das Konzentrationsgenie, hatte damit keine Probleme. Im Gegensatz zu Thorsten. Von Minute zu Minute sah man seine Stirnadern anschwellen, weil er sich „verzettelt“ hatte. Leider hatte er den kritischen Punkt bereits überschritten, in dem er sich durch einen Moment Ruhe hätte wieder fangen können. Bei den Diskussionen hallte seine Stimme immer lauter von den Wänden wider, und inwischen sah ich sogar das Mobiliar in Gefahr. Zusammengeballte Fäuste, pochende Stirngefäße, wutverzerrtes Gesicht! GEFAHR! STOPPEN, DENKEN, HANDELN! / Lehrbuch PADI Rescue Diver Seite sowieso).  Da hilft nur eins: Bergen aus der Gefahrenzone, Unterbringung in einer Isozelle (Tür zu!) und Ablenkung. Beruhigende Stimme. Sanfte Worte. Bei Bedarf auch Psychopharmaka, bereits in der Fertigspritze aufgezogen in meiner Hosentasche. Mit Notfallsituationen kenn ich mich aus! Aber dank meiner psychologischen Fähigkeiten konnte ich die Situation ohne medikamentöse Hilfe in den Griff bekommen. Die Tür wurde wieder geöffnet und die Prüfung war bestanden!

Sie erwarten nicht allen Ernstes, dass ich dazu was sage? Nö. Tu ich nicht. Ich bin die Ruhe selbst…. grrrrrrrrrrrrrrrrr… *Zähneknirsch

Notfallmanöver 2: Flat Flute Diver (weiblich) NICHT in Panik (oder: vorbildliches Verhalten in einer kritischen Situation)(Lehrbuch: Rescue Diver für Flat Flute Diver, Seite sowieso)

Die Situation: Ein Mädchen geht nach erfolgreicher Prüfung in ihre Schlafunterkunft und wird mit einer Spinne konfrontiert. Gelassen klopft sie an die Türen der männlichen Mittaucher und bittet einen, die Spinne zu entfernen. Ach, Jonathan… mein Held! *schmacht

An dieser Stelle könnte ich mich lang und breit darüber echauffieren, dass „Madame Ungeduld“ es nicht abwarten konnte, bis ich das Problem gelöst hätte (6 Wochen später bei deiner „ausgeprägten Ruhe….“, bis dahin wäre die Spinne längst von selbst verstorben und ich hätte eine weitere Leiche in meinem Zimmer gehabt!) , sondern gleich Rotalarm auf der ganzen Basis ausgelöst hat. Ich tu’s aber nicht, denn ich bin die Ruhe selbst. Denn wissen Sie, wenn Madame dann beim Schreiben aus Versehen ein Bild aus einem Artikel unserer Webseite löscht (oder so), dann bin ich wieder der Held, der es richten darf. Ja, bin ich. Ich hab ja schließlich auch Narben (man beachte die Mehrzahl: Narben). (von Plastikhaien wohlgemerkt…)

Immerhin, so weit waren wir den Kurs mit Erfolg angegangen. Und zwei Tauchtage warteten noch auf uns. 🙂

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Freiwassertauchgang Open Water Diver See Tauch-Theorie Trainingstauchgang

Der OWD – Freiwassertauchgang 3

Endlich war der Tag gekommen. Die Tage des Scuba Divers waren nun endgültig gezählt. Wir fuhren zum Schluchsee – Freiwassertauchgang 3 und Theorie.

Dort angekommen wartete unser Majki schon auf uns. Er hatte seine Frau mitgebracht, die gerade in der Divemasterausbildung war und uns mit begleiten sollte. Uns war das nur recht. Je mehr Augen unter Wasser, umso besser. Doch zuerst hatte Majki noch eine kleine Überraschung für uns parat. Da in dem OWD Kurs die Kompassnavigation zu erlernen ist, sollten wir das erst mal an Land üben. Dazu ließ er uns einen beliebigen Punkt anpeilen, hängte uns ein Handtuch über den Kopf und wir mussten mittels Kompass den Punkt finden. Grob gesehen fanden wir die Punkte auch, nur möchte ich nicht wissen, was die vielen Spaziergänger so dachten, als sie eine mit einem Handtuch auf dem Kopf behängte Person sahen, die von zwei anderen in die Mitte genommen wurde. Hinrichtungen sind in unserem Zeitalter ja eigentlich passé.

Einige Übungen später ging es dann endlich ins Wasser. Hier passierte mir der erste faux-pas. Majki war schon im Wasser (Gott sei gedankt!) , ich war als nächste dran. Ich ließ etwas Luft in mein Jacket (endlich war es wieder da!!) und wollte elegant ins Wasser gleiten, – fupp, und weg war ich. Mit Flossenkraft strampelte ich mich an die Oberfläche zurück, drückte meinen Inflatorknopf , aber nichts tat sich. Ich konnte gerade noch hören, wie Majki sagte: „Laß doch mal Luft in dein Jacket“, und schon war ich wieder unter Wasser. Ich kam wieder hoch und erwiderte: „hab ich doch“, aber das Sprechen ist mit Luftverlust in der Lunge verbunden, so dass mein einziger „Tarierkörper“ wieder leer war und ich wieder auf dem Weg nach unten war. Strampelnd hielt ich mich an der Oberfläche, ich wußte gar nicht, was los war, da kam Majki zu mir und hielt mich fest. „Nimm mal den Automaten in den Mund“, sagte er ruhig, (sehr gute Idee!!!!), dann bemerkte er, dass es aus dem Inflatorschlauch massiv abblies. Ich sah mein Jacket gedanklich schon wieder in München, da bemerkte Thorsten – das Adlerauge – Reimnitz, dass es nicht aus dem Schlauch, sondern aus dem Ventil abblies. Und hier war der Fehler schnell behoben. Miss „besonders schnell“ hatte den Schlauch nicht richtig draufgeschraubt.

Thorsten: Nun, ich habe das Verhalten von Luft im kompakten Medium – wie Wasser – eingängig studiert. Die Form der Luftblasen, die aus dem Jacket kamen, hatten Tropfenform, das heißt, sie wurden eindeutig durch ein Gewinde, das nicht richtig verschlossen war, herausgedrückt. Aus diesen Beobachtungen schloss ich rasiermesserscharf…

ZACK!

Aua! Nicht immer auf den Oberarm. Ja, ich geb’s ja zu, die Wahrheit ist wesentlich unspektakulärer – mir ist mal das Gleiche passiert. Da man das Jacket ja von Zeit zu Zeit auch von Innen ausspülen soll, hatte ich den Inflatorschlauch von meinem abgeschraubt und nach dem Trocknen wieder festgeschraubt – zumindest glaubte ich das. Als ich dann im Wasser war, zeigte sich das Gleiche wie bei Annette. Na ja, freut mich, dass ich helfen konnte.

Nach diesem kleinen Vorfall verlief der restliche Tauchgang störungsfrei. Da wir Aufsichtspersonal vor sowie hinter uns hatten, verzichteten wir auf die üblichen Rangeleien unter Wasser und sogar ich kam das allererste Mal in meinem Leben nicht abhanden. Was rede ich da? Ich betrieb das allererste Mal keine botanischen Studien. *hust hust.

(Nicht lachen… nicht lachen… NICHT LACHEN… pfffffffffmmmmhahahahahahahahahahahahahahahaha *hust *hust) Genau. Wir viel zu beschäftigt mit den Übungen für *hust botanische Studien.

Wir tauchten ein Weilchen, dann übten wir Tarieren. Dieses Mal klappte es bei mir wesentlich besser. Thorsten kippte etwas nach rechts ab. Offenbar wollte er noch eleganter wirken als ich. Alter Angeber!

He, das war nur der Ausgleich für den nicht gemachten „Fernsehsessel“ vom Schwimmbadtauchgang. Hurra, ich schwebe…

Ja, wohin schweben wir denn? Ziemlich zügig und ohne Unterbrechung Richtung Oberfläche…wa? 🙂

Wäwäwääää!

Wir übten sowohl die „alten Sachen“ vom Scuba Diver wie auch die neuen. Beim Kompassschwimmen passierte mir dann der 2. faux-pas, denn ich schwamm 180° in die falsche Richtung. Es stellte sich aber heraus, dass mein Kompass hängen geblieben war. Gar nicht meine Schuld. Thorsten brachte den Oberhammer, indem er gleich mal seinen geliehenen (ich wiederhole: g e l i e h e n e n) Kompass verlor.

Ich hab ihn gar nicht verloren. Kaum waren wir an Land, da kam auch schon ein anderer Taucher und brachte ihn wieder zurück. Ich habe den Kompass nur kurzfristig auf dem Seegrund deponiert. Ich wusste *hust, dass ihn jemand anderes wiederbringen wird. Überhaupt wäre das alles nicht passiert, wenn ich endlich meine Konsole mit eigenem Kompass hätte. Gar nicht meine Schuld, so! Aber na ja, so muss ich schon nicht navigieren. 😀

Wird auch besser so sein. Dass du nicht navigierst meine ich. Wer weiß, wo wir sonst gelandet wären. Bei deinem Orientierungssinn… und dann noch ohne Brille und Kontaktlinsen…

Also, während Du eine 180°-Kehre aufs Ufer zu gemacht hast beim Navigieren – anstatt zu den Bojen von der Plattform – , musste man bei mir aufpassen, dass ich mir nicht den Kopf am angepeilten Ziel anstoße – so exakt habe ich es bei der Übung getroffen. Ja-ha, das hab ich wohl!

Offenbar HAST du dir den Kopf angeschlagen und es wieder vergessen… kann vorkommen. Aber ob das an der Boje war…

Tz! Den Kopf angestoßen, ich doch nicht… was denkst Du eigentlich, Anna… Amalie? Anja? Antje? Verdammt, es war irgendwas mit „A“. Andrea… Anastasia… Andromeda…

Aus dem Wasser raus brauchten wir erst mal eine Pause. Dann begaben wir uns in den Unterrichtsraum, wiederholten noch einmal die Theorie und mussten dann die Prüfung schreiben. Majkis Frau Babsi schrieb mit uns, wenn auch nicht die OWD-Prüfung natürlich, sondern Tauchphysik. Darum hab ich sie nicht beneidet. Ich als natürliches Physikgenie, das Physik in der Schule gleich mal nach der 10. Klasse abgewählt hat (wer braucht schon Physik…) werde mir in Zukunft an dieser Prüfung wohl auch die Zähne ausbeißen.

…hmmm, also, das wird mir nicht passieren. 😀

natürlich nicht. Weil ich wieder nächtelang durchpauke und du alles von mir abschreibst…

He – mein mittleres Initial ist „P“. „P“ wie „Physik“, Du verstehst?

Nö. Ist mir bisher noch nicht aufgefallen. Aber ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen. Dann kann ich ja mal bei dir abschreiben 😀

Jedenfalls haben wir es alle geschafft! Juchuuu. Der OWD war nur noch ein Tauchgang von uns entfernt!

Ja! Hurra! Und wir waren gar nicht mal schlecht. Aber uns standen noch ein paar Abenteuer bevor… der zweite Freiwasser-Tauchgang der OWD-Ausbildung und… der erste Tauchgang ohne Aufpasser.

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Ausrüstung Erste Stufe Neopren Oktopus Regulator Tarierweste Tauch-Theorie

Die Zeit von Dezember 08 bis April 09

Anfang Dezember waren wir wieder in Deutschland. Aber das Erlebte in Ägypten hatte uns nachhaltig geprägt. Schon auf dem Heimflug sprachen wir über nichts anderes mehr als über das Tauchen. Und wie sehr uns das gefallen hatte. So beschlossen wir, uns einmal umzuhören und Kontakte zu knüpfen, damit man wenigstens einmal im Monat einen Schwimmbadtauchgang machen könnte.

Zu Hause angekommen berichtete ich jedem, der es hören wollte oder auch nicht, dass ich jetzt unter die Taucher gegangen war. Das wurde von meinen Freunden mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Tatsächlich, der Mann einer Freundin von mir besaß auch den Tauchschein – das wußte ich nicht – aber er hatte das Tauchen nicht weiter verfolgt. Andere wiederum waren gar nicht begeistert von meinem Plan. Da würde doch so viel passieren…

Dem Faß den Boden schlug es aus, als ich erfuhr, dass der Vater des Freundes meiner besten Freundin Tauchlehrer mit eigener Tauchschule war. Dummerweise war der aber schon in Rente. Also hieß es für mich… abwarten. Und hoffen, dass Thorsten etwas finden würde. Den traf ich kurze Zeit später, um Fotos zu tauschen. Und er berichtete mir, dass er tatsächlich jemanden gefunden hatte. Ein Kollege von ihm war Instructor. Und Rettungstaucher. Er versprach uns, uns mit ins Schwimmbad zu nehmen, da dort die Rettungstaucher über Winter trainierten. Das war ja perfekt. Für die Ausrüstung würde auch gesorgt werden. Besser konnte es nicht laufen.

Thorsten und ich sprachen an diesem Nachmittag nochmals über viele Dinge. Wie es der Zufall so wollte, war ich gerade aus dem Urlaub wieder da, da musste ich schon meinen Jahresurlaub für das folgende Jahr eintragen. Ich trug mich wieder im November für zwei Wochen ein. Warum? Weiß ich nicht. Ich machte es einfach. Irgendjemanden würde ich schon finden, der mit mir nach Ägypten gehen würde. Da war es so toll. Da erzählte mir Thorsten, dass er genau die gleichen Wochen angegeben hatte. Auch eigentlich ohne feste Absichten. Wir sahen das als Zeichen. Obwohl wir so gesehen nicht geplant hatten, nochmals zusammen zu verreisen, stand die Entscheidung innerhalb von Sekunden: Wir würden nochmals nach Ägypten fliegen und dort unseren OWD fertig machen. Wir waren Feuer und Flamme.

Soweit stand der Plan. Ägypten November 2009. Bis dahin wollten wir das Gelernte immer und immer wieder üben, damit das richtig saß. Darin waren wir uns einig. Dann überlegten wir… wie war das noch gleich mit der eigenen Ausrüstung? Ich sagte zu Thorsten, dass ich mir einen Tauchcomputer zulegen würde. Das ist ein persönlicher Gegenstand und eine gute Anlage. Irgendwann dann würde ich mir noch einen Lungenautomaten besorgen, denn ständig auf Mundstücken herumzukauen, die schon Hunderte vor mir im Mund hatten, fand ich ekelig. Aber das hatte ja Zeit.

So viel Zeit nun auch wieder nicht. Weihnachten stand vor der Tür. Mein Vater schenkte mir Geld, und noch während ich mir überlegte, wie ich meinen neu erworbenen Reichtum verwalten könnte, fiel mir sofort der Tauchcomputer ein. Schließlich entschied mich mich für den Viper 2 von Suunto. Doch damit war es nicht getan. Eine Freundin schenkte mir ein wunderschönes Logbuch, eine andere ein sehr interessantes Buch über das Tauchen. Ich fing an zu lesen. Und kam immer tiefer in die Materie hinein. Ich las, was das Zeug hielt. Im Internet. Bücher. Und konnte es kaum erwarten, dass endlich Januar war. Denn da sollten wir uns das erste Mal mit den Rettungstauchern treffen. Doch im Leben kommt immer alles anders, als man es erwartet. Und so auch hier. Denn drei Tage bevor wir uns mit den Rettungstauchern hätten treffen sollen brannte das Schwimmbad bis auf die Grundmauern ab. Kein Witz. Ein technischer Defekt. Und so zerplatze der Traum.

Wir waren frustiert. Der Sommer lag noch in weiter Ferne, denn sonst hätte man ja in ein Freibad gehen können, aber dazu war es noch zu kalt. Auch die Rettungstaucher mussten erst nach einer Ausweichmöglichkeit suchen. Und so blieb uns nichts anderes übrig, als uns weiter mit der Theorie zu beschäftigen. Nicht nur mit der Tauchtheorie. Auch mit der Ausrüstungstheorie. Zwischen Thorsten und mir entbrannte fast eine Art Wettstreit, wer mehr zu einem Thema wußte. Ohne dass es uns selbst so bewusst geworden wäre, hatten wir längst die Enscheidung getroffen, uns doch die komplette Ausrüstung anzuschaffen. Das war aber gar nicht so einfach. Wir hatten nur bedingt Hilfe. Und so entschlossen wir uns, die Zeit bis zum endgültigen Tauchtermin zu verkürzen, indem wir das „Tauchshop-Hopping“ begannen. Wir besuchten so ziemlich alle Läden in unserer Umgebung, um uns erst mal kundig zu machen, was es denn alles gab. Die Besitzer der Läden waren alle sehr zuvorkommend und erklärten uns Anfängern von A bis Z alles, worauf man achten muss, worin die Unterschiede lagen. Das war sehr angenehm. Stück für Stück wuchs die Ausrüstung, erst gedanklich, schließlich auch materiell. So einfach war das freilich nicht. Besonders ich hatte aufgrund meiner Körperlänge mehr als einmal Probleme, etwas Passendes zu finden. So albern es auch klingt, ich hatte die reinste Odyssee vor mir, was den Neoprenanzug anbelangt. Ich wollte einfach nicht in so einen Anzug passen, und dabei ließ ich keine Peinlichkeit aus. Man zog mich mit Druckluft an, rupfte und rüttelte an mir herum, es ging nicht. Die Anzüge waren zu klein. Im Internet machte ich mich kundig und erfuhr, dass die durchschnittliche europäische Taucherin gefälligst nicht größer als 172 cm zu sein hat. Leider bin ich fast 180 cm, und was ich am Anzug in die Länge zog, fehlte mir nachher entweder in der Breite oder ich bekam die Arme nicht mehr hoch. Nach langem Suchen jedoch wurde auch ich fündig, die Italiener (Cressi)  hatten ein Herz für mich, und zu meinem Erstaunen und Unglauben durfte ich einen Anzug wählen, der noch nicht einmal die größte Größe hatte. Vor lauter Glück und Dankbarkeit kleidete ich mich dort komplett ein. Gut, das ist jetzt geschwindelt… ich hatte sowieso vor, mir von Cressi das Jacket zu kaufen. Das tat ich auch. Und lag damit goldrichtig wie ich im Nachhinein feststellen durfte. Nur… lächerlicherweise hatten Thorsten und ich die komplette Ausrüstung bereits zusammen bevor wir überhaupt wenigstens einmal tauchen waren! Was hatte unser TL gesagt? Es dauert nicht lange, dann würden wir anfangen, unsere eigene Ausrüstung zu kaufen? Da hatte er wohl die Rechnung ohne uns übereifrige Menschen gemacht. Die zwei Tauchnieten, von denen er sicher am wenigsten gedacht hatte, sie überzeugt zu haben, waren mehr als nur einfach infiziert. Wir sprachen fast über nichts anderes mehr. Da wir uns nur selten sehen, hatten wir doch plötzlich einen intensiven email Kontakt aufgebaut, und es gab sicher keine einzige email, in der wir nicht über das Tauchen sprachen. Ich träumte stellenweise sogar davon. Ich, die Angst vor Wracks hat, träumte davon, dass ich zur Thistlegorm tauchen würde! Ich träumte von der Salem Express! Es verging kein Tag, an dem ich nicht intensiv an’s Tauchen dachte. Ich wurde immer unruhiger. Und hoffte darauf, dass es bald soweit sein würde.

Doch es sollte noch dauern, genau genommen bis April. Durch Zufall entdeckte eine Bekannte von Thorsten eine Internetadresse mit einem Indoortauchzentrum bei München. DAS war genau das, was wir uns vorgestellt hatten. Und natürlich buchten wir uns da ein. Endlich war der Tag gekommen, an dem wir tauchen – und auch unsere eigene Ausrüstung testen konnten! Wir waren gespannt,  was uns in München erwarten würde. Aber davon erzähle ich dann das nächste Mal!