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Flat Flute Divers #21: Zurück zum Tauchen

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https://youtu.be/mcb_VVDDh0Y

Wenn man das Gerätetauchen eine längere Zeit nicht mehr ausgeübt hat, sollte man ein paar Dinge bedenken, wenn man wieder anfängt. Denn viele ist nicht mehr so, wie es zum Zeitpunkt des Aufhörens war. Diese kurze Episode möchte ein paar Denkanstöße geben, die letztliche Entscheidung muss aber jeder selbst treffen.

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Spezielle Kurse

Gemeinsam Gutes tun: Teilt dieses Video – NIVEA spendet.

Alles hängt irgendwie mit allem zusammen. Und wenn wir mehr Menschen für die Rettung der Meere und Gewässer unseres Planeten begeistern wollen, müssen wir auch dafür sorgen, dass sie keine Angst vor dem Wasser haben. Leider läuft da gerade etwas schief. Deswegen ist diese Aktion die Unterstützung wert:

DLRG helfen – Video teilen – NIVEA spendet!
1. Teile das Video mithilfe der Teilen-Funktion des YouTube Players
2. Für jeden geteilten Film spendet NIVEA 1€ an die DLRG
3. Deutschland bekommt wieder mehr Seepferdchen

Damit mehr Kinder sicher schwimmen können, brauchen wir eure Unterstützung. Pro auf YouTube geteiltem Video spendet NIVEA 1€ an die DLRG und das Projekt Seepferdchen für alle. Tut jetzt etwas Gutes, teilt das Video mit euren Freunden (mithilfe des Bereichs „Teilen“ unterhalb des Videos auf YouTube) und helft der DLRG, mehr Schwimmlehrer auszubilden. Wir sagen: Dankeschön!

Alle Informationen rund um die Aktion findet ihr hier: http://bit.ly/NIVEA_DLRG_YT1

Wie viel wir schon gemeinsam erreicht haben und alle Informationen rund um die NIVEA & DLRG Kooperation, findet ihr hier: http://bit.ly/NIVEA_DLRG_YT2

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Direkter Link zum Video: http://youtu.be/0kxM74XDdTI

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Schnorcheln Spezielle Kurse Urlaub

Thorsten Reimnitz: Fast schon vergessen

Diese Woche erscheint der Artikel mal um einen Tag vom üblichen verschoben. Warum ist das so, mag der regelmäßige Leser fragen. Nun, schuld daran bin ich… irgendwie. Zwar wurde ich an einem Dienstag geboren, aber mein Geburtstag fällt dieses Jahr auf einen Mittwoch. Da es sich noch dazu um einen „runden“ handelt, habe ich mir die kleine Eitelkeit herausgenommen, heute mal mich so ganz in den Mittelpunkt zu setzen.

Tauchausrüstung 1980er Jahre - fast komplett (nicht im Bild: Badehose)
Tauchausrüstung 1980er Jahre - fast komplett (nicht im Bild: Badehose)

Zu Geburtstagen schaut man gern mal zurück auf das, was war und wie es sich im „Jetzt“ darstellt. Zumindest ich mache das gern. Immer wieder mal. Und zu runden Geburtstagen ganz besonders. Da es hier um das Tauchen geht, werde ich nur diesen Aspekt meines Lebens beleuchten, die anderen finden anderswo statt. Natürlich bin ich schon auf meine „Taucher-Geschichte“ eingegangen zu Beginn dieses Blogs, aber wie ich von einer Freundin erinnert wurde, habe ich etwas vergessen. Sowieso scheinen mir bei der Beschreibung lauter kleine Details „rausgegangen“ zu sein. Es ist halt schon sehr lang her. Und seit heute wieder ein Stückchen mehr länger her. Oder so. Bevor ich fortfahre, allerdings noch eine kleine Warnung: das hier soll keine Chronologie sein, nur eine persönliche Reflektion. Der Text wird wohl so sprunghaft sein, wie meine Gedanken manchmal sind.

Gehen wir etwas mehr ins Detail, was meine Jugendzeit betrifft. Schon als Kind war ich eine so genannte Wasserratte. Dass wir am Bodensee wohnten, kam dem sehr entgegen. Durch Fernsehberichte und Serien wie „Flipper“ war ich vom Tauchen fasziniert, aber auf der anderen Seite durch Berichte über tödliche Tauchunfälle auch wieder abgeschreckt. In den 1970er Jahren war beispielsweise das Tauchen am Teufelstisch, einer Felsnadel im Überlinger See in der Nähe von Wallhausen, noch erlaubt. Und der Name „Teufelstisch“ bekam für mich eine zweite Bedeutung dadurch, dass dort so viele Unfälle passierten. Schließlich wurde das Tauchen dort verboten, aber man las immer wieder von Unfällen. Natürlich war das mein rein subjektives Empfinden, da ich keine Ahnung hatte, wie viel Tauchgänge am Bodensee stattfanden, ohne dass es zu Unfällen kam. Aber das mulmige Gefühl blieb. Genauso wie die Faszination. Da ich also nicht Gerätetauchen wollte – was dann? Dann eben so. Maske, Flossen, Schnorchel. Aber wie macht man sowas richtig?

Zu dem Zeitpunkt hatte ich über die Schule eine Jugendzeitschrift abonniert, die einem die Natur und den Menschen etwas näherbringen sollte (tut mir leid, den Namen habe ich schon vergessen). Als der Sommer näher kam, wurde in dieser Zeitschrift eine Serie über das Schnorcheln veröffentlicht und was man dazu wissen musste: den richtigen Flossenschlag, Druckausgleich, Schnorchel ausblasen und so weiter. Gleichzeitig wurden einem gewisse physiologische Kenntnisse vermittelt, warum man zum Beispiel vor dem Abtauchen nicht hyperventilieren sollte oder warum der Schnorchel nicht zu lang sein darf. Die genaue Ausrüstung von damals habe ich nicht mehr vollständig, da ich verschiedene Teile ersetzen musste, aber sie sah ungefähr so aus, wie oben auf dem Bild. Die wasserdichte Lampe in der Mitte ist sogar noch ein Originalteil von damals, die hatte es in einer anderen Jugendzeitschrift (YPS) gegeben. So war ich ausgestattet, zumindest einen Teil der Unterwasserwelt zu erkunden.

Fische im Westbad Überlingen
Fische im Westbad Überlingen

Selbst eine einfache (da wegwerfbare) Unterwasser-Kamera gehörte irgendwann zu meiner Ausstattung. Man sieht, irgendwie versuchte ich, so nah wie möglich ans Tauchen heranzukommen. Auch in meiner rettungsdienstliche Ausbildung interessierte ich mich unter anderem sehr für physiologische Vorgänge beim Tauchen und welche Arten Tauchunfälle es gibt. Dann, 1992, kam der Moment, wo ich es wirklich mal ausprobieren durfte. Im Panorama-Bad in Freudenstadt im Schwarzwald wurde ein Schnuppertauchen veranstaltet.  Und es war genau so faszinierend, wie ich es mir vorgestellt hatte. Es ging nur nicht sehr lang, einmal eine Länge im Schwimmerbecken hin und wieder zurück.

Und ich dachte, dass ich dann eine lange Zeit von dem Gedanken Abschied genommen hatte. Aber eine Freundin erinnerte mich daran, dass dem nicht so war. Etwas, das ich fast schon vergessen hatte, als ich meine persönliche Einführung zu diesem Blog schrieb. Als ich 1997 den Center Parc Het Heijderbos besuchte, stieß ich im Magazin, das damals jeder Besucher bekam, damit er wusste, welche Veranstaltungen und Sportmöglichkeiten es im Park geben würde, auf folgenden Abschnitt:

Tauchen-Einführung

(ab 8 Jahre, und mind. 1,50 m lang)

Unter der Leitung eines fachkundigen Lehrers werden Ihnen die Anfänge des Tauchens mit einer Sauerstoffflasche beigebracht. Sie beginnen gleich im Wasser, so dass Sie die Zeit optimal ausnützen können. Subtropisches Schwimmparadies. Anmeldungsgebühr hfl 40.00. Zuerst wird die erste Einführung vollgebucht.

He, dachte ich mir, älter als 8 Jahre bist Du schon und länger als 1,50 m auch. Ja, okay, der Abschnitt enthält ein paar sprachliche Merkwürdigkeiten, so zum Beispiel auch, dass ein gewöhnlicher Sporttaucher nicht mit einer „Sauerstoffflasche“ taucht, aber was soll’s? Einem zweiten Prospekt entnahm ich, dass es sich um einen Kurs handelte, der eine kleine Einführung ins Tauchen geben sollte und den man – wenn man dann wollte – innerhalb eines Jahres bei jeder Tauchschule fortsetzen könne. Aha.

Schnorchelbad im Center Parc
Schnorchelbad im Center Parc

Ich habe besagtes Magazin noch. Meine damalige Freundin und Reisebegleiterin hat verschiedene Sportangebote angekreuzt, die wir während unseres Aufenthalts im Center Parc machen wollten. Bei dem Abschnitt „Tauchen-Einführung“ hat sie ein „T“ dazu geschrieben. Das heißt, ich wollte das machen. Sie überlegte sich, ob sie wohl mit ins Schwimmbad kommen und Fotos machen sollte. Weiter kam die Planung allerdings nicht. Wir waren nur eine Woche da und die Zeiten für die Tauch-Einführung waren denkbar ungünstig für uns. So beließen wir es beim Schnorcheln im Schnorchelbad.

Ab da schien sich das Thema für mich erst wirklich erledigt zu haben. Ich verschwendete keinen Gedanken mehr daran, das Tauchen „mal“ auszuprobieren. Bei meinem ersten Urlaub in Ägypten 2004 erlebte ich die Unterwasserwelt des Roten Meeres beim Schnorcheln und auf einer Tour mit dem Glasbodenkatamaran. Erst viel später sollte sich das ändern.

Tauchausrüstung 2010 - Nur ein Teil
Tauchausrüstung 2010 - Nur ein Teil

Das klingt jetzt sentimental, aber auch das sei mir an einem solchen Tag erlaubt – ohne Annette wäre es vermutlich dabei geblieben. Sie hätte mich natürlich nie dazu überreden können, den „Scuba Diver“-Kurs zu machen, wenn ich nicht vorher schon auf eine gewisse Weise „gefangen“ gewesen wäre. Aber sie hat den entscheidenden Impuls dazu gegeben. Und wenn ich heute sehe, was das alles nach sich gezogen hat, war es eine gute Entscheidung von ihr, die Frage in den Raum zu stellen, ob wir den Kurs machen sollen. Wir hatten natürlich keine Ahnung, wo uns das hinführen würde. Geschweige denn, was daraus alles entstehen würde. Wir haben seither viel erlebt und neue Menschen kennengelernt. Wir haben Herausforderungen gemeistert und uns neuen gestellt, Herausforderungen, die auch noch vor uns liegen.

Es war ein großer Schritt, der sich am besten durch das erste und das letzte Bild oben in diesem Artikel verdeutlichen lässt – die Ausrüstung „damals“, und die Ausrüstung heute. Ich bin schon sehr gespannt, was wir noch alles erleben werden. Es bleibt auf jeden Fall spannend, denn neue Ideen haben wir auch schon. Aber davon wird hier noch berichtet werden. Ganz sicher…

Ach ja, auch fast vergessen: Danke, Annette! 😉

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Dry Suit Diver Freiwassertauchgang Rescue Diver See Trocki

Der erste Tauchgang im Trocki

Wir hatten uns also entschieden und der Trilaminat-Trocki war gekauft. Gott sei Dank rechtzeitig vor dem Horkaaufenthalt, denn wir hatten im Rahmen des Resue Divers noch einige Tauchgänge vor uns.

Für unter den Trocki hatte man uns einen mittleren Unterzieher sowie Skiunterwäsche empfohlen. Die Wassertemperatur war noch ziemlich kühl, denn erst drei Wochen zuvor war das Eis vom See weggetaut.

Wie schon das letzte Mal beluden wir unser Auto und machten uns auf den Weg nach Ostdeutschland. Kaum hatten wir Überlingen hinter uns gelassen, fing es an zu regnen. Was sage ich? Es regnete nicht, es schüttete. Na klasse. Und kalt war es auch.

Hinter Ulm hörte es wieder auf und etwas Hoffnung keimte in uns, dass es in Ostdeutschland vielleicht ein bisschen wärmer war als bei uns, aber leider fing es wieder an zu schütten, nachdem wir Dresden erreicht hatten.

Wir erreichten als erste die Basis in Horka. Man ließ uns schon mal hinein, doch da wir die ersten Basisbewohner in dem Jahr waren, war sie noch nicht richtig beheizt. Wir froren ziemlich, trauten uns nicht, die Jacken auszuziehen, und warteten auf Majki. Knapp eine Stunde später kam er, mit Babsi nebst Hunden. Wir liefen zum See, aber so richtig einladend war es ehrlich gesagt nicht. Wir dachten mit Grauen daran, in das kalte Wasser zu steigen und waren doppelt froh, dass es dieses Mal trocken sein sollte.

Thorsten: Ja, da war uns das Glück wirklich hold. Im Nass-Tauchanzug wäre das eine verdammt ungemütliche Angelegenheit geworden.

An dem Abend machten wir nicht mehr viel. Wir gingen essen, dann schlafen. Die Zimmer waren immerhin schön warm und es gab keine Mücken. 🙂

Am nächsten Morgen war es dann soweit. Nach einer Einweisung in die Anzüge zogen wir uns das erste Mal komplett trocken an. Bis dahin ging soweit erst mal alles problemlos. Sich ins Jacket zu zwingen erforderte bei mir zumindest etwas Geschick, dann ging es los.

Ich werde nie dieses komische Gefühl vergessen, wenn man den Anzug angelegt hat und in die Knie geht, um sämtliche Luft herauszupressen. Der Trocki saugt sich dann quasi an einem fest. Das fühlt sich an wie… äh… ja, mir fällt gerade kein Vergleich ein. Ich sag Bescheid, falls sich das ändert.

Eitler Fatzke! Du bist auch mit nix zufrieden. Mal saugt sich der Trocki an, dann ist man wieder nicht fotogen weil der Reißverschluss am Rücken einen Buckel vortäuscht… und da heißt es immer Frauen seien so eitel…

Hallo?? Ich werde dieses Jahr 40. Ich kriege Falten und verliere meine Haare. Da muss ich doch schauen, dass ich anderweitig gut aussehe.

Wir liefen in Richtung Seeeinstieg. Auf dem Weg fiel mir auf, dass ich irgendwie seltsam lief. Man hatte einem zwar beigebracht, aufrecht zu laufen, Schultern zurück, Brust raus, Bauch rein, aber für meinen Geschmack hatte ich die Schultern zu weit hinten. Dieser Verdacht bestätigte sich, als ich versuchte, meine Flossen anzuziehen. Hier machte sich der erste Haken des Trilaminat Trockis bemerkbar. Er ist nicht elastisch! Und da die Stiefel direkt an den Hosenbeinen angebracht sind, gestaltete es sich etwas schwierig, im Stehen an die Flossen zu kommen. Knie anziehen ging nur bis zu einem gewissen Grad. Erschwerend kam bei mir die ungewöhnliche „Schulterzurückposition“, die es mir gar nicht ermöglichte, an die Clipverschlüsse der Flossen zu kommen. Nerv! Schließlich gab ich auf und ließ mir helfen.

Dann: Blei in die Taschen. Bei dem Gedanken an die Bleimenge wurde ich schon kurzluftig. Im Naßtauchanzug brauche ich mit meiner 12 l Flasche maximal 2 kg, hier packte ich schon 8 Kilo ein. Inclusive Fußblei, denn die Füße sollen im Trocki unten bleiben. Völlig geschafft vom Anziehen begab ich mich auf die letzte Stufe.

Neben dem Fußblei hatten wir kurz vor der Fahrt nach Horka noch den Tipp bekommen, uns Flossen mit weniger Auftrieb zu besorgen, was wir brav getan hatten.

(Korrektur: DEINE Flossen hatten zu viel Auftrieb, meine nicht! Ich hab mir dekanterweise Splitfins geleistet, die weniger Wasserwiderstand haben. Haben sie auch. Wenn man flosselt spürt man sie fast nicht. Hach, das geht ja richtig leicht. Angenehm leicht. Sehr leicht. ZU leicht!!!!! Ich hab meine Flosse verloren!!!!!!!!!!!)

Ehrlich gesagt war ich mehr als nervös. Man hört Geschichten über Taucher, die Luft vom Trocki in die Beine bekommen und so unter Wasser einen Kopfstand machen und ungebremst an die Oberfläche schießen. Da ich aus leidlicher Erfahrung weiß, dass ich zu solch blöden Zwischenfällen besonders am Anfang neige, sah ich es schon kommen, dass ich von der letzten Stufe ins Wasser glitt um sofort Kopf zu stehen.

Es half aber nichts. Den Mutigen gehört die Welt. Also wagte ich den Schritt ins Wasser. Hier fiel mir zweierlei auf:

Erstens: Aaaaah….kalt. Sehr kaltes Wasser. Igitt!!! Nein, nicht was Sie jetzt denken. Der Anzug war dicht. Aber trotzdem spürte ich die umgebende Kälte sehr deutlich. UUhhh! (Memo an mich: für solche Aktionen in Zukunft dickere Unterzieher!!!!)

Okay, an dieser Stelle schalten wir mal schnell um in die Sendezentrale zum Zentralsender, und zwar zur…

Hobbythek

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe der „Hobbythek“, liebe Bastelfreunde! Für diejeningen unter unseren Lesern, die noch nie einen Trockentauchanzug im Wasser anhatten: Da hab ich mal was vorbereitet! Falls Sie das Gefühl mal nachvollziehen wollen, dann nehmen Sie einen Einmal-Gummihandschuh (zum Beispiel aus dem Verbandskasten),

Gute Idee! Nächste Verkehrskontrolle: „Zeigen Sie mal Ihren Verbandskasten! Wo sind denn die Handschuhe?“ – „Äh… ich habe da ein Flat Flute Diver Experiment gemacht…“ – „WAS haben Sie gemacht???“

… nehmen Sie einen Einmal-Gummihandschuh, zur Not tut’s auch ein Haushaltshandschuh, füllen Sie ein Waschbecken mit 10 ° C kalten Wasser (zur Not tut’s auch 10 ° warmes Wasser) und halten Sie die Hand rein, und zwar so, dass kein Wasser in den Handschuh läuft. Genau so ist das Gefühl im Trockentauchanzug am ganzen Körper. Danke für die Aufmerksamkeit, zurück zu meiner liebreizenden Kollegin.

Zweitens: Die praktische Anwendung der Tauchphysik in Bezug auf den Wasserdruck. Wenn wir also im Naßtauchanzug tauchen, merken wir vom Druck außer an den Ohren nicht wirklich etwas. Auch ein Schwimmer würde den Wasserdruck an den Beinen im Wasser nicht merken. Aber! Der Trilaminat-Trockentaucher merkt ihn bereits an der Oberfläche! Ich trieb wie ein Korken an der Wasseroberfläche und wartete noch auf Thorsten, da merkte ich bereits, dass der Trockentauchanzug an meinen Beinen  klebte wie ein lästiger Duschvorhang, der elektrostatisch aufgeladen ist und den arglosen Duscher nervt. Na, das konnte ja heiter werden. Denn bereits an der Oberfläche bewirkte der klebende Trocki, dass die Bewegungsfreiheit der Beine zum flosseln eingeschränkt ist.

Wir tauchten ab. Das erste Mal. Leider war die Sicht sehr milchig, was daran lag, dass es in Horka auch tagelang vorher geregnet hatte. Wir wollten erst mal auf 7 m bleiben und ein bisschen rumtauchen, um erst mal ein Gefühl für den Trocki zu kriegen. Ich tauchte mit Majki, Thorsten mit Babsi. Los gings.

Es war, wie ich befürchtet hatte. Je tiefer wir kamen, desto mehr klebte dieser Trocki an den Beinen und desto steifer wurde er. Ich ließ zwar Luft hinein, aber die drang nicht bis zu den Beinen vor. Sollte sie nach Möglichkeit auch nicht. Sie erinnern sich? Kopfstand! Ich ertrug es und tauchte weiter. Inzwischen war ich allerdings tiefer, als ich eigentlich wollte, ein Blick auf meinen Tauchcomputer zeigte mir 16 m an. Das merkte ich daran, dass ich den Eindruck hatte, dass es mir die Schuhsohlen in die Zehenzwischenräume ziehen würde.

Das Gesetz von Boyle besagt, dass das Volumen eines Gases sich umgekehrt proportinal zum Druck verhält.

Sabbel doch nicht so geschwollen rum. Man könnte ja meinen, du hättest Physik studiert. Außerdem heißt der Typ Boyle-Mariotte nur zur Information!

Okay, irgendso ein physikalischer Grundsatz sagt, dass sich irgendwas irgendwie verhält, wenn irgendwas passiert. Was genau, das diskutieren wir dann noch aus. In unserer Situation beim Tauchen jedoch galt: je mehr Druck, desto weniger Volumen. Das bekommt man im Trocki sehr deutlich mit. Und ich war sowieso noch sehr vorsichtig, da das Ablassen der Luft aus dem Anzug über das Ventil im Oberarm eine sehr ungewohnte Sache war. Es galt nicht nur zu vermeiden, dass Luft in den Beinen dafür sorgte, dass man sich auf dem Kopf stellte, sondern auch dass die sich beim Aufstieg wieder ausdehnende Luft einen aufpumpte wie ein Michelin-Männchen und man mit Impulsgeschwindigkeit gen Oberfläche schoss. Also lieber nicht zu viel Luft reinlassen und oft ablassen.

Insgesamt war es eine interessante Erfahrung, aber ich merkte schnell, dass das Trockentauchen noch sehr viel Übung braucht. Alleine das Tarieren mit dem Anzug ist nicht so leicht, wie man sich das vorstellt. Arm hoch, um Luft aus dem Anzug zu lassen? In der Theorie vielleicht… Das wollte nicht klappen, und schon stieg ich ungewollt auf. Mit der Zeit lernte ich, dass ich nicht nur den Arm hochnehmen muss, sondern auch den Arm anwinkeln sollte, dann klappt es schon viel besser.

Dabei zeigte sich ein Nachteil meines Jackets: es hat keinen Tarierschlauch, sondern einen an der linken Seite angebrachten Tarierhebel.  Um Luft sowohl aus dem Jacket als auch aus dem Anzug abzulassen, musste ich zwei gegenläufige Bewegungen machen: Nach oben, um Luft aus dem Anzug zu lassen, nach unten, um an den Tarierhebel zu kommen.

Verstehe. Zwei gegenläufige Bewegungen überfordern Dich. Du bist wohl nicht belastbar was? 🙂

Es ist nur geringfügig schwierig, den Arm gleichzeitig hochzunehmen und nach unten an den Tarierhebel zu greifen. Das eine schließt das andere aus. Das ist fast wie in diesem Gedicht: „…drinnen saßen stehend Leute, schweigend ins Gespräch vertieft…“

Länger als 30 Minuten war bei dem Tauchgang nicht drin. Es war einfach zu kalt. Wir tauchten wieder auf. Offenbar zog ich ne Schnute, denn Majki merkte gleich, dass ich mit der ersten Trockierfahrung nicht zufrieden war. Er meinte, ich solle mich nicht aufregen, die ersten Male seien nun mal gewöhnungsbedürftig und nach ein paar Tauchgängen würde man das Engegefühl an den Beinen gar nicht mehr merken. Er behielt Recht. Also, nicht dass man es nicht merken würde, aber man gewöhnt sich dran.

Außerdem würde man sich daran gewöhnen, dass man am Anfang immer so eine gewisse Unsicherheit hat: Warum ist es gerade kalt? Ist es einfach nur kalt – oder hat der Anzug ein Loch, und es ist deswegen kalt, weil man gerade geflutet wird, wie die Tauchzelle eines U-Boots?

Was sich bei mir noch als Problem herausstellte: Ich hatte halbtrockene Handschuhe an. Der Größe S, jedoch stellte sich heraus, dass ich trotzdem noch einen Überstand von 2 cm an den Fingerkuppen hatte. Somit gestaltete es sich ziemlich schwierig, das Lufteinlaßventil des Trockis zu bedienen. Auch hier müsste ich in Kürze Abhilfe schaffen, also kam das Problem auf die „to do Liste for diving“.

Jetzt hatten wir noch eine Herausforderung vor uns: Der Ausstieg. Dazu in der kompletten, nassen Ausrüstung knapp 100 Treppen hoch. Ich schnaufte aus dem Wasser, und *Trommelwirbel… schon stand ich wieder da wie das Topmodel* persönlich. Schultern zurück, Brust raus, Bauch raus rein. 😎   Da stimmte doch was nicht. Am Abend merkte ich auch sehr deutlich meine Schultergelenke. Inzwischen weiß ich auch, woran das liegt. Mein Jacket ist mir zu groß und sagen wir eher mal: zu breit. Ich musste künftig die Brustschnalle zuerst zumachen und maximal anziehen, bevor ich den Rest schließen konnte, dann klappte es auch mit dem Flossenanziehen…

* = GNTTM, oder wie? „Germany’s Next Tauch-Topmodel“ Ich stell mir das schon vor, wir ächzen die Treppen hinauf, und oben steht Heidi Klum und kritisiert unsere Gangart. Die war natürlich nicht sonderlich elegant, aber: Alles Gewohnheitssache. Hoffe ich jedenfalls. Denn es stand uns ja noch was bevor: den Abschluss des RESCUE DIVER – Prüfung und Freiwassertauchgänge.

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Open Water Diver PPB Spezielle Kurse

PPB – Tarierung in Perfektion

Nachdem wir den Nitrox-Kurs in Horka erfolgreich zu Ende gebracht hatten, standen wir nun vor einem neuen Problem: Inzwischen war es Oktober und für die Freiwassertauchgänge in unseren Naßtauchanzügen war es zu kalt geworden. Wir brauchten also dringend eine Alternative. Bis zum nächsten Frühjahr eine Tauchpause einlegen? Nie im Leben.

Wir unterhielten uns mit Majki, was man am Besten tun könnte. Die beste Alternative wäre ein Trockentauchanzug, aber da die Dinger nicht gerade zu Schleuderpreisen zu erstehen sind, kam das für uns jetzt erst mal nicht in Frage. Zudem ergibt sich mit den „Trockis“ gerne noch ein Problem: Die „Stangenware“ passt häufig nicht genau, und das A und O eines Trockis ist der richtige Sitz. Also… einen Trocki kaufen und ändern lassen war im Budget nicht drin… schließlich stand ja noch der Ägypten-Urlaub an. Zudem überzeugte uns Majki, dass wir nicht jetzt unbedingt auf Teufel komm raus mit dem Trockentauchen anfangen sollten.

Insofern entschieden wir uns, den PPB-Kurs zu machen. Hier übt man zumindest erst mal im Schwimmbad, und das kam uns gelegen.

Thorsten: „PPB“ steht für „Peak Performance Buyoancy“, oder „Tarieren in Perfektion“, wie der Kurs auf Deutsch heißt. Sinn und Zweck ist, solche Dinge wie „Furchen in den See(Meeres)grund ziehen“ und „wie ein Korken durch die Wasseroberfläche schießen“ zu vermeiden. Um die Verletzungsgefahr zu verringern, übt man das erst einmal im Pool.

Anmerkung der Redaktion: Wie wir noch sehen werden, kann man sich aber auch durchaus im Pool dabei verletzen…

Ich sagte doch „verringern“, nicht „ausschließen“, oder? Außerdem interessiert bestimmt niemand von den Lesern, ob und wem irgendwelche Missgeschicke passiert sind. Da brauchen wir nicht so drauf rumreiten.

Also fuhren wir nach Zürich, um im dortigen Hallenbad unsere erste PPB-Stunde zu absolvieren. Majki brachte seine Frau Babsi mit, die ebenfalls üben wollte, denn bei ihr steht in Kürze die Divemasterprüfung an.

Nach Einweisung in das Hallenbad gings los. Zuerst einmal testen wir, wieviel Blei wir überhaupt brauchen würden. Dann tauchten wir ab, und begannen mit dem „Pivot“. Hierzu legt man sich bäuchlings auf den Grund und hebt nur mit Atmen soweit vom Grund ab, bis man auf den Flossenspitzen balancieren kann. Eigentlich eine lustige Übung, WENN auch die Flossen auf dem Grund bleiben würden. Ich vermute, dass ich Luft in den Schuhen hatte, jedenfalls ging es so nicht. Majki deutete mir unter Wasser an, dass ich meine Flossen ausziehen und auf den Grund stellen solle – um zu testen, ob die Flossen von alleine zu viel Auftrieb haben. Er machte es vor und stellte die Flossen auf den Grund. Sie blieben dort, wo sie waren. Also machte ich es nach. Nachdem ich mir beim Ausziehen der Flossen vor lauter Ungelenkigkeit fast einen Bandscheibenvorfall geholt hätte Ich beugte mich elegant nach vorne und zog meine Flossen aus. Auch sie blieben dort wo sie waren. Hm. Da half nur eins. Ich tauchte auf, holte zwei kleine Bleiplatten und steckte sie in meine Füßlinge. Improvisiertes Fußblei. Somit blieben die Flossen auf dem Grund beim Pivot und es klappte auch. Im Gegensatz zu Thorsten.

Annettes Einlage sorgte bei mir kurzfristig für Verwirrung, denn ich machte meine Übung mit Babsi. Annette hatte mir den Rücken zugewandt und ich sah nur auf einmal, dass sie rechtsseitig barfuß war. Ich versuchte, mich davon nicht ablenken zu lassen, aber auch ich hatte Probleme, die Flossen auf dem Grund zu lassen. Ich konnte die Beine durchstrecken wie ich wollte, das hielt nur kurz, dann hoben sie ab. Mir wurde geholfen, indem Babsi die Flossenspitzen unten hielt. Dann klappte es… zumindest kurzfristig.

Thorsten meinte wieder mal, besonders toll aussehen zu müssen und fügte in die Pivotübung noch seitliche Rotationsbewegungen ein. Nicht, dass es nicht beeindruckend ausgesehen hätte, aber das war nicht der Sinn der Übung. Er stellte sich vorerst auch taub, wenn er kritisiert wurde. Hartnäckig behielt er die Bewegungen bei. Erst nach gutem Zureden von Majki und unverständlichem Gemurmel „hatte Luft im Anzug“ stellte er diese Bewegungen ein.

Na warte, die frechen Bemerkungen kommen alle in mein goldenes Buch, und dann gibt es dieses Jahr nichts zu Weihnachten. Tatsächlich gelang es mir, durch die Atemtechnik mit dem Oberkörper vom Boden abzuheben. Aber als ich eine bestimmte Höhe erreicht hatte, kippte ich zur Seite. Dadurch bekam die Flasche Übergewicht und zog mich erst recht aus der Lage. Was für ein Glück, dass wir keinen Unterwasserfunk hatten, da hätte ich doch tatsächlich ein paar unfreundliche Worte loslassen müssen. Ich sagte es schon mal, die Schwerkraft und ich, wir werden keine guten Freunde mehr. Also gut, nochmal versuchen. Wieder klappte es bis zu einer bestimmten Höhe. Doch diesmal achtete ich genau darauf, was nun passieren würde und ich merkte, dass etwas unter dem Anzug über meine Haut strich. Fast so, als wäre dort ein Frettchen in meinem Neo gefangen. Gut, das mit dem Frettchen konnte ich ausschließen, es sei denn, Annette hätte mir so ein Tier heimlich in den Anzug gesteckt, aber weiter kam ich mit dem Denken nicht: Schon kippte ich wieder zur Seite. Doch diesmal entleerte sich ein Schwarm Luftblasen aus meinem Kragen, so dass ich des Rätsels Lösung hatte – in meinem Anzug hatte sich Luft gefangen, die sich je nach Lageänderung hin und her (und rauf und runter) bewegte. Und nachdem die Luft draußen war, ging es auch wesentlich besser.

Gott sei Dank. Ich hab schon befürchtet, dass du erklären würdest WOHER die Luft in deinem Anzug gekommen war. So überlassen wir das mal der Fantasie der Leser und mein Geruchsorgan bleibt verschont.

Dann versuchte ich mich am Hovern. Dazu schwebt man nahezu bewegungslos im Schneidersitz im Wasser. Sollte man zumindest. Dummerweise hat man im Hallenbad nicht viel Platz nach oben und unten. Ich versuchte, aus dem Pivot in den Schneidersitz überzugehen, aber… nun ja…wie will ich sagen… es klappte nicht auf Anhieb. Ja. So ist es vermutlich gut ausgedrückt.

Während Babsi nahezu bewegungslos bereits seit STUNDEN neben mir schwebte, bekam ich noch nicht einmal meine Flossenblätter zu fassen ( das zum Thema Ungelenkigkeit). Also verschob ich dieses Problem auf später und versuchte mich erst einmal im sogenannten Klositz. Dazu zog ich die Knie an den Körper und belies es erst mal dabei. Nach einiger Zeit schaffte ich es immerhin, mal 20 sec in dieser Position zu verharren, ohne entweder sofort durch die Wasseroberfläche zu brechen oder auf den Grund aufzuschlagen. Ich ging vom „Klositz“ in die entpannte „Gammelposition“ mit ausgestreckten Beinen über, denn auf Dauer war das auch nichts mit den angezogenen Knien.

Ich warf einen Blick zu Thorsten. Auch er hatte offenbar Probleme mit dem Schneidersitz. Allerdings musste er auch hier wieder übertreiben, denn er zog die Knie gleich bis zur Nasenspitze an und sank ziemlich bald mit er Flasche zuerst auf den Grund. Alles nicht so einfach. Wir werden noch viel üben müssen.

Habe ich schon erwähnt, dass die Schwerkraft und ich keine gute Freunde mehr werden? Und dass es gut ist, dass wir keinen Unterwasserfunk hatten? Ich versuchte mich also am Schweben. In aufrechter Position mit ausgestreckten Beinen ging es, aber das war ja nicht die Kunst. Als ich die Beine anzog, ging es wieder bis zu einem bestimmten Punkt, dann schien es, als hätte jemand einen Magneten im Boden des Schwimmbeckens eingeschaltet, der meine Flasche anzog. Ich stürzte Rücken (Flasche) voran ab. Zwar kam ich dem ganzen ein wenig auf die Spur, aber hingekriegt habe ich es deswegen noch nicht. Offenbar lag das Geheimnis wieder in den Flossen, bzw. in den Stiefeln. Wenn ich diese zu hoch nahm, konnte ich mit meiner Körperspannung ihrem Auftrieb nicht entgegen wirken. Es zog sie nach oben, dadurch geriet ich in Rückenlage, und zwar so weit, bis ich von der Flasche nach unten gezogen wurde.

Um uns nicht völlig frustriert nach Hause fahren zu lassen, hatte Majki noch eine nette Übung für uns parat. Unter Wasser in der „Hoverposition“ sollten wir uns mit einem Eßlöffel einen Tischtennisball hin und her reichen. Untern den staunenden Augen anderer Tauchschüler praktizierten wir das auch und komischeweise durchstieß hierbei keiner von uns die Oberfläche. Ob das daran lag, dass wir auf andere Dinge konzentriert waren? Aber es war lustig.

Konfuzius sagt: Achte auf Deine Gedanken! Sie sind der Anfang Deiner Taten. Tatsächlich wird beim PPB ja auch vermittelt, dass das Visualisieren der einzelnen Übungen eine große Rolle spielt. Möglicherweise hängt man sich zu sehr an Kleinigkeiten auf, wenn man sich in den Übungen zu „verkopft“, anstatt einfach „zu machen“. Dadurch, dass wir darauf achteten, den Tischtennisball nicht zu verlieren, musste das Schweben „im Hintergrund“ ablaufen, was es dann auch tat. Und ach ja, die Tauchschüler… das hatte ich ja fast vergessen, neben uns war eine andere Tauchschule tätig, deren Schüler die Poolübungen vom OWD machten. Und mit unserem Pingpongball-Esslöffel-Spiel erregten wir ziemliche Aufmerksamkeit.

Nach einer Pause wollten wir dann doch noch mal das Hovern und den Pivot üben. Ich balancierte soeben vorbildlich auf den Flossenspitzen, da kam plötzlich Musterschüler Thorsten wie ein Stein kopfüber auf den Grund zu geschossen und schlug sich die Nase an. Warum er das tat, ist bis heute ein Geheimnis. Da es im Schwimmbad zumindest mal keine Plastikhaie gibt, entfällt die Ausrede, dass er sich schützend vor mich werfen wollte. Aber überlassen wir doch TomTom das Wort und lassen ihn selber erklären, was diese Showeinlage sollte!

Nun, das „Auf die Nase fallen“ hat eine lange Tradition im Stummfilmgeschäft, angefangen bei Buster Keaton und Charlie Chaplin… Verdammt, ich hab mich halt auf die Fresse gelegt und das ganze Schwimmbad damit unterhalten!! (Hab ich das mit Schwerkraft und Unterwasserfunk schon…?) Okay, ruuuhig. Ich hatte wieder Probleme mit dem Pivot in Form von auftreibenden Flossen. Doch diesmal schien ich es mit Körperspannung in den Griff zu kriegen. Ich machte eine Aufwärtsbewegung mit dem Oberkörper, doch als ich die Abwärtsbewegung begann, zog es mir die Flossen vom Grund weg nach oben. Das Resultat war eine beschleunigte Abwärtsbewegung, da nun der Kopf unten und die Flossen oben waren. Dann sprang mit der Boden vom Schwimmbecken ins Gesicht.

AUTSCH! @*#$§!!!

Als ich mich wieder aufgerappelt hatte, erkannte ich die Genialität in diesem Manöver. Ich hatte soeben eine neue Übung erfunden, den „Pivot Situs inversis Totalis“, kurz „PST!“ oder auch „seitenverkehrter Pivot“ genannt. Diesen macht man nicht auf den Flossenspitzen, sondern auf der Taucherbrille und er ist was für Fortgeschrittene. Jawohl!

Andererseits… vielleicht sollte ich mal über Fußblei nachdenken…

Sah aber gut aus. Muss man sagen. Und du wärst bestimmt eine Sensation gewesen, wenn du mit gebrochenem Nasenbein ins Krankenhaus gegangen wärst. Denk nur, was Deine Versicherung gesagt hätte! Unfallbericht? Nasenbeinbruch beim Tauchen. Jaaa klaaaar….  waren Sie das nicht letztens auch mit dem „verdrehten Knie“ beim Tauchen? Bisschen ungeschickt, was? Lassen Sie das mal besser in Zukunft!  😛
Alles in Allem waren es sehr lehrreiche Stunden, doch leider konnten wir das Brevet noch nicht beenden, denn zu dem Kurs gehört noch ein Freiwassertauchgang. Und eben diesen können wir noch nicht machen… denn… ja genau! Bei dem Temperaturen im Freiwasser? Nass? Brrrr! Und da uns ja vom Trocki abgeraten wurde (an dieser Stelle werfen wir einen strengen Blick aus dem Monitor hier Richtung Majki – aber nicht zu streng, immerhin gehört die Taktik, ursprünglich mal gefasste Pläne komplett über den Haufen zu werfen ja mittlerweile zu unserem Standardrepertoire), mussten wir also wieder umplanen. Wir entschieden uns, den Rescue Diver über Winter zu machen, denn hier konnte man einige Übungen im Schwimmbad absolvieren und somit hätten wir den Winter überbrückt. Einen kleinen Haken hatte die Sache allerdings… wir waren noch OWDs und mussten erst noch den AOWD machen, bevor wir mit dem Rescue Diver beginnen konnten. Aber den hatten wir schon für Ägypten geplant, und der Tauchurlaub stand jetzt unmittelbar bevor.

Welche unglaublichen und haarsträubenden Abenteuer werden die FlatFluteDivers unter südlicher Sonne wohl erleben? Fortsetzung folgt…

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HORKA – Das Tauchparadies in Sachsen Teil 4

Unglaublich, aber wahr – schon brach der letzte „Tauchtag“ an. Zwar hätten wir durchaus die Möglichkeit gehabt, auch am nächsten Tag vor der Heimfahrt noch einen Tauchgang hinzulegen, aber manchmal muss man sich einfach den Tatsachen stellen und zugeben, dass es etwas zu viel ist, vor einer derart langen Reise nochmal ins Wasser zu steigen. Aber was rede ich hier eigentlich? So weit sind wir doch noch gar nicht.

Der erste Tauchgang des Tages war wieder ein Nitrox-Tauchgang. Der Kurs „Enriched Air Diver“ umfasst eigentlich nur zwei Freiwassertauchgänge, die auch ausreichend sind (wie bereits erwähnt ist die Theorie und der Umgang mit dem Atemgas das Wichtigste), aber wir sollten noch eine kleine „Zulage“ bekommen: ein paar Notfallhandgriffe. Was einem passieren kann, wenn man mit der falschen Mischung zu tief taucht, ist eine Sauerstoffvergiftung. Da Sauerstoff eines der zwei Hauptnahrungsmittel unseres Gehirns ist (das andere ist Zucker), sind die Auswirkungen entsprechend dramatisch: Man kann einen Krampfanfall bekommen. Eigentlich macht man dann aber nichts anderes, wie wenn ein Taucher aus anderen Gründen bewusstlos wird. Allerdings lernt man diese Maßnahmen erst im Rahmen des „Rescue Diver“-Kurs, aber Majki wollte uns zur Sicherheit jetzt schon ein paar Handgriffe beibringen. Uns war das recht. Man kann nicht vorbereitet genug sein.

Auf den Tauchgang begleitete uns auch der mittlerweile frisch gebackene AOWD Jonathan, der bei der Demonstration der Maßnahmen durch Majki als Opfer herhalten sollte. Zuerst machten wir jedoch wieder eine Runde durch den See, was sehr entspannt war. Dann suchten wir eine Plattform, wo wir die Übung machen konnten. Gut, Pedanten sei gesagt, es war nicht wirklich eine „Plattform“, wie wir sie beispielsweise im Schluchsee hatten. Es war eine ebene Fläche, die beim Abbruch der Steine entstanden war, mehr ein Plateau, das genügend Platz bot und in Richtung Seemitte zuerst in ein paar Stufen in die Tiefe führte, bevor die Felsen endgültig steil nach unten führten. Jonathan ließ alle Luft aus seiner Tarierweste und legte sich auf den Bauch in die Mitte des Plateaus. Er hatte die verantwortungsvolle Aufgabe, nichts zu machen, sondern sich wie ein Bewusstloser hängen zu lassen.

Annette und ich beobachteten das Geschehen vom Rand des Plateaus aus. Im Grunde genommen macht man aber unter Wasser auch nichts anderes als über Wasser: Man kontrolliert den Bewusstseinszustand (Taucher geschüttelt, nicht gerührt), ob der Regulator noch im Mund ist, und dann hebt man die Person mit einem speziellen Rettungsgriff hoch. Dann allerdings kam das, was sich dann doch geringfügig von der Überwasserrettung unterscheidet: den bewusstlosen Taucher an die Oberfläche bringen. Dazu muss der Retter für sich und den Geretteten für den nötigen Auftrieb mittels seiner Tarierweste sorgen. Majki ließ also Luft in seine Weste und stieß sich von dem Plateau ab. Doch anstatt Jonathan nach oben zu ziehen, stoppte die Aufwärtsbewegung etwa einen halben Meter über dem Fels. Von da an schob er ihn in einer horizontalen Linie auf den Rand des Plateaus zu, an dessen Ende beide nach unten stürzten. Glücklicherweise hatte der Fels hier eine Stufe, so dass sie etwa einen halben Meter tiefer wieder Bodenkontakt hatten. Also, einen halben Meter unter dem Niveau des Plateaus, von dem aus sie gestartet waren, also einen Meter tiefer als ihre erreichte Flughöhe  (haben das jetzt alle verstanden?). Jedenfalls hatten Annette und ich dem Schauspiel mit einigem Unglauben zugesehen, wurden wir doch Zeuge einer Neuaufführung unseres eigenen spektakulären Sturzes in den Torf beim Abschluss des OWD-Kurses im Schluchsee (wer das schon vergessen hat, hier ist es abgemalt und aufgeschrieben). Wir erkundigten uns sogleich nach dem Zustand der beiden, doch ihnen war zum Glück nichts ernsthaftes passiert.

Annette: Wir waren in der Tat leicht irritiert, wie Majki so in der Horizontalen mit Jonathan im Gepäck „herumfuhr“, doch es stellt sich heraus, dass er ein akutes Druckausgleichsproblem im Ohr hatte. Er konnte es aber zum Glück regeln und die Übung dann doch noch mit Demonstrationscharakter zu Ende bringen. Wenn ich das so lese bekomme ich im Nachhinein allerdings ein bisschen Gewissensbisse: Wo waren WIR lieber Thorsten, als die abgestürzt sind! Wir hätten uns ja auch mal rühren können statt wie die Ölgötzen unter Wasser zuzugucken was da passiert!

Ehrlich gesagt konnte ich das in dem Moment nicht fassen und fragte mich, ob ich wohl an einer Sauerstoffvergiftung leide und das, was ich da sehe, nur ein Produkt meiner eigenen, verkorksten Fantasie ist – so sehr fühlte ich mich an unser Schluchsee-OWD-Wechselatmung-Sturz-in-den-Torf-Abenteuer erinnert. Und wir sind ja dann gleich aufgesprungen und haben nach ihnen geschaut.

Trotzdem hatte die Übung Spaß gemacht. Ich durfte Thorsten an die Oberfläche „zerren“, und es war sehr lehrreich. Er machte sich zwar absichtlich schwer, behinderte mich nach allen Regeln der Kunst, um mich besonders herauszufordern, , aber he! Für mich doch ein Kinderspiel! Thorsten wurde trotz massiver Gegenwehr dorthin gebracht, wo ich ihn hinbringen sollte. Widerstand zwecklos!

Ich kann mir vorstellen, dass Dir das Spaß gemacht hat, und zwar aus folgenden drei Gründen:

Erstmal kräftig durchschütteln!
1. Erstmal kräftig durchschütteln!
2. Unter dem Deckmäntelchen der "Rettung" dem Mann ungestraft auf den Hintern starren.
2. Unter dem Deckmäntelchen der "Rettung" dem Mann ungestraft auf den Hintern starren.

(Nicht ganz! Ich kontrolliere hier lediglich dein zusätzliches Ablassventil die Nähte deines Neoprens, denn wie wir aus leidlicher Erfahrung wissen, neigst du dazu, kaputtes Beinkleid zu tragen!)

3. Das arme Opfer wie einen alten Wischmopp durch den See ziehen.
3. Das arme Opfer wie einen alten Wischmopp durch den See ziehen.

Dass ich mich absichtlich schwer gemacht habe, stimmt übrigens nicht. Oder hätte ich vielleicht vorher die Steine aus den Taschen meines Jackets tun sollen? *hust! Jedenfalls kehrten wir zu dem Plateau zurück und ich war dran. Eigentlich war ausgemacht, dass ich Annette tatsächlich bis zur Oberfläche bringe, denn unser Tauchgang war an dieser Stelle sowieso beendet. Also rettete ich Annette nach den Regeln der Kunst.

Beweisfotos? Trauste dich nicht, was? Sonst könnte ja jeder sehen, wo du mir ungestraft hingefasst hast!

Ach, wir wollen also ein Beweisfoto, ja? Na dann:

Professionelle Profi-Rettung durch einen Profi-Retter
Professionelle Profi-Rettung durch einen Profi-Retter

Jetzt sagst Du aber nichts mehr, was? Wie es sich gehört, nähere ich mich vom Rücken her an die Flasche, um diese mit einem sicheren Griff zu packen, damit nichts mehr passieren kann. Allein die entspannte Körperhaltung von Majki im Hintergrund spricht Bände.

Entspannt?? Er knetet äußerst nervös seine Hände…

Die Geburtsstunde des ersten „Flatflute Diver Suchspiels“ ist gekommen, meine Damen und Herren! Die Aufgabe lautet: Findet Annette auf diesem „Profibild“. Der erste, der mich eindeutig identifizieren kann, gewinnt einen Preis!

Ist nicht meine Schuld. Es GIBT kein anderes Bild als das hier. Offenbar hat unser Fotograf  gedacht, dass es ausreicht. Nun ja, mein Profiblick und Profigriff ist ja dokumentiert. Und das Wichtigste ist auch erkennbar: ICH!

Pah! Und wo ist die andere Hand hä?

Da, wo sie hingehört, an Deinem Hin dem unteren Teil der Pressluftflasche. So gesichert nahm ich Annette auf, um sie nach oben zu bringen. Und diesmal hatte ich es geschafft, sie senkrecht mit nach oben zu ziehen. (Danke! Wenn wir nochmal in die Waagerechte gekommen wären wäre ich mißtrauisch geworden…) Wir waren auf dem Weg in die richtige Richtung, wir schwebten zur Oberfläche. Doch noch bevor ich mich an meiner eigenen Genialität berauschen konnte, tippte mir Majki auf die Schulter und gab mir das Zeichen, den Aufstieg abzubrechen. Wassn? Ich befürchtete schon, irgendetwas falsch gemacht zu haben, so in der Art, dass ich nach unten statt nach oben geschwommen wäre (…kein Wunder, dass das so leicht ging…), aber zum Glück hatte es nur eine Planänderung gegeben: Wir beendeten den Tauchgang regelgerecht, indem wir unter Wasser zum Ausstieg zurückkehrten, anstatt an der Oberfläche zu schwimmen.

Der Nachmittagstauchgang sollte für uns ein „Special“ im Hinblick auf den AOWD werden, einen Schnuppertauchgang. Wir würden – natürlich unter Anleitung und Aufsicht! – einen Tauchgang bis auf den Grund des Sees machen und dabei nahe an 30 m Tiefe kommen. Wir gingen wieder zu viert, Jonathan begleitete uns nochmal. Und wir konnten den Tauchgang jederzeit abbrechen, wenn wir uns dabei unwohl fühlen würden. Dann ging es hinab, zuerst noch auf gewohnte Tiefen, und dann dahin, wo wir die letzten Tage immer nur von oben hingeschaut hatten: die dunkle Mitte des Sees.

Und wie ist das so? Nun, die ersten paar Meter unterhalb der gewohnten Grenze merkt man eigentlich kaum was. Der Druckunterschied ist auf den ersten 10 m Wassertiefe nun mal am Stärksten. Irgendwann, so empfand ich das zumindest, merkt man, dass das Atmen etwas schwerfälliger wird. Außerdem wird es natürlich dunkler – und in diesem See merklich kälter. Um damit angeben zu können, wollte ich meinen Tauchcomputer abfotografieren, der mittlerweile 26 m anzeigte. Aber als ich auf das Display meiner Kamera sah, war kaum was zu erkennen. Alles war in einen seltsamen Schleier gehüllt. Als ich meine Kamera umdrehte, merkte ich auch, woran das lag: Auf der Innenseite der wasserdichten Hülle hatte sich Kondenswasser gebildet, das das Trockensalz offenbar nicht aufnehmen konnte. Eine Kontrolle der Temperatur ergab 8 ° Celsius! Das war auch deutlich zu spüren. An dieser Stelle des Sees gab es noch ein paar Installationen, so liegt zum Beispiel eine Lore auf dem Grund, mit der früher die Steine abtransportiert wurden, ein Fahrrad und ein Motorrad. Leider war die Sicht nicht besser geworden, so dass es in der Tiefe sehr dunkel war und die Bilder wegen des Kondenswassers sowieso nicht so wirklich was wurden. Wir drehten eine kleine Runde und kamen bis auf 28 m, dann kehrten wir wieder nach oben zurück. Ich war dankbar, denn das nur ein paar Grad wärmere Wasser weiter oben fühlte sich auf dem Gesicht an wie ein warmer Sommerregen nach einem langen Winter… oder so. Als wir wieder in gewohnten Tiefen waren, fragte uns Majki, ob wir noch mit auf eine weitere Erkundungsrunde mitkommen würde. Annette gab Zeichen, dass ihr kalt war und sie den Tauchgang gern beenden würde. Mir war das recht, ich habe zwar nicht gefroren, aber angenehm fühlte sich das auch nicht an, also ging ich mit ihr zurück. Was die sich wieder anstellt – nur weil’s dann am tiefsten Punkt nur noch 6 ° gehabt hat. Aber Gentlemen wie ich nun mal bin  – und weil man ja nie allein taucht! – begleitete ich sie zurück zum Ausstieg.

Ja. Ich muss zugeben, dass ich die „Bremse“ bei diesem Tauchgang war. Aber als wir dann wirklich „ganz unten“ waren, merkte ich, wie ich anfing zu zittern. Obwohl ich unter meinem Neopren noch einen Unterzieher hatte war es doch deutlich zu kalt für mich. Es tat mir zwar unglaublich leid für Jonathan, denn der sollte in der Tiefe nochmal einen Knoten üben, aber ich hielt es nicht mehr aus. Das macht weder Sinn noch Spaß, wenn es dann doch so kalt ist. Beim höher tauchen merkte ich zwar, dass es deutlich wärmer wurde, aber inzwischen war ich so ausgekühlt, dass selbst das mir nicht mehr helfen konnte. Gezwungenermaßen und äußerst schlecht gelaunt begleitete mich Thorsten zum Ausstieg zurück, um mich hinterher mit Vorwürfen zu überschütten, was für eine Memme ich doch sei. Schnüff!

Frauen ist doch immer kalt. Mir war nicht kalt. Und meine Superthermo-Anzugheizung hat damit gar nichts zu tun!

Das Horka-Fahrrad
Das Horka-Fahrrad

Am Abend dann konnten wir dann das Bestehen unseres „Enriched Air Diver“ angemessen begehen: mit einem Grillabend, zu dem die Leute von der Tauchbasis eingeladen hatten. Wie ich schon schilderte, konnte ich keine selbst erlegten Fische beisteuern, aber okay, ich hab sie ja auch nicht vermisst.

Wenn wir auf die Fische angewiesen gewesen wären, die du hättest fangen wollen, würden wir heute noch da sitzen und auf das Essen warten.

Püh! Ich hätte nur noch ein paar Tarierübungen machen müssen, dann wären die ganz von selber gekommen. Aber Du hast mich ja nicht gelassen. Dafür erfuhren wir, was es mit den zweisprachigen Wegweisern und Ortsschildern auf sich hatte. Wegen der Nähe der Grenze hätte ich die zweite Sprache für Tschechisch oder Polnisch gehalten, aber es handelt sich dabei um Sorbisch (manchmal ist es erschreckend, wie wenig man das eigene Heimatland wirklich kennt). Und unser AOWD’ler erhielt seinen Spitznamen, den Annette bereits erwähnte: Knoppers. Warum? Nun ja, kennen Sie den Werbespruch „Morgens, halb zehn in Deutschland“? Während des Grillabends kam das Gespräch darauf, dass Jonathan es nicht immer so einfach hatte mit dem Aufstehen, dann fiel die Uhrzeit „halb zehn“ – und schwupps! Schon heißt man wie eine Milch-Haselnuss-Schnitte von Storck. Andere hingegen bekamen ihren Spitznamen von ihrer Herkunft (aha?) , und wiederum andere hatten Schwierigkeiten, überhaupt einen Spitznamen zu bekommen.

Komm, komm… du kannst den Leuten schon sagen, dass du „TomTom“ heißt – TomTom, das Navigationsgerät unter Wasser….

TomTom?? Es sollte schon was cooles, passendes sein. Obwohl… TomTom…

Lieber TömTöm? Ist das cooler? 🙂

Jupp, der Abend war lustig. Majki stieß mit uns auch auf unseren Erfolg an, ebenfalls Jonathan war den edleren Tropfen gegen später nicht abgeneigt. Am Anfang noch zurückhaltend genemigte er sich den ein oder anderen Drink aus dem Glas, nur um zum Schluß den Drink gleich aus der Flasche zu nehmen. Auch Majki kam in beschwingte Stimmungslagen und fiel den Leuten der Reihe nach um den Hals (Männer!), was von manchen Leuten als befremdlich aufgefasst wurde.

Grillabend
Grillabend

Der Einzige, der offenbar vernünftig mit Alkohol umgehen kann bin nun eindeutig ICH 🙂

Alkohol ist eine farblose, sich verflüchtigende Flüssigkeit, die beim Vergährprozess von Zucker entsteht und auf bestimmte, auf Kohlenstoff basierende Lebensformen giftig wirkt. (gäääääähn…zzzzzzzz…weck mich wenn der Vortrag vorbei ist…) Du magst damit umgehen können, ich weiß dafür Bescheid. Aber das Bild… das ist jetzt Deine Revanche für Dein Bild mit der Kopfhaube, was?

Ich weiß gar nicht was du willst! Das Bild ist doch nett! Endlich ist mal dokumentiert, dass du nichts freiwillig machst sondern dass man dich zu allem zwingen muss. 🙂

Aber Spaß beiseite, es war ein toller Abend und wir waren wirklich überrascht, wie großzügig und gastfreundlich die Sorben uns Fremden gegenüber waren. Sie werden es hier wohl nicht lesen… aber trotzdem noch mal ein herzliches Dankeschön!

Ja, auch von mir ein Dankeschön. Dieser Abend beendete unseren ersten Besuch am Tauchsee Horka. Wir hatten ein neues Brevet, neue Erfahrungen gemacht und fühlten uns nun gerüstet für den großen Urlaub in Ägypten, der kommen sollte. Und wir fassten den Entschluss, nach dort zurück zu kommen. Unbedingt. Aber bis zum Urlaub sollte es noch ein Weilchen hin sein, trotz allem. Was konnte man in der Zwischenzeit tun?

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HORKA – Das Tauchparadies in Sachsen Teil 3

Der nächste Tag des Nitrox-Kurses… Mit dem neuen Analysegerät waren schließlich auch die Messungen korrekt, so dass wir zum morgendlichen Nitrox-Tauchgang aufbrechen konnten. Diesmal machten wir eine kleine Runde durch den See, wieder an den Haien vorbei (ich erspare mir jetzt den Kommentar) und theoretisch über das alte Pumpenhaus hinweg. Ich schreibe „theoretisch“, weil die Sicht schlechter geworden war. Wir als OWDs waren an die Tiefenbegrenzung von 18 m gebunden, das Pumpenhaus liegt aber wesentlich tiefer. Bei guter Sicht kann man es aber von oben sehen. Das war uns leider nicht vergönnt, lediglich die Rohre, durch die früher, als der Steinbruch noch in Betrieb war, das Wasser vom Pumpenhaus aus dem Talkessel heraus floss, konnten wir bewundern. Auf dem Rückweg kamen wir noch an einer Biertischgarnitur vorbei. Alles in allem sehr ruhig und entspannt, doch beim Sicherheitsstopp auf 5 m kam es zu einer unfreiwilligen Notfallübung: Ich sah kurz weg, um mich in Position zu bringen – und als ich Annette wieder im Blick hatte, war ihr Regulator weg. Er „schwebte“ quasi über ihr, da er abblies und von der ausströmenden Luft hochgedrückt wurde. Während Annette nach ihrem Oktopus griff machte ich einen Satz nach oben und hatte den Regulator mit einem Griff „eingefangen“. Ich drehte das Mundstück nach unten und zum Glück versiegte der Luftstrom. Erst in dem Moment wurde mir bewusst, was ich gerade gemacht hatte. Ich erinnerte mich daran, wie ich beim zweiten Tauchgang des Scuba-Diver-Kurses an Annettes Pressluftflasche klopfen wollte und sie wegen der Unterwasser-Optik verfehlte – und jetzt hatte ich den wesentlich kleineren Lungenautomaten sogar aus der Bewegung heraus erwischt. Nachdem klar war, dass die Situation im Griff war, Annette ein paar Atemzüge aus der alternativen Luftversorgung genommen hatte und dann wieder auf ihren normalen Regulator umstieg, erlaubte ich mir eine kleine verhaltene Freude darüber, dass sich so ganz langsam erste Fortschritte zeigten. Zudem war ich beeindruckt, wie ruhig und zielgerichtet Annette reagiert hatte.

Annette: Liebe Lesenden!

Genau an dieser Stelle möchte ich gerne den sich über Alles selbst lobenden Herrn Reimnitz einmal für eine kleine Zwischenbemerkung unterbrechen! Und die WAHRE Geschichte ans Licht bringen!

Es begab sich nämlich folgende Situation: Wir wollten den Sicherheitsstop machen, und ich passte vermutlich einen Moment nicht auf, jedenfalls kam ich zu dicht an unseren lieben Majki ran. Was sich gleich rächte, denn der machte einen gemütlichen Flossenschlag und trat mir (selbstverständlich unabsichtlich) dabei den Regulator aus dem Mund. Fupp – und das Ding blies ab und war weg. Schön! Nun haben wir alle im OWD Kurs das Zeichen „Ich habe keine Luft mehr“ gelernt, und ich fand, dass ich das GENAU JETZT endlich mal anwenden könnte.  Der Zeitpunkt könnte nicht besser sein! Und jetzt stellen Sie sich vor, was passiert ist. Als „Henne im Korb“, als einzige Frau, umrahmt von zwei starken Männern in einer „Ohne-Luft-Situation“! Ich warf einen Blick nach rechts, einen nach links, die Hand schon fertig parat am Hals,  doch beide Herren beobachteten seelenruhig die Umgebung und KEINER bemerkt, dass die arme kleine Annette keine Luft mehr hat! Tz! Einsam und verlassen! Auf mich selbst gestellt, überlegte ich, wie ich dem nassen Tod entrinnen kann, da fiel mir doch die Situation am Schluchsee wieder ein, als ich damals umständlich nach meinem Regulator gesucht hatte statt den Oktopus zu nehmen. Also gut! Selbst ist die Frau! Dann muss es eben ohne dieses „Keine-Luft-mehr-Zeichen“ gehen. Ich nahm meinen Oktopus, verfluchte meine überaus aufmerksamen regte mich wieder ab, da bemerkte Thorsten, dass irgendetwas nicht stimmte. Er fing meinen Hauptregulator wieder ein und gab ihn mir zurück. Da haben wir`s! Wenn man nicht alles selber macht…

Das sind die emanzipierten Frauen von heute… wollen alles selbst machen und so behandelt werden wie jeder andere, aber wehe, sie stehen einmal nicht im Mittelpunkt, dann ist es auch wieder nicht richtig. Seufz, man hat es schon schwer so als Mann in der heutigen Zeit.

ICH bin überhaupt nicht emanzipiert, ja? Also, ich lasse mir gerne die Tür aufhalten, die Koffer tragen, die Tauchausrüstung schleppen, die Flaschen umherwuchten, das Leben retten,  die Wohnung putzen usw. Ich lasse mir vielleicht nicht unbedingt etwas von einem Mann sagen, ich kann eh alles besser als ein Mann, aber emanzipiert? Wie kommst du denn da drauf…

Den zweiten Tauchgang machten wir wieder ohne Begleitung und mit Pressluft. Wir wollten zurück zu der Biertischgarnitur. Nach der Navigationskatastrophe vom letzten Mal Weil wir befürchten mussten, dass ich wieder falsch navigiere Da mein Umgang mit dem Kompass alles andere als geschickt war (weil du überhaupt keinen Orientierungssinn besitzt….) Weil uns die Unterwasserlandschaft so sehr gefiel, beschlossen wir, den blöden Kompass* diesmal wegzulassen und uns „visuell“ zu orientieren. Außerdem wollten wir nicht weit gehen, nur bis zu der Biertischgarnitur, die wir beim ersten Tauchgang gesehen hatten, um ein paar Bilder zu machen. Von da aus ging es wieder zurück in den vorderen Bereich des Sees, wo wir uns eine Steinplattform suchten und das Tarieren übten. Genauer gesagt handelte es sich um einen Übungsversuch, denn bei mir funktionierte es nicht so recht. Wir tarierten, was das Zeug hielt, so gut es ging. Dann bemerkten wir, dass die in dem See heimischen Barsche an unserem Übungsplatz auf Nahrungssuche gingen und schossen noch ein paar Fotos. Die Fische ließen sich von unserer Anwesenheit nicht beeindrucken. Im Gegenteil, als ich einmal den Grund aufwirbelte, waren sie sofort da und wühlten nach Essbarem.

Dank unserer ungeahnt professionellen Tarierkünste, bei denen wir fast nie den Boden berührten, (wie es halt auch sein soll), hatten die Barsche ein breites Nahrungsangebot. Besonders die Schneise, die Thorsten in die Steinplattform schnitt als er über diese hinweg in die Tiefe rutschte hatte es den Barschen anschließend besonders angetan. Drive-in für Zackenbarsche!

Die Schwerkraft und ich, wir beide werden bestimmt keine guten Freunde mehr. Und die blöden Fische schienen nur drauf zu warten, dass sowas passierte. Äußerst sympathische Bilder schossen mir durch den Kopf, in denen ich die Barsche auf einem Spieß über dem Feuer braten sah. Nicht dass ich Fisch essen würde, nein, es ging mir nur darum, daneben zu stehen und zu sagen: „Ha-ha! Das habt Ihr jetzt davon!“ Und immerhin waren wir für den nächsten Tag von den Leuten der Tauchbasis zum Grillen eingeladen worden, vielleicht könnte man damit das Menü ein wenig erweitern. Aber als ich mein neues Tauchermesser zückte und mich auf die Lauer begab, haute mir Annette auf die Finger. He, ich bin ein Mann! Die Jagd liegt uns sozusagen im Blut! Aber sie war unerbittlich. Na wartet, Ihr Barsche, diesmal seid Ihr noch davongekommen, aber ich werde wiederkommen…

Als bekennender Tierfreund und auch Fischfreud hab ich dir selbstverständlich auf die Finger gehauen. Die Barsche waren zudem viel zu klein, da hättest du den ganzen Tauchsee leerjagen müssen, damit die ganze Rasselbande satt geworden wäre. Jäger und Sammler…pf! Jagen ja, aber Sammeln? Was denn? Blaue Flecken? 🙂 Die Barsche hatten einen Festtag bei unseren eher hilflosen Versuchen, auf den Flossenspitzen zu balancieren. Die Zacken standen vor lauter Freude senkrecht in die Höhe! Gönnen wir ihnen doch diesen besonderen Tag!

*Randbemerkung: Der Kompass ist nur so blöd wie sein Besitzer. Oder anders ausgedrückt: Anwenderfehler 🙂

Nein, kann gar nicht sein, denn diesen Kompass habe ich gebraucht von einer Frau gekauft, kein Wunder, dass der es nicht so hat mit dem Richtung anzeigen. Aber das treib ich ihm schon noch aus, wirst sehen!

Ein Flussbarsch im Tauchsee von Horka
Ein Flussbarsch im Tauchsee von Horka

Wir hatten zwar vor unserer Reise nach Horka mal in Betracht gezogen, möglicherweise noch einen dritten Tauchgang jeden Tag zu machen, doch davon sahen wir ab. Die zwei, die wir machten, reichten uns vollkommen. Und wie sch0n erwähnt hatten uns die Leute von der Basis für den nächsten Abend zum Grillen eingeladen, also machten wir uns auf den Weg in den nächsten Ort, um Einkäufe zu tätigen. Dabei fielen mir einmal mehr die zweisprachigen Ortsschilder und Wegweiser auf. Der Ort selbst gehörte zu der Sorte, die Reisejournalisten gerne mit der Vokabel „pittoresk“ umschreiben, ohne wirklich zu wissen, was das eigentlich bedeutet. (weißt DU denn, was das bedeutet??) (Ja, klar!)

Gott sei Dank! Keine 3 Tauchgänge! *ächz! Diese Treppen sind eine Katastrophe! Mit der ganzen Ausrüstung! Kann man da nicht mal einen Treppenlift installieren?

Also, bei der Geschwindigkeit, mit der sich ein Treppenlift vorwärtsbewegt, hätten wir allerhöchstens einen Tauchgang am Tag geschafft, weil wir erst bei Anbruch der Dunkelheit wieder oben angekommen wären. (wenigstens ne klitzekleine Plattform, die hoch und runter fährt? Muss ja kein Lift am Geländer sein…) Aber a propros „Anbruch der Dunkelheit“: Für Jonathan, den AOWD-Schüler, stand an diesem Abend aber noch etwas besonderes an: ein Nachttauchgang. Ich bin mit den beiden an den Einstieg gegangen und habe sie von der Plattform aus beobachtet. Es war faszinierend, die Lichter der Tauchlampen im tieferen Wasser verschwinden zu sehen. In völliger Dunkelheit bin ich dann ohne größere Verletzungen die Treppe zurück zur Basis. Und psst! Verraten Sie das ja nicht Annette, aber irgendwie war ich froh, dass wir die Prüfung schon am Abend zuvor gemacht hatten. (ach, da schau her! Erst die Einrichtung vor lauter Wut zertrümmern und dann nachher froh sein…) He! Wer hat ihr das jetzt verraten? Du? Oder Du? Wer war das? Raus damit, ich will es wissen! Ach DU! Abmarsch, zurück in die letzte Reihe! Immer das gleiche, einer ist immer dabei, der die Klappe nicht halten kann. (war bestimmt ne Frau! Wir können nicht navigieren, sind emanzipiert und außerdem tratschen wir auch noch! 🙂 )

Am Tag darauf sollte noch ein Extra-Nitrox-Tauchgang anstehen, in dem wir ein paar Notfallmanöver erklärt bekommen sollten. Mit Sauerstoff angereicherte Luft mindert zwar die Auswirkungen des Stickstoffs, birgt ihrerseits wiederum ein paar Risiken, auf die man vorbereitet sein sollte. Majki war es wichtig, dass wir wenigstens ein paar Manöver kennenlernen, die man normalerweise erst beim „Rescue Diver“ lernt. Uns war das recht. Schließlich kann man nie genug vorbereitet sein.

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HORKA – Das Tauchparadies in Sachsen Teil 2

50 % der Flat Flute Divers hatte die erste Nacht in Horka damit verbracht, Mücken zu jagen. Die anderen 50 % hatten geringfügige Einschlafschwierigkeiten aus Gründen, die wie immer nicht ausreichend genug erforscht wurden. Wahrscheinlich, weil es so ruhig war im Zimmer.

Annette: 50% der Flat Flute Divers schlugen am nächsten Morgen die Augen auf und sahen auf die unzähligen Leichen an den Wänden. Erschreckend, dass ein Flat Flute Diver zu so etwas überhaupt fähig ist. Das schlechte Gewissen kroch in mir hoch, dass ich so viele Leben in nur einer Nacht auslöschen musste. Mit dem Vorsatz, meinen Weg nicht mit noch mehr Leichen zu pflastern, stand ich auf und beschloss als Zeichen meines guten Willens nicht auch noch Majki umzubringen für sein Geschnarche, sondern ausnahmsweise mal Gnade vor Recht walten zu lassen…

Doch am nächsten Tag ging es los! Gestärkt durch ein Selbstversorgerfrühstück machten wir uns an die erste praktische Einweisung des „Enriched Air Diver“-Kurs. Muss ich erwähnen, dass wir beide die Kursunterlagen in den Wochen vor dem Kurs förmlich aufgesogen hatten (das Resultat davon sollte sich am gleichen Abend zeigen 🙂 )? „Nitrox“ oder „enriched Air“ ist Luft, deren Sauerstoffanteil erhöht wurde, wodurch der Stickstoffanteil verringert wird. Da es sehr wichtig ist, genau zu wissen, mit was für einer Mischung man taucht, ist das erste, was der Taucher macht, die Luft in seiner Flasche zu analysieren. Zwar kann man sich bei einem guten Gasmischer darauf verlassen, dass er keinen Pfusch baut, Kontrolle ist aber trotz allem besser. Und sogleich bekamen wir demonstriert, warum es wichtig ist, ein eigenes Analysegerät zu haben. Majki hatte eine 32%-Mischung bestellt und es sollte eigentlich auch eine sein. Nachdem das Gerät auf 21 % kalibriert war, konnte man sehen, wie die Anzeige, sobald es an die Flasche angeschlossen war, stieg: 25 %… 30 %… 32 %… 33 %… okay, noch innerhalb der Toleranz… 34%… hä? In der Tat blieb die Messung erst bei 37 % stehen. Wie sich bei einem Vergleich herausstellte, funktionierte das Gerät nicht richtig.

Dann machten wir uns daran, unsere Ausrüstung anzulegen. Dabei stellte sich heraus, dass an Annettes Anzug ein Faden hing; eine Naht an der Schulter war aufgegangen. Aus der Spurenlage kombinierte ich folgerichtig, dass der Faden wohl nicht so fest saß und vom Klett des Nackenverschlusses aufgerissen worden war.

(Also wenn ich dich nicht hätte… Sherlock… dann wüßte ich wirklich nicht, was ich tun sollte. Deine detektivischen Fähigkeiten sind unglaublich. Es wäre jedoch praktischer, wenn du dir mal handwerkliche Fähigkeiten aneignen würdest. Dann hättest du den Faden gleich mal wieder annähen können.)

Frauen! Mit nichts zufrieden. Immerhin habe ich mich eingebracht.

Dann aber stand die erste Herausforderung an: in voller Montur (die über 20 kg wiegt) die Treppe am Steinbruch heruntergehen, um zum Wasser zu gelangen.

Auf dem Weg von der Basis Horka zum Tauchsee
Auf dem Weg von der Basis Horka zum Tauchsee

Ein Frühsport der besonderen Art, eine Kombination aus Gewichtheben und Hindernis-Gehen. Schließlich aber kamen wir unten an. Die Treppe führt bis ins Wasser und dort sogar noch weiter bis in drei Meter Tiefe. Neben der Treppe befindet sich eine Schwimmplattform, die… äh… ja… ganz nett ist, um Sachen drauf abzulegen (bei Bedarf auch fotografierende Schweizer). Und für andere nützliche Zwecke.

Wir richteten uns, um die Ausrüstung in Position zu bringen und…

„Geh doch da rein je-hetzt!“

Okay, Madame hatte ihr Blei noch nicht gerichtet. So wurde es zu meiner Aufgabe, mit HANDSCHUHEN (!!!!) (und zwei linken Händen, hast du vergessen zu erwähnen) ihr Trimmblei in die entsprechenden Taschen im Jacket zu stecken. Nun, nicht dass nicht gern an ihr rumfummle, wenn man mich schon dazu auffordert, aber die Tatsache, dass ich Handschuhe trug und sie in einem Neoprenanzug steckte, dämpfte die erotische Komponente erheblich.* Noch dazu, da dieses Hagel-und-Granaten-Blei einfach nicht in die Tasche reinwollte!! Mit Eidgenössischer Hilfe in Form des AOWD-Schülers Jonathan, der mit an die Plattform gekommen war, schafften wir es aber dann doch, die Gewichte in sämtlichen Taschen zu verstauen.

"$*#@! Blödes Blei, gehst Du jetzt da rein?"
"$*#@! Blödes Blei, gehst Du jetzt da rein?"

*Ich wußte ja schon immer, dass Du anders bist als alle anderen Menschen. Aber wie man doch auf diesem Bild erkennt, (danke übrigens, ich liebe es, mit dieser bekloppten Kopphaube abgelichtet zu werden) befindet sich das Trimmblei hinten in meinem Jacket. Insofern würde ich gerne mal wissen, was daran EROTISCH sein soll! Dein heißer Atem in meinem Genick? 🙂

Nicht mal das funktioniert ja, wenn man die ganze Ausrüstung anhat. Ich sagte es ja. Jedenfalls, dann ging es ab ins Wasser. Beim Abtauchen hörte ich das Surren eines Motors – es waren Aquascooter-Fahrer unterwegs. Sowas. Und wir mussten uns mit Muskelkraft fortbewegen.

Der „Enriched Air Diver“ ist eigentlich – zumindest für den Lehrer – ein relativ undankbarer Kurs. Wenn man mit Nitrox richtig umgeht, merkt man nämlich eigentlich keinen Unterschied zu einem anderen Tauchgang. Es ist die Vorbereitung, auf die es ankommt und die aufwändiger ist, außerdem muss man auf die für die eigene Mischung geltende Tiefe achten. Aber während des Tauchens ist eigentlich nichts anders. Den „Effekt“ von Nitrox kann man nicht vorführen, und mal einfach so die Sicherheitstiefe unterschreiten, um dem Schüler zu zeigen, wie sich so ein Krampfanfall anfühlt, ist keine gute Idee. Andererseits ist es auch entspannt, weil man sich auf den Tauchgang konzentrieren kann. Und so erforschten wir den Tauchsee von Horka.

Die Sicht war an diesem Tag gut, aber nicht ganz gut. Nachdem wir ein paar Meter getaucht waren, nahm ich in der Ferne einen Schatten war. Und dann brach er durch die Diese und kam auf uns zu: der König der Meere, Carcharadon carcharias, der „große weiße Hai“, das Maul halb geöffnet und seine gewaltigen Zähne präsentierent. Zur Sicherheit bewegte ich mich in eine aufrechte Position, um diesen schnellen Jäger nicht zu provozieren und legte meine linke Hand an mein Tauchermesser, wohlwissend, dass ich diesem Giganten damit nichts entgegenzusetzen hatte, aber es gab mir ein beruhigendes Gefühl. Ich hatte Glück, es war ein kleines Exemplar, nur ungefähr zwei bis zweieinhalb Meter lang; sollte es zu einer gefährlichen Situation kommen, würde ich vielleicht doch eine Chance haben.  Ich positionierte mich vor Annette, um ihr im Notfall Schutz zu geben. Dann achtete ich darauf, ob der Hai Zeichen zeigte, dass er uns aus seinem Revier haben wollte.

Auge in Auge mit dem "Räuber der Meere"
Auge in Auge mit dem "Räuber der Meere"

Bereits vor dem Tauchgang erklärte uns Majki, dass in dem Tauchsee Haipuppen installiert worden waren, und bei schlechterer Sicht kann man erschrecken, denn sie tauchen urplötzlich aus der Dunkelheit auf. Wir tauchten ein Weilchen, bis wir sie erreichten. Aus der Entfernung sahen sie richtig echt aus. Ich ließ mich absinken und begab mich auf Augenhöhe, um die Attrappen zu fotografieren, da schoss plötzlich Thorsten mit einem Messer bewaffnet an mir vorbei und schlug mir fast die Kamera aus der Hand. Mir war nicht klar, was ihn in diesem Moment gebissen hatte, der Hai konnte es nicht sein, Attrappen beißen ja nicht. Leider trug sein merkwürdiges Verhalten dazu bei, dass mir die Bilder verwackelten.

He, ich bin ein Held! Bisse von Plastikhaien können ganz schön gefährlich sein, weil… weil… darum eben! Zur Deiner gepflegten Information, ich habe Dich unter Einsatz meines eigenen Lebens und meiner Gesundheit gerettet! Ich habe die Haie in Schach gehalten, damit Du sie fotografieren konntest. Und weil Du dabei vor Aufregung so gezittert hast, deswegen sind die Bilder verwackelt!

Ich habe höchstens vor Wut gezittert weil die Bilder nichts geworden sind!

Dieser Tauchgang war jedenfalls eine ziemliche Abwechslung zum Schluchsee, nicht nur wegen der völlig anderen Unter-Wasser-Landschaft, auch wegen der Sichtweiten. Nachdem wir unsere erste Erkundungsrunde beendet hatten, durften wir die Stufen wieder nach oben steigen und uns an der Basis unserer Ausrüstung entledigen. Danach wurde der Tauchgang nachbesprochen. Wir legten eine Pause ein, während Majki sich um seinen AOWD-Schüler kümmerte.

Dann brachen wir zu einem „normalen“ Tauchgang auf. Die erste Überraschung brachten unsere beiden Tauchcomputer, die sich weigerten, von Nitrox auf Luft zurückgestellt zu werden. Wir mussten sie auf „Nitrox 21 %“ einstellen (21 % = normaler Sauerstoffgehalt der Umgebungsluft), wie wir erfuhren, ist das Absicht. Dann erkundeten wir den See auf eigene Faust. Es gibt einige Installationen für Taucher, die Haie sind nur eine davon. Ohne zu viel verraten zu wollen, aber es gibt diverse Figuren, in größerer Tiefe auch ein Fahrrad und ein Motorrad. Mal ganz davon abgesehen ist die Umgebung faszinierend, die steil abfallenden Wände, die gebrochenen Steine, die so daliegen, als hätte man die Arbeit an dem Steinbruch einfach eingestellt – und bei genauerer Betrachtung ist ja genau das passiert. Und natürlich jede Menge echte Fische, die sich wiederum als sehr geduldig für Taucher herausstellten.

Da ich nun endlich meinen Kompass hatte, fiel mir die ehrenhafte Aufgabe zu, die Führung zu übernehmen und zu navigieren. Auf der Basis unseres Nitrox-Tauchgangs hatte ich einen Bogenkurs (WAS? Das ist mir ja das Neueste!) berechnet und geplant, der uns ein Stück in den See hinein-, und dann wieder in Richtung der Basis zurückführen sollte. Punktgenau wie ich es berechnet hatte, landeten wir eine Bucht links neben dem Ein- und Ausstieg, ungefähr fünfzehn Meter von der Treppe weg.* Das war eine kleine Herausforderung, die ich in meine Kursberechnung mit aufgenommen hatte. Zurück zum Ausgangspunkt zu navigieren, das wäre ja einfach gewesen. Ich wollte es etwas schwieriger haben und hab es auch geschafft. Ja-ha, das hab ich wohl.

Tauschee Horka: Einstieg und Schwimmplattform vom Wasser aus gesehen
Tauschee Horka: Einstieg und Schwimmplattform vom Wasser aus gesehen

*So. Dann darf der werte Herr heute mal navigieren. Der Mann, der Bauchkrämpfe vor Lachen hatte, weil ich im Schluchsee Schwierigkeiten hatte. Der Mann, der keine Gelegenheit ausläßt, mich mit meinen Schwächen aufzuziehen. Na dann… ICH hab Navigationspause! ER hat ja jetzt einen eigenen Kompass. Und kann ja eh alles besser als ich!  Ich schwimme nur deinen Flossen hinterher! Jaja. Öhm… wo sind wir denn jetzt? Das hier kenn ich noch nicht! Aha, und jetzt kommt das Auftauchzeichen. Kenn ich. Hab ich auch immer so gemacht, wenn ich nicht mehr wusste, wo wir waren. Aber, aber… Herr Supernavigator, was machen wir denn hier in der Bucht NEBEN dem  Ausstieg! Sind wir vom Kurs abgekommen? Und das in einem so begrenzten Gewässer wie der Tauchsee Horka? Ach nein, oben schriebst du ja was von einem „Bogenkurs“. Punktgenaue Berechnung… ist klar.

Sabotage! Ich habe alles genau berechnet! Es muss sich um technisches Versagen handeln! Ja genau, das Eisen in der Treppe am Ein- und Ausstieg hat die Kompassnadel abgelenkt!

Bestimmt sogar. Aber es könnte auch ein Tauchkollege gewesen sein, der sich zufällig in deiner Nähe aufhielt und auch noch ein stark eisenhaltiges Mittagessen zu sich genommen hatte. Erbseneintopf zum Beispiel… Das Leben ist ja richtig gemein zu dir!

Ja. *Schluchz!

Am Abend war die Theorie dran. Sie erinnern sich, dass ich was davon schrieb, dass wir die Theorie schon vorher aufgesogen hatten? Wir bekamen einen Vortrag, rechneten Beispiele durch – und dann machten wir die Prüfung, die wir mit Bravour bestanden. Hat mich nur ein paar Nerven gekostet, aber mein Gott, jeder Mensch hat 760.000 Kilometer Nervenfasern in seinem Körper, was bedeuten da schon ein paar weniger? Aber sie war geschafft. Nun mussten wir die Theorie mit Praxis so weit wie möglich unterfüttern. Und dazu sollten die nächsten Tage dienen. Da man uns einen Tauchgang mehr als eigentlich für den Kurs vorgesehen war angedeihen lassen wollte, würde wir auch Notfallmanöver üben.

Kurzbericht des Notfallmanövers 1: Flat Flute Diver (männlich) in Panik (die größte Anzahl an Tauchunfällen erfolgt ÜBER Wasser, Lehrbuch „Rescue Diver“ Seite sowieso)

Am Abend diskutierten wir die Theorie. Ich habe gerne Prüfungen hinter mir, deshalb bestand ich drauf, die Prüfung sofort zu machen. Der Tag war lang gewesen und anstrengend, und leider war es auf der Basis auch laut. Das lenkte zugegebenermaßen ab, aber ICH, das Konzentrationsgenie, hatte damit keine Probleme. Im Gegensatz zu Thorsten. Von Minute zu Minute sah man seine Stirnadern anschwellen, weil er sich „verzettelt“ hatte. Leider hatte er den kritischen Punkt bereits überschritten, in dem er sich durch einen Moment Ruhe hätte wieder fangen können. Bei den Diskussionen hallte seine Stimme immer lauter von den Wänden wider, und inwischen sah ich sogar das Mobiliar in Gefahr. Zusammengeballte Fäuste, pochende Stirngefäße, wutverzerrtes Gesicht! GEFAHR! STOPPEN, DENKEN, HANDELN! / Lehrbuch PADI Rescue Diver Seite sowieso).  Da hilft nur eins: Bergen aus der Gefahrenzone, Unterbringung in einer Isozelle (Tür zu!) und Ablenkung. Beruhigende Stimme. Sanfte Worte. Bei Bedarf auch Psychopharmaka, bereits in der Fertigspritze aufgezogen in meiner Hosentasche. Mit Notfallsituationen kenn ich mich aus! Aber dank meiner psychologischen Fähigkeiten konnte ich die Situation ohne medikamentöse Hilfe in den Griff bekommen. Die Tür wurde wieder geöffnet und die Prüfung war bestanden!

Sie erwarten nicht allen Ernstes, dass ich dazu was sage? Nö. Tu ich nicht. Ich bin die Ruhe selbst…. grrrrrrrrrrrrrrrrr… *Zähneknirsch

Notfallmanöver 2: Flat Flute Diver (weiblich) NICHT in Panik (oder: vorbildliches Verhalten in einer kritischen Situation)(Lehrbuch: Rescue Diver für Flat Flute Diver, Seite sowieso)

Die Situation: Ein Mädchen geht nach erfolgreicher Prüfung in ihre Schlafunterkunft und wird mit einer Spinne konfrontiert. Gelassen klopft sie an die Türen der männlichen Mittaucher und bittet einen, die Spinne zu entfernen. Ach, Jonathan… mein Held! *schmacht

An dieser Stelle könnte ich mich lang und breit darüber echauffieren, dass „Madame Ungeduld“ es nicht abwarten konnte, bis ich das Problem gelöst hätte (6 Wochen später bei deiner „ausgeprägten Ruhe….“, bis dahin wäre die Spinne längst von selbst verstorben und ich hätte eine weitere Leiche in meinem Zimmer gehabt!) , sondern gleich Rotalarm auf der ganzen Basis ausgelöst hat. Ich tu’s aber nicht, denn ich bin die Ruhe selbst. Denn wissen Sie, wenn Madame dann beim Schreiben aus Versehen ein Bild aus einem Artikel unserer Webseite löscht (oder so), dann bin ich wieder der Held, der es richten darf. Ja, bin ich. Ich hab ja schließlich auch Narben (man beachte die Mehrzahl: Narben). (von Plastikhaien wohlgemerkt…)

Immerhin, so weit waren wir den Kurs mit Erfolg angegangen. Und zwei Tauchtage warteten noch auf uns. 🙂

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HORKA – Das Tauchparadies in Sachsen Teil 1

Die erste Tauchausfahrt unseres Taucherlebens…

Ja, so war es wirklich. Gerade war ich von Ägypten wiedergekommen, kaum zwei Tage zu Hause, und schon durfte ich wieder tauchen gehen. Doch dieses Mal war es etwas Besonderes, denn wir übernachteten auf einer Tauchbasis und durften das erste mal den „Lifestyle des Tauchens“ hautnah miterleben. Wir waren richtig gespannt.

Da wir eh vor hatten, den Nitrox-Kurs noch vor unserem Tauchurlaub im November zu machen, bot es sich an, ihn in Horka zu machen. Doch bevor es soweit war, galt es erst einmal einige andere kleineren Hindernisse zu nehmen.

Zuerst einmal – Horka liegt um die 700 km von uns entfernt. Das heißt, Koffer packen, Tauchausrüstung samt Flaschen, und natürlich Verpflegung, denn die Basis ist für Selbstversorger ausgerichtet.

Thorsten fährt einen Lupo, in den zwar erstaunlich viel hereingeht, aber indiskutabel für eine Fahrt mitsamt dem halben Hausrat ist. Ich fahre einen Audi, schon besser, aber dank des Stufenhecks brauchte ich auch nicht einmal im Traum dran zu denken, die Gegenstände alle unterzubringen. Höchstens mit offenem Dach. Und Thorsten hätte auch noch auf Koffern sitzen müssen. Thorsten? Äh… Thooorsten! Das mit dem offenen Dach war wohl doch keine so gute Idee…

Da war guter Rat teuer. Aber… wie es der Zufall so will, sprach mich mein Vater an. Er fährt noch einen uralten Passat Kombi. Und den wollte er wegtun, da er selber nicht mehr fahren kann. Wegtun? Ja, war er von allen guten Geistern verlassen? Das PERFEKTE Flat Flute Diver Auto wurde an diesem denkwürdigen Tag geboren!

Thorsten: Auf zum Flat Flute Diver Mobil! Nanana nanana – Flate Flute!

Und Leute, lacht nicht, selbst der Passat Kombi war genagelt voll. Alles nur wegen Thorsten. Ihr macht Euch kein Bild, was der alles mitgeschleppt hat. Mein Gepäck war dezent…aber Mr. „Ich-muß-immer-übertreiben“ hatte an (fast) alles gedacht. Und da heißt es immer, Frauen würden so viel Zeug mitschleppen – weit gefehlt! Meine Augen wurden umgekehrt proportional immer größer zum Platz im Kofferraum…

…so, jetzt mal schauen, Abendgarderobe für Galaempfänge, Taschenlampe, Ersatztaschenlampe, Taschenlampe als Ersatz, falls die Ersatztaschenlampe ausfällt, Neoprenreparaturset, Nähmaschine, Dampfbügelstation, Kuckucksuhr (des Heimatgefühls wegen; ich wohne zwar nicht im Schwarzwald, aber ist halt ein Stück Stüddeutschland), Notfallapotheke, Werkzeugkasten, um die Notfallapotheke aufzukriegen, 200 Liter Wasser, falls der See Niederigstand hat…

(du hattest ein Neoprenreparaturset dabei? Und ne Nähmaschine? Wieso sagst du nichts? Dabei hast DU doch festgestellt, dass an meinem Neopren ein Faden aufgegangen ist!)

(Dabei ja – aber leider kenn ich mich mit dem Zeugs nicht aus. Hätte ja sein können, dass uns ein Schneider über den Weg läuft.)

Aber immerhin. Innerhalb kurzer Zeit waren wir startklar (nachdem Herr Reimnitz selbstverständlich 15 Minuten zu spät kam…) und konnten abfahren. Über Ravensburg Richtung Ulm, weiter Richtung Hof, Dresden, so war die grobe Route vorgesehen. Glücklicherweise gibt es heutzutage Navigationssysteme.

Bij de rotonde links afslage… wie bitte?

(Wer bitte hat das Navigationssystem auf holländisch eingestellt??)

(Das war ich. Noch nie was vom „fliegenden Holländer“ gehört? Ich dachte, so kommen wir schneller ans Ziel.)

Die Fahrt verlief soweit störungsfrei. Thorsten entpuppte sich als schlechter Beifahrer, da er bei jeder Gelegenheit nervös zusammenzuckte, entweder mitbremste oder schon die Hand an der Tür zum Aussteigen hatte. Dummerweise vergaß er, den Sicherheitsgurt vorher zu lösen, so konnte er nicht abspringen. Hähä.

He, würden Sie einer Frau trauen, die mit einem völlig überladenen Auto durch die Gegend fährt? Und dass ich nicht abgesprungen bin, hat nur einen Grund: Weil Du die Kindersicherung in der Tür aktiviert hattest!

Überladen? Sag mal gehts noch? Was kann ich dafür wenn DU den halben Hausrat einpackst?? Ich hätte doch den Audi nehmen und das Dach offen lassen sollen…

Nachdem wir ungefähr dreiviertel der Strecke zurückgelegt hatten, erreichte uns ein haarsträubender Anruf von Majki. Stolz, pünktlich weggekommen zu sein, wähnten wir uns kilometerweise vor ihm, doch es stellte sich heraus, dass ER kilometerweise uns voraus war. Ich konnte mir das nicht erklären. Kann nur an der Zeitverzögerung wegen dem Beladen des Autos gelegen haben… tzzzz…

Frauen! „Männer sind doch alle gleich“, heißt es immer. Und wenn mal einer nicht gleich ist, ist es auch nicht recht. Ha! Dafür dafür benutz ich mein Hochleistungsmückenradar jetzt allein! So!

Kurz vor dem Ziel mussten wir leider nochmal tanken, denn mein Tank ließ uns netterweise 20 km vor Horka im Stich. Dadurch verzögerte sich unsere Ankunft nochmal, was Mr „Ungeduld-Majki“ veranlasste, sich noch einmal telefonisch zu erkundigen, ob wir noch leben würden. Ich schon… Thorsten auch, denn er hatte es ja nicht geschafft, aus dem fahrenden Auto zu springen (die Kindersicherung, Sie erinnern sich?). Aber ich will nicht schimpfen, er hat sich auch nützlich gemacht. Als ich getankt habe, reinigte er vorbildlich meine Scheiben. 😀

Reiner Selbstschutz! So viele Mücken und Fliegen und sonstige Insekten, die da von draufklebten… kein Wunder, dass Du die letzten paar Kilometer schon Schlangenlinien gefahren bist.

Endlich da!

Wir begrüßten uns erst einmal herzlich, dann lernten wir „Knoppers“ kennen, (zu dem Zeitpunkt hieß er noch Jonathan), der vor lauter Hunger schon fast vom Fleisch gefallen war. Nach einer kurzen Essenspause begannen wir mit dem gemütlichen Teil des Abends. Schwätzen, trinken, spielen. Und zwar Karten. Man nennt das Spiel auch „Arschloch“. Die Rollen waren bald klar verteilt. ICH war natürlich Dauerkönig, Thorsten und Majki abwechselnd Dauerarschloch (zensiert) die ewigen Verlierer. Der Abend war wirklich lustig, auch wenn wir unseren schweizer Eidgenossen erst mal kaum verstanden haben.

„WIR“? Ich höre immer „wir“… DU hast den Eidgenossen nicht verstanden! Ich bin familiär vorbelastet, was Schwyzerdüütsch betrifft, mir war jedes Wort so klar wie… Fischsuppe!

Moment mal! Du hast gesagt, du seiest ein Preuße? Und jetzt dann noch Schweizer? Ich glaub ich spinne! Was bist du denn für ein Mischling hä? Hast du ne Steuermarke am Halsband? 😀

Ich hab nicht gesagt, dass ICH Preuße bin, meine Familie kommt aus dem Eck. Aber das ist schon lang her. Und Schweizer eigentlich auch nicht – Grenzgebiet Deutschland-Schweiz, aber deutsche Seite. Und außerdem, wenn Du ein bisschen mehr Interesse für unsere südlichen Nachbarn zeigen würdest, hättest Du die Sprache auch lernen können. Nimm Dir ein Beispiel an mir! Ich bin nämlich in Rheinland-Pfalz geboren und hab ihn trotzdem verstanden! Bäh!

Tu ich doch! Hab ich doch! Hyvää päivää! Puhutko saksaa? 😀

🙂 Kyllä, mutta valitettavasti puhun vain vähän suomea. Wij spreken juist van het Zwitserse Duits!

Dann bezogen wir unsere „Zimmer“. Spartanisch eingerichtet, aber nett und sauber. Nachdem ich erst mal 17   Mücken totgeschlagen hatte, begab ich mich zur Nachtruhe. Wohlig kuschelte ich mich unter die Decke und wollte gerade den Lichtschalter ausmachen, da hörte ich ein dezentes Sägen in meinem Ohr. WER SCHNARCHT HIER? Das darf echt nicht wahr sein! Thorsten ist das nicht, das weiß ich von good old egypt her, das kann ja nur… EINER sein. MAJKI! Ich überlegte. Was tun? Wüste Handzeichen würden hier nicht weiterhelfen, aber ich wußte auch nicht, an welche Tür ich hämmern sollte. Das Schnarchen schwoll crescendomäßig an, dann wurde es wieder leiser. So kann ich nicht schlafen. *grummelgrummel. Ich versuchte es mit „Tauchflaschenzählen“. Nutzte nix. Zudem, welche Flasche springt schon über einen Zaun…dann kam mir die rettende Idee. Ich bezog die leere Bettdecke neben mir, zog sie hoch, so, dass sie über meinem Ohr lag. Das Sägen wurde augenblicklich leiser. Sehr gut. So schlief ich dann ein, gespannt auf den nächsten Tag und mit dem Vorsatz, Majki erst mal am nächsten Morgen ordentlich den Rost runter zu machen… 😉

Dann bezogen wir unsere „Zimmer“. Spartanisch eingerichtet, aber nett und sauber. Nachdem ich keine Mücken erledigen musste, begab ich mich sofort zur Nachtruhe. Wohlig kuschelte ich mich unter die Decke und löschte das Licht. Dann schlief ich ein, ich hatte einen tiefen, gesunden Schlaf. ÄTSCH!

WER will das wissen??? WO ist der Bus mit den Leuten, die das interessiert? Und zudem konntest du nicht sofort einschlafen, das ist gelogen. Du hast ja immerhin gedacht, dass du auf ner Baustelle mit Presslufthammer schläfst, weil ich dauernd gegen die Wand geschlagen hab (Mücken…). Seliger Schlaf… dass ich nicht lache…

Du gönnst einem aber auch gar nichts. Ich möchte wetten, Du hattest gar keine Mücken im Zimmer, Du hast einfach so an die Wand gehauen, weil Du mir den ruhigen Schlaf nicht gegönnt hast. Deswegen ist auch bei jedem Rumpler ein Stück Putz von der Wand gefallen. Na, die nächsten Tage können ja lustig werden.