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Flat Flute Divers #29: Ausflug nach Chrysi Island, Teil 2 | ProDrenalin 2.0 im Test

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https://youtu.be/lQm1QAUHuZA

In der letzten Folge, die auf Kreta aufgenommen wurde, wird noch ein Produkttest nachgeholt: Die Software ProDrenalin ist mittlerweile als Version „2 Plus“ erhältlich und hat gegenüber der Version 1 ordentlich an Funktionen gewonnen. Wie lässt sie sich bedienen und wie sieht das Ergebnis aus?

Die Software gibt es auf der Webseite von ProDAD: www.prodad.com

Die Flat Flute Divers im Internet:

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ie Flat Flute Divers sind ein Teil des Phantastischen Projekts:
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Flat Flute Divers #28: Ausflug nach Chrysi Island, Teil 1 | OxyLED Diving Flashlig DF20 im Test

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https://youtu.be/1ycPez2ayZw

Die Flat Flute Divers in Kreta: Die Gelegenheit wird ausgenutzt, um einen schon länger anstehenden Test durchzuführen, nämlich den der OxyLED Diving Flashligh DF20. Dabei handelt es sich um eine wasserdichte Taschenlampe, die auch für Taucher geeignet sein soll. Wie sie sich im Einsatz schlägt, zeigt dieses Video.

Bestellen kann man die Lampe auf der Seite von AMAZON, wo es auch noch weitere Rezensionen zu lesen gibt: http://d.phan.pro/xy20 *

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* Sponsored Link. Wird der Link angeklickt und die Lampe dort gekauft, erhält der Ersteller dieses Videos eine Vermittlungsprovision. Diese Provision hat keine Auswirkungen auf den Preis, sie kann auch nicht als Nachlass gewährt werden. Der Vermittler erhält auch keine persönlichen Daten des Käufers, lediglich die Information, dass ein Kauf getätigt wurde.

 

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Flat Flute Divers – 2016er Impression…

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https://youtu.be/1nUc_lIjI-M

Es ist ruhig geworden um die Flat Flute Divers… doch etwas tut sich. Hier ist eine 2016er Impression.

 

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Thorsten Reimnitz: Fast schon vergessen

Diese Woche erscheint der Artikel mal um einen Tag vom üblichen verschoben. Warum ist das so, mag der regelmäßige Leser fragen. Nun, schuld daran bin ich… irgendwie. Zwar wurde ich an einem Dienstag geboren, aber mein Geburtstag fällt dieses Jahr auf einen Mittwoch. Da es sich noch dazu um einen „runden“ handelt, habe ich mir die kleine Eitelkeit herausgenommen, heute mal mich so ganz in den Mittelpunkt zu setzen.

Tauchausrüstung 1980er Jahre - fast komplett (nicht im Bild: Badehose)
Tauchausrüstung 1980er Jahre - fast komplett (nicht im Bild: Badehose)

Zu Geburtstagen schaut man gern mal zurück auf das, was war und wie es sich im „Jetzt“ darstellt. Zumindest ich mache das gern. Immer wieder mal. Und zu runden Geburtstagen ganz besonders. Da es hier um das Tauchen geht, werde ich nur diesen Aspekt meines Lebens beleuchten, die anderen finden anderswo statt. Natürlich bin ich schon auf meine „Taucher-Geschichte“ eingegangen zu Beginn dieses Blogs, aber wie ich von einer Freundin erinnert wurde, habe ich etwas vergessen. Sowieso scheinen mir bei der Beschreibung lauter kleine Details „rausgegangen“ zu sein. Es ist halt schon sehr lang her. Und seit heute wieder ein Stückchen mehr länger her. Oder so. Bevor ich fortfahre, allerdings noch eine kleine Warnung: das hier soll keine Chronologie sein, nur eine persönliche Reflektion. Der Text wird wohl so sprunghaft sein, wie meine Gedanken manchmal sind.

Gehen wir etwas mehr ins Detail, was meine Jugendzeit betrifft. Schon als Kind war ich eine so genannte Wasserratte. Dass wir am Bodensee wohnten, kam dem sehr entgegen. Durch Fernsehberichte und Serien wie „Flipper“ war ich vom Tauchen fasziniert, aber auf der anderen Seite durch Berichte über tödliche Tauchunfälle auch wieder abgeschreckt. In den 1970er Jahren war beispielsweise das Tauchen am Teufelstisch, einer Felsnadel im Überlinger See in der Nähe von Wallhausen, noch erlaubt. Und der Name „Teufelstisch“ bekam für mich eine zweite Bedeutung dadurch, dass dort so viele Unfälle passierten. Schließlich wurde das Tauchen dort verboten, aber man las immer wieder von Unfällen. Natürlich war das mein rein subjektives Empfinden, da ich keine Ahnung hatte, wie viel Tauchgänge am Bodensee stattfanden, ohne dass es zu Unfällen kam. Aber das mulmige Gefühl blieb. Genauso wie die Faszination. Da ich also nicht Gerätetauchen wollte – was dann? Dann eben so. Maske, Flossen, Schnorchel. Aber wie macht man sowas richtig?

Zu dem Zeitpunkt hatte ich über die Schule eine Jugendzeitschrift abonniert, die einem die Natur und den Menschen etwas näherbringen sollte (tut mir leid, den Namen habe ich schon vergessen). Als der Sommer näher kam, wurde in dieser Zeitschrift eine Serie über das Schnorcheln veröffentlicht und was man dazu wissen musste: den richtigen Flossenschlag, Druckausgleich, Schnorchel ausblasen und so weiter. Gleichzeitig wurden einem gewisse physiologische Kenntnisse vermittelt, warum man zum Beispiel vor dem Abtauchen nicht hyperventilieren sollte oder warum der Schnorchel nicht zu lang sein darf. Die genaue Ausrüstung von damals habe ich nicht mehr vollständig, da ich verschiedene Teile ersetzen musste, aber sie sah ungefähr so aus, wie oben auf dem Bild. Die wasserdichte Lampe in der Mitte ist sogar noch ein Originalteil von damals, die hatte es in einer anderen Jugendzeitschrift (YPS) gegeben. So war ich ausgestattet, zumindest einen Teil der Unterwasserwelt zu erkunden.

Fische im Westbad Überlingen
Fische im Westbad Überlingen

Selbst eine einfache (da wegwerfbare) Unterwasser-Kamera gehörte irgendwann zu meiner Ausstattung. Man sieht, irgendwie versuchte ich, so nah wie möglich ans Tauchen heranzukommen. Auch in meiner rettungsdienstliche Ausbildung interessierte ich mich unter anderem sehr für physiologische Vorgänge beim Tauchen und welche Arten Tauchunfälle es gibt. Dann, 1992, kam der Moment, wo ich es wirklich mal ausprobieren durfte. Im Panorama-Bad in Freudenstadt im Schwarzwald wurde ein Schnuppertauchen veranstaltet.  Und es war genau so faszinierend, wie ich es mir vorgestellt hatte. Es ging nur nicht sehr lang, einmal eine Länge im Schwimmerbecken hin und wieder zurück.

Und ich dachte, dass ich dann eine lange Zeit von dem Gedanken Abschied genommen hatte. Aber eine Freundin erinnerte mich daran, dass dem nicht so war. Etwas, das ich fast schon vergessen hatte, als ich meine persönliche Einführung zu diesem Blog schrieb. Als ich 1997 den Center Parc Het Heijderbos besuchte, stieß ich im Magazin, das damals jeder Besucher bekam, damit er wusste, welche Veranstaltungen und Sportmöglichkeiten es im Park geben würde, auf folgenden Abschnitt:

Tauchen-Einführung

(ab 8 Jahre, und mind. 1,50 m lang)

Unter der Leitung eines fachkundigen Lehrers werden Ihnen die Anfänge des Tauchens mit einer Sauerstoffflasche beigebracht. Sie beginnen gleich im Wasser, so dass Sie die Zeit optimal ausnützen können. Subtropisches Schwimmparadies. Anmeldungsgebühr hfl 40.00. Zuerst wird die erste Einführung vollgebucht.

He, dachte ich mir, älter als 8 Jahre bist Du schon und länger als 1,50 m auch. Ja, okay, der Abschnitt enthält ein paar sprachliche Merkwürdigkeiten, so zum Beispiel auch, dass ein gewöhnlicher Sporttaucher nicht mit einer „Sauerstoffflasche“ taucht, aber was soll’s? Einem zweiten Prospekt entnahm ich, dass es sich um einen Kurs handelte, der eine kleine Einführung ins Tauchen geben sollte und den man – wenn man dann wollte – innerhalb eines Jahres bei jeder Tauchschule fortsetzen könne. Aha.

Schnorchelbad im Center Parc
Schnorchelbad im Center Parc

Ich habe besagtes Magazin noch. Meine damalige Freundin und Reisebegleiterin hat verschiedene Sportangebote angekreuzt, die wir während unseres Aufenthalts im Center Parc machen wollten. Bei dem Abschnitt „Tauchen-Einführung“ hat sie ein „T“ dazu geschrieben. Das heißt, ich wollte das machen. Sie überlegte sich, ob sie wohl mit ins Schwimmbad kommen und Fotos machen sollte. Weiter kam die Planung allerdings nicht. Wir waren nur eine Woche da und die Zeiten für die Tauch-Einführung waren denkbar ungünstig für uns. So beließen wir es beim Schnorcheln im Schnorchelbad.

Ab da schien sich das Thema für mich erst wirklich erledigt zu haben. Ich verschwendete keinen Gedanken mehr daran, das Tauchen „mal“ auszuprobieren. Bei meinem ersten Urlaub in Ägypten 2004 erlebte ich die Unterwasserwelt des Roten Meeres beim Schnorcheln und auf einer Tour mit dem Glasbodenkatamaran. Erst viel später sollte sich das ändern.

Tauchausrüstung 2010 - Nur ein Teil
Tauchausrüstung 2010 - Nur ein Teil

Das klingt jetzt sentimental, aber auch das sei mir an einem solchen Tag erlaubt – ohne Annette wäre es vermutlich dabei geblieben. Sie hätte mich natürlich nie dazu überreden können, den „Scuba Diver“-Kurs zu machen, wenn ich nicht vorher schon auf eine gewisse Weise „gefangen“ gewesen wäre. Aber sie hat den entscheidenden Impuls dazu gegeben. Und wenn ich heute sehe, was das alles nach sich gezogen hat, war es eine gute Entscheidung von ihr, die Frage in den Raum zu stellen, ob wir den Kurs machen sollen. Wir hatten natürlich keine Ahnung, wo uns das hinführen würde. Geschweige denn, was daraus alles entstehen würde. Wir haben seither viel erlebt und neue Menschen kennengelernt. Wir haben Herausforderungen gemeistert und uns neuen gestellt, Herausforderungen, die auch noch vor uns liegen.

Es war ein großer Schritt, der sich am besten durch das erste und das letzte Bild oben in diesem Artikel verdeutlichen lässt – die Ausrüstung „damals“, und die Ausrüstung heute. Ich bin schon sehr gespannt, was wir noch alles erleben werden. Es bleibt auf jeden Fall spannend, denn neue Ideen haben wir auch schon. Aber davon wird hier noch berichtet werden. Ganz sicher…

Ach ja, auch fast vergessen: Danke, Annette! 😉

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Unterwasserfotografie – Eine Einführung

Als der Tauchsport anfing, für breitere Massen interessant zu werden, gab es bereits Souvenirjäger, die an ihre Tauchgänge unbedingt Andenken haben wollten und dies damit erreichten, dass sie Fische fingen oder harpunierten oder Korallen, Steine, Muscheln, ja, ganze Wrackteile mit sich nahmen. Im Laufe der Zeit wurde dieser Trend durch die Unterwasserfotografie verdrängt, zum Glück, muss man sagen, denn wie wir heute wissen, sind Fischbestände gefährdet und Korallen brauchen eine sehr lange Zeit, um nachzuwachsen, nachdem jemand etwas abgebrochen hat. Doch die Unterwasserfotografie musste – genauso wie das Tauchen selbst – erst einmal „Massetauglich“ werden. Die erste Zeit gab es nur sehr teure und sehr schwere, hinderliche Ausrüstung. Allein die Tatsache, dass moderne Kameras nur noch einen Bruchteil der Größe alter Kameras haben und trotzdem sehr gute Bilder liefern, hat hier sehr geholfen. Und auch die Hersteller haben mittlerweile das Potential erkannt, das hier steckt. Doch bevor man drauflos geht (bzw. im Internet drauflos surft) und sich eine Ausrüstung zulegt, sollte man gewisse Überlegungen anstellen. Hier im FFD-Blog wollen wir mit diesem Artikel eine Reihe über die Unterwasserfotografie beginnen und mit eigenen Erfahrungen anreichern. Zuerst aber ein paar allgemeine Dinge.

Unterwasserfotografie
Unterwasserfotografie

Das Fotografieren unter Wasser bringt ein paar Tücken mit sich, die man an Land nicht unbedingt hat. Tücke Nummer 1: Man ist unter Wasser. Fotoapparate mögen das nicht. Stumm leidend hauchen sie ihr elektronisches Leben aus, wenn Wasser in sie eindringt. Daher braucht man entweder eine wasserdichte Kamera oder aber eine wasserdichte Hülle für den Apparat. Tücke Nummer 2: Um ein ruhiges Bild zu bekommen, kann man sich nicht immer einfach mal irgendwo abstützen, etwa wenn das zu fotografierende Objekt mitten in einem Korallenriff sitzt. Tücke Nummer 3: Das Wasser ändert Licht- und Farbverhältnisse, worauf man sich einstellen muss.

  • Unter Wasser

Wasser bringt für den Fotograf gleich mehrere Probleme mit sich: Nicht nur, dass das Wasser selbst seiner Kamera schaden kann, wenn man sich darin aufhält, es selbiges sogar noch im Nachhinein tun. Besonders Salzwasser ist hier zu nennen. Es kann auch Teile, die nicht mit ihm direkt in Kontakt kamen, zum Korrodieren bringen. Daher bedarf die Kameraausrüstung gerade nach Salzwassertauchgängen einer besonderen Pflege. Außerdem ist es wichtig, einen kleinen Beutel mit Trockensalz (Silica) während des Tauchgangs im Gehäuse zu haben. Das Trockensalz nimmt Feuchtigkeit auf, die durch Temperaturunterschiede entstehen kann (Kondenswasser). Der Beutel sollte regelmäßig gewechselt werden, da das Salz irgendwann „gesättigt“ ist und keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen kann.

  • Mit ruhiger Hand fotografieren

Wie an Land auch wird ein Bild, das man nicht mit ruhiger Hand fotografiert, unscharf – es verwackelt. Und das ganz unabhängig davon, ob man Blende und Verschlusszeit selbst einstellt, oder die Einstellung der Kameraautomatik überlässt. Da es in manchen Fällen sogar notwendig sein kann, möglichst nah an ein Objekt heranzukommen, ohne damit zusammen zu stoßen, ist Tarierungskontrolle sehr wichtig. Und auch, damit die Umgebung beim Fotografieren durch den Fotografen keinen Schaden nimmt. Hier sollte man in „ungefährlichen“ Umgebungen den Umgang mit der Kamera üben oder vielleicht auch einen Kurs belegen (wie z. B. „Peak Performance Buoyancy“ von PADI).

  • Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten

Was die Optik betrifft, so sind es zwei Faktoren, die das Wasser beeinflusst. Zum einen filtert das Wasser das Licht, so dass mit zunehmender Tiefe die Farben verloren gehen, zum anderen befinden sich in natürlichen Gewässern zumeist Schwebeteilchen. Das Problem mit der Farbe fängt schon bei wenigen Metern an, rot geht als erstes verloren, so dass die anderen Farben überhand zu nehmen scheinen. Rote Muster zum Beispiel auf der Haut von Fischen erscheinen blass oder gar nicht mehr. Dem kann man nur durch eine eigene Lichtquelle, eine Unterwasserlampe oder einen Blitz, entgegen wirken. Doch dann bekommt man es mit den Schwebeteilchen zu tun, gerade im Licht von Blitzen leuchten diese kleinen Teilchen hell auf und sind auf dem Bild deutlich zu sehen. Außerdem irritieren sie den Autofokus der Kamera, wenn man zu weit vom zu fotografierenden Objekt weg ist.

  • Beherrscher der Technik

Zuletzt ist es noch wichtig, dass man die Technik der Fotoausrüstung beherrscht. An Land ist es weniger das Problem, hier kann man jederzeit im Handbuch nachsehen, wenn etwas unklar ist. Unter Wasser wird auch das Handbuch seinen Dienst versagen und sich in seine Bestandteile auflösen, mal ganz davon abgesehen, dass man häufiger mit Situationen konfrontiert ist, wo man einfach keine Zeit hat, irgendwas nachzuschlagen. Fische, die man selten zu sehen bekommt, bekommt man in den meisten Fällen deswegen so selten zu sehen, weil sie so scheu sind. Da heißt es: schnell sein! Ein kleiner Kniff, den Fotografen gerne mal verwenden, wenn sie in tieferen Gewässern ab etwa 18 bis 20 Meter fotografieren: Sie verwenden „Enriched Air“ bzw Nitrox, weil der niedrigere Stickstoffgehalt den Kopf in diesen Tiefen klarer bleiben lässt. Allerdings muss man den Umgang mit der mit Sauerstoff angereicherten Luft in einem Spezialkurs lernen.

Die folgenden Artikel dieser Reihe behandeln die unterschiedliche Ausrüstung einschließlich Zubehör, die es für Unterwasser-Fotografen so gibt, und persönliche Erfahrungen. Dabei geht es nicht nur um Unterwasserausrüstung direkt, sondern auch um sonstiges nützliches Zubehör. Wenn Sie am rechten Rand auf „Kategorien“ gehen, finden Sie alle Artikel zu dem Thema unter „Unterwasser-Fotografie„.

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Schnorcheln

Schnorcheln mit der Galatea, Annettes Version

Wir wurden mit dem Bus zu dem Segelboot „Galatea“ gebracht, das uns an diesem Tag zweimal im Roten Meer zum Schnorcheln absetzen sollte.

Da wir spät dran waren, mussten wir die Plätze nehmen, die übrig waren. Das Segelboot verfügte über zwei Sonnendecks, auf denen man liegen konnte  eine Art Matratze wurde gestellt) bis das Schiff anlegte. Wir lagen ziemlich am Rand. Was sich als etwas lästig herausstellte, da ich ununterbrochen die Abgase des Schiffes einatmete. Es setzte erst auf hoher See die Segel.

Das Schiff fuhr aus dem Hafen. Wie der Zufall es so will, fuhren wir direkt neben unserer Tauchbasis aufs Meer hinaus. Ich warf einen Blick rüber. Das Tauchboot, das wir noch vor ein paar Minuten da hatten liegen sehen, hatte inzwischen auch abgelegt. Ich sah nach vorne. Es war aber nicht in Sicht. Ich legte mich auf die Matratze und genoss die Sonne und den Wind. Ich konnte mir nicht erklären warum, aber mir war nicht zum Reden zumute. Das hatte nichts mit Thorsten zu tun, der neben mir lag. Ich hatte einfach mit mir zu tun, ich suchte nach der Ursache für meine aufkommende schlechte Laune. Lag es daran, dass der Urlaub in zwei Tagen vorbei war, auf den wir uns so lange gefreut hatten? Dann ging das Arbeiten wieder los, und das ist sehr sehr anstrengend. Ich wusste es nicht. Also hielt ich lieber Augen und Mund geschlossen und versuchte, abzuschalten.

Wir fuhren eine ganze Weile, dann erreichten wir schließlich unseren ersten Schnorchelplatz. Nun war es so: Wir mussten ein motorisiertes Schlauchboot besteigen um zu dem Riff zu gelangen. Da wir ein Haufen Leute waren, gab es sozusagen 2 Fuhren. Thorsten und ich fuhren bei der ersten Fuhre mit. Wir ließen uns ins Wasser fallen und durften unter der Aufsicht eines Führers ein bisschen herumschnorcheln bis die zweite Fuhre eintreffen würde. Das taten wir auch. Neugierig blickte ich nach unten. Das Riff war so ähnlich wie das, was wir beim zweiten Tauchgang betaucht hatten. Nur… alles erschien so weit weg. In der Tiefe sah ich Zebrafische und noch viele andere Lebewesen, aber das war eindeutig zu weit weg. Ich hatte mir für diesen Ausflug extra eine Einmal-Unterwasserkamera gekauft. Ich knipste wie wild, aber ich konnte mir schon denken, dass die Fische im Nachhinein sehr klein herauskommen würden. Das hob meine eh schon angeschlagene Stimmung nicht sonderlich.

Zebrafische vor einem Korallenriff

So langsam trudelten die anderen ein. Ich trieb auf der Stelle, da kam Thorsten vorbei. Ich sagte irgendwas zu ihm, da unterbrach er mich plötzlich und schnellte nach vorne. „Vorsicht!“ , fiel er mir ins Wort, “ du bist zu dicht am…“ *ditsch. „Riff!“. Das war eine Sekunde zu spät. In der Bewegung war ich mit dem Unterschenkel an das Riff gekommen. Eigentlich nicht so schlimm, könnte man meinen, aber in dem Moment durchfuhr mich ein stechender Schmerz. Ich paddelte nach vorne. “ Könntest du das das nächste Mal vielleicht eine Sekunde früher sagen?“, fragte ich ironisch nach. “ Tut mir leid“, sagte Thorsten, „ich hab es auch gerade erst gesehen.“

Annette beim Schnorcheln

Inzwischen war die zweite Fuhre auch im Wasser. Unser Führer legte los. Wir schnorchelten. Ich sah wieder runter ins Wasser. Konnte mich aber erstmal nicht konzentrieren. Mein Unterschenkel brannte wie Feuer. Ich nahm an, dass ich mir am Riff irgendwas aufgeschnitten hatte und nun das Salzwasser sein Übriges dazu beitrug. Ich schnorchelte weiter. Es wurde nicht besser. Nach zehn Minuten dachte ich, dass der Schmerz jetzt vielleicht mal langsam nachlassen könnte. Entsetzt fiel mir ein, was unser TL sagte… es gäbe auch giftige Tiere und Pflanzen, daher: NICHTS ANFASSEN. Klasse, dachte ich, bei meinem Glück… aber den Gedanken verdrängte ich ganz schnell. Ich hatte keine Atemnot, ich konnte alles bewegen, da heißt mein Patentrezept: Aggressives Zuwarten. Wird schon weg gehen.

Ich blickte wieder nach unten. Und traute meinen Augen nicht. Da unten war ein Taucher! Mit Unterwasservideokamera! Er filmte die Schnorchler. (Es handelte sich um einen Angestellten, der anschließend die CDs verkaufte.). „Hat der es gut“, schoss es mir durch den Kopf, „der kann sich alles aus der Nähe ansehen“. Ich merkte, wie ich den Mann da unten zutiefst beneidete. Ich konnte doch auch schon auf die Tiefe, in der er war. Und ich musste jetzt hier oben an der Oberfläche rumschnorcheln. Meine Laune verschlechterte sich immer mehr.

Wir bogen um das Riff herum ab wieder Richtung Segelschiff. Plötzlich bemerkte ich, dass ich überhaupt nichts von dem Riff gesehen hatte, ich hatte tatsächlich die ganze Zeit auf den Taucher gestiert. Da wurde es mir klar. Das war der entscheidende Moment, in dem es mir bewusst wurde, dass DAS ganz sicher nicht das letzte Mal war, dass ich tauchen ging. Und dass ich auch keine Lust hatte, den nächsten Tauchgang lange vor mir herzuschieben.

Als wir wieder auf dem Boot waren, zeigte ich Thorsten meinen Unterschenkel. Er war entsetzt. Eine Qualle war das nicht gewesen. Ich hatte feuerrote Pusteln, mit roten Höfen drum herum, und es brannte immer noch höllisch. Da ich aber immer noch nicht reanimationspflichtig war, befolgte ich weiter mein Konzept. Aggressives Zuwarten. Sie wissen schon!

Jetzt war es soweit. Ich vertraute mich Thorsten an. Dazu muss man wissen, dass wir bis dato schon immer über Gott und die Welt geredet haben, aber den aktuellen Gefühlszustand und unser emotionales Erleben hatten wir bisher außen vor gelassen. Insofern war das Neuland. Ich fragte ihn, ob er den Taucher auch gesehen hätte und ebenfalls Neid empfunden hätte. Er bejahte. Dann sagte ich ihm, dass ich mich entschlossen hätte, sehr wohl in Deutschland das Tauchen weiter zu verfolgen. Nicht im Freiwasser. Aber ich würde gerne pro Monat einmal ins Schwimmbad gehen und die Technik üben üben üben, damit man dann im Falle eines weitern Urlaubs im darauffolgenden Jahr die Sache sicher beherrscht. Thorsten ging es genauso. Er rückte zwar damit nicht so emotional raus wie ich, aber man merkte sehr, dass ihn diese „überraschende“ Begegnung mit einem Taucher ebenfalls sehr nachdenklich gestimmt hatte.

Der Rest des Tages verlief unterschiedlich. Wir bekamen Essen, das sehr gut war, dann sollten wir den zweiten Schnorchelplatz aufsuchen. Leider sprang aber unser „Kahn“ nicht mehr an. Ein Tauchboot(!) kam uns zur Hilfe. Schließlich tuckerten wir los.

Inzwischen war eine Brise aufgekommen. Ich fing an zu frieren. Selbstverständlich hatte ich keine Jacke dabei. Hey! Wir sind in Ägypten! Da ist es warm!

Leider nicht. Ich fror wie ein Schlosshund. Als wir schließlich den zweiten Schnorchelplatz erreichten war mir so kalt, dass ich für nichts in der Welt nochmal ins Wasser gegangen wäre. Zudem reichte mir mein Unterschenkel immer noch, der zwar inzwischen nicht mehr so weh tat, aber ich wollte nichts riskieren. Thorsten blieb mir zu liebe auch auf dem Schiff. Ich starrte aufs Meer. Am zweiten Schnorchelplatz lagen 3-4 Tauchboote. Ich merkte, wie der Ärger in mir hochstieg. Na Gott sei Dank war ich nicht ins Wasser gegangen, wenn unter mir eine Armee Taucher herumgeschwommen wäre, dann hätte ich womöglich einen Überfall gestartet. Die anderen kamen zurück. Nun war die Heimfahrt angesagt.

Fazit: Ein schöner Ausflug. Ich bin mir zu 100% sicher, hätten wir diesen Ausflug VOR dem Tauchkurs gemacht, dann hätte ich ihn in vollen Zügen genossen. Das Essen war super, die Leute nett, die Schnorchelplätze gut ausgesucht. Aber ich konnte es nicht genießen. Es ging einfach nicht. Für mich wird dieser Ausflug trotzdem in die Geschichte eingehen als der Ausflug, bei dem ich feststellte, dass ich keine Schnorchlerin, sondern eine TAUCHERIN bin!

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Schnorcheln Urlaub

Schnorcheln mit der Galatea, Thorstens Version

Nun sollten wir also auf eine Schnorcheltour gehen. Und bevor hier der falsche Eindruck entsteht: Es war ein sehr schöner Ausflug, gut organisiert mit netten Leuten und gutem Essen. Ich kann so eine Tour nur jedem empfehlen, der schnorchelt oder es mal probieren möchte (wenn Sie mal in El Gouna sind: das Schiff heißt „Galatea“, die Tour kann man sicherlich bei Ihrem Reiseführer buchen). Vor allen Dingen, da man so an Riffe kommt, die weiter von der Küste entfernt sind und es wirklich einiges zu sehen gibt. Unser Problem war, dass wir unter einem völlig neuen Eindruck standen. Wir hätten diese Tour besser vor unserem Tauchkurs machen sollen…

Wir wurden vom Hotel abgeholt, zum Hafen gebracht und gingen an Bord des Segelbootes. Plätze auf dem Deck, auf gepolsterten Unterlagen. Es war wirklich schön. Der Chef persönlich gab uns eine Einführung darüber, was wir zu beachten hatten, und er hatte einen Humor, der mir gefiel. Dann ging es los. Doch etwas war komisch. Annette und ich redeten schon wieder nicht. Teilweise hing das damit zusammen, dass wir einen phantastischen Blick über das Rote Meer hatten. Dass uns hier, auf dem Deck, der Wind direkt um die Nase blies. Segeln auf hoher See. Der andere Teil zumindest meines Schweigens war, dass ich immer noch an den Eindrücken vom Tauchkurs arbeitete. Und jetzt, genau auf diesem Ausflug, kamen wieder viele Gedanken in mir hoch. Vielleicht, weil es wieder ins Meer gehen sollte.

Wir steuerten ein Riff an und wurden mit dem Schlauchboot ausgesetzt. Dann umrundeten wir das Riff schnorchelnd. Wie schon bei unseren Tauchgängen gab es einiges zu sehen. Aber anders…

Korallen im Roten Meer

…wir hingen an der Wasseroberfläche rum und konnten nur ab und zu mal kurz runter, so lange eben der Atem reichte. Ich fotografierte drauflos, versuchte zu zoomen… und dann sah ich: Unter uns aber schwamm… ein Taucher. Jemand von der Besatzung des Segelbootes, der von uns Filmaufnahmen machte. Ja, der darf tauchen, und wir nicht. Komisches Gefühl. Abgelenkt wurde ich irgendwann, als ich merkte, dass Annette ziemlich weit draußen war. Ich rief ihr zu, dass sie doch ein Stück näher ans Riff kommen soll. Wir sollten das Riff umrunden wie gesagt, und so weit draußen würde sie natürlich eine weitere Strecke zu schwimmen haben als wir alle. Tatsächlich kam sie zurück – und übertrieb in die andere Richtung!

„Äh, Annette, Vorsicht, jetzt bist Du aber zu dicht am Riff!“

Rumpel! „Aua!“

Arrgh! Grad mach ich’s Maul zu!

Annette hatte bei ihrer Kollision mit dem Riff ein paar rote Striemen davon getragen. Was genau, konnte ich im Wasser nicht erkennen. Im Neoprenanzug wäre das nicht passiert.

Wir beendeten unseren Tauchg… Verdammt! Das war kein Tauchgang! Meine Gedanken schwirrten immer wieder ums Tauchen. Zurück auf dem Boot brauchte man mich nicht auffordern, die Ausrüstung mit Wasser aus einem Schlauch abzuspülen. War doch logisch! Ich mach sowas ja nicht zum ersten Mal.

Wir legten uns auf unsere Plätze und Annette sagte mir, dass ihr der Unterschenkel, wo sie mit dem Riff kollidiert war, immer noch weh täte. Ich sah mir das an und mein innerer Sherlock Holmes wurde wach. „Kombiniere!“, sagte er – obwohl, das ist eigentlich mehr Nick Knatterton – jedenfalls sagte er: „Kombiniere, das war kein gewöhnlicher Zusammenstoß mit einem Korallenriff.“ Annettes Verletzung wies ein Muster auf, es waren Pusteln, die sich über den Unterschenkel verteilten. Sie bluteten auch nicht, die Haut war gerötet und gereizt und Annette meinte, es würde immer noch brennen. Dem Bild nach schloss ich, dass meine Tauchpartnerin Schnorchelpartnerin offenbar nicht mit dem Riff selbst, sondern mit einem Riffbewohner, einer Seeanemone Kontakt gehabt hatte. Das machte mir etwas Sorgen, aber Annette versicherte mir, dass es ihr sonst gut ginge.

Sie wechselte das Thema. Ob ich denn auch den Taucher gesehen hätte. Was für eine Frage! Aber ich merkte, dass da mehr dahinter steckte. Tatsächlich fragte sie mich dann, ob ich nicht neidisch gewesen wäre.  Ich seufzte. Doch, schon. Aber war das nicht verrückt? Wir hatten den Urlaub angetreten, um schwimmen und schnorcheln zu gehen – dann machen wir den Tauchkurs, und schon ist reicht schnorcheln nicht mehr? Das ließ mich etwas bedeckt halten. Doch nur Sekunden später merkte ich, dass ich das gar nicht hätte sein müssen, denn Annette sprach davon, zurück in Deutschland vielleicht doch weiter zu machen. Regelmäßige Trainingstauchgänge im Schwimmbad. Damit wir im nächsten Urlaub alles immer noch beherrschten und nicht ganz so blöd aussahen, wenn wir zum ersten Mal wieder ins Freiwasser gehen würden.

Auf dem Weg zum zweiten Tauchgebiet Schnorchelgebiet gab es Essen. Das brachte uns auf andere Gedanken, es waren einheimische Spezialitäten, die sehr gut waren. Ja, das war wirklich Urlaub. Und wir fanden tatsächlich auch ein paar andere Sachen, über die wir reden konnten. Schließlich erreichten wir das Zielgebiet, wo unser zweiter Tauchgang Schnorchelgang stattfinden sollte. Annette wollte nicht mehr mit. Sie hatte bedenken wegen ihrem Unterschenkel, außerdem war mittlerweile ein kalter Wind aufgekommen und so angenehm das Wasser war, so unangenehm würde es sicherlich hinterher sein, wieder rauszukommen. Und so ganz allein mitgehen? Nö. Ich blieb an Bord und verfolgte den Tauch Schnorchelgang vom Boot aus. Aber wir waren nicht die einzigen, neben uns blieben noch ein paar andere Passagiere.

An der Stelle, an der wir uns befanden, lagerten noch andere Schnorchel …nein, diesmal waren es wirklich Tauchboote. Ich hielt Ausschau, ob vielleicht das Boot von „unserer“ Tauchbasis dabei war, aber ich zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich dessen Name vergessen hatte. Nachdem bei uns alle wieder an Bord waren, ging es an den Heimweg. Wieder lagen wir schweigend nebeneinander, denn das Panorama, wenn man sich der Küste des Roten Meeres nähert, war faszinierend, vor allen Dingen, da hunderte von Kite-Surfern unterwegs waren. Als ich die sah, wurde ich an etwas erinnert, das Annette irgendwann, entweder vor unserem Urlaub oder während des Fluges nach Ägypten erwähnt hatte, nämlich dass sie das Kite-Surfen mal ausprobieren wollte. Das hatte sie gar nicht getan. Da wäre ich vermutlich nicht mitgekommen. Ich sah zu Annette, die auf ihrem Platz neben mir lag. Sie hatte ihre Sonnenbrille auf, von daher konnte ich nicht sehen, ob sie die Augen offen oder geschlossen hatte, aber ich fragte mich, was sie wohl dachte. Gerade im Bezug auf das Tauchen. Ihr schien es ja ähnlich zu gehen wie mir, aber wie ähnlich? Was genau dachte ich überhaupt? Oder was fühlte ich? Weitermachen mit dem Tauchen… das fand ich gut. Aber ich erinnerte mich schmerzlich daran, wie wir versucht hatten, uns nur zum Schwimmen zu verabreden und das nicht hingekriegt hatten. Und schwimmen war ja noch einfach. Tauchen, das würde bedeuten, wir müssten uns einen Lehrer organisieren, und Ausrüstung würden wir auch irgendwie leihen müssen. Und wo überhaupt würden wir die Schwimmbadtauchgänge machen können? Wir könnten ja nicht mal eben im Neoprenanzug ins nächste Erlebnisbad stiefeln. Große Hindernisse galt es zu überwinden und ich hatte die Befürchtung, dass wir das so einfach nicht hinkriegen würden. Ich merkte, wie ich melancholisch wurde. Und die Abendstimmung verstärkte das noch. Aber ich behielt es lieber für mich.

Abendstimmung am Roten Meer

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Schnorcheln Tauch-Theorie Urlaub

Scuba Diver: Der Entschluss – Thorstens Version

Meine Bedenken zum Tauchen waren im Lauf der Zeit zu einer stattlichen Sammlung angewachsen. Nicht ungefährlich, klar. Besonders am Bodensee. Kaltes Wasser. Das Anschaffen der Ausrüstung verschlang ein Vermögen.

Dann jedoch kam der Moment, in dem das alles herausgefordert wurde. Eines Abends in der Haupthalle unseres Hotels saßen wir da und warteten, dass das Abendessen-Buffet eröffnet werden würde. Es arbeitete in Annette, das konnte ich sehr deutlich merken, wusste aber nicht genau, wieso. In der Hotelhalle, genau vor dem Buffet-Restaurant, stand eine Reihe von Tischen. An einem konnte man eine Immobilie in El Gouna käuflich erwerben, an einem anderen hatte die Tauchbasis des Hotels ihr Lager aufgeschlagen und versuchte, Ausflüge und Kurse an den Mann (und die Frau) zu bringen. Annette hatte sich ein Prospekt von der Tauchbasis geholt und studierte es. Plötzlich drehte sie sich zu mir um.

„Wolltest Du nicht auch schon immer mal tauchen lernen?“

Was bitte? Bevor ich meinen Katalog mit allen möglichen Bedenken auspacken konnte, fragte sie mich, ob ich wüsste, was bei den ganzen Tauchscheinen, die man machen kann, denn der Unterschied sei. Ja nun, äh… keine Ahnung. Ich hatte mich mit dem Thema zwar beschäftigt, aber so tief war ich in die Materie dann doch nicht eingedrungen. Annette jedoch wollte sich erkundigen und ging herüber zum Tisch der Tauchbasis, um mal nachzufragen. Ich war etwas verwirrt. Worauf lief das jetzt raus? Von schwimmen war die Rede gewesen vor unserem Urlaub, vom Schnorcheln… was sollte das werden? Annette kam kurz darauf zurück und hatte – offenbar unfreiwillig – einen Typ von der Tauchbasis im Schlepptau. Nachdem sie über eine Teppichkante gestolpert war, schaffte er es auch, sie einzuholen. Dann erklärte er uns, was genau der Tauchschein „Scuba Diver“ beinhaltete: Tauchgänge sind beschränkt auf eine Tiefe von 12 Metern und nur in Begleitung eines „Professional“, sprich: eines Tauchlehrers. Schön, jetzt wissen wir das ja. Und jetzt geh sch…

Hallo!

Was? Wer spricht da?

Hier spricht Dein Tatendrang. Wenn Du so fasziniert vom Tauchen bist, warum probierst Du es nicht mal? Jetzt hast Du die Chance dazu.

„Ich mach den Scuba Diver!“, verkündete Annette in dem Moment. „Machst Du mit?“

Na siehst Du. Und schon hättest Du die passende Partnerin dazu.

Was mich in dem Moment noch zögern ließ, verstand ich erst später vollständig. Mein ganzes Leben lang hatte ich mich auf eine bequeme Position zurückgezogen, was das Tauchen betraf. Immer hatte ich Gründe in den Vordergrund geschoben, warum es besser war, das nicht anzufangen. Gefahr, Kälte, Geld… Aber so? Hier in Ägypten könnte man es wenigstens mal soweit ausprobieren, dass man wirklich sagen konnte, ob es etwas für einen war oder nicht. Aber wie es so ist, der Rückzug auf die bequeme Position war eine alte Gewohnheit, und mit alten Gewohnheiten bricht man nicht so leicht. Auch wenn man spürt, dass eigentlich nur etwas Gutes dabei herauskommen kann. Man möchte den „sicheren Hafen“ lieber nicht verlassen. Annette merkte das und bohrte nach. Dabei konnte ich ihr zu dem Zeitpunkt nicht mal genau sagen, was mich zögern ließ. Mir fehlte der Einblick.

Komm schon, hör auf Deinen Tatendrang!

Was ist mit meinen Bedenken?

Oh, das ist kein Problem. Courage und ich, wir haben die Bedenken überwältigt, gefesselt und geknebelt. Die melden sich so schnell nicht wieder.

„Thorsten, man lebt nur einmal“, hörte ich Annette in dem Moment sagen. „Wenn du das genauso willst wie ich, dann mach es doch einfach. Was sollte dich denn daran hindern?“ Und sie streckte mir die Hand hin. Das war ein Wort. Ich nahm sie an und wir sprangen auf, um uns am Tisch der Tauchbasis für den Kurs anzumelden. Der junge Mann rechnete im Kopf durch. Wir sollten am nächsten Tag zur Tauchbasis selbst gehen und uns anmelden. Einen Tag später würde der Kurs selbst losgehen.

Wollte man unseren Zustand beschreiben, so ist „elektrisiert“ sicherlich das richtige Wort. Tatsächlich blieben meine Bedenken stumm. Wir überlegten uns, ob wir wohl die Schweizerin als Lehrerin bekommen würden und stellten fest, dass wir schon wieder die gleichen Gedanken gehabt hatten – die hatte eine angenehme, ruhige Art an sich, da wäre das sicherlich kein Problem für uns. Doch erstmal stand die Theorie an. Und die kam schneller, als wir gedacht hatten. Am nächsten Tag gingen wir gleich nach dem Frühstück zur Tauchbasis, kämpften uns durch die Anmeldeformulare, bevor es hieß: „And now theory!“ Damit begann alles einen Tag früher als wir gedacht hatten.

Tatsächlich hatte das was von Schule, als man uns die Lehrfilme über das Tauchen vorführte, insgesamt über zwei Stunden. Erfreulich für mich war, dass das meiste in der Theorie eigentlich Wiederholung dessen war, das ich schon gelernt hatte im Zusammenhang mit Tauchnotfällen, gerade was physikalische Vorgänge betraf. Da Annette und ich beide aus dem medizinischen Sektor kommen, sind uns gewisse Dinge sowieso eher vertraut. Dummerweise eben gerade die Negativen, aber dazu kommen wir noch.

Ausgerüstet mit dem Lehrbuch für den Kurs kehrten wir in unseren Bungalow zurück und fingen an, das gesehene zu verarbeiten, soweit uns das möglich war. Die Sache ist nun mal die, dass man das Tauchen nicht nur mit Theorie lernen kann. Man muss sich auch gewisse Fertigkeiten aneignen. Und der erste Pool-Tauchgang sollte schon an gleichen Nachmittag stattfinden. Dazu sollten wir etwas früher zur Tauchbasis zurückkehren, denn wir mussten noch die richtige Ausrüstung finden, Neopren-Anzug, Tarier-Jacket… all sowas.

Beim Nachlesen im Buch fielen mir besonders wiederum ein paar negative Dinge auf. Stichworte wie „Luftembolie“, „Lungenriss“ oder „Barotrauma“. Und auf einmal hörte ich eine leise Stimme in meinem Hinterkopf.

Worauf hast Du Dich da eingelassen?

Oh, hallo Bedenken. Habt Ihr Euch befreien können?

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Wie alles begann… – Annettes Version

Tauchen…

…abtauchen in eine andere Welt.

Wie kommt man zu so einer Sportart?

Thorsten erzählte mir von dieser neuen Webseite und der Idee, unseren taucherischen Werdegang zu dokumentieren. Ungeschminkt und unzensiert. Ich hielt das für eine gute Idee. Erst einmal wird der ein oder andere Leser, der selber schon taucht, herzlich über uns lachen können, genauso wie wir selber über uns lachen. Und vielleicht findet auch ein Nicht-Taucher daraufhin den Mut, es doch mal auszuprobieren.

Nun… die Grundvoraussetzung zum Tauchen ist natürlich die Vorliebe zum Wassersport. Diese scheint bei mir in den Genen zu liegen. Meine Mutter erzählte mir einmal, dass es sehr einfach war, mich als Baby zu beruhigen, wenn ich schrie. Einfach Wasser in die Wanne laufen lassen und das Kind hineinsetzen… schon hatte ich wohl alles, was ich damals brauchte.

Ich wohnte damals mit meinen Eltern und meiner Schwester in der Nähe von Düsseldorf. In den Sommerferien fuhren wir alle Mann jedes Jahr an den Bodensee… meine Mutter war dort aufgewachsen. Als ich gerade mal zwei Jahre alt war, ging meine Mutter mit mir und meiner Schwester im Sommer zum Baden. Sie ging zum Strand, stellte mich bis zu den Knien ins Wasser, damit ich mich schon mal an die Kälte gewöhnen konnte, und drehte sich um, um meiner Schwester die Schwimmflügel anzulegen. Danach wollte sie sich zu mir runter bücken – und erschrak. Annettchen war weg. Sie trieb kopfunter auf der Wasseroberfläche. Und paddelte wie ein Hund. Nur der Hintern guckte noch aus dem Wasser heraus. Tja…. vermutlich hatte damals mein Hintern schon den größten Auftrieb.

Entsetzt riss sie mich aus dem Wasser. Damit tat sie mir aber keinen Gefallen. Ich schrie wie am Spieß. Und wollte wieder unter Wasser. Damit war der Grundstein zum Tauchen gelegt.

Wieso also habe ich erst mit 39 Jahren angefangen zu tauchen, wenn ich schon so früh Ambitionen dazu hatte? Die Frage ist einfach zu beantworten. Der größte Feind des Menschen ist er selbst! Die Hindernisse hatte ich mir selbst in den Weg gelegt.

Aus völlig ungeklärten Umständen entwickelte ich als Kind eine große Furcht vor Schiffen. Nicht vor den Schiffen, die man über Wasser sehen kann, nein, ich hatte Horror vor der Vorstellung, ein Schiff von unten zu sehen. Und natürlich die Wracks. Das war mir unheimlich, gruselig, und ich wollte das gar nicht sehen. Hätte man mir zu der Zeit eine Million Euro geboten, ich hätte es nicht fertig gebracht, unter einem stehenden, kleinen Tauchboot durchzutauchen. NIEMALS!

Statt dessen lernte ich als Jugendliche Windsurfen. Das hat mir auch sehr viel Spaß gemacht. Und es war über Wasser!

Selbst mit zunehmenden Alter und – man sollte meinen – zunehmender Vernunft – konnte ich mir diese blöde Schiffsangst nicht abgewöhnen. 1997 kam der „neue“ Titanic Film im Kino. Ich überlegte mir wirklich, ob ich mir das überhaupt antun kann. Oder ob ich dann wieder nächtelang kein Auge zu kriegen würde wegen der Untergangsszene. Leider war aber eine meiner Freundinnen so begeistert von dem Film ( er sei ja sooo realistisch), dass sie für das kommende Wochenende Karten fürs Kino besorgt hatte. Auch für mich. Ich müsse das sehen.

Wirklich?

Davon war ich noch gar nicht so überzeugt. Im Kino sieht alles noch realistischer aus. Allein durch die Größe des Bildes. Aber…ich konnte ihr doch nicht sagen, dass ich Angst davor hatte! Also, ein bisschen Stolz besitze sogar ich!

Tapfer kam ich an diesem Wochenende zum verabredeten Kino. Der Film war schön gemacht, doch dann… kam die Untergangsszene. Das ganze Kino schwieg betroffen, während ich hektisch an den Fingernägeln kaute und nur hoffte, dass diese Szene dann bald vorbei ist. Ich fokussierte noch nicht einmal richtig, ich konnte die Szene so nur verschwommen sehen, aber das reichte mir schon. Mehr wollte ich doch gar nicht.

Das Tauchen war noch weit entfernt. Aber die Liebe zum Wassersport war schon immer da. Und – ich war erstaunt als ich davon erfuhr, bei Thorsten auch.

Thorsten und ich lernten uns vor 20 Jahren beruflich kennen. Damals hatten wir aber kaum Kontakt. Mitte der 90ger Jahre trafen wir wieder aufeinander, und da lernten wir uns richtig kennen. Schnell merkten wir, dass wir uns gegenseitig inspirieren konnten, oft redeten wir nächtelang über Gott und die Welt. Und dann kam es raus: Auch Thorsten liebte das Wasser. Daraufhin versuchten wir – ungelogen – einmal zusammen schwimmen zu gehen. Wie lange wir versuchten, einen gemeinsamen Termin zu finden wollen Sie wissen? Och… so 4 bis 5 Jahre vielleicht…

2008 hatten wir dann genug. So ging das doch nicht weiter! Die Buchungskataloge kamen auf den Tisch, es wäre doch gelacht, wenn wir nicht einmal zusammen schwimmen gehen würden! Und wenn es nicht in Deutschland ist… dann eben woanders. Unsere Wahl fiel auf die Isla Maguerita (Venezuela) in der Karibik. Baden und schnorcheln… das hatte ich zwar auch noch nie gemacht (es könnte ja ein Schiff vorbeifahren, wenn ich den Kopf grad unter Wasser hab), aber das würde ich hinkriegen. Bestimmt sogar.

Leider… wurde aber die politische Lage in Venezuela etwas unberechenbar zu der Zeit, zu der wir dort hin wollten. Also entschlossen wir uns kurzerhand um, und buchten Ägypten – das Rote Meer. Auch gut zum Schnorcheln. Perfekt! Der Abflugtag rückte näher… da fiel mir ein, dass man zum Schnorcheln vielleicht auch noch einen Schnorchel braucht. Wie Sie merken, bin ich manchmal etwas unsortiert. Dafür kann ich aber in den folgenden Berichten noch bessere Beispiele liefern. Also, um auf den Schnorchel zurückzukommen, hetzte ich am letzten Tag vor dem Abflug noch in das ansässige Sportgeschäft und deckte mich mit Brille und Schnorchel ein. Flossen? Also bitte – ein Flatflutediver braucht doch zum Schnorcheln keine Flossen! An die hatte ich gar nicht gedacht.

Zu Hause angekommen packte ich selbstverständlich auf den letzten Drücker meinen Koffer. Ein Wunder, dass ich alles dabei hatte. Und dann ging es Richtung Flughafen. Das Abenteuer konnte beginnen!

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Wie alles begann… – Thorstens Version

„Vier Wochen später las ich in der Illustrierten dann
völlig sprachlos, wie das alles mit mir begann!“

Reinhard Mey: „Die Homestory“

Anfang 1970er Jahre - die AnfängeWenn man den Werdegang betrachten will, wie wir zum Tauchen kamen, muss man natürlich zurückgehen bis an die Anfänge. Unser Tauchlehrer erzählte uns, er hätte schon Tauchschüler gehabt, die sich bis zum Tauchkurs noch nicht mal getraut hätten, den Kopf unter Wasser zu nehmen, aber unbedingt tauchen lernen wollten. Was Annette und mich betrifft, war das ein wenig anders und es ist ein Wunder, dass es so lange dauerte, bis wir dieses Hobby überhaupt anfingen.

Was mich betrifft, irgendwie hatte ich immer schon eine besondere Affinität zum Wasser. 1972 fanden die Olympischen Spiele in München statt und wie man mir berichtete (ich kann mich daran leider nicht mehr so genau erinnern), saß ich im zarten Alter von zwei Jahren mit meiner Mutter vor dem Bildschirm und feuerte Mark Spitz an, den bekannten amerikanischen Schwimmer. Beim nächsten Wannenbad versuchte ich, ihm nachzueifern und durchpflügte die Wanne in einer Art improvisierten Kraulstil. Stolz verkündete ich meiner Oma, die zu dem Zeitpunkt die Badeaufsicht hatte, ich würde schwimmen wie Mark Spitz. Nun war meine Oma während der Olympiade im Krankenhaus gewesen, und damals war es noch nicht so, dass es Fernseher in den Krankenzimmern gegeben hätte. Sie hatte die ganzen Spiele verpasst und wusste daher nicht, wer Mark Spitz war. Und ich war pickiert. Wie konnte sie sowas nicht wissen?

Tatsächlich bekam ich nur wenige Jahre später meine erste Schnorchelausrüstung, an die ich mich noch erinnere, als wär’s gestern gewesen. Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, ob es so war, aber ich vermute, sie war ein Merchandise-Artikel der Fernsehserie „Flipper„. Es war eine ovale, blaue Taucherbrille mit durchgehendem Glas, ein blauer Schnorchel und genauso blaue Flossen. Zumindest auf der Taucherbrille, ich glaube aber, auf den Flossen ebenso, war ein Logo angebracht, in dem der Schriftzug „Flipper“ stand. Außerdem benutzen die beiden Jungs aus „Flipper“ immer solche Masken, wenn sie tauchen gingen. Meine neue Ausrüstung eröffnete ganz neue Badewannen-Dimensionen, vom Schwimmbad mal ganz abgesehen. Schließlich auch im Bodensee, denn dort wohnten wir seit dem Jahr in dem besagte Olympiade stattgefunden hatte. Irgendwann jedoch war das Gummi der Maske so brüchig, dass das Maskenband riss, außerdem war sie undicht. Sie ging den Weg allen Irdischen.

Zum ersten Mal – ich war mittlerweile irgendwo zwischen sieben und zehn Jahren alt – erwachte in mir die Faszination für den Tauchsport. Damals lief im Fernsehen (zu einer Zeit, in der es nur ein paar wenige Sender gab) eine Serie, in der die verschiedenen Aspekte des Tauchens abgehandelt wurden, wie es funktioniert, was man so machen und sehen kann und welche Ausrüstung es gibt. Diese Serie verfolgte ich mit Begeisterung, nur die Folge über Tauchunfälle fand ich gruselig. Tauchen ist nicht ungefährlich, das lernte ich damals.

Und wie gesagt, wir lebten am Bodensee. Es verging kein Jahr, in dem nicht über mindestens einen Tauchunfall groß berichtet wurde, noch dazu, da das Gebiet um den so genannten „Teufelstisch“ damals noch nicht gesperrt war und dort immer wieder Taucher verloren gingen. Das flößte mir einigermaßen Respekt vor dem See ein. Meine Oma meinte mal, sie sei immer der Ansicht gewesen, dass ich irgendwann das Tauchen anfangen würde, aber auch sie hätte Sorge gehabt, wenn sie gewusst hätte, ich wäre im Bodensee unterwegs. Nun, immerhin sollte sie spät recht behalten, aber zu den Zeitpunkt leider nicht mehr lang genug leben, um es richtig mitzubekommen.

Zurück in die Vergangenheit: Mein Respekt vor dem Bodensee war groß genug, den Tauchsport nie ernsthaft in Erwägung zu ziehen. Als Teenager hatte ich dann eine Jugendzeitschrift abonniert, in der es eine Serie über das Schnorcheln gab. Dort wurde einem alles erklärt, wie man mit Flossen richtig schwimmt, Druckausgleich macht… und so weiter. Seit meiner „Flipper“-Ausrüstung hatte ich immer nur Taucherbrillen gehabt, nun war aber wieder eine ganze Schnorchelausstattung fällig. Mit einem Freund erforschte ich die Unterwasser-Welt des Überlinger Strandbad West in Bereichen, wo ich mich sicher fühlte, nicht ahnend, dass dort auch eine junge Dame zum Schwimmen ging, die ich erst etwas später kennenlernen sollte.

Die junge Dame hieß Annette. Anfang der 1990er Jahre traf ich sie zum ersten Mal aus beruflichen Gründen: Ich war Zivildienstleistender beim Rettungsdienst, sie eine Ehrenamtliche. Aber wirklich kennengelernt haben wir uns damals nicht, ich wusste zwar, wer sie war, mehr aber auch nicht. Nach dem Zivildienst machte ich weiter beim Rettungsdienst und musste erst einmal die Ausbildung zum Rettungsassistenten absolvieren. Daher verloren wir uns aus den Augen. Und das Tauchen? Nun, eine gewisse Faszination war geblieben. Auf der Rettungsdienstschule gab es ein paar Pflichtbücher und ein paar „kann man sich anschaffen, wenn man sich dafür interessiert“-Bücher. Die Pflichtbücher bekamen wir natürlich alle. Und von den anderen Büchern schaffte ich mir neben einem fotografischen Atlas der menschlichen Anatomie ausgerechnet ein Buch über Tauchnotfälle an. Auch noch eins, das auf Spezialpapier gedruckt war – es war nämlich eigentlich für Taucher gedacht, die es für den Ernstfall dabei haben sollten (nicht unter Wasser, falls Sie das fragen! Es war aber wassergeschützt, damit ihm Spritzwasser nichts ausmacht).

Dann kam die Prüfungswoche auf der Rettungsdienstschule. Zu diesem Zeitpunkt feierte das Panorama-Bad in Freudenstadt gerade ein Jubiläum. Freudenstadt lag in der der Nähe der Rettungsdienstschule und ein paar der Azubis gingen eines Nachmittags zum Schwimmen. Just an diesem Nachmittag veranstaltete die örtliche DLRG im Hauptbecken des Bads ein „Schnuppertauchen“. Und diesmal packte es mich, es endlich mal auszuprobieren. Es war faszinierend, auf den Grund des Beckens abzusinken und einfach weiterzuatmen. Und dann schwamm ich – begleitet von einer Sicherheitstaucherin und einem weiteren Schnuppertaucher – die ganze Länge des Beckens durch uns wieder zurück. Ich war elektrisiert, aber offenbar nicht genug. Vielleicht lag es auch an der Tatsache, dass wir eben mitten in den Prüfungen waren, und ich andere Dinge im Kopf hatte, als auch noch das Tauchen anzufangen. Überhaupt – wo denn? Etwa im Bodensee?

Denn was den See betraf, da hatte ich bald drauf ein unschönes Erlebnis, als wir während meines Praktikums einen Notfall mit einem Taucher hatten. Wir übernahmen ihn von einer Rettungsbesatzung eines Polizeibootes und brausten mit Signal zum Krankenhaus nach Überlingen, während ich unablässig seinen Brustkorb komprimierte. Doch er schaffte es nicht. Tauchen war nicht ungefährlich, das wurde mir auf diese Weise wieder vor Augen geführt.

Meine folgende Karriere beim Rettungsdienst verlief aus verschiedensten Gründen, auf die ich keinen Einfluss hatte, etwas wirr. Doch ob es nun Schicksal war oder nicht, es führt dazu, dass sich mein Weg erneut mit dem von Annette kreuzte, wieder beruflich, doch diesmal an einem anderen Ort. Diesmal lernten wir uns besser kennen und merkten, wie wir auf einer Wellenlänge lagen. Im wahrsten Sinne des Wortes, nicht nur, dass wir die Nachtdienste davonreden konnten, wenn gerade nichts los war, sondern auch weil wir durch Zufall feststellten, dass wir beide rechte „Wasserratten“ waren (eine Bezeichnung, die man eigentlich nur Kindern zuteil werden lässt, da ich aber leider keine entsprechende Bezeichnung für Erwachsene gefunden habe, verwende ich sie hier einfach mal). Da sollte man doch eigentlich zusammen schwimmen gehen… irgendwann…

Jahr für Jahr im Flug verging. Nein, ich scherze nicht. Wir kriegten es nicht auf die Reihe. Bis plötzlich die Idee entstand, wenn schwimmen, dann vielleicht richtig. In einem Urlaub. Schwimmen, schnorcheln… Meer, Sonne… Malediven, Seychellen… so was in der Art. Das hatte sich allerdings ziemlich schnell erledigt, als die Preise für den Urlaub, den wir uns vorstellten, in astronomische Höhen schnellten. Unser nächstes Ziel war die Karibik, Venezuela. Dann jedoch brach der Georgienkonflikt aus und der Präsident Venezuelas wollte seine Verbundenheit zu Russland durch ein groß angelegtes Seemanöver demonstrieren – ausgerechnet in der Zeit, in der wir unseren Urlaub nehmen wollten. Außerdem gab es noch ein paar andere Dinge, die einen entspannten Urlaub stören könnten. Nun, das Manöver fand dann doch nicht statt, aber wir hatten bereits umgebucht auf Ägypten. Ägypten kannte ich schon, da war ich zuvor schon mal gewesen. Rotes Meer. Hurghada. Durch einen Zufall waren wir auf ein Hotel in El Gouna gekommen (mehr über den Zufall und das Hotel lesen Sie hier), das über einen eigenen Strand verfügte und mit einer Poollandschaft ausgestattet war. Schwimmen, schnorcheln, ausspannen. Das war der Plan. Ich musste mir da weiters keine Gedanken machen, denn ich hatte eine Schnorchelausrüstung. Zwar aus einem Angebot von einem Discounter, aber immerhin! Ich hatte diese immer mal wieder gebraucht, so etwa in den Schnorchelbädern der „Center Parcs“ Ferienparks. Die waren ideal, wenn man nicht weit fahren, aber doch tropische Unterwasser-Landschaften sehen wollte.

Annette musste sich ihre Ausrüstung noch holen. Ich staunte, als sie mir eine kleine, durchsichtige Plastikbox zeigte, in der die Taucherbrille steckte. Als mein Blick auf das Preisschild fiel, musste ich schlucken. Annette hatte sich eine Taucherbrille gekauft, wie sie Sporttaucher verwenden. In der Tat hatte sie mehr gekostet, als mein ganzes Schnorchelset. Völlig overdressed, fand ich. Wir wollten doch nur schwimmen und so ein wenig schnorcheln. Mehr nicht. Was Annette an der Taucherbrille mehr gezahlt hatte, machte sie dadurch wett, dass sie keine Flossen hatte. Aber kein Problem, dachte ich mir, die kann man sich im Zweifelsfall leihen.

Dann konnte es endlich losgehen. Ich freute mich auf diesen Urlaub, denn mein letzter „richtiger“ Urlaub war Jahre her. Ich war länger nicht mehr gewesen. Endlich mal wieder weiter weg, in eine andere Welt. Wie sehr sich letzter Satz bewahrheiten würde, ahnte ich nicht, als wir uns auf den Weg zum Flughafen machten.