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	<title>Flat Flute Divers &#187; Taschen &amp; Koffer</title>
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	<description>Das etwas andere Blog über das Tauchen.</description>
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		<title>Sheraton Miramar El Gouna: Anfang des Tauchabenteuers &#8211; Thorstens Version</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Jun 2009 07:00:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thorsten Reimnitz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Unser Urlaub in &#196;gypten sollte mit einer Zugfahrt beginnen. Und ich mag Zugfahrten, auch wenn ich immer wieder feststellen muss, dass was die Anbindung ans Schienennetz betrifft, mein derzeitiger Wohnort Brachland ist. Also wollten wir von &#220;berlingen aus fahren... Pustekuchen. Genau an dem Tag war "Schienenersatzverkehr" eingesetzt, weil die Strecke von &#220;berlingen nach Singen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unser Urlaub in &#196;gypten sollte mit einer Zugfahrt beginnen. Und ich mag Zugfahrten, auch wenn ich immer wieder feststellen muss, dass was die Anbindung ans Schienennetz betrifft, mein derzeitiger Wohnort Brachland ist. Also wollten wir von &#220;berlingen aus fahren&#8230; Pustekuchen. Genau an dem Tag war &#8220;Schienenersatzverkehr&#8221; eingesetzt, weil die Strecke von &#220;berlingen nach Singen (wo wir in Richtung Stuttgart umsteigen mussten) wegen Bauarbeiten gesperrt war. Aber zum Gl&#252;ck hatte ich eine freundliche Kollegin, die uns gleich bis nach Singen fuhr. Na, dann aber!</p>
<p>Auf dem Stuttgarter Flughafen war ich erst einen Monat zuvor gewesen, weil ich den Norden unserer Republik besucht hatte. Und siehe da, der Flughafen sah immer noch so aus wie damals. Wie langweilig. Selbst die nervt&#246;tenden Werbeleute, die einem unbedingt eine weitere Kreditkarte aufschwatzen wollten, waren noch da. Ich glaube, es waren sogar die gleichen Leute, die auf den gleichen Positionen standen. Annette und ich erreichten jedoch unbehelligt unseren Schalter zum Check-In. Vor uns in der Reihe stand eine Gruppe von Leuten, vielleicht vier oder f&#252;nf Personen, die offenbar zusammengeh&#246;rten. Jeder von denen hatte neben dem Handgep&#228;ck und einem Koffer noch ein weiteres Gep&#228;ckst&#252;ck. Auf letzterem waren gro&#223; Markennamen und manchmal auch ein Werbespruch abgedruckt, sowas wie &#8220;Mares &#8211; Just add Water!&#8221; oder &#8220;seaQuest&#8221;. Offenbar Taucher. Das Rote Meer ist eine beliebte Tauchregion. Und nach den Wortfetzen, die zu uns her&#252;berdrangen, unterhielten sie sich gerade &#252;ber irgendwelche Tauchg&#228;nge. Tja.</p>
<p>Wie, &#8220;tja&#8221;? Das m&#246;gen Sie sich jetzt fragen. Und ich kann nur antworten: Ja &#8211; tja! Irgendwie war da zwar immer noch das leichte Gef&#252;hl der Faszination, aber hatte ich nicht f&#252;r mich beschlossen, dass das alles zu gef&#228;hrlich ist? Darauf werde ich noch zur&#252;ckkommen, f&#252;r den Moment jedoch hatte sich das Thema erledigt. Wir checkten ein, mussten unser Gep&#228;ck in der Sperrgep&#228;ck-Abteilung abgeben und &#252;berlegten uns, was wir mit der verbliebenen Zeit bis zum &#8220;Boarding&#8221; machen sollten. Die Taucher hatte ich da schon wieder vergessen. &#220;berhaupt, wer will den gleich tauchen lernen? Schnorcheln reicht doch auch.</p>
<p>Nun waren wir schon den ganzen Tag unterwegs gewesen und noch nicht so richtig gegessen. Bis wir an Bord des Fliegers k&#228;men, w&#252;rde es noch etwas dauern. Und mal ganz davon abgesehen w&#252;rde die Essensausgabe dort nicht in der Sekunde beginnen, da die R&#228;der den Boden nicht mehr ber&#252;hrten. Es galt also, Zeit zu &#252;berbr&#252;cken &#8211; und es fiel eine folgenschwere Entscheidung: Wir gingen in einen Fastfood-Tempel, um den G&#246;ttern des Frittierens ein Speiseopfer darzubringen. Sprich, wir nahmen ein Men&#252; mit reichlich Fett zu uns. Annette noch mehr als ich (was sich im Nachhinein als Gl&#252;cksfall f&#252;r mich herausstellte), denn sie nahm irgendwas mit K&#228;se. Ich jedoch mag Milch eher, wenn sie nicht durch das absichtliche Hinzubringen von Bakterien zum Verderben gebracht wird.</p>
<p>&#220;bers&#228;ttigt f&#252;r den Moment ging es an Bord, durch die Sicherheitskontrolle. Und obwohl ich diesmal sogar meinen G&#252;rtel ausgezogen hatte, piepte das bl&#246;de Teil und ich musste mich einer pers&#246;nlichen Kontrolle unterziehen. Waren da etwa Schrauben in unserem Essen gewesen?</p>
<p>Der Flug war relativ unspektakul&#228;r, doch leider war es bereits stockfinster, als wir in Hurghada landeten. Und unser Hotel lag in El Gouna &#8211; das ist n&#246;rdlich von Hurghada, eine halbe Stunde Busfahrt vom Flughafen entfernt. Noch dazu war unser Hotel das letzte, das angefahren wurde. Es war ziemlich sp&#228;t, als wir dort endlich eintrafen. Allerdings wurden wir durch das Hotel selbst v&#246;llig entsch&#228;digt, zumindest soweit wir das sehen konnten ob der Dunkelheit. Wir wurden im Golfwagen zu unserem Bungalow gefahren, und der war ein Traum. Wir hatten einen Gl&#252;cksgriff getan!</p>
<p>Allerdings stellte sich dabei schon eine T&#252;cke der Anlage heraus &#8211; man konnte sich dort verlaufen. Okay, sagen wir, <em>wir</em> konnten uns dort verlaufen. Zu unserer Verteidigung: es war Nacht, es war dunkel und wir waren m&#252;de. Wir wollten eigentlich nur von unserem Bungalow zur&#252;ck zum Haupthaus, wo es im Hauptrestaurant noch ein &#8220;Sp&#228;tbuffet&#8221; geben w&#252;rde. Ja, schon wieder essen! Wir hatten Urlaub, was soll&#8217;s? Und nachdem wir unfreiwillig verschiedene Wege durch die Hotelanlage erkundet hatten (die sehr sch&#246;n mit Pflanzen angelegt waren und &#252;ber verschiedene Br&#252;cken gingen), fanden wir unser Ziel auch.</p>
<p>Am n&#228;chsten Morgen lie&#223; mich mein Darm wissen, dass es eine im wahrsten Sinne des Wortes &#8220;beschissene&#8221; Idee gewesen war, zuerst in Deutschland sich das Fastfood zu geben (das in dem Fall seinen Namen tats&#228;chlich verdient hatte, &#8220;fast food&#8221; = &#8220;schnelles Essen&#8221;, denn die Zeit dr&#228;ngte irgendwann und wir mussten uns beeilen), um dann noch Sp&#228;tnachts was zu essen. Aber mein Darm war gn&#228;dig, er schien sagen zu wollen &#8220;mach das ja nie wieder!&#8221;, und blieb dann ruhig. An diesem Tag wollten wir gleich mal das Schwimmen im Roten Meer ausprobieren, und hatten auch hier Gl&#252;ck. Wir traten aus unserem Bungalow heraus, stolperten &#252;ber ein Blumenrabatt und waren schon am Hotelstrand, der mit allem Komfort und -zur&#252;ck ausgestattet war. Das war mal wirklich &#8220;Urlaub&#8221;.</p>
<p>Dann ab ins Wasser! Im November! Unser Enthusiasmus wurde allerdings etwas gebremst, aus irgendwelchen Gr&#252;nden war das Wasser hier in Ufern&#228;he recht kalt. Und mit Wassertemperaturen hatte ich auch schon immer ein Problem gehabt. Meine Klassenkameraden sprangen bei 17 ° Wassertemperatur ins Wasser des Bodensees wie nichts &#8211; ich brauchte meine Zeit. Na, das konnte ja heiter werden. Vor meinem geistigen Auge sah ich Annette, die mir bereits von einer Mangroveninsel aus zuwinkte, die unserem Badestrand vorgelagert war, w&#228;hrend ich mich immer noch St&#252;ck f&#252;r St&#252;ck vorarbeitete. Und selbiges war auch noch mit ein Grund, weswegen ich das Tauchen nie angefangen hatte. Die Gest&#246;rten gingen ja in richtig kaltes Wasser! Wasser, das gerade mal 11 oder 12 ° hatte! Nein, vielen Dank.</p>
<p>In der Situation drehte ich mich zu Annette um. Sie l&#228;chelte mich freundlich an. &#8220;Geh doch schon mal vor!&#8221; Bitte? &#8220;Ja, ich brauch immer ein bisschen.&#8221; Okay, das passte ja mal wieder, denn da ging es ihr nicht anders als mir. Auf unserem langsamen Weg ins Wasser wurden wir von einer anderen Touristin &#252;berholt, die sich einfach in die Fluten st&#252;rzte und losschwamm, bis sie die Mangroveninsel erreicht hatte und uns von da aus zuwinkte. Wir bekamen indessen Probleme anderer Art. Der Fischreichtum des Roten Meeres ist legend&#228;r, und selbst an jedem einfachen Hotelstrand kann man schon im flacheren Gew&#228;sser auf irgendwelche Meeresbewohner treffen. In dem Fall machten wir Bekantschaft mit einer Gattung, die man gemeinhin &#8220;Putzerfische&#8221; nennt. Sie kamen und fingen an, an uns herzumzuzupfen. Und in meinem ganz speziellen Fall h&#228;tte man diese Tiere auch &#8220;Epilierfische&#8221; nennen k&#246;nnen, denn sie fingen an, an den H&#228;rchen an meinen Beinen herumzuzupfen. Also legten wir einen (kleinen) Schritt zu und irgendwann schwammen wir unsere Runden.</p>
<p>Nach dem Bad lagen wir auf unseren Strandliegen. Es ging nicht lang, und Annette entschuldigte sich, sie m&#252;sse mal wohin&#8230; Sie erinnern sich an meine obige Anmerkung zu der &#8220;beschissenen Idee&#8221;? Bei Annette schlug die Fastfood-S&#252;nde v&#246;llig durch und setzte sie erstmal au&#223;er Gefecht. Essen konnte sie kaum was und den Sicherheitsradius von zwei Metern zur n&#228;chsten Toilette sollte sie nicht verlassen. Das hatte nat&#252;rlich zur Folge, dass ich beim Essen im Restaurant erstmal allein aufkreuzte, wo sich die Kellner r&#252;hrend erkundigten: &#8220;Where&#8217;s your wife?&#8221; Ich &#252;berlegte kurz, ob ich wohl erl&#228;utern sollte, dass wir nicht verheiratet waren, lie&#223; es aber. Darum ging es nicht. Ich erz&#228;hlte von Annettes Erkrankung, bekam den hoteleigenen Arzt ans Herz gelegt und das Krankenhaus von El Gouna (das, soweit ich informiert bin, nach europ&#228;ischem Standard eingerichtet sein soll). Und obwohl das nicht gern gesehen wurde, durfte ich sogar Essen vom Buffet aufs Zimmer mitnehmen.</p>
<p>Nachdem Annette zwei Tage sp&#228;ter wieder genesen war, konnten wir unseren Urlaub in geplanter Weise fortsetzen. In den zwei Tagen hatte ich die Hotelanlage erkundet und mich auf die Suche gemacht nach einer M&#246;glichkeit, in landn&#228;he zu schnorcheln. Da war nur ein Problem: der Uferbereich war ziemlich flach und man musste recht weit rauslaufen, um in tieferes Gew&#228;sser zu kommen. Zwar war direkt neben dem Hotel ein Strand mit einem sehr langen Steg, der bis zum tieferen Bereich ging, aber der war gerade mit dem Hinweis &#8220;IT IS NOT SAFE!&#8221; gesperrt. Und wenn in &#196;gypten irgendwo steht, &#8220;IT IS NOT SAFE!&#8221;, dann ist das so. Wir beschlossen also, den Hotelpool auszuprobieren und uns nach Schnorchelausfl&#252;gen zu erkundigen, die irgendwelche Riffe im Roten Meer ansteuerten.</p>
<p>Der Hotelpool war sehr sch&#246;n hergerichtet und nicht allzu tief. Richtig zum Schwimmen und ein wenig w&#228;rmer als das Meer. Und Komfort gab es hier auch. Allerdings kamen auch Vertreter von verschiedenen Veranstaltern her, um den Touristen irgendwelche Bet&#228;tigungen schmackhaft zu machen. Zum Beispiel Gleitschirmfliegen. Begeistert erz&#228;hlte uns einer der Werber, dass man hier an einem Fallschirm h&#228;ngt, der von einem Speedboot gezogen wird. Hier m&#246;chte ich darauf hinweisen, dass ich seit fr&#252;hester Kindheit an H&#246;henangst leide (behalten Sie das im Hinterkopf, das wird in einem sp&#228;teren Kapitel nochmal wichtig). Die Aussicht, an einem Fallschirm in f&#252;nfzig oder siebzig Metern H&#246;he zu h&#228;ngen, der von einem Speedboot gezogen wird, lie&#223; mich nicht gerade spitze Schreie der Begeisterung aussto&#223;en. &#8220;You have a fantastic view!&#8221;, wurde mir versichert. Ja, was auch immer. Vielen Dank. Geh schei&#223;en!</p>
<p>Und einmal kam ein Werber von der hoteleigenen Tauchbasis. Was sein Kollege vom Gleitschirmfliegen &#252;ber die Luft erz&#228;hlte, erz&#228;hlte er &#252;ber die Unterwasser-Welt. Damit traf er meinen Nerv schon eher. Aber so einen Tauchkurs zu machen? &#8220;You will see Nemo!&#8221;, wurde mir versichert. Der arme Clownfisch&#8230; erst darf ein Reh nicht mehr so hei&#223;en, sondern wird wegen Disney nur noch &#8220;Bambi&#8221; genannt, jetzt hei&#223;en alle Clownfische &#8220;Nemo&#8221;. Ja, was auch immer. Vielen Dank. Geh&#8230; ach&#8230; hm.</p>
<p>Wie wir dann feststellten, wurde der tiefere Bereich des Pools von der Tauchschule f&#252;r die Pooltraingsstunden benutzt. Erinnerungen wurden wach an meinen Schnuppertauchgang in Freudenstadt. Hm. Hatte der Werber nicht irgendwas gesagt, es g&#228;be da auch sowas wie Schnuppertauchen? Ach komm, warum willst Du Dich qu&#228;len? Du wei&#223;t doch schon, dass es Dir gefallen w&#252;rde, das &#8220;Rumplanschen&#8221; bringt auch nichts. Vergiss es doch einfach. Aber interessant war es schon, den Tauchsch&#252;lern und ihrer Lehrerin zuzusehen. Diese Lehrerin, das war nicht zu &#252;berh&#246;ren, kam aus der Schweiz. Sie war sehr ruhig und sehr geduldig. Das gefiel mir. Alles wurde erkl&#228;rt, auch mehrfach, wenn es n&#246;tig war. Irgendwann, als Sch&#252;ler und Lehrerin unter Wasser waren, fragte Annette pl&#246;tzlich: &#8220;Was machen denn die da unten?&#8221; Man konnte nicht viel erkennen, nur dass Sch&#252;ler und Lehrerin auf dem Grund lagen, einander zugewandt. &#8220;Handzeichen &#252;ben?&#8221;, war meine schwache Vermutung. Das kannte ich noch von meinem Schnorchelkurs und ich wusste, dass Taucher eine ganze Reihe von Zeichen haben, mit denen sie sich verst&#228;ndigen. Ich selbst schwankte innerlich. Noch ein Schnupperkurs? Das erschien mir wenig sinnvoll. Aber dann h&#228;tte man wenigstens was besonderes im Urlaub gemacht. Einen &#8220;richtigen&#8221; Kurs zu machen, das war hinter einem Vorhang von Bedenken verschwunden. Na ja, wer will den gleich das Tauchen lernen?</p>
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