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	<title>Flat Flute Divers &#187; Blei</title>
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	<description>Das etwas andere Blog über das Tauchen.</description>
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		<title>Erfahrungen: Noch mehr Freiwassertauchg&#228;nge</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Oct 2009 07:00:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thorsten Reimnitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausrüstung]]></category>
		<category><![CDATA[Blei]]></category>
		<category><![CDATA[Freiwassertauchgang]]></category>
		<category><![CDATA[Open Water Diver]]></category>
		<category><![CDATA[See]]></category>
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		<category><![CDATA[Schluchsee]]></category>

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		<description><![CDATA[Unser erster Tauchgang "ohne Aufpasser" hatte uns (mal  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unser erster Tauchgang &#8220;ohne Aufpasser&#8221; hatte uns (mal wieder) eins vor Augen gef&#252;hrt: Aller Anfang ist schwer. Immerhin hatten wir schon gesehen, dass wir als Team zumindest in so weit gut zusammen arbeiteten, dass wir uns in grenzwertigen Situationen an das hielten, was abgemacht war und kein Risiko eingingen, wo es nicht zu verantworten war.</p>
<p>F&#252;r den zweiten Tauchgang hatten wir uns dann eine andere Route ausgesucht. Nachdem wir beim ersten unser Ziel glorreich verfehlt hatten, wollten wir eine Stufe zur&#252;ckgehen: Wir wollten einmal quer durch die Bucht bei Seebrugg navigieren. Respektive, das Navigieren sollte Annettes Aufgabe werden. Ich hatte ja noch keinen Kompass. Die Rolle des Chefnavigators &#252;bernahm sie mit gro&#223;er Ernsthaftigkeit und bei diesem Tauchgang lieferte sie gleich zwei Punktlandungen: einmal quer durch die Bucht zur anderen Seite und wieder zur&#252;ck zum Einstieg! Genau wie geplant.  Meine Bewunderung hatte sie damit &#8211; und meinen Neid. Ich wollte auch so toll navigieren*. Nun, dass ich keinen Kompass hatte, habe ich schon erw&#228;hnt, und den von Annette konnte ich nicht nehmen, da sie eine Konsole hat, wo Finimeter, Tauchcomputer und Kompass fest zusammengebaut sind. Ich wollte mir eigentlich dann ein Angebot f&#252;r eine solche Konsole machen lassen, aber &#8211; um hier mal vorzugreifen &#8211; daraus wurde nichts.</p>
<p>*Annette: <em>ich err&#246;te gleich vor Scham! Und das kommt selten bei mir vor! Das kann ja nur ironisch gemeint sein. Ich trau dir nicht&#8230;aber war auch nicht n&#246;tig. Vor lauter Neid wolltest du mir ja erschwerte Bedingungen verschaffen und hast einfach das Licht ausgeknipst. (Flat Flute Adventure Dive No 1: Navigieren in der Dunkelheit!) Sie erinnern sich an die Bilder vom Schluchsee? Thema Nachttauchgang am Tag? Dann k&#246;nnen Sie sich vorstellen, dass Kompasslesen ohne Licht nicht so einfach ist. Ich habe die Situation auf  meine Art gel&#246;st. Eine schallende Ohrfeige sp&#228;ter leuchtete die Funzel wieder <img src='http://www.flatflutedivers.de/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':-D' class='wp-smiley' /> </em></p>
<p>HE, normalerweise haut man das Ger&#228;t, das nicht mehr funktioniert, und nicht den, der es tr&#228;gt! So weit ist es gekommen, ich bin der Funzeltr&#228;ger f&#252;r Madame und darf mich auch noch schlagen lassen. Nicht genug damit, dass die Lampe selber einiges Gewicht hatte. Mein armes Handgelenk!</p>
<p>Eine Woche sp&#228;ter war unser n&#228;chster Tauchtag, und wieder musste Annette den Chefnavigator machen. Das Wetter war diesmal wesentlich schlechter und wir erfanden spontan den &#8220;Flat Flute Diver Adventure Dive No. 2: Tauchen im Regen&#8221;. Ich vermute mal, dass sich Annette nach dem Erfolg der Woche zuvor keine Bl&#246;&#223;e geben wollte und war noch konzentrierter, als wir wieder quer durch die Bucht tauchten. Nun ist es so: Auf der Strecke quer durch die Bucht liegt die &#220;bungsplattform der &#246;rtlichen Tauchschule. Diese tauchte pl&#246;tzlich vor uns auf. Ich sah sie rechtzeitig und wich aus, doch Annette war so auf den Kompass konzentriert, dass es zu folgender Situation kam, die auf Video festgehalten ist:</p>
<p><object width="445" height="364"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/DAjvmTHfWlg&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;color1=0x006699&#038;color2=0x54abd6&#038;border=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/DAjvmTHfWlg&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;color1=0x006699&#038;color2=0x54abd6&#038;border=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="445" height="364"></embed></object></p>
<p><em>So. Dieses Mal genau nach der Nadel schwimmen&#8230;ich werde sie keine Sekunde aus den Augen lassen, damit sie keine Chance hat, sich heimlich in einem schwachen Moment zu verstellen um mich in die Irre zu f&#252;hren&#8230;</em></p>
<p>In letzter Sekunde konnte ich Annette warnen, bevor sie mit dem Kopf genau an die Stahlumrandung der Plattform gerumpelt w&#228;re.</p>
<p><em>W&#228;re ein kurzer Tauchgang geworden. Das jedenfalls steht fest. H&#228;tte sicher eine nette Platzwunde gegeben. Quatratisch in Form des Metalltr&#228;gers. &#8220;Wo hast du die Platzwunde her?&#8221; &#8211; &#8220;Vom Tauchen!&#8221; &#8211; &#8220;Ja klaaaaar&#8230;.&#8221; . Eigentlich m&#252;sste ich dir dankbar sein. Aber mir kommt so spontan eine Frage: Mu&#223;t du eigentlich jeden Schei&#223; filmen? Seltsamerweise bekomme ich immer die Patzer nachher auf Video vorgef&#252;hrt, ich glaube, das besprechen wir nochmal unter 4 Augen Freundchen&#8230;</em></p>
<p>F&#252;rher gab&#8217;s mal so Fernsehsendungen, die haben Geld f&#252;r solche Szenen gezahlt&#8230; &#8220;Pleiten, Pech und Pannen&#8221; und so&#8230; man kann ja nie wissen, wenn die wieder Konjunktur haben, dann werde ich reich&#8230; &#228;h&#8230; ich meine, WIR werden reich.</p>
<p>Davon abgesehen war es aber wieder eine Punktlandung <em>(logisch!).</em> Im str&#246;menden Regen tauchten wir auf der anderen Seite der Bucht auf. Wir besprachen den Weg, dann visierte Annette den Ausstieg an und wir machten uns auf den R&#252;ckweg. Auf dem Weg kamen wir an einem Fisch vorbei, der sich an einem Torfballen versteckt hatte und machten einen Halt f&#252;r Fotos.</p>
<p><a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2009/10/geduldiger_fisch.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-656" src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2009/10/geduldiger_fisch.jpg" alt="Ein geduldiger Schluchsee-Fisch" width="460" height="345" /></a></p>
<p>Dabei fiel mir etwas unangenehm auf: So richtig konnte ich die Position nicht halten. Den Fisch st&#246;rte es zum Gl&#252;ck nicht, aber ich hatte nun definitiv das Gef&#252;hl, mit der eigenen Flasche viel zu schwer zu sein.</p>
<p><em>&#8220;Fischus Geduldicus&#8221;. So war die genaue, lateinische Bezeichnung. Diese spezielle Sorte eignet sich definitiv nicht f&#252;r Seebebenwarnungen, denn sie sind durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Noch nicht mal durch dich! </em></p>
<p>Tarieren in Perfektion sah anders aus. Und dann noch die schwere Lampe dazu, die ich f&#252;r Madame tragen durfte. Doch angespornt von dem Erfolg des &#8220;Quer-durch-die-Bucht-Tauchens&#8221; versuchten wir beim Wiederholungstauchgang nun noch einmal das versunkene Boot zu finden. Um es kurz zu machen &#8211; nein, wir haben es wieder nicht gefunden.</p>
<p><em>Aber die Galerie! Die haben wir gefunden. Auf der Basis fragte man taktvollerweise schon gar nicht mehr nach, ob wir &#8220;DAS BOOT&#8221; gefunden h&#228;tten. &#8220;DAS BOOT&#8221; kann mich langsam mal am&#8230;</em></p>
<p>&#8230;am Seegrund liegen bleiben, wolltest Du wohl sagen, oder? Nun, unsere weiteren Pl&#228;ne standen zu dem Zeitpunkt schon ziemlich fest: Als n&#228;chstes kam der &#8220;Enriched Air Diver&#8221; dran, da wir vorhatten, beim n&#228;chsten Aufenthalt in &#196;gypten, eine ziemliche Anzahl von Tauchg&#228;ngen zu machen und wollten die Stickstoffbelastung etwas reduzieren. Unser Tauchlehrer hatte uns schon beim Pooltauchgang vom OWD zu einer Tauchtour in einen Ort mit Namen &#8220;<a title="Tauchgebiete: Horka in Sachsen" href="http://www.flatflutedivers.de/2009/10/15/tauchgebiete-tauchsee-horka-crostwitz-lkr-goerlitz-sachsen/" target="_blank">Horka</a>&#8221; eingeladen. Im Rahmen dieser Tour w&#252;rden wir nun den neuen Kurs machen. F&#252;r unseren &#196;gypten-Urlaub stand der &#8220;Advanced Open Water Diver&#8221; fest.</p>
<p><em>Red doch nicht so geschwollen daher! Von wegen, &#8220;wir wollten die Stickstoffbelastung in Grenzen halten&#8230;.*fl&#246;t!&#8221;. Du warst doch nur scharf auf ein K&#228;rtchen von PADI! Damit du, wenn du nach deinem Brevet gefragt wirst, gleich mal ne Palette Karten rausholen kannst&#8230;&#8221;Welches m&#246;chten Sie denn sehen&#8230;?&#8221;</em></p>
<p>Na und? In Amerika brauchst Du ja schlie&#223;lich auch mehr als eine Kreditkarte, und&#8230; he, Moment, was red ich denn da? Nat&#252;rlich lag mir nur Deine Gesundheit am Herzen. Ich rette Dich vor Kopfplatzwunden, bin ein Licht in der Dunkelheit und sorge mich um Deine Stickstoffbelastung &#8211; und wie dankst Du mir das? GAR NICHT! So, b&#228;h!</p>
<p>Au&#223;erdem ist das mit den K&#228;rtchen ganz nett, je mehr Gold im Logbuch ist, desto&#8230;</p>
<p><em>Ich bin ger&#252;hrt, dass Du Dich so sehr um mich sorgst&#8230; mmmhhhhhppppffwuahaha&#8230;.  Nein ehrlich&#8230; buahah&#8230; STOP jetzt. Ich werde ausnahmsweise mal einen Pluspunkt f&#252;r dich in mein &#8220;schwarzes Buch&#8221; notieren&#8230;</em></p>
<p>&#196;HM! Zur&#252;ck zu den wichtigen Dingen: Den n&#228;chsten Tauchgang machten wir wieder mit meinem Kollegen, um uns der als OWD erlaubten Tiefe von 18 Metern etwas mehr zu n&#228;hern. Danach gingen wir getrennt auf Tauchgang &#8211; Annette verbrachte mit einer Freundin einen Kurzurlaub in &#196;gypten und nutzte diesen f&#252;r einen Ausflug.</p>
<p><em>Ja! Ich bin dir entkommen! Und es war trotzdem sch&#246;n. So! Mein Buddy beim ersten Tauchgang hie&#223; Kamel, und der Buddy beim zweiten Tauchgang stellte sich an wie ein Kamel! Wie du siehst, hab ich dich gar nicht vermisst! <img src='http://www.flatflutedivers.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </em></p>
<p>Ach so?? Pah, ich hab Dich noch mehr nicht vermisst als Du mich, ich ging n&#228;mlich wieder an den Schluchsee und machte diesmal einen Tauchgang mit Babsi, Majkis Frau. Das ehrgeizige Ziel war, diesmal endlich das versunkene Boot zu finden. Okay&#8230; es war Babsis Ziel, ich hatte ja noch immer keinen Kompass (<span style="text-decoration: line-through;">Himmelherrgottnochmal! </span>Zensiert!). Aber was soll ich sagen? Wir fanden die Galerie &#8211; und das Boot!</p>
<p><em>War ja klar! Aber &#8220;DAS BOOT&#8221; ist ja l&#228;cherlich gegen &#8220;<a title="Rotes Meer: Wrack der Giannis D" href="http://www.flatflutedivers.de/2009/10/08/shaab-abu-nuhas-wrack-der-giannis-d-rotes-meer-aegypten/" target="_blank">DAS BOOT</a>&#8220;, was ICH in &#196;gypten betaucht habe&#8230;.*angeb <img src='http://www.flatflutedivers.de/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':-D' class='wp-smiley' /> </em></p>
<p>Wie sie sich aufplustert&#8230; zu Deiner gef&#228;lligen Information, &#8220;DAS BOOT&#8221; hab <a title="Das Wrack der Giannis D - Thorstens Version" href="http://www.flatflutedivers.de/2009/07/03/scuba-diver-der-erste-tauchgang-das-wrack-der-ghiannis-d-thorstens-version/" target="_blank">ich auch schon mal betaucht</a>, wie Du Dich vielleicht erinnerst. Aber nur vielleicht.</p>
<p><em>Vielleicht erinnerst DU dich, dass ich zu dem Zeitpunkt <a title="Wrack der Giannis D - Annettes Version" href="http://www.flatflutedivers.de/2009/07/03/scuba-diver-der-erste-tauchgang-das-wrack-der-ghiannis-d-annettes-version/" target="_blank">andere Sorgen hatte</a> als darauf zu achten, ob du bei dem BOOT dabei warst oder nicht&#8230;</em></p>
<p><a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2009/10/schluchsee_boot_gefunden.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-657" src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2009/10/schluchsee_boot_gefunden.jpg" alt="Das ber&#252;hmte &quot;Schluchsee-Boot&quot;." width="460" height="345" /></a></p>
<p>(Das Foto ist leider nicht sehr gut geworden.) <em>(Wen wunderts? Du bist Hobbyjournalist nicht Fotograf.)</em></p>
<p>Auf dem R&#252;ckweg kamen wir wieder an der Galerie vorbei, tauchten ein St&#252;ck weiter und&#8230; kamen wieder an der Galerie vorbei&#8230; h&#228;? Wann bitte sind wir denn die Schleife geschwommen? Visuelle Navigation kann man hier wirklich vergessen. Na ja, macht nichts, dank meiner gro&#223;en Flasche reichte mir die Luft und schlie&#223;lich kamen wir auch beim Ausstieg wieder an &#8211; nach einem Tauchgang von 61 Minuten. Ich hatte bei diesem Tauchgang das Trimmblei weg gelassen und lag wesentlich besser im Wasser. Aber noch nicht so ganz gut.</p>
<p><em>Ich w&#252;rde mal spontan sagen, dass du die Situation wieder mal typisch m&#228;nnlich v&#246;llig missverstanden hast. Babsi hat sich nicht vernavigiert. Sie war lediglich dein ewiges Gejammer leid. &#8220;Ich find noch nicht mal die Galerie&#8230;&#8221; Daraufhin ist sie in einer Endlosschleife um die Galerie getaucht. &#8220;Da ist sie, siehste, DA!&#8221;</em></p>
<p>Das hast Du jetzt typisch weiblich v&#246;llig missverstanden. Ich hab ja nichts von &#8220;vernavigiert&#8221; gesagt. Ich war nur &#252;berrascht, weil mir meine Orientierung wohl auch einen Streich gespielt hatte. Doch damit sollte nun Schluss sein! Denn es stand Horka an. In der Zwischenzeit hatte ich Kontakt zu einer ehemaligen Taucherin gefunden, die Teile ihrer Ausr&#252;stung verkaufte &#8211; darunter eine Schreibtafel und &#8211; ein <strong>Kompass</strong>! Na endlich!</p>
<p><em>DU hast einen Kompass&#8230;wenn&#8217;s hilft&#8230;da bin ich ja mal gespannt&#8230; <img src='http://www.flatflutedivers.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </em></p>
<p>Ja-ha, das hab ich wohl! Muss ich navigieren &#8211; soll ich?</p>
 <p>Feel free to Flattr this post at <a href="http://flattr.com/" title="Flattr" target="_blank">flattr.com</a>, if you like it.</p> <p><a href="http://flattr.com/" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/plugins/flattrss/button-compact-static-100x17.png" alt="flattr this!"/></a></p><p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Erfahrungen%3A+Noch+mehr+Freiwassertauchg%C3%A4nge+http://bit.ly/4jRrnJ+%23FlatFluteDivers" title="Bei Twitter veroeffentlichen"><img class="nothumb" src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/de/tt-twitter-micro4-de.png" alt="Post to Twitter" /></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Intermezzo: Freiwassertauchversuch, die Erste! Und bitte&#8230;</title>
		<link>http://www.flatflutedivers.de/2009/08/15/intermezzo-freiwassertauchversuch-die-erste-und-bitte/</link>
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		<pubDate>Sat, 15 Aug 2009 07:00:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thorsten Reimnitz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nachdem wir also im "DIVER'S" gewesen waren, hatten wir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem wir also im &#8220;DIVER&#8217;S&#8221; gewesen waren, hatten wir den Entschluss gefasst, es doch mal in Deutschland mit dem Freiwasser zu probieren. Ich wandte mich an meinen Kollegen, der einen Baggersee heraussuchte. Das l&#228;utete die &#8220;Hab-Ihr?&#8221;-Phase unserer Tauchkarriere ein. Vor jedem Freiwassertauchgang wurden wir n&#228;mlich gefragt &#8220;Habt Ihr&#8230;?&#8221;, und zwar nach Ausr&#252;stungsgegenst&#228;nden, die wir eben nicht hatten. Blei zum Beispiel. Oder wie bei diesem Tauchgang sehr deutlich notwendig war, Kopfhauben. Es war Anfang Juni, trotzdem hatte der See in gewissen Tiefen gerade mal 12 ° C. Ich hatte keine Kopfhaube. Annette h&#228;tte eine gehabt, hatte diese aber nicht dabei. Selbst schuld.</p>
<p><em>Annette: Jahaa! Ich h&#228;tte eine gehabt! Aber was ein richtiger Flatflutediver ist, der taucht auch bei geringen Temperaturen OHNE Haube! Man macht seinem Namen schlie&#223;lich alle Ehre! Zudem bist du ja nur neidisch, weil ICH eine Haube hatte und DU nicht! Aber ich habe mir die Haube auch schwer erarbeitet! Das war mein Lohn! Schlie&#223;lich hab ich mich beim Kauf des Neoprenanzuges um ein Haar im Schaufenster umgezogen, da musste die Haube schon drin sein! </em></p>
<p><a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2009/08/baggersee_pflanzen.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-396" title="Baggersee-Pflanzen" src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2009/08/baggersee_pflanzen-300x225.jpg" alt="Baggersee-Pflanzen" width="210" height="158" /></a>Diesen Tauchgang sollten wir sozusagen &#8220;online&#8221; machen, oder um diesen Kalauer noch weiter auszuwalzen: &#8220;on lein&#8221;. Wir wurden n&#228;mlich mit einer Buddy-Leine am Tauchlehrer gesichert, <em>(*wuff! Um nicht zu sagen, ANGELEINT!) </em>weil dies unser erster Tauchgang in einem See war. Tats&#228;chlich war das eine gute Idee, denn sich hier zurecht zu finden, war etwas v&#246;llig anderes als das, was wir bisher kannten. Die Sicht war eingeschr&#228;nkt, au&#223;erdem war der See extrem bewachsen mit Pflanzen, die einem bei Kontakt den Neoprenanzug versauten (was hab ich geschrubbt hinterher!).</p>
<p><em>Nun ja&#8230; ich war etwas irritiert durch die Leine. Erstmal kam ich mir vor wie ein Hund, dann hatte ich ein &#8220;kleines&#8221; Problem. Man reichte mir kein intrigan&#8230;integriertes Blei, sondern einen BLEIGURT! Kaum im Wasser vollf&#252;hrte ich eine neue Tauchvariante, auch &#8220;Deegrol&#8221; genannt (niederl&#228;ndisch f&#252;r &#8220;Teigrolle&#8221;). Ich drehte mich wie ein H&#228;hnchen am Spie&#223; im Wasser, und ich konnte kaum dagegen ankommen. Wie sich herausstellte, drehte sich dieser bl&#246;de Gurt um mich und ich mich gerade mit dem Blei mit! Erschwerend kommt meine etwas &#8220;chaotische&#8221; Tauchweise hinzu&#8230;ich neige dazu, begeistert von einem Tauchort zum n&#228;chsten zu hetzen und vergesse dabei gerne, dass ich eine LEINE habe. Oder dass es vielleicht au&#223;er mir noch andere Taucher geben k&#246;nnte. Oder da&#223; wir mal urspr&#252;nglich eine &#8220;Formation&#8221; hatten. Du rechts, TL in der Mitte, ich links. Kam aber vor, dass ich mal rechts von dir war. Ups. Wie konnte das denn passieren?  Dementsprechend mussten wir uns ab und zu entwirren. <img src='http://www.flatflutedivers.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  </em></p>
<div id="attachment_397" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2009/08/deegroll-manoever.jpg"><img class="size-full wp-image-397" title="&quot;Deegroll-Man&#246;ver&quot;" src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2009/08/deegroll-manoever.jpg" alt="&quot;Deegroll-Man&#246;ver&quot;" width="460" height="345" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Deegroll-Man&#246;ver&quot;</p></div>
<p>Mehr als zur Orientierung konnte dieser Tauchgang leider nicht dienen, denn nach etwa 20 Minuten kam etwas hinzu&#8230; wir waren in etwa zehn Metern Tiefe, das Wasser hatte 12 ° C &#8211; und meine Stirnh&#246;hlen meldeten sich. Vielleicht kennt einer aus der geneigten Leserschaft dieses schmerzhafte Gef&#252;hl, wenn man beim Eisessen zu schnell ist und die K&#228;lte hochkriecht und in der Stirn wehtut. Genau das habe ich da empfunden, nur mit dem Unterschied, dass es nicht aufh&#246;rte, solange wie in der Tiefe waren. Wir hatten, das hatte ich deutlich gesp&#252;rt, eine so genannte &#8220;Sprungschicht&#8221; durchquert und die Tatsache, keine Kopfhaube zu haben, r&#228;chte sich nun.</p>
<p><em>Memme! ICH h&#228;tte das durchgestanden&#8230; DU bist gar kein Flatflutediver!</em></p>
<p><em><a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2009/08/thorsten_baggersee.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-399" title="Thorsten im Baggersee" src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2009/08/thorsten_baggersee-300x273.jpg" alt="Thorsten im Baggersee" width="210" height="191" /></a></em>Wo-ohl! Au&#223;erdem war der Tauchgang an der Stelle nur deswegen beendet, weil man uns beim Kurs zwar das Zeichen f&#252;r &#8220;Auftauchen&#8221; (Daumen nach oben) gezeigt hat, aber nicht wie man andeutet, dass man nur &#8220;h&#246;her&#8221; m&#246;chte. Ich wollte nur aus der Sprungschicht raus. Ein paar Meter h&#246;her war es ja schon wieder besser. Aber unser Instructor bestand darauf, aufzutauchen. Und dass wir an der Oberfl&#228;che zur&#252;ckschwimmen sollten, war nicht meine Idee. Man sieht, die T&#252;cken h&#246;rten nicht auf. Beim Rausgehen bin ich im Flachwasser bis zu den Knien im Schlamm versunken, bevor es mich am Ufer noch in den Kies warf. Aber he, ein echter &#8220;Flat Flute Diver&#8221; h&#228;lt sowas aus.</p>
<p><em>&#8230;Momentn&#8230;hab ich da was verpasst? <img src='http://www.flatflutedivers.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Nein, ich hab es live miterleben d&#252;rfen und dachte, na klasse. Der erste Tauchgang und Mr Buddy muss gleich ins Geb&#252;sch bei&#223;en. Aber ich war auch nicht besser dran. Ich kam n&#228;mlich gar nicht mehr aus dem Wasser raus&#8230; peinlich peinlich, aber man musste mich aus dem T&#252;mpel ZIEHEN&#8230; aber zumindest hast du mit dem Auftritt bewiesen, dass du ein echter Flatflutediver bist! <img src='http://www.flatflutedivers.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </em></p>
<p><a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2009/08/annette_baggersee.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-398" title="Annette im Baggersee" src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2009/08/annette_baggersee.jpg" alt="Annette im Baggersee" width="460" height="263" /></a></p>
<p>Als wir &#252;ber den Tauchgang sprachen, waren wir uns einig, dass wir das weiterhin versuchen sollten. Leider hatte mein Kollege in n&#228;chster Zeit nicht wirklich Zeit, also kontaktierte ich den Tauchlehrer, den wir in Aufkirchen kennengelernt hatten. Tats&#228;chlich konnte er uns einen Tauchtermin erm&#246;glichen, und zwar am Echinger Weiher. Um nicht ganz so bl&#246;d dazustehen, ging ich vorher in den Tauchladen und besorgte mir eine Kopfhaube. Doch der Tauchlehrer stellte schon die n&#228;chste &#8220;Hab-Ihr?&#8221;-Frage: &#8220;Habt Ihr Handschuhe?&#8221; &#196;h, nein? Okay, die w&#252;rde er uns leihen. Genauso wie das Blei, das wir ja auch nicht hatten. Langsam wurde es nervig. Aber mehr dar&#252;ber gibt es im n&#228;chsten Teil unseres Tauchabenteuers&#8230;</p>
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		<title>Scuba Diver: Zwischen Pool und Meer &#8211; Thorstens Version</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jul 2009 07:00:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thorsten Reimnitz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nun hatten die Poollektionen also gar nicht so schlecht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun hatten die Poollektionen also gar nicht so schlecht geklappt, obwohl ich bei jeder neuen &#220;bung wieder nerv&#246;s war. An diesem Abend galt es, unser Wissen zusammen zu bringen, also das, was wir aus den Filmen und von unserem Tauchlehrer gelernt hatten, mit Hilfe des Lehrbuchs zu etwas vern&#252;nftigen zu vereinen. Erstmal jedoch gab es Abendessen, und ich hatte auch Hunger. Man merkte es zwar nicht so direkt, aber es hei&#223;t nicht umsonst &#8220;Tauch<em>sport</em>&#8221; &#8211; es kostet Kraft, auch wenn wir nur im Pool herumgepaddelt waren. W&#228;hrend des Essens sprachen Annette und ich &#252;ber unsere Erlebnisse und Erfahrungen und dass die &#220;bungen so gut geklappt hatten. Und am n&#228;chsten Tag w&#252;rde es wirklich ins Meer gehen. Auf mindestens zehn Meter Tiefe&#8230; Da wurden wir dann ruhiger. Nachdenklicher.</p>
<p>So langsam fingen meine Zweifel an zu wachsen. Das war doch alles viel zu glatt gegangen. Als wir dann auf unserem Zimmer waren und das Buch durchackerten, wurde es noch schlimmer. Und so langsam kamen mir wieder die Dinge hoch, die mich bisher eigentlich davon abgehalten hatten, das Tauchen ernsthaft anzugehen. Worauf hatte ich mich da eingelassen? Nicht nur, dass ich in aller Ausf&#252;hrlichkeit an die m&#246;glichen Gefahren erinnert wurde, es kam noch mehr dazu. Der Druck nahm zu, je tiefer man ging, das wusste ich schon. Aber das Lehrbuch machte einen darauf aufmerksam, dass das Atmen schwerer wurde, je tiefer man kam. Und was die &#220;bungen f&#252;r den n&#228;chsten Tag betraf, da gab es keine Ausreden mehr. Um f&#252;r den Tauchschein g&#252;ltig zu sein, <em>mussten </em>diese in mindestens zehn Metern Tiefe gemacht werden.</p>
<p>Als wir am Abend zuvor den Entschluss gefasst hatten, den Kurs zu machen, war nat&#252;rlich auch die &#220;berlegung, wof&#252;r man so einen Schein brauchen k&#246;nnte. &#8220;Sch&#246;n-Wetter-Taucher&#8221;, das war der Begriff, den Annette ins Spiel brachte. Das war letztlich auch das, was mir sympathisch schien. Wenn man im Urlaub ist, an einem netten, warmen Gew&#228;sser mit guter Sicht (wie dem Roten Meer), einfach eine Ausr&#252;stung leihen und auf eine Exkursion gehen. Und da beim Scuba Diver der &#8220;Instructor&#8221; immer noch mit dabei sein musste, w&#228;re das ja alles kein Problem.</p>
<p>Doch je mehr ich mich in die Materie vertiefte, desto mehr beschlichen mich Zweifel, ob ich nach dem n&#228;chsten Tag &#252;berhaupt weitermachen w&#252;rde. Immerhin w&#252;rde ich dann wissen, ob es nichts f&#252;r mich ist und ich k&#246;nnte mich in Zukunft wieder auf meine bequeme Position zur&#252;ckziehen, wenn das Gespr&#228;ch darauf kommen sollte. Aber den n&#228;chsten Tag w&#252;rde ich noch durchziehen. Krieg ihn einfach rum! Das sagte ich immer wieder zu mir selbst. Doch das wurde zunehmend schwieriger. Schlie&#223;lich las ich, dass es Menschen gab, denen unter Wasser schwindlig wurde, wenn sie &#8220;schwebend&#8221; in einigen Metern H&#246;he &#252;ber dem Grund hingen. Vor allem, wenn die Sicht gut war. Wie zum Beispiel im Roten Meer. Na gro&#223;artig. Ich bin bestimmt einer der Kandidaten, denen schwindlig wird, dachte ich mir. Immerhin hatte mein Gleichgewichtssinn mir fr&#252;her dahingehend Probleme bereitet, dass ich beim Autofahren reisekrank wurde. Das verschwand zwar grundlos, als ich ein Teenager war, aber wenn ich von gro&#223;en H&#246;hen herunterblicke, kann es sein, dass mir immer noch schwindlig wird. Das hatte mit meiner H&#246;henangst zu tun.</p>
<p>Ich muss hier grunds&#228;tzlich mal etwas ausf&#252;hren. Falls es Sie nicht interessiert, dann &#252;berspringen Sie diesen Absatz einfach. Aber ich m&#246;chte nat&#252;rlich, dass Sie nach der Lekt&#252;re dieses Artikels zu sich sagen k&#246;nnen: &#8220;Mensch, bei den FlutFluteDivers, da hab ich was gelernt!&#8221; Es ist n&#228;mlich so, dass die Umgangssprache mit bestimmten Begrifflichkeiten der Psychologie sehr schludrig umgeht. Banal gesagt sind einige Dinge, die man so umgangssprachlich sagt, falsch. Zum Beispiel wenn man sagt, jemand w&#228;re &#8220;manisch depressiv&#8221;. Die meisten Menschen denken, so jemand w&#228;re &#8220;besessen&#8221;, also extrem depressiv (eben manisch). In Wirklichkeit bedeutet es aber, dass sich Phasen der Hochstimmung (Manie) mit Phasen der Niedergeschlagenheit (Depression) abwechseln. &#196;hnliches gilt, wenn jemand von &#8220;Platzangst&#8221; spricht, und dabei die &#8220;Klaustrophobie&#8221; meint, also die Angst in geschlossenen R&#228;umen. Der Begriff &#8220;Platzangst&#8221; ist ungenau und kann mit der Agoraphobie, der Angst vor gro&#223;en, leeren Pl&#228;tzen verwechselt werden.</p>
<p>Worauf will ich eigentlich hinaus? Nun, mit der &#8220;H&#246;henangst&#8221; verh&#228;lt es sich ganz &#228;hnlich. Bei der Akrophobie ist es nicht die H&#246;he an sich, sondern das Gef&#252;hl, abst&#252;rzen zu k&#246;nnen, das die Angst ausl&#246;st. Wenn ich am Rand eines Abgrunds stehe und nach unten schaue, habe ich das Gef&#252;hl, die Schwerkraft sei hier st&#228;rker, als wenn ich einen Schritt zur&#252;ck mache. Ich habe das Gef&#252;hl, die Schwerkraft hat mich am Kragen gepackt und versucht, mich herunter zu ziehen. Dabei ist es unerheblich, ob ich auf einer gerade mal zwei Meter hohen Mauer stehe oder auf einem vierzig Meter hohen Turm. Die &#8220;H&#246;henangst&#8221; sollte daher vielleicht eher &#8220;Fallangst&#8221; oder &#8220;Sturzangst&#8221; hei&#223;en.</p>
<p>Und wenn ich versuche, trotzdem nach unten zu sehen, kann es passieren, dass mir schwindlig wird. Ich konnte mir daher sehr gut vorstellen, dass das gleiche auch passiert, wenn ich schwebend &#252;ber dem Meeresboden h&#228;nge. Immerhin macht es ja nicht &#8220;plumps!&#8221; und man ist auf zehn Metern Tiefe. Man muss ja irgendwie dahin kommen. Na, das konnte ja heiter werden.</p>
<p>Was Annette betraf, so merkte ich eine gewisse Aufgeregtheit, aber wenn wir uns unterhielten, hatte ich den Eindruck, es war nicht mehr als eine Aufgeregtheit, wie sie ein Sch&#252;ler vor einer wichtigen Klassenarbeit hatte. Sie sprach zwar von den Booten und den Wracks, wegen derer sie Bedenken hatte, aber das konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Wir waren Anf&#228;nger! Man w&#252;rde uns doch nicht sofort auf ein Wrack loslassen! Und vom Boot aus lostauchen &#8211; wir fuhren doch zu einem Riff und w&#252;rden dort irgendwo festmachen und dann von Land aus ins Wasser. Tauchboote landen doch an, oder? Bei irgendeiner Insel. Es gab doch Inseln im Roten Meer? Nat&#252;rlich gab es die, aber wurden die auch angefahren?</p>
<p>Ich hatte keine Ahnung.</p>
<p>Irgendwann half alles nichts mehr. Es war zu sp&#228;t und wir sollten schlafen. Immerhin w&#252;rde es am n&#228;chsten Morgen beizeiten losgehen. Die Nacht war unruhig, aber ich wollte mir nichts anmerken lassen. Wir gingen zum Fr&#252;hst&#252;ck, allerdings nicht ohne uns gegenseitig noch nerv&#246;ser zu machen, als wir schon waren. Die magische Zahl des Morgens war die &#8220;10&#8243;. So tief w&#252;rde es heute runtergehen. War die Decke des Speisesaals wohl zehn Meter hoch? Schon ganz sch&#246;n viel&#8230; Schlie&#223;lich kam der Schweizer noch an unserem Tisch vorbei und fragte, ob wir auch so unruhig geschlafen h&#228;tten und aufgeregt w&#228;ren. Und das fragte er, der nur auf f&#252;nf Meter gehen w&#252;rde? Sch&#246;n, dass andere Menschen auch Bedenken hatten, aber es beruhigte mich nicht wesentlich. Dann fiel mir der Tipp ein, den unser Tauchlehrer noch gegeben hatte &#8211; da wir einige Zeit mit dem Boot fahren w&#252;rden, w&#228;re es schlauer, nicht so schwer und viel zu essen, das f&#246;rdert nur die Seekrankheit. Aber es war egal &#8211; ich konnte sowieso kaum was essen.</p>
<p>Mein Kreislauf lief entgegen seiner sonstigen Gewohnheit (ich bin Hypotoniker) schon den ganzen Morgen auf Hochtouren. Und so kamen wir bei der Tauchbasis an. &#8220;Jetzt geht es loo-os!&#8221;, grinste unser Tauchlehrer breit. Der hatte gut lachen. Unsere Ausr&#252;stung war mittlerweile in Plastikkisten verstaut und wurde von uns an Bord unseres Bootes gebracht. Dann ging es tats&#228;chlich los. Schnell lie&#223;en wir das Ufer von El Gouna hinter uns. Wir fuhren irgendwo aufs Rote Meer hinaus. Gleich zu Beginn der Fahrt gab uns unser Tauchlehrer jeder einen Tauchcomputer. Ich war froh, dass ich etwas hatte, an dem ich mich festhalten konnte. W&#228;re der Tauchcomputer ein Tier gewesen, ich h&#228;tte es wahrscheinlich aus Versehen mit meinem Griff erw&#252;rgt.</p>
<p>Nach einiger Zeit setzten wir uns in der gro&#223;en Kabine des Bootes an einen Tisch. Theorie wurde wiederholt. Dann wurde das &#8220;Briefing&#8221; gemacht. Nachdem die erfahrenen Taucher, die auch mit auf der Tour waren, ihre Einf&#252;hrung &#252;ber den Tauchplatz schon erhalten hatten, kam unser Tauchlehrer zu uns. Er klappte eine in Plastik laminierte Karte auf, die&#8230;</p>
<p>&#8230;ein <em>Schiffswrack</em> zeigte.</p>
<p>Wenn mich in dem Moment jemand gefragt h&#228;tte, ob ich aus der Kirche austreten wollte &#8211; ich h&#228;tt&#8217;s gemacht. Das war ja mal wieder toll. Typisch f&#252;r die Ironie des Lebens. Und daf&#252;r zahl ich auch noch Kirchensteuern? Das Schiff hie&#223;, als es die Meere noch befahren hatte, Ghiannis D. Dann war es auf die Nordseite eines Riffs mit Namen Shab Abu Nuhas geprallt und gesunken. Ich &#228;ugte vorsichtig r&#252;ber zu Annette. Sie hatte mir von ihren Problemen mit Wracks erz&#228;hlt, lie&#223; sich aber irgendwie nichts anmerken. Oder war sie schon erstarrt? Doch es kam noch schlimmer. Unser Tauchlehrer deutete auf einen Aufbau mit Quertr&#228;ger, der von den Aufbauten hochstand und meinte, genau dort w&#252;rde unser Boot festmachen. Es w&#252;rde also genau &#252;ber dem Wrack lagern. Wir w&#252;rden vom Boot springen und an einem Seil, das unter dem Boot hing, senkrecht f&#252;nf Meter in die Tiefe in die Tiefe tauchen. Na klasse! Annette hatte Probleme mit Wracks und mit der Tatsache, unter einem Boot zu tauchen &#8211; und jetzt w&#252;rden wir bei unserem ersten Freiwassertauchgang auch noch alles beides haben? Ich war bereits so in der Rolle des &#8220;Buddys&#8221;, dass ich nicht bedachte, dass auf mich eventuell auch die eine oder andere Herausforderung zukommen k&#246;nnte.</p>
<p>Unser Tauchlehrer erkl&#228;rte unsere Route, vom Startpunkt aus in Richtung Bug des Schiffes, der in zehn Metern Tiefe liegt. Von da wieder zur&#252;ck Richtung Heck, einmal um die Br&#252;ckenaufbauten herum. Das m&#252;ssten dann so ungef&#228;hr 45 Minuten sein (mir schoss durch den Kopf: &#8220;Oh Gott, die l&#228;ngsten 45 Minuten meines Lebens!&#8221;). Anschlie&#223;end auftauchen und Fahrt zum n&#228;chsten Tauchplatz f&#252;r den zweiten Tauchgang, doch zwischen den beiden Tauchg&#228;ngen w&#252;rde es Essen geben. Essen? Ach, werft meine Portion doch gleich ins Meer. Ich w&#252;rde sowieso nichts essen k&#246;nnen. Und die Fische freuen sich bestimmt.</p>
<p><a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2009/06/kampf_oktopus.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-113" title="Der Kampf mit dem Oktopus" src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2009/06/kampf_oktopus.jpg" alt="Der Kampf mit dem Oktopus" width="322" height="405" /></a>Shab Abu Nuhas kam n&#228;her. Irgendwann mussten wir unsere Ausr&#252;stung fertig machen. Und zwar m&#246;glichst bevor die Situation eintritt, dass alle anderen schon im Wasser sind und wir noch beim Aufbauen. Also machten wir uns irgendwann dran. Bei den erfahrenen Tauchern sah das irgendwie professionell aus. Doch das, was ich tat, lie&#223; sich mehr mit &#8220;der Kampf mit dem Oktopus*&#8221; umschreiben. Endlich sa&#223; die Tarierweste auf der Flasche und schlie&#223;lich auch die Erste Stufe auf dem Ventil. Alle Schl&#228;uche waren dort, wo sie sein sollten. Schlie&#223;lich sahen wir es. Genau genommen ist Shab Abu Nuhas nicht wirklich zu &#8220;sehen&#8221;, da sich das ganze Gebilde unter Wasser befindet, aber man konnte es trotzdem gut erkennen. In einiger Entfernung von uns lagen sogar Metalltr&#252;mmer auf dem Dach des Riffs und ragten in die H&#246;he.</p>
<p>Einer der M&#228;nner von der Tauchbasis sprang ins Wasser, um unser Boot mit den Aufbauten der Ghiannis D. zu vert&#228;uen. Unser Tauchlehrer machte uns aufmerksam, dass man das Schiff schon sehen k&#246;nnte &#8211; und tats&#228;chlich! Obwohl das Wrack mindestens f&#252;nf bis zehn Meter unter uns lag, war es zu sehen. Ich hatte zwar von der guten Sicht im Roten Meer geh&#246;rt, aber das &#252;bertraf doch alles. Nun mussten wir uns endg&#252;ltig fertigmachen. Also zuallererst wieder den Neoprenanzug an. Das ging nicht wirklich besser als am Tag zuvor. Die Tarierweste nebst Flasche auf. Und so schwer bepackt gingen wir zum Heck des Tauchbootes, wo sich eine Plattform befand. Von hier aus sollte es losgehen. Der Tauchlehrer und Annette waren auch schnell im Wasser. Ich nicht.</p>
<p>Erinnern Sie sich, was ich oben &#252;ber die Schwerkraft und H&#246;henangst sagte? Man hat das Gef&#252;hl, als sei die Schwerkraft aus irgendeinem Grund st&#228;rker, wenn man am Rand steht. Nun stand ich am Rand der Plattform und hatte eine exzellente Sicht nach unten. Zwanzig Meter in die Tiefe. Und womit ich nicht gerechnet hatte, trat ein: Noch bevor wir im Wasser waren, meldete sich meine H&#246;henangst lautstark zu Wort und p&#246;belte rum. Das Gef&#252;hl, nach unten gezogen zu werden, wurde durch die schwere Ausr&#252;stung noch verst&#228;rkt. Und dann sollte ich tats&#228;chlich mit einem gro&#223;en Schritt reinspringen. Das lie&#223; mich endg&#252;ltig verkrampfen, denn das letzte, was jemand, der einen akuten H&#246;henangst-Anfall hat, m&#246;chte, ist <em>springen</em>! Genau davor hat man ja Angst.</p>
<p>Wenn ich jetzt versuche, mir ins Ged&#228;chtnis zu rufen, was genau der Tauchlehrer und / oder Annette mir in der Situation zuriefen &#8211; das gelingt mir nicht. Ich wei&#223; es nicht mehr. Ich wei&#223; nur, dass irgendwann der Gedanke die Oberhand gewann, dass es jetzt weitergehen musste. Au&#223;erdem w&#252;rde die mich von hinten bestimmt schubsen, wenn ich nicht bald freiwillig reingehe. Und das wollte ich auf keinen Fall. Wenn schon, dann von selbst!</p>
<p>Also dann! Tarierweste aufgepumpt, Regulator in den Mund, Regulator und Maske festhalten, uuuuund&#8230;</p>
<p>&#8230;ein kleiner Schritt f&#252;r die Menschheit, aber ein gro&#223;er Schritt f&#252;r mich.</p>
<p>Meine Bef&#252;rchtungen, wie ein Meteorit auf dem Deck der Ghiannis D. aufzuschlagen, bewahrheiteten sich nicht. Meine Tarierweste trug mich. Endlich war ich drin. Mir war auch schon warm geworden, so im Neopren in der prallen Sonne. Nun, unserem eigentlichen Tauchgang stand nichts mehr im Weg.</p>
<p>* F&#252;r die Nichtkenner: Als &#8220;Oktopus&#8221; wird der Ersatzregulator bezeichnet, der im Notfall f&#252;r den Partner gedacht ist, wenn diesem die Luft ausgeht. Auf dem Bild oben ist der Oktopus der Regulator mit dem gelben Schlauch, der ganz nach unten h&#228;ngt.</p>
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