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	<title>Flat Flute Divers &#187; Ausbildungsstufe</title>
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	<description>Das etwas andere Blog über das Tauchen.</description>
	<lastBuildDate>Wed, 04 Aug 2010 07:00:25 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Der erste Tauchgang im Trocki</title>
		<link>http://www.flatflutedivers.de/2010/07/13/der-erste-tauchgang-im-trocki/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 Jul 2010 07:00:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Annette Abele</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dry Suit Diver]]></category>
		<category><![CDATA[Freiwassertauchgang]]></category>
		<category><![CDATA[Rescue Diver]]></category>
		<category><![CDATA[See]]></category>
		<category><![CDATA[Trocki]]></category>
		<category><![CDATA[Horka]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir hatten uns also entschieden und der Trilaminat-Troc [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir hatten uns also entschieden und der Trilaminat-Trocki war gekauft. Gott sei Dank rechtzeitig vor dem Horkaaufenthalt, denn wir hatten im Rahmen des Resue Divers noch einige Tauchg&#228;nge vor uns.</p>
<p>F&#252;r unter den Trocki hatte man uns einen mittleren Unterzieher sowie Skiunterw&#228;sche empfohlen. Die Wassertemperatur war noch ziemlich k&#252;hl, denn erst drei Wochen zuvor war das Eis vom See weggetaut.</p>
<p>Wie schon das letzte Mal beluden wir unser Auto und machten uns auf den Weg nach Ostdeutschland. Kaum hatten wir &#220;berlingen hinter uns gelassen, fing es an zu regnen. Was sage ich? Es regnete nicht, es sch&#252;ttete. Na klasse. Und kalt war es auch.</p>
<p>Hinter Ulm h&#246;rte es wieder auf und etwas Hoffnung keimte in uns, dass es in Ostdeutschland vielleicht ein bisschen w&#228;rmer war als bei uns, aber leider fing es wieder an zu sch&#252;tten, nachdem wir Dresden erreicht hatten.</p>
<p>Wir erreichten als erste die Basis in Horka. Man lie&#223; uns schon mal hinein, doch da wir die ersten Basisbewohner in dem Jahr waren, war sie noch nicht richtig beheizt. Wir froren ziemlich, trauten uns nicht, die Jacken auszuziehen, und warteten auf Majki. Knapp eine Stunde sp&#228;ter kam er, mit Babsi nebst Hunden. Wir liefen zum See, aber so richtig einladend war es ehrlich gesagt nicht. Wir dachten mit Grauen daran, in das kalte Wasser zu steigen und waren doppelt froh, dass es dieses Mal trocken sein sollte.</p>
<p><em>Thorsten: Ja, da war uns das Gl&#252;ck wirklich hold. Im Nass-Tauchanzug w&#228;re das eine verdammt ungem&#252;tliche Angelegenheit geworden.</em></p>
<p>An dem Abend machten wir nicht mehr viel. Wir gingen essen, dann schlafen. Die Zimmer waren immerhin sch&#246;n warm und es gab keine <a href="http://www.flatflutedivers.de/2009/11/05/horka-das-tauchparadies-in-sachsen-teil-1/" target="_blank">M&#252;cken</a>. <img src='http://www.flatflutedivers.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Am n&#228;chsten Morgen war es dann soweit. Nach einer Einweisung in die Anz&#252;ge zogen wir uns das erste Mal komplett trocken an. Bis dahin ging soweit erst mal alles problemlos. Sich ins Jacket zu zwingen erforderte bei mir zumindest etwas Geschick, dann ging es los.</p>
<p><em>Ich werde nie dieses komische Gef&#252;hl vergessen, wenn man den Anzug angelegt hat und in die Knie geht, um s&#228;mtliche Luft herauszupressen. Der Trocki saugt sich dann quasi an einem fest. Das f&#252;hlt sich an wie&#8230; &#228;h&#8230; ja, mir f&#228;llt gerade kein Vergleich ein. Ich sag Bescheid, falls sich das &#228;ndert.</em></p>
<p>Eitler Fatzke! Du bist auch mit nix zufrieden. Mal saugt sich der Trocki an, dann ist man wieder nicht fotogen weil der Rei&#223;verschluss am R&#252;cken einen Buckel vort&#228;uscht&#8230; und da hei&#223;t es immer Frauen seien so eitel&#8230;</p>
<p><em>Hallo?? Ich werde dieses Jahr 40. Ich kriege Falten und verliere meine Haare. Da muss ich doch schauen, dass ich anderweitig gut aussehe.</em></p>
<p>Wir liefen in Richtung Seeeinstieg. Auf dem Weg fiel mir auf, dass ich irgendwie seltsam lief. Man hatte einem zwar beigebracht, aufrecht zu laufen, Schultern zur&#252;ck, Brust raus, Bauch rein, aber f&#252;r meinen Geschmack hatte ich die Schultern zu weit hinten. Dieser Verdacht best&#228;tigte sich, als ich versuchte, meine Flossen anzuziehen. Hier machte sich der erste Haken des Trilaminat Trockis bemerkbar. Er ist nicht elastisch! Und da die Stiefel direkt an den Hosenbeinen angebracht sind, gestaltete es sich etwas schwierig, im Stehen an die Flossen zu kommen. Knie anziehen ging nur bis zu einem gewissen Grad. Erschwerend kam bei mir die ungew&#246;hnliche &#8220;Schulterzur&#252;ckposition&#8221;, die es mir gar nicht erm&#246;glichte, an die Clipverschl&#252;sse der Flossen zu kommen. Nerv! Schlie&#223;lich gab ich auf und lie&#223; mir helfen.</p>
<p>Dann: Blei in die Taschen. Bei dem Gedanken an die Bleimenge wurde ich schon kurzluftig. Im Na&#223;tauchanzug brauche ich mit meiner 12 l Flasche maximal 2 kg, hier packte ich schon 8 Kilo ein. Inclusive Fu&#223;blei, denn die F&#252;&#223;e sollen im Trocki unten bleiben. V&#246;llig geschafft vom Anziehen begab ich mich auf die letzte Stufe.</p>
<p><em>Neben dem Fu&#223;blei hatten wir kurz vor der Fahrt nach Horka noch den Tipp bekommen, uns Flossen mit weniger Auftrieb zu besorgen, was wir brav getan hatten.</em></p>
<p>(Korrektur: DEINE Flossen hatten zu viel Auftrieb, meine nicht! Ich hab mir dekanterweise Splitfins geleistet, die weniger Wasserwiderstand haben. Haben sie auch. Wenn man flosselt sp&#252;rt man sie fast nicht. Hach, das geht ja richtig leicht. Angenehm leicht. Sehr leicht. ZU leicht!!!!! Ich hab meine Flosse verloren!!!!!!!!!!!)</p>
<p>Ehrlich gesagt war ich mehr als nerv&#246;s. Man h&#246;rt Geschichten &#252;ber Taucher, die Luft vom Trocki in die Beine bekommen und so unter Wasser einen Kopfstand machen und ungebremst an die Oberfl&#228;che schie&#223;en. Da ich aus leidlicher Erfahrung wei&#223;, dass ich zu solch bl&#246;den Zwischenf&#228;llen besonders am Anfang neige, sah ich es schon kommen, dass ich von der letzten Stufe ins Wasser glitt um sofort Kopf zu stehen.</p>
<p>Es half aber nichts. Den Mutigen geh&#246;rt die Welt. Also wagte ich den Schritt ins Wasser. Hier fiel mir zweierlei auf:</p>
<p>Erstens: Aaaaah&#8230;.kalt. Sehr kaltes Wasser. Igitt!!! Nein, nicht was Sie jetzt denken. Der Anzug war dicht. Aber trotzdem sp&#252;rte ich die umgebende K&#228;lte sehr deutlich. UUhhh! (Memo an mich: f&#252;r solche Aktionen in Zukunft dickere Unterzieher!!!!)</p>
<p><em>Okay, an dieser Stelle schalten wir mal schnell um in die Sendezentrale zum Zentralsender, und zwar zur&#8230;</em></p>
<h1>Hobbythek<em><br />
</em></h1>
<p><em>Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe der &#8220;Hobbythek&#8221;, liebe Bastelfreunde! F&#252;r diejeningen unter unseren Lesern, die noch nie einen Trockentauchanzug im Wasser anhatten: Da hab ich mal was vorbereitet! Falls Sie das Gef&#252;hl mal nachvollziehen wollen, dann nehmen Sie einen Einmal-Gummihandschuh (zum Beispiel aus dem Verbandskasten),</em> &#8230;</p>
<p>Gute Idee! N&#228;chste Verkehrskontrolle: &#8220;Zeigen Sie mal Ihren Verbandskasten! Wo sind denn die Handschuhe?&#8221; &#8211; &#8220;&#196;h&#8230; ich habe da ein Flat Flute Diver Experiment gemacht&#8230;&#8221; &#8211; &#8220;WAS haben Sie gemacht???&#8221;</p>
<p><em>&#8230; nehmen Sie einen Einmal-Gummihandschuh, zur Not tut&#8217;s auch ein Haushaltshandschuh, f&#252;llen Sie ein Waschbecken mit 10 ° C kalten Wasser (zur Not tut&#8217;s auch 10 ° warmes Wasser) und halten Sie die Hand rein, und zwar so, dass kein Wasser in den Handschuh l&#228;uft. Genau so ist das Gef&#252;hl im Trockentauchanzug am ganzen K&#246;rper. Danke f&#252;r die Aufmerksamkeit, zur&#252;ck zu meiner liebreizenden Kollegin. </em></p>
<p>Zweitens: Die praktische Anwendung der Tauchphysik in Bezug auf den Wasserdruck. Wenn wir also im Na&#223;tauchanzug tauchen, merken wir vom Druck au&#223;er an den Ohren nicht wirklich etwas. Auch ein Schwimmer w&#252;rde den Wasserdruck an den Beinen im Wasser nicht merken. Aber! Der Trilaminat-Trockentaucher merkt ihn bereits an der Oberfl&#228;che! Ich trieb wie ein Korken an der Wasseroberfl&#228;che und wartete noch auf Thorsten, da merkte ich bereits, dass der Trockentauchanzug an meinen Beinen  klebte wie ein l&#228;stiger Duschvorhang, der elektrostatisch aufgeladen ist und den arglosen Duscher nervt. Na, das konnte ja heiter werden. Denn bereits an der Oberfl&#228;che bewirkte der klebende Trocki, dass die Bewegungsfreiheit der Beine zum flosseln eingeschr&#228;nkt ist.</p>
<p>Wir tauchten ab. Das erste Mal. Leider war die Sicht sehr milchig, was daran lag, dass es in Horka auch tagelang vorher geregnet hatte. Wir wollten erst mal auf 7 m bleiben und ein bisschen rumtauchen, um erst mal ein Gef&#252;hl f&#252;r den Trocki zu kriegen. Ich tauchte mit Majki, Thorsten mit Babsi. Los gings.</p>
<p>Es war, wie ich bef&#252;rchtet hatte. Je tiefer wir kamen, desto mehr klebte dieser Trocki an den Beinen und desto steifer wurde er. Ich lie&#223; zwar Luft hinein, aber die drang nicht bis zu den Beinen vor. Sollte sie nach M&#246;glichkeit auch nicht. Sie erinnern sich? Kopfstand! Ich ertrug es und tauchte weiter. Inzwischen war ich allerdings tiefer, als ich eigentlich wollte, ein Blick auf meinen Tauchcomputer zeigte mir 16 m an. Das merkte ich daran, dass ich den Eindruck hatte, dass es mir die Schuhsohlen in die Zehenzwischenr&#228;ume ziehen w&#252;rde.</p>
<p><em>Das Gesetz von Boyle besagt, dass das Volumen eines Gases sich umgekehrt proportinal zum Druck verh&#228;lt.</em></p>
<p>Sabbel doch nicht so geschwollen rum. Man k&#246;nnte ja meinen, du h&#228;ttest Physik studiert. Au&#223;erdem hei&#223;t der Typ Boyle-Mariotte nur zur Information!</p>
<p><em>Okay, irgendso ein physikalischer Grundsatz sagt, dass sich irgendwas irgendwie verh&#228;lt, wenn irgendwas passiert. Was genau, das diskutieren wir dann noch aus. In unserer Situation beim Tauchen jedoch galt: je mehr Druck, desto weniger Volumen. Das bekommt man im Trocki sehr deutlich mit. Und ich war sowieso noch sehr vorsichtig, da das Ablassen der Luft aus dem Anzug &#252;ber das Ventil im Oberarm eine sehr ungewohnte Sache war. Es galt nicht nur zu vermeiden, dass Luft in den Beinen daf&#252;r sorgte, dass man sich auf dem Kopf stellte, sondern auch dass die sich beim Aufstieg wieder ausdehnende Luft einen aufpumpte wie ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bibendum" target="_blank">Michelin-M&#228;nnchen</a> und man mit Impulsgeschwindigkeit gen Oberfl&#228;che schoss. Also lieber nicht zu viel Luft reinlassen und oft ablassen.</em></p>
<p>Insgesamt war es eine interessante Erfahrung, aber ich merkte schnell, dass das Trockentauchen noch sehr viel &#220;bung braucht. Alleine das Tarieren mit dem Anzug ist nicht so leicht, wie man sich das vorstellt. Arm hoch, um Luft aus dem Anzug zu lassen? In der Theorie vielleicht&#8230; Das wollte nicht klappen, und schon stieg ich ungewollt auf. Mit der Zeit lernte ich, dass ich nicht nur den Arm hochnehmen muss, sondern auch den Arm anwinkeln sollte, dann klappt es schon viel besser.</p>
<p><em>Dabei zeigte sich ein Nachteil meines <a href="../2009/07/24/thorstens-gedanken-zur-ersten-eigenen-ausruestung-das-jacket/" target="_blank">Jackets</a>:  es hat keinen Tarierschlauch, sondern einen an der linken Seite  angebrachten Tarierhebel.  Um Luft sowohl aus dem Jacket als auch aus  dem Anzug abzulassen, musste ich zwei gegenl&#228;ufige Bewegungen machen:  Nach oben, um Luft aus dem Anzug zu lassen, nach unten, um an den  Tarierhebel zu kommen.</em></p>
<p>Verstehe. Zwei gegenl&#228;ufige Bewegungen &#252;berfordern Dich. Du bist wohl nicht belastbar was? <img src='http://www.flatflutedivers.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><em>Es ist nur geringf&#252;gig schwierig, den Arm gleichzeitig hochzunehmen <strong>und</strong> nach unten an den Tarierhebel zu greifen. Das eine schlie&#223;t das andere aus. Das ist fast wie in diesem Gedicht: &#8220;&#8230;drinnen sa&#223;en stehend Leute, schweigend ins Gespr&#228;ch vertieft&#8230;&#8221;</em></p>
<p>L&#228;nger als 30 Minuten war bei dem Tauchgang nicht drin. Es war einfach zu kalt. Wir tauchten wieder auf. Offenbar zog ich ne Schnute, denn Majki merkte gleich, dass ich mit der ersten Trockierfahrung nicht zufrieden war. Er meinte, ich solle mich nicht aufregen, die ersten Male seien nun mal gew&#246;hnungsbed&#252;rftig und nach ein paar Tauchg&#228;ngen w&#252;rde man das Engegef&#252;hl an den Beinen gar nicht mehr merken. Er behielt Recht. Also, nicht dass man es nicht merken w&#252;rde, aber man gew&#246;hnt sich dran.</p>
<p><em>Au&#223;erdem w&#252;rde man sich daran gew&#246;hnen, dass man am Anfang immer so eine gewisse Unsicherheit hat: Warum ist es gerade kalt? Ist es einfach nur kalt &#8211; oder hat der Anzug ein Loch, und es ist deswegen kalt, weil man gerade geflutet wird, wie die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tauchzelle" target="_blank">Tauchzelle</a> eines U-Boots?</em></p>
<p>Was sich bei mir noch als Problem herausstellte: Ich hatte halbtrockene Handschuhe an. Der Gr&#246;&#223;e S, jedoch stellte sich heraus, dass ich trotzdem noch einen &#220;berstand von 2 cm an den Fingerkuppen hatte. Somit gestaltete es sich ziemlich schwierig, das Lufteinla&#223;ventil des Trockis zu bedienen. Auch hier m&#252;sste ich in K&#252;rze Abhilfe schaffen, also kam das Problem auf die &#8220;to do Liste for diving&#8221;.</p>
<p>Jetzt hatten wir noch eine Herausforderung vor uns: Der Ausstieg. Dazu in der kompletten, nassen Ausr&#252;stung knapp 100 Treppen hoch. Ich schnaufte aus dem Wasser, und *Trommelwirbel&#8230; schon stand ich wieder da wie das Topmodel* pers&#246;nlich. Schultern zur&#252;ck, Brust raus, Bauch <span style="text-decoration: line-through;">raus </span>rein. <img src='http://www.flatflutedivers.de/wp-includes/images/smilies/icon_cool.gif' alt='8-)' class='wp-smiley' />   Da stimmte doch was nicht. Am Abend merkte ich auch sehr deutlich meine Schultergelenke. Inzwischen wei&#223; ich auch, woran das liegt. Mein Jacket ist mir zu gro&#223; und sagen wir eher mal: zu breit. Ich musste k&#252;nftig die Brustschnalle zuerst zumachen und maximal anziehen, bevor ich den Rest schlie&#223;en konnte, dann klappte es auch mit dem Flossenanziehen&#8230;</p>
<p>* = <em>GNTTM, oder wie? &#8220;Germany&#8217;s Next Tauch-Topmodel&#8221; Ich stell mir das schon vor, wir &#228;chzen die Treppen hinauf, und oben steht Heidi Klum und kritisiert unsere Gangart. Die war nat&#252;rlich nicht sonderlich elegant, aber: Alles Gewohnheitssache. Hoffe ich jedenfalls. Denn es stand uns ja noch was bevor: den Abschluss des RESCUE DIVER &#8211; Pr&#252;fung und Freiwassertauchg&#228;nge.</em></p>
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		<title>RESCUE DIVER: Die Poollektionen</title>
		<link>http://www.flatflutedivers.de/2010/06/29/rescue-diver-die-poollektionen/</link>
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		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 07:00:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thorsten Reimnitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Indoor-Tauchen]]></category>
		<category><![CDATA[Rescue Diver]]></category>
		<category><![CDATA[Trainingstauchgang]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Zürich-Leimbach]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn man sich mit der Geschichte der Tauchorganisation  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man sich mit der Geschichte der Tauchorganisation PADI ein wenig auseinander setzt, stolpert man fr&#252;her oder sp&#228;ter &#252;ber die Anekdote, wie der Grundstein f&#252;r das PADI-Ausbildungssystem gelegt wurde. Es gab da einen Mann, der das OWD-Brevet gemacht hatte und bei Ralph Erickson (einem der beiden Gr&#252;nder von PADI) vorstellig wurde. Er hatte zwar den Kurs absolviert, aber nie Freiwassertauchg&#228;nge gemacht und wollte das nun nachholen. Nachdem er es gemacht hatte, fragte er: &#8220;Und was kommt als n&#228;chstes?&#8221; Erickson musste einige Tauchg&#228;nge f&#252;r den AOWD improvisieren. Doch wieder fragte der Mann: &#8220;Und was kommt als n&#228;chstes?&#8221; Zweifellos geh&#246;rte er zu der Sorte Mensch, die immer wieder Neues erkunden und ausprobieren wollen. Die mehr wissen wollten.</p>
<p>Als Annette und ich mit dem Tauchen angefangen haben, hatten wir keine Vorstellung, was da alles m&#246;glich ist. Warum auch? Wir hatten ja den Vorsatz gehabt, auf ewig &#8220;Scuba Diver&#8221; zu bleiben und ein bisschen Urlaubstauchen zu betreiben. Doch als uns das &#8220;Tauchfieber&#8221; gepackt hatte, gab es f&#252;r uns kein Halten mehr. Auch wir fragten nun &#8220;Und was kommt als n&#228;chstes?&#8221;</p>
<p>Anfang Dezember 2009 kamen wir aus &#196;gypten zur&#252;ck und hatten den <a title="AOWD" href="http://www.flatflutedivers.de/category/ausbildungsstufe/advanced-open-water-diver/" target="_blank">AOWD</a>-Kurs erfolgreich absolviert. Und nun standen wir vor der Ausbildungsstufe, die die letzte &#8220;normale&#8221; Sporttaucherausbildung bei PADI sein w&#252;rde, dem RESCUE DIVER. Danach w&#252;rde es schon in den professionellen Bereich gehen. Wie immer hatte es mal ganz andere Pl&#228;ne gegeben, die wir aber &#8211; wieder mal &#8211; &#252;ber den Haufen warfen. Eigentlich wollten wir den Rescue Diver zu dritt machen, mit einer Kollegin von Annette zusammen. Dazu wollten wir die Pooltauchg&#228;nge den Winter &#252;ber erledigen und im Fr&#252;hjahr tagesweise die Freiwassertauchg&#228;nge machen, sobald das Wetter dies zulie&#223;. Doch bei Annettes Kollegin kamen leider ein paar Unw&#228;gbarkeiten dazwischen, so dass sie den Kurs nicht machen konnte. Au&#223;erdem empfahl uns Majki dringend, die Freiwassertauchg&#228;nge &#8220;am St&#252;ck&#8221; zu erledigen. Zum Beispiel bei einem Aufenthalt in <a title="Tauchgebiete: Horka" href="http://www.flatflutedivers.de/2009/10/15/tauchgebiete-tauchsee-horka-crostwitz-lkr-goerlitz-sachsen/" target="_blank">Horka</a>. Also machten wir, was wir so gut k&#246;nnen, n&#228;mlich Pl&#228;ne &#252;ber den Haufen zu werfen und neue zu machen. Wir w&#252;rden nun die Pooltauchg&#228;nge trotzdem &#252;ber den Winter hinweg erledigen, um den Kurs dann im April 2010 in Horka abzuschlie&#223;en. Wir hofften, dass bis dahin das Wetter gut genug sein w&#252;rde, um Freiwassertauchg&#228;nge zu machen.</p>
<p>Vom RESCUE-DIVER-Kurs hatte man uns erz&#228;hlt, dass es der k&#246;rperlich anstrengendste sein w&#252;rde, aber auch der, der am meisten Spa&#223; macht und von dem man viel mitnehmen kann. Bei uns kam noch dazu, dass es eine Verbindung von zwei Dingen war, die wir gern machten: Menschen retten und tauchen. Die Poollektionen fanden im Hallenbad in Z&#252;rich-Leimbach statt, das wir schon vom &#8220;Tarieren in Perfektion&#8221;-Kurs kannten. Grob gesagt unterteilt man die &#220;bungen in zwei Arten: Unter Wasser und &#252;ber Wasser. Sinnig, was?</p>
<p><em>Annette: Wie? Was lese ich da? ZWEI Dinge, die wir gerne machen? Tauchen ja, aber retten wir auch gerne Leben? Wirklich? </em></p>
<p>Sie nun wieder&#8230; ich wollte uns nur in einem positiven Licht darstellen. Die Wahrheit muss doch nun wirklich nicht jeder wissen, oder?</p>
<p>Die &#220;bung, die wir komplett erst im Freiwasser machen sollten, war die, wie man einem Taucher von au&#223;erhalb des Wassers hilft. Es hatte wenig Sinn, Schwimmk&#246;rper mit Seilen dran durch die Schwimmhalle zu schleudern und m&#246;glicherweise einen harmlosen Schwimmer zu versenken, der mit den ganzen &#220;bungen nichts zu tun hatte. Also ging wir gleich ins Wasser und begannen mit den ersten &#220;bungen:</p>
<p><strong>Taucher in <span style="color: #ff0000">PANIK</span> an der Oberfl&#228;che</strong></p>
<blockquote><p>&#8220;Der Umschlag gef&#228;llt mir&#8221;, sagte er. &#8220;<em>Keine Panik</em>. Das ist das erste hilfreiche oder vern&#252;nftige Wort, das ich heute gesagt bekomme.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ja. Deswegen verkauft es sich so gut&#8221;, sagte Ford.</p>
<p><em>Arthur Dent und Ford Prefect in &#8220;Per Anhalter durch die Galaxis&#8221; von Douglas Adams</em></p></blockquote>
<p>Das Wort &#8220;Panik&#8221; kommt von dem griechischen Gott <em>Pan</em>, von dem die Sage zu berichten wei&#223;, dass er gerne arme, grasende Schafe erschreckte, so dass eine ganze Herde in kopfloser Flucht davonst&#252;rmen konnte.<em></em></p>
<p><em>Wieso kommen mir ausgerechnet jetzt unsere gemeinsamen Abendessen im Hotel in den Sinn? <img src='http://www.flatflutedivers.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Du hattest doch gar keine Panfl&#246;te dabei.</em></p>
<p>Und wer schon mal von Panfl&#246;ten-Spielern terrorisiert wurde, kann es den armen Schafen durchaus nachempfinden. Und schon haben wir einen der Punkte, der bei einem Taucher Panik ausl&#246;sen kann: etwas oder eine Situation, die f&#252;r gef&#228;hrlich gehalten wird, obwohl sie es nicht ist (zum Beispiel ein kleiner, fliegender griechischer Gott mit Panfl&#246;te)<em>(die Vorstellung, <a href="http://www.flatflutedivers.de/2009/07/01/scuba-diver-zwischen-pool-und-meer-thorstens-version/" target="_blank">von einer Tauchbootplattform springen zu m&#252;ssen</a>, <a href="http://www.flatflutedivers.de/2009/07/01/scuba-diver-zwischen-pool-und-meer-annettes-version/" target="_blank">ein Wrack</a>, <a href="http://www.flatflutedivers.de/2009/07/06/scuba-diver-oberflaechenpause-und-zweiter-tauchgang-annettes-version/" target="_blank">eine Niesattacke unter Wasser</a>&#8230; es gibt X Beispiele&#8230;) </em>, oder eine tats&#228;chliche Gefahr. In beiden F&#228;llen ist die Reaktion irrational, der Taucher f&#228;ngt an, wild um sich zu schlagen und sich irgendwie in Sicherheit zu bringen. Das Problem f&#252;r einen Retter ist, dass der Taucher in Panik so schnell wie m&#246;glich aus dem Wasser raus will und dabei auf alles klettert, was sich ihm bietet, egal wie unratsam das ist, eine Eisscholle, der R&#252;cken eines wei&#223;en Hais, eine Seemine aus dem Zweiten Weltkrieg &#8211; oder auch der R&#252;cken des netten Tauchers von nebenan, der nur helfen wollte. Und Schwupps! Schon ger&#228;t der Helfer selbst in Gefahr. Das hat man nun davon. Bl&#246;de Wohlt&#228;ter!</p>
<p>Doch nicht verzagen! Es gibt eine L&#246;sung, indem man sich dem Taucher n&#228;hert und dabei die Beine vorstreckt, so dass man sich im Ernstfall mit ein paar Flossenschl&#228;gen wieder von dem Opfer entfernen kann, falls es den Retter als Kletterboje missbrauchen m&#246;chte. Und wenn man sich schlie&#223;lich n&#228;hert, greift man den Arm des Opfers, dreht es um und klemmt die Pressluftflasche zwischen den Knien ein. Damit hat man das Opfer sozusagen festgenagelt, w&#228;hrend man sich um alles weitere k&#252;mmern kann. Und irgendwann ist das Opfer m&#252;de und gibt sein sinnloses Gestrampel auf. Dann kann man es gem&#252;tlich abschleppen und an Land bringen.</p>
<blockquote><p>&#8220;Oh, FlatFluteDiver, Du hast mich gerettet! Danke!&#8221;, sagte die junge und &#252;beraus attraktive Blondine, als sie matt ins Gras der Uferbegr&#252;nung sank, noch v&#246;llig au&#223;er Atem von dem Abenteuer, das sie eben erlebt hatte.</p>
<p>&#8220;Aber nicht doch!&#8221;, erwiderte Thorsten mit einer Stimme, deren Klang zu sagen schien: &#8220;Ich bin so cool, wenn ich aufs Klo gehe, kommen unten Eisw&#252;rfel raus.&#8221; Er schob die rechte Augenbraue um anderthalb Zentimeter nach oben, w&#228;hrend er hinzuf&#252;gte: &#8220;Das ist nichts besonderes f&#252;r einen FlatFluteDiver. Gefahr ist mein Gesch&#228;ft. Und jetzt gehe ich los und halte den Klimawandel auf.&#8221;</p></blockquote>
<p><em>Offenbar hast du dir bei dem Kurs &#8220;Tarieren in Perfektion&#8221; im Z&#252;richer Hallenbad nicht nur die Nase, sondern auch die Birne am Grund angeschlagen. Mit nachhaltiger Wirkung! Zudem spielt Pamela Anderson bei Baywatch, und nicht in einer Tauchdoku!<br />
</em></p>
<p><em></em>&#196;h, naja, soweit die Theorie. Die Praxis sah mal wieder ganz anders aus. Zum einen ist es verdammt anstrengend, Opfer zu sein. Das Problem ist, sobald man anf&#228;ngt, wie bl&#246;d um sein Leben zu strampeln, verausgabt man sich derart, dass schon vor Eintreffen des Retters zu m&#252;de ist, um noch nennenswerte Gegenwehr zu leisten. Richtige Opfer halten das nur deswegen so lange durch, weil sie aufgrund ihrer Panik unter Adrenalin stehen. Und es steht schon in der Bibel: &#8220;Adrenalin versetzt Berge.&#8221; Bei der &#220;bung sah das letztlich so aus, dass man sagte: &#8220;Ich bin jetzt in Panik.&#8221;, und nur ein bisschen strampelte. Erst wenn der Retter n&#228;her gekommen war, fing man an, ganz aufzudrehen.</p>
<p>Entsprechend ist die Rolle des Retters auch nicht ohne. In einer der ersten &#220;bungen n&#228;herte ich mich Annette, die sich vorstellte, ein Wrack zu sehen und dann die Panik kaum noch spielen musste. <em></em></p>
<p><em>Ich verbitte mir derartige Unterstellungen! Ich hab DICH auf mich zukommen sehen, das hat v&#246;llig als Grund ausgereicht in Panik zu geraten!</em></p>
<p><em> </em> Pah! Und das, wo ich so heldenhaft war! Ich umging s&#228;mtliche <a title="Duden: Obstakel" href="http://www.duden.de/definition/obstakel_stern_" target="_blank">Obstakel</a> mit der Schl&#228;ue eines Fuches, der Gewandtheit eines <a title="Wikipedia: Nutria" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nutria" target="_blank">Nutrias</a> und hatte die Situation stets im Blick, wie ein Adler seine Beute. Ja, die Situation rief f&#246;rmlich nach einem komplizierten Satz mit ein paar Fremdw&#246;rtern. Dann packte ich beherzt zu! Ich griff Annettes Arm und drehte sie, so dass sie mir den R&#252;cken zuwandte und ich ihre Flasche zwischen meine Knie klemmen konnte. Um sie drehen zu k&#246;nnen, versuchte ich, mit meinen Flossen eine Gegenbewegung zu machen, und mitten in der Drehung&#8230;</p>
<p>&#8230;bekam ich einen Krampf in der Wade&#8230;</p>
<p>Nicht schon wieder! Doch es half nichts, auf H&#228;lfte der Drehung lie&#223; ich Annettes Arm los und kreuzte meine Unterarme, um anzuzeigen, dass ich die &#220;bung abbrach. Reden konnte ich nicht viel, bei der Ann&#228;herung nimmt man zur Sicherheit den Regulator in den Mund, auf dessen Mundst&#252;ck ich nun vor Schmerz biss. Und der Schmerzensschrei, der mir in dem Moment entfuhr, verlor sich zwischen Mundst&#252;ck und Blasenabweiser irgendwo im Innern der Zweiten Stufe. So wurde ich vom Retter zum Geretteten, der sich seinen Wadenkrampf behandeln lassen musste.</p>
<blockquote><p><em> &#8220;Danke&#8221;, st&#246;hnte der Flat Flute Diver und sank v&#246;llig ersch&#246;pft am Beckenrand zusammen, nachdem endlich der Schmerz in der Wade nachlie&#223;.<br />
</em></p>
<p><em> &#8220;Gerne geschehen&#8221;, sagte ein engelsgleiches schwarzhaariges Wesen mit sanfter Stimme, &#8221; Ich bin zwar &#252;beraus attraktiv und jung, aber nicht blond! Ich bin es, die zu danken hat, dass ich Dir gro&#223;en Flat Flute Diver &#252;berhaupt helfen durfte! Deine st&#228;hlernde Wade zu massieren bereitete mir &#252;beraus gro&#223;es Vergn&#252;gen!&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Manchmal, Nachts, wenn ich ganz allein bin, m&#246;chte ich nur noch weinen. Und in diesen schweren Stunden denke ich dann an Annette und&#8230; m&#246;chte noch mehr weinen. Aber der Doktor sagt, wenn ich weiterhin die kleinen, gelben Pillen nehme, wird das bald wieder gut sein. Jedenfalls, im zweiten Anlauf klappte es dann. Hurra.</p>
<p><em>Aber warum denn&#8230; wer wird denn gleich weinen? Wenn Du Dich ein klein wenig anstrengst, kannst Du doch genauso engelsgleich und gro&#223;herzig wie ich werden!</em></p>
<p>Das sagst Du doch jetzt nur, um mich zum Lachen zu bringen, oder? Egal, weiter geht&#8217;s&#8230;</p>
<p><strong>Bewusstlosen Taucher an die Oberfl&#228;che holen</strong></p>
<p>Diese Lektion hatten wir schon beim <a href="http://www.flatflutedivers.de/2010/01/06/horka-das-tauchparadies-in-sachsen-teil-4/" target="_blank">Nitrox-Kurs in Horka</a> gemacht. Majki hatte sie uns damals geg&#246;nnt, weil es besser ist, schon hier Bescheid zu wissen, was man mit einem bewusstlosen Buddy macht. Nun wurde es also Ernst, sie f&#252;r den Rescue Diver zu wiederholen. Nun denn, ist ja kein Problem. Annette legte sich b&#228;uchlings auf den Grund und ich n&#228;herte mich ihr von der linken Seite.</p>
<p><em>Man darf gespannt sein. Die Rolle des Opfers ist interessant. Wie stellt sich der Retter denn an? Geschickt? Z&#252;gig? T&#246;lpelhaft? Unsittlich? <span style="text-decoration: line-through;">Bekommt er vielleicht gar einen Wadenkrampf?</span><br />
</em></p>
<p>In dem Moment kamen ein paar Taucher des Wegs, die zu einer anderen Gruppe geh&#246;rten und uns passierten. H&#246;flich, wie ich nun mal bin, lie&#223; ich sie zuerst vor&#252;berziehen. Au&#223;erdem wusste ich nicht, wieviel Platz ich brauchen w&#252;rde, wenn ich Annette vom Grund aufhob. Also, erstmal abwarten&#8230; ja, Hallo, Tag auch. Alles okay? Alles okay.</p>
<p><em>WIEVIEL PLATZ DU BRAUCHEN W&#220;RDEST, UM MICH AUFZUHEBEN???  WAS soll DAS denn hei&#223;en? Ich hab doch keinen Wendekreis eines Panzers! Hast du ein Ma&#223;band in der Tasche? Mir fehlen die Worte. Und zudem warte ich immer noch auf meinen Retter. Und zwar auf denjenigen, dem mein Wendekreis egal ist. So!<br />
</em></p>
<p>He, das ist Rettung unter Ber&#252;cksichtigung der Umgebung! Wie w&#252;rde es Dir gefallen, wenn ich Dich im Rahmen der Rettung gegen die Wand klopfen w&#252;rde oder so?</p>
<p><em>Also, das w&#228;re ja in der Tat mal was ganz Neues. &#220;blicherweise verletzt Du Dich gerne selber beim Tauchen, das w&#228;re Premiere gewesen, wenn Du mich verletzt h&#228;ttest. Insofern seh ich das nach. Soweit k&#228;m es ja noch&#8230;.</em></p>
<p>Okay, neuer Versuch&#8230; &#228;rgs, was ist DAS denn? Da schwimmt ja ein Kaugummi! Ist ja e-kel-haft! Was spucken die Leute nur alle ins Becken? Da will ich mich aber nicht hinknien! Ich erzeugte eine Str&#246;mung mit den H&#228;nden, wodurch das Teil davongetragen wurde.</p>
<p><em>Ich fasse es nicht. WIE BITTE? Kann das sein, dass Du vielleicht ein KLEIN WENIG leicht ablenkbar bist? Ich k&#246;nnte bereits TOT sein, und Du machst Dir Gedanken um einen Kaugummi?? ICH bin schlie&#223;lich todesmutig an dich herangetaucht durch ein Meer von Haarkn&#228;uln, Rotz, undefinierbarer andere Sachen, von denen ich lieber nicht wissen will was das war, und DU??!<br />
</em></p>
<p>Nein, &#228;h, das verstehst Du ganz miss. Ich wollte&#8230; ich dachte&#8230; ich hatte&#8230; als ich diesen Kaugummi sah&#8230; die Idee&#8230; damit eine Luftblase zu erzeugen, um Dich zu retten, so war&#8217;s, genau! Weil ich bin n&#228;mlich genauso gewieft wie dieser Herr hier:</p>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/3hfzlQKKqVU&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;color1=0x006699&#038;color2=0x54abd6"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/3hfzlQKKqVU&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;color1=0x006699&#038;color2=0x54abd6" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p>Ich konnte meinen Plan nur leider nicht ausf&#252;hren, weil&#8230; weil&#8230; weil ich kein Gummiband und keine Kugelschreibermine zur Hand hatte, um eine Rettungsboje zu basteln.</p>
<p>Okay, n&#228;chster Versuch&#8230; n&#228;hern, sch&#252;tteln, Regulator kontrollieren. Alles gut. Jetzt den Taucher vom Grund aufnehmen. Dazu musste ich bei Annette etwas Auftrieb herstellen. Wo war nochmal der Tarierschlauch? Ah, linke Schulter, ich hab ihn. Jetzt ziehe ich ihn vorsichtig hoch&#8230; das f&#252;hlt sich aber komisch an&#8230; ach je. Annette, willst Du mal lachen? Jetzt h&#228;tt ich den Schlauch fast ausgef&#228;delt.</p>
<p><em>Wundert mich gar nicht. Wirklich nicht. Wenn ich das oben lese, bin ich erstaunt, dass Du das &#252;berhaupt hingekriegt hast und nicht in Panik wegen eines vorbeischwimmenden Haares ausgebrochen bist.</em></p>
<p>Was, da schwimmen Haare rum??? Wo sind wir denn da gelandet, um Himmels Willen? Also, nichts wie hoch an die Oberfl&#228;che! Ist es ein Delfin? Ein T&#252;mmler? Oder ein besonders eleganter Zackenbarsch? Nein, es ist der FlatFluteDiver! Ta-dah! Sicher wieder nach oben gebracht! Bin ich gut? Ich <em>bin </em>gut!</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich muss Ihnen meine Bewunderung ausdr&#252;cken&#8221;, sagte der Bundespr&#228;sident, w&#228;hrend er sich von einem Mitarbeiter einen kleinen, schwarzen Kasten reichen lie&#223;. &#8220;Ihr Heldentum ist Vorbild und Inspiration f&#252;r uns alle. Ich w&#252;nsche mir, dass es mehr Menschen gibt wie Sie. Lassen Sie mich Ihnen diesen Orden anheften!&#8221;</p>
<p>Doch Thorsten winkte dankend ab: &#8220;Nicht n&#246;tig, Herr Pr&#228;sident. Das ist doch die t&#228;gliche Arbeit der FlatFluteDivers. Das L&#228;cheln dieser Holden, die ich erretten durfte, ist mir Belohnung genug&#8230;&#8221;</p></blockquote>
<p><em>Da h&#228;tte ich noch eine Kleinigkeit anzubringen. Hier habe ich eine kleine Szene in meinem Repertoire, die zeigt, wie sowas aussehen k&#246;nnte! Also, wie Du, lieber stolzer Flatflutediver, an mir vorbeistolzierst, mich links liegen l&#228;&#223;t, um mir Deine Verachtung zu zeigen, denn schlie&#223;lich hast DU den Orden bekommen&#8230; nicht ich. Schauen wir doch mal zu, was passiert!</em></p>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/lMnRpZp9bfw&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;color1=0x006699&#038;color2=0x54abd6"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/lMnRpZp9bfw&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;color1=0x006699&#038;color2=0x54abd6" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p>He, wo hast Du denn das her?? Das kann doch alles nicht wahr sein. Herr Bundespr&#228;sident, jetzt sagen Sie doch auch mal was!</p>
<p><object width="560" height="340"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/ctMrGppyoho&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;color1=0x006699&#038;color2=0x54abd6"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/ctMrGppyoho&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;color1=0x006699&#038;color2=0x54abd6" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="560" height="340"></embed></object></p>
<p>Auch das noch! Hier bleibt einem aber auch nichts erspart. Wie war das mit dem, der den Schaden hat und f&#252;r den Spott nicht zu sorgen braucht? Doch beachten wir diese vollkommen uninteressanten Einw&#228;nde der Dame nicht weiter, denn  mit dem an die Oberfl&#228;che bringen war es nicht getan. Mehr Heldentaten standen an! Fast nahtlos fuhren wir fort:</p>
<p><strong>Beatmen eines Tauchers an der Oberfl&#228;che und ans Ufer bringen</strong></p>
<p>Gut, in Ermangelung eines Ufers mussten wir den Beckenrand nehmen, aber das ging auch. Bei dieser &#220;bung &#246;ffnet man sowohl die Tarierweste des Opfers als auch die eigene, noch w&#228;hrend man das Opfer zum Ufer schleppt und gleichzeitig beatmet. Das Ablegen der Weste w&#228;hrend des Schleppens soll Zeit sparen, denn sp&#228;testens am Ufer muss man diese ausziehen. Und abschleppen, alle 5 Sekunden &#252;ber eine Maske beatmen und gleichzeitig die Weste ablegen, das kann schon anstrengend sein. Hab ich gelesen. F&#252;r mich nat&#252;rlich nicht. Es klappte alles reibungslos, schleppen, beatmen, die Schnallen vom Jacket &#246;ffnen, beatmen, noch mehr Schnallen &#246;ffnen &#8211; und so weiter. Schlie&#223;lich konnte ich mein Jacket ablegen und treiben lassen.</p>
<p>Doch w&#228;hrend ich mich dem Beckenrand n&#228;herte, beschlich mich ein komisches Gef&#252;hl. So als ob ich verfolgt w&#252;rde&#8230; ja, in der Tat wurde ich verfolgt! Von meinem eigenen Jacket! Es schwamm quasi hinter mir her. Wie sich herausstellte, hatte sich mein Lungenautomat bei Annette verfangen, und so zog ich die Tarierweste hinter uns her.</p>
<p><em>Da ich, als kameraerfahrene Schauspielerin, meine Rolle als Opfer sehr ernst nahm, entging mir nat&#252;rlich die Dramatik der aufkeimenden Situation. Ich kann von Gl&#252;ck sagen, dass es nur Dein Jacket war, was dich verfolgt hat. Ich m&#246;chte mir nicht ausmalen, was passiert w&#228;re, wenn es ein l&#228;stiges fremdes Haar gewesen w&#228;re. Ich als Opfer w&#228;re sicher als Kletterboje missbraucht worden!</em></p>
<p>Dann der letzte Akt! Am Beckenrand angekommen legte ich Annette mit dem Oberk&#246;rper dort ab, kletterte gewandt aus dem Wasser <em>(war das da, als du dir das Knie am Beckenrand angeschlagen hast? <img src='http://www.flatflutedivers.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  )</em> und zog sie ganz heraus. Ja-ha, wieder mal geschafft! Komm ich jetzt im Fernseh&#8217;n?</p>
<p><em>Nein! Zur&#252;ck zu den FlatFluteDivern!<br />
</em></p>
<p>Du immer! Dann erz&#228;hl doch mal, wie Du Dich angestellt hast, na?</p>
<p><em>Ich wei&#223; gar nicht, was Du meinst. Bei mir hat alles reibungslos geklappt.<br />
</em></p>
<p>Ach ja? Wie war das denn, als Du mich bei der einen &#220;bung vom Grund an die Oberl&#228;che bringen solltest, und Probleme mit meinem Tarierhebel hattest?</p>
<p><em>Also, &#252;ber Deinen&#8230; Tarierhebel reden wir ein andermal. Es gab ja noch andere Probleme zu &#252;berwinden, bevor wir uns auf den Weg nach Horka machen konnten. Zum Beispiel, dass wir im April gehen w&#252;rden, es kalt sein k&#246;nnte und wir einen Trockentauchanzug brauchen w&#252;rden. Aber davon berichte ICH das n&#228;chste Mal.</em></p>
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		<pubDate>Tue, 01 Jun 2010 07:00:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thorsten Reimnitz</dc:creator>
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		<title>&#196;gypten 2009 und der AOWD &#8211; Abschluss</title>
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		<pubDate>Tue, 18 May 2010 07:00:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thorsten Reimnitz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Anfang Dezember 2009 kamen wir aus &#196;gypten zur&#252;ck, ge [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anfang Dezember 2009 kamen wir aus &#196;gypten zur&#252;ck, gerade rechtzeitig, um in die erste strenge K&#228;ltephase dieses Winters zu geraten und den Weg vom Flughafen zur&#252;ck durch einen Schneesturm zu machen. Zu dem Zeitpunkt ahnten wir noch nicht, dass dieser Schneesturm nur der Anfang von etwas sein sollte, das uns noch ein bisschen Kopfzerbrechen machen w&#252;rde.</p>
<p>Erstmal galt f&#252;r uns: Der &#8220;Advanced Open Water Diver&#8221; war abgeschlossen. Und wir hatten ein paar wichtige Erfahrungen gemacht und nat&#252;rlich ein paar sch&#246;ne Erinnerungen mitgenommen. Bevor die Geschichte weitergeht, deswegen an dieser Stelle ein kurzer Videofilm mit einigen Eindr&#252;cken aus dem Roten Meer. Viel Vergn&#252;gen!</p>
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		<title>Umm Gamar &#8211; &#196;gypten &#8211; Rotes Meer &#8211; und der Tauchgang mit Hindernissen</title>
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		<pubDate>Tue, 11 May 2010 07:00:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Annette Abele</dc:creator>
				<category><![CDATA[AOWD]]></category>
		<category><![CDATA[Freiwassertauchgang]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[El Gouna]]></category>
		<category><![CDATA[Rotes Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Umm Gamar]]></category>

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		<description><![CDATA[Umm Gamar ist eine kleine Insel in der N&#228;he von Hurgha [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Umm Gamar ist eine kleine Insel in der N&#228;he von Hurghada, leicht zu erkennen, denn auf ihr steht ein kleiner Leuchtturm. Es handelt sich um ein langestrecktes Riff, welches an der Ostseite in einen Steilhang &#252;bergeht. Die Tauchboote ankern in der Regel s&#252;dlich, denn dort ist ein kleines Plateau und man kann dann &#252;ber eine Art Riffr&#252;cken zu der Steilwand gelangen. Dort geht es bis zu 60 m tief hinab. Diese Steilwand ist wundersch&#246;n, unz&#228;hlige Fische sieht man hier sowie kleinere und gr&#246;&#223;ere H&#246;hlen, in denen Mur&#228;nen leben. Hans Hass hat hier auch schon Filme gedreht.</p>
<p>Wir wurden in den Tauchplatz eingewiesen. Als ich h&#246;rte, dass es sich um eine Steilwand handelt, war ich mir nicht mehr so sicher, ob ich mit Thorsten das alleine angereifen wollte. Wir waren zwar bis dorthin schon mehrfach alleine im Roten Meer unterwegs gewesen, aber ein Steilhang bereitete mir Sorgen. So ganz ohne was unter sich&#8230;</p>
<p>Aber Thorsten wischte meine Bedenken weg. Er war sich sicher, dass wir das auch ohne Guide schaffen w&#252;rden. Also lie&#223; ich mich &#252;berzeugen aber wir machten aus, besonders vorsichtig zu sein und der Tauchgang sollte nicht tiefer als 20 m sein.</p>
<div id="attachment_951" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/05/umm_gammar01.jpg"><img class="size-full wp-image-951" src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/05/umm_gammar01.jpg" alt="Der Leuchtturm von Umm Gammar" width="460" height="345" /></a><p class="wp-caption-text">Der Leuchtturm von Umm Gammar</p></div>
<p>Also tauchten wir ab. Unter dem Boot war das besagte Plateau bis eine Tiefe von 18 m. Hier passierte es zum ersten Mal, dass ich beim Abstieg ansatzweise eine Art Vertigo versp&#252;rte. Obwohl F&#252;&#223;e voran und nichts besonderes anlag, wurde mir schwindelig. Ich drehte mich in &#8220;Tauchposition&#8221; und tauchte nicht im freien Fall ab. Damit war auch der Vertigo verschwunden.</p>
<p>Wir n&#228;herten uns dem Riffr&#252;cken, mit Korallen bewachsen. In der &#8220;Ferne&#8221; konnten wir bereits den Beginn des Steilhangs erkennen. Ich war pl&#246;tzlich aufgeregt. Bereits aus der Entfernung konnte man den Fischreichtum erkennen. Das k&#246;nnte ja richtig spannend werden. Einziger Pferdefu&#223; war, dass an dem Tag einige Tauchboote zu Besuch bei Umm Gamar waren, und es wimmelte nur so vor Tauchern. St&#228;ndig wurde man &#252;berholt oder Taucher bummelten vor einem her, es war gar nicht so leicht, bei seinem eigenen Buddy zu bleiben.</p>
<div id="attachment_952" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/05/umm_gammar03.jpg"><img class="size-full wp-image-952" src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/05/umm_gammar03.jpg" alt="Der &quot;Dropoff&quot; bei Umm Gammar" width="460" height="613" /></a><p class="wp-caption-text">Der &quot;Dropoff&quot; bei Umm Gammar</p></div>
<p>Am Steilhang wurde es noch schlimmer. Da selbstverst&#228;ndlich auch noch alle dicht an der Wand blieben, gab es schon mal Gedr&#228;nge. Im Kuddelmuddel entdeckte ich unseren Guide und ich nahm mir vor, ihn immer im Auge zu behalten. Das gab mir ein etwas beruhigenderes Gef&#252;hl.</p>
<p><em>Thorsten: Hmja, ganz sch&#246;n sch&#246;n hier. Aber&#8230; was ist denn das? &#196;h, Annette, da ist etwas, das Du wissen solltest. *auf die Schulter tipp</em></p>
<p>Gerade hatte ich mich an den Rummel gew&#246;hnt und ich geno&#223; den Anblick der Steilwand, da klopfte mir Thorsten auf die Schulter. Ich drehte mich zu ihm. Er zeigte auf seinen Tauchcomputer, ohne ihn mir direkt zu zeigen. Mir war nicht ganz klar, was er wollte, aber er zeigte immer vehementer drauf.</p>
<p><em>Sind wir heute etwas schwer von Begriff? Was mag das wohl bedeuten, wenn ich auf das Ding deute?</em></p>
<p>(kann das sein, dass du mich nicht so ganz ernst nimmst?)</p>
<p>Also warf ich selber mal einen Blick auf meinen Computer und traute meinen Augen nicht. Wir waren auf 23,5 m.</p>
<p><em>Sie hat&#8217;s gemerkt!</em></p>
<p>Hatten wir nicht ausgemacht, dass der Tauchgang nicht tiefer als 20 m gehen sollte?</p>
<p><em>Hatten wir, aber Du wei&#223;t ja, Theorie und Praxis&#8230;</em></p>
<p>Es w&#228;re mir auch bewu&#223;t nicht aufgefallen, dass wir abgesunken w&#228;ren, aber genau das war es auch, wovor ich mich an der Steilwand f&#252;rchtete. Das unbemerkte Absinken. Und da wir auch noch Nitrox dabei hatten, war unser Tiefenlimit eh geringer als mit Pressluft.</p>
<p>Ich gab Thorsten zu verstehen, dass ich kapiert hatte, was er meinte <em>(Gott sei Dank!)</em> und hielt von jetzt an meinen eigenen Computer im Auge. Noch weiter wollte ich nicht absinken. Zwar hatte sich hier noch keine &#8220;Kurzatmigkeit&#8221; eingestellt, aber die 23 m sollten f&#252;r den Anfang doch ausreichen.</p>
<p><a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/05/umm_gammar02.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-953" src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/05/umm_gammar02.jpg" alt="Umm Gammar" width="460" height="345" /></a></p>
<p>Wir tauchten weiter. Inzwischen war unser Guide schon nicht mehr zu sehen, so dass ich mich grob an den anderen vor uns orientierte. Wir bogen um eine Art &#8220;Kurve&#8221; am Steilhang und der Riffr&#252;cken war nun aus der Sichtweite.</p>
<p><em>Ups &#8211; was ist das denn? Oh nein&#8230; &#228;h, Annette, wenn ich nochmal ganz kurz st&#246;ren darf&#8230; *auf die Schulter tipp</em></p>
<p>In dem Moment klopfte mir Thorsten wieder auf die Schulter. Ich erschrak. Schon wieder abgesunken? Ich warf schnell einen Blick auf meinen Computer. Nein. Wir waren auf 21 m. Ich sah ihn an. Er schwebte neben mir und deutete auf seinen Regulator im Mund. Was war das heute? Ich zeig dir meine Ausr&#252;stung? Ich verstand nicht, was er wollte. Offenbar atmete er doch, aber&#8230; mir fiel ehrlich gesagt nicht auf, was er meinte.</p>
<p><em>Ja, ich atme noch, was f&#252;r ein Gl&#252;ck! Aber schau doch mal genauer hin! Was ist falsch an diesem Bild, h&#228;?</em></p>
<p>Ich nickte h&#246;flich und wollter gerade weitertauchen, da hielt er mich zur&#252;ck und deutete wieder auf seinen Regulator. Sch&#246;n! Ich hab auch einen! Ich zuckte die Schultern um ihm zu sagen, dass ich nicht verstand, aber er machte keine Anstalten weiter zu tauchen. Also l&#246;ste ich meinen Oktopus und reichte ihm den mal f&#252;r alle F&#228;lle (ich wu&#223;te wirklich nicht, was er will) aber er sch&#252;ttelte den Kopf.</p>
<p><em>Jetzt komme ich mir langsam vor, wie in einem <a title="Loriot: Ich m&#246;chte einfach nur hier sitzen" href="http://www.youtube.com/watch?v=PgqpJlV1JuI" target="_blank">Sketch von Loriot</a>: </em>(und ich hege doch langsam den Verdacht, dass du mich nicht ernst nimmst!!!)</p>
<blockquote><p><em>Annette: M&#246;chtest Du meinen Oktopus haben?</em></p>
<p><em>Thorsten: Nein, ich m&#246;chte Deinen Oktopus nicht haben.</em></p>
<p><em>Annette: Aber eben wolltest Du doch noch?</em></p>
<p><em>Thorsten: Nein, ich wollte nicht, Du wolltest, dass ich Deinen Oktopus nehme!</em></p>
<p><em>Annette: Ich? Mir ist doch v&#246;llig egal, woher Du Deine Luft kriegst!</em></p>
<p><em>Thorsten: Ich habe aber eigene Luft, das ist nicht das Problem!</em></p>
<p><em>Annette: Will der Herr sich vielleicht bedienen lassen?</em></p></blockquote>
<p><em>Okay, Annette, dann schau doch einfach mal her&#8230;<br />
</em></p>
<p>Dann hob er die andere Hand&#8230; und darin war etwas schwarzes, aus Plastik&#8230;</p>
<p>Ich traute meinen Augen nicht. Thorsten hielt den Blasenabweiser seines Regulators in der Hand.</p>
<p><em>Hurra, jetzt hat sie&#8217;s! Und jetzt alle zusammen: &#8220;<a title="Fischer-Chor: Ode an die Freude (Beethoven)" href="http://www.youtube.com/watch?v=sqtZ_c3cyhE" target="_blank">Freude sch&#246;ner G&#246;tterfunken&#8230;</a>&#8220;</em></p>
<p>Beim genauen Hinsehen verstand ich auch sein Problem. Die ganze Plastikverkleidung des Regulators war weg, und so stiegen die Blasen nat&#252;rlich direkt vor seiner Brille auf und er konnte nicht mehr gut sehen. Ich sah die Membran des Regulators und fing mir an, wirklich Sorgen zu machen. Wie war denn das jetzt bitte passiert?</p>
<p><em>Ein paar Tage zuvor, beim Tauchgang in der Passage hatte ich einen Tritt ins Gesicht bekommen, bei dem es den Blasenabweiser verdreht hatte. Ich hatte ihn damals wieder in Position gedreht, aber offenbar hatte er sich in den vergangenen Tagen immer mehr gel&#246;st. Jetzt, ausgerechnet bei diesem Tauchgang, hatte ich gemerkt, dass irgendwas nicht stimmt. Ich tastete meinen Regulator ab &#8211; und auf einmal hielt ich den Blasenabweiser in der Hand.</em></p>
<p>(Geschieht dir nach den obigen Frechheiten v&#246;llig recht, so!)</p>
<p>Thorsten wechstelte auf seinen Oktopus. Dann hatte der Kerl doch die Nerven und versuchte in inzwischen 24 m Tiefe seinen Hauptregulator zu reparieren.</p>
<p><em>Wie hei&#223;t es so sch&#246;n? &#8220;Hast Du unter Wasser ein Problem, versuch, es unter Wasser in den Griff zu kriegen.&#8221; &#196;h, hast Du mir mal &#8216;n Schraubenzieher und einen 17er-Ringgabelschl&#252;ssel? Ein Hammer tut&#8217;s zu Not auch.<br />
</em></p>
<p>Das ging mir dann doch zu weit. Erstens klappte es nicht auf Anhieb, dann stellte ich fest, dass wir in dieser kurzen &#8220;Pause&#8221; schon wieder 3 m abgesunken waren. Ich deutete ihm an, dass wir jetzt erst mal langsam h&#246;her gehen sollten. Das taten wir auch. Als wir die 20 m Marke gut unterschritten hatten, versuchte Thorsten erneut, das Plastikgeh&#228;use wieder auf den Regulator zu kriegen. Es klappte nicht.</p>
<p><em>Hagel und Granaten! @#$§!<br />
</em></p>
<p>So leid es uns tat, aber damit war der Tauchgang am Steilhang f&#252;r uns nach wenigen Metern schon zu Ende. Es war mir einfach zu gef&#228;hrlich. Wenn Thorsten schon seinen Oktopus verwenden musste, dann h&#228;tte er keinen Ersatz mehr. Ich war mir nicht im Klaren dar&#252;ber, was das bedeutet, wenn die Plastikverkleidung des Hauptregulators weg ist. W&#228;re das nur l&#228;stig, wenn dann die Blasen direkt vor einem aufsteigen oder k&#246;nnte das auch gef&#228;hrlich werden? An dem Steilhang herrschte buntes Treiben, und wenn wir uns noch verlieren w&#252;rden, was jederzeit h&#228;tte passieren k&#246;nnen, dann h&#228;tte er f&#252;r den R&#252;ckweg noch nicht mal einen Ersatz.</p>
<p><a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/05/umm_gammar04.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-954" src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/05/umm_gammar04.jpg" alt="Umm Gammar" width="460" height="345" /></a></p>
<p>Also drehten wir um und tauchten zur&#252;ck &#252;ber den Riffr&#252;cken in den Plateaubereich. Wir blieben in der N&#228;he des Bootes f&#252;r den Fall, dass doch noch etwas schief laufen w&#252;rde. Auch wenn wir den Steilhang nicht weiter verfolgen konnten, so haben wir im Plateaubereich auch viel gesehen und Spa&#223; gehabt. Wir bleiben da lieber auf der sicheren Seite.</p>
<p><em>Es war ja eigentlich auch nicht geplant, so tief runter zu gehen. Aber da zudem noch ziemlicher Wellengang war, war die Entscheidung sicher besser. Wir konnten sehen, wie die Boote an den Seilen zerrten, die an diesem Riff an versenkten Betonbl&#246;cken hingen.<br />
</em></p>
<p>Oben auf dem Boot konnte dann ein holl&#228;ndischer Tauchlehrer den Regulator reparieren, so dass wir beim n&#228;chsten Tauchgang wieder bedenkenlos ins Wasser h&#252;pfen konnten.</p>
<p><em>Ja, und der n&#228;chste Tauchgang war schon der letzte f&#252;r diesen Urlaub. Bei der Revision, zu der wir unsere Regulatoren im Anschluss an den Urlaub brachten, wurde mein Blasenabweiser &#252;brigens nicht beanstandet, der Tauchlehrer hat also gute Arbeit geleistet.</em></p>
<p><em>Wir haben in diesem Urlaub wirklich ein paar interessante und aufregende Erfahrungen gemacht und sind in manchen Dingen (hoffentlich) kl&#252;ger geworden. Nach der R&#252;ckkehr nach Deutschland sollte nun fast nahtlos die n&#228;chste Ausbildung folgen &#8211; der &#8220;Rescue Diver&#8221;.<br />
</em></p>
<p><iframe width="425" height="350" frameborder="0" scrolling="no" marginheight="0" marginwidth="0" src="http://maps.google.de/maps/ms?ie=UTF8&amp;hl=de&amp;t=h&amp;msa=0&amp;msid=106613310653362084478.00046f3a6adc1f75667f9&amp;ll=27.358961,33.918915&amp;spn=0.213444,0.291824&amp;z=11&amp;output=embed"></iframe><br /><small><a href="http://maps.google.de/maps/ms?ie=UTF8&amp;hl=de&amp;t=h&amp;msa=0&amp;msid=106613310653362084478.00046f3a6adc1f75667f9&amp;ll=27.358961,33.918915&amp;spn=0.213444,0.291824&amp;z=11&amp;source=embed" style="color:#0000FF;text-align:left">Tauchgebiete</a> auf einer gr&#246;&#223;eren Karte anzeigen</small></p>
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		</item>
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		<title>Gota Abu Kalawa &#8211; &#196;gypten &#8211; Rotes Meer und die Navigation im offenen Wasser</title>
		<link>http://www.flatflutedivers.de/2010/05/04/gota-abu-kalawa-aegypten-rotes-meer-und-die-navigation-im-offenen-wasser/</link>
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		<pubDate>Tue, 04 May 2010 07:00:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thorsten Reimnitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[AOWD]]></category>
		<category><![CDATA[Freiwassertauchgang]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[El Gouna]]></category>
		<category><![CDATA[Gotta Abu Kalawa]]></category>
		<category><![CDATA[Rotes Meer]]></category>

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		<description><![CDATA[Gota Abu Kalawa geh&#246;rt zu einer Riffgruppe, die allgem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gota Abu Kalawa geh&#246;rt zu einer Riffgruppe, die allgemein &#8220;Abu Kalawa&#8221; hei&#223;t. Es gibt eine gr&#246;&#223;ere Riffformation, an denen es die Ankerpl&#228;tze &#8220;Ras Abu Kalawa&#8221;, &#8220;Shaab Abu Galawa&#8221; und &#8220;Marsa Abu Kalawa&#8221; gibt. Westlich dieser Formation liegt ein einzelnes Korallenriff, das &#8220;Gota Abu Kalawa&#8221; genannt wird.</p>
<p>Bisher waren unsere Tauchg&#228;nge im Roten Meer stets so gewesen, dass wir irgendetwas zur Orientierung hatten, ein Riff oder eine Riffkante, an der man entlang tauchen konnte (einzige Ausnahme bildete der Drifttauchgang, doch hier brauchte man keine Orientierung, da uns das Schiff hinterher wieder abholte). Bei Gota Abu Kalawa allerdings bot das Riff an der Stelle, an der wir ankerten, selbst nicht so viel Sehensw&#252;rdigkeiten. Man machte die Taucher daher aufmerksam auf zwei gr&#246;&#223;e Korallenbl&#246;cke, die sich ein St&#252;ck vom Ankerplatz weg im offenen Wasser befanden. Diese Korallenbl&#246;cke befanden sich sozusagen &#8220;im freien Feld&#8221;, sie ragten nicht aus dem Wasser und es gab in ihrer N&#228;he keine Struktur, der man h&#228;tte folgen k&#246;nnen. Einer der Instructors meinte, es sei ganz einfach, man m&#252;sse nur vom Boot aus &#8220;geradeaus&#8221; schwimmen, und dann von den Bl&#246;cken aus genauso &#8220;geradeaus&#8221; wieder zur&#252;ck. Das hinterlie&#223; bei mir ein mulmiges Gef&#252;hl, denn die Bl&#246;cke waren weiter weg vom Boot, als das Rote Meer an Sichtweite hergab, selbst bei weitester Sicht. Man w&#252;rde sie also beim Boot nicht sehen, und genausowenig w&#252;rde man das Boot von den Bl&#246;cken aus sehen. Insofern war &#8220;geradeaus&#8221; eine ziemlich relative Angabe, ohne Punkt, den man ansteuern und an dem man sich orientieren konnte. Ich beschloss, mich darauf nicht zu verlassen, nahm meinen Kompass zur Hand und peilte die Bl&#246;cke von der Plattform des Bootes aus an.</p>
<div id="attachment_945" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/05/gotta_abu_kalawa01.jpg"><img class="size-full wp-image-945" title="Gotta Abu Kalawa: Einer der Bl&#246;cke, umschw&#228;rmt von unz&#228;hligen Fischen" src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/05/gotta_abu_kalawa01.jpg" alt="Gotta Abu Kalawa: Einer der Bl&#246;cke, umschw&#228;rmt von unz&#228;hligen Fischen" width="460" height="345" /></a><p class="wp-caption-text">Gotta Abu Kalawa: Einer der Bl&#246;cke, umschw&#228;rmt von unz&#228;hligen Fischen</p></div>
<p>Wir tauchten in die Richtung, in der die Bl&#246;cke lagen und tats&#228;chlich stie&#223;en wir genau drauf. Die Bl&#246;cke liegen direkt am Anfang eines Korallengartens, man k&#246;nnte von dort aus auch noch weiter tauchen und einen Korallengarten erkunden, hatte man uns auf dem Boot gesagt. Uns jedoch reichten die Bl&#246;cke, die schon einen gro&#223;en Fisch- und Korallenreichtum aufwiesen. Au&#223;erdem wollten wir es nicht riskieren, uns im v&#246;llig offenen Wasser, das hinter den Bl&#246;cken immer tiefer wurde, total zu verfransen. Also tauchten wir mehrmals um die beiden Bl&#246;cke und sahen uns alles genau an, bevor wir beschlossen, den R&#252;ckweg anzutreten.</p>
<div id="attachment_946" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/05/gotta_abu_kalawa02.jpg"><img class="size-full wp-image-946" title="Gotta Abu Kalawa" src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/05/gotta_abu_kalawa02.jpg" alt="Arabischer Kaiserfisch" width="460" height="345" /></a><p class="wp-caption-text">Arabischer Kaiserfisch</p></div>
<p>Ich nahm also erneut meinen Kompass zur Hand und stellte den Umkehrkurs ein. Und dem versuchte ich zu folgen. Das war nicht ganz einfach, denn wir hatten eine leichte Str&#246;mung. Ich musste meine Strecke mehrfach korrigieren, da ich immer wieder von der Linie abwich. Gleichzeitig achtete ich darauf, Annette nicht abzuh&#228;ngen. Noch dazu war die Sicht relativ schlecht. Bald schon verschwanden die Bl&#246;cke hinter uns in einem Nebel und es gab nichts, an dem man sich h&#228;tte orientieren k&#246;nnen. Ich wurde ein wenig unruhig. Irgendwann war ich der Meinung, dass wir eigentlich schon am Ziel sein m&#252;ssten, aber das Boot war nicht zu sehen. Wir schwammen weiter &#8211; und hatten auf einmal die Riffwand vor uns.</p>
<div id="attachment_947" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/05/gotta_abu_kalawa03.jpg"><img class="size-full wp-image-947" title="Gotta Abu Kalawa: Koralle" src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/05/gotta_abu_kalawa03.jpg" alt="Gotta Abu Kalawa: Koralle" width="460" height="345" /></a><p class="wp-caption-text">Gotta Abu Kalawa: Koralle</p></div>
<p>Das konnte doch nicht wahr sein! Ich war dem Kurs doch so gut gefolgt, wie es ging, das @#$!-Boot musste doch da irgendwo sein! Aber es war nichts zu sehen. Damit hatten wir ein Problem. Zwar h&#228;tten wir nur der Riffwand folgen m&#252;ssen, um schlie&#223;lich irgendwann zum Boot zu kommen, aber in welche Richtung? Wenn ich uns am Boot vorbei navigiert hatte, konnte dies rechts oder links von uns liegen. Ich nahm den Kompass nochmal her. Die Peillinie stimmte doch, also wo lag der Fehler? Annette wollte schon auftauchen und sich an der Oberfl&#228;che einen &#220;berblick verschaffen. Ich blickte nach oben und endlich entdeckte ich ein Seil, das am Riff befestigt war. Die Tauchboote machten an solchen Seilen fest, damit sie nicht Anker werfen mussten. Ich folgte dem Seil mit den Augen. Es ging genau in unsere Richtung an der Wasseroberfl&#228;che, dann verlor es sich aufgrund der schlechten Sicht. Ich sah angestrengt nach oben&#8230;</p>
<p>&#8230;und auf einmal konnte ich senkrecht &#252;ber uns schemenhaft den Bug der ABYDOS 2 ausmachen. Wir waren genau darunter!! Offenbar hatte der Weg, den ich getaucht war, uns in einem leichten Bogen an das Boot herangef&#252;hrt, so dass wir nicht an dessen Heck herausgekommen waren (wo wir das Seil mit der Notfall-Pressluftflasche h&#228;tten sehen m&#252;ssen), sondern weiter vorne. Und die Sicht war so schlecht, dass man aus unserer momentanen Tiefe von etwa 5 m das Boot nicht ohne weiteres erkennen konnte. Ich machte Handzeichen zu Annette, dass sich das Boot direkt &#252;ber uns befand, aber sie verstand mich zun&#228;chst nicht. Oder sie wollte es nicht glauben. Um sie zu &#252;berzeugen, deutete ich ihr an, dass sie mir folgen sollte und schwamm in Richtung des Hecks. Und tats&#228;chlich, da waren pl&#246;tzlich die Seile zu sehen, die dort befestigt waren. Nachdem wir nun wussten, dass wir richtig waren, erkundeten wir noch das Riff und bekamen unter anderem eine wei&#223;e Baby-Mur&#228;ne zu sehen.</p>
<div id="attachment_948" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/05/gotta_abu_kalawa04.jpg"><img class="size-full wp-image-948" title="Ein Shrimp, der vor seiner H&#246;hle sitzt" src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/05/gotta_abu_kalawa04.jpg" alt="Ein Shrimp, der vor seiner H&#246;hle sitzt" width="460" height="337" /></a><p class="wp-caption-text">Ein Shrimp, der vor seiner H&#246;hle sitzt</p></div>
<p><em>Annette: Die Schwierigkeit der Navigation lag darin: Ansonsten hat man immer das Riff als Orientierung gehabt, entweder Riff Schulter rechts auf dem Hinweg und links auf dem R&#252;ckweg oder umgekehrt. Dieses Mal tauchten wir allerdings &#252;ber &#8220;freies Land&#8221;. Alles sah gleich aus. Und die Str&#246;mung war nicht zu untersch&#228;tzen. Hinzu kam die schlechte Sicht. Da ich selber schon schlechte Erfahrungen mit Kurs und Umkehrkurs gemacht hatte war ich mir nicht mehr sicher. Wir h&#228;tten zumindest die Bootsleinen oder den Anker sehen m&#252;ssen. Auf die Idee, dass wir einen Bogen schwimmen, bin ich nicht gekommen. Und pl&#246;tzlich war so eine Art &#8220;Kante&#8221; zu sehen, danach war es deutlich tiefer. Die Stelle kannte ich nicht. Deshalb schwammen wir zur Riffwand.</em></p>
<p><em>Thorsten deutete zwar nach oben, aber das einzige, was ich sah, war ein St&#252;ck abgerissenes Tau, was auf der Wasseroberfl&#228;che am Riff trieb. Sah aus wie ein St&#252;ck Leine, von dem sich ein Boot mal losgerissen hat. Die lange Leine neben dran sah ich nicht. Ich war wirklich nerv&#246;s, denn ich wollte nicht unbedingt im offenen Meer verloren gehen. Gut, wir haben ne Boje, aber das muss nun wirklich nicht sein.</em></p>
<p><em>Thorsten aber blieb vehement bei der Ansicht, dass er richtig war. Er deutete nach oben und mir fuhr der Schreck in die Knochen. Direkt &#252;ber uns war ja das Boot! Man konnte die Umrisse sehen. Und dabei waren wir noch nicht mal tief, maximal 7 Meter w&#252;rde ich sagen. Die Dekoflasche baumelte fast &#252;ber dem Grund. Das war ja der Hammer! Aber die Sicht war wirklich schlecht. Ziemlich diesig.</em></p>
<p><em> </em></p>
<div id="attachment_949" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><em><em><a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/05/gotta_abu_kalawa05.jpg"><img class="size-full wp-image-949" title="Wei&#223;e Baby-Mur&#228;ne" src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/05/gotta_abu_kalawa05.jpg" alt="Wei&#223;e Baby-Mur&#228;ne" width="460" height="311" /></a></em></em><p class="wp-caption-text">Wei&#223;e Baby-Mur&#228;ne</p></div>
<p><em> </em></p>
<p>Zur&#252;ck an Bord sahen wir uns die Strecke zu den Bl&#246;cken nochmal an. Man konnte sie von der Oberfl&#228;che aus erkennen und nichts deutete darauf hin, dass die Sicht unter Wasser so schlecht war. Eines jedoch hatte ich beim Navigieren festgestellt: Mein Kompass hatte ein Armband, mit dem man ihn am Handgelenk befestigte. Da man ihn zum Navigieren vor dem Gesicht in einer bewegungslosen Position halten musste, musste ich mit angewinkelten linken Arm schwimmen, was auf die Dauer unangenehm war. Daran wollte ich etwas &#228;ndern &#8211; gleich nach der R&#252;ckkehr von &#196;gypten.</p>
<p><em>Memm doch jetzt wegen dem Arm nicht so rum! Dieser Arm war wahrscheinlich unsere Rettung. Der Nachteil der Konsole ist, dass man sie st&#228;ndig grade halten muss. Und wenn man nicht st&#228;ndig drauf achtet, k&#246;nnte ja vielleicht da mein Kursproblem herr&#252;hren. </em><br />
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		<title>Dolphin House &#8211; &#196;gypten &#8211; Rotes Meer und der Tauchgang ohne Guide</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Apr 2010 07:00:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Annette Abele</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Freiwassertauchgang]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
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		<description><![CDATA[Dolphin House ist ein Riff mit mehreren Abschnitten im  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dolphin House ist ein Riff mit mehreren Abschnitten im n&#246;rdlichen Roten Meer und wird gerne zum Tauchen aber auch Schnorcheln angefahren, da hier die Wahrscheinlichkeit, Delfine zu sehen, am h&#246;chsten ist. Unser Tauchplatz am Dolphin House bestand aus einem langen Riff und einem einzeln stehenden riesigen Block. Dadurch entsteht sozusagen eine Art Kanal, durch den man hindurchtaucht um den Block zu umrunden. Die maximale Tiefe hier ist bei etwa 18 m.</p>
<p>Wir ankerten kurz vor dem Kanal und stiegen ab. F&#252;r Thorsten und mich war es Premiere, denn wir wurden hier zum ersten Mal an einem uns fremden Tauchplatz ausgesetzt und waren, was die Navigation anging, auf uns selber gestellt.  Ziemlich aufregend f&#252;r uns.</p>
<p>Wir tauchten ab. Unter uns war nur wei&#223;er Meeresboden, auf dem zur Orientierung ein gro&#223;es Herz aus Steinen gelegt war. Somit findet man sein Boot auch wieder wenn es im Roten Meer mal tr&#252;be ist.</p>
<p>Wir folgten der Tauchgruppe in Richtung Kanal. Da wir aber noch einige Fotos schossen, verloren wir die Gruppe schon bald. Zuerst ist der Kanal sehr breit, dann kommt man an eine riesige Tischkoralle, und sobald man diese &#252;berschwommen hat befindet man sich im eigentlichen &#8220;Kanal&#8221;. Hier herrschte eine deutliche Str&#246;mung, und wir kamen nur langsam voran. Wir versuchten, uns so dicht wie m&#246;glich am Grund und am Riff zu halten, aber trotzdem war die Str&#246;mung deutlich zu sp&#252;ren.</p>
<div id="attachment_926" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/04/dolphin_house01.JPG"><img class="size-full wp-image-926" title="Ein Seestern" src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/04/dolphin_house01.JPG" alt="Ein Seestern" width="460" height="345" /></a><p class="wp-caption-text">Ein Seestern</p></div>
<p>Wir bewunderten den Fischreichtum hier. Sogar einen kleinen Seestern fanden wir. Trotzdem wollte ich so schnell wie m&#246;glich aus dem Kanal heraus um den Block herum, um die l&#228;stige Str&#246;mung abzuh&#228;ngen. <img src='http://www.flatflutedivers.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Neben mir erschien pl&#246;tzlich eine Tauchgruppe. Offenbar handelte es sich hierbei um einen Tauchlehrer mit seinen Sch&#252;lern, 2 M&#228;nnern und einer Frau. Die Frau machte einen sehr unsicheren Eindruck, sie hatte Schwierigkeiten mit der Tarierung und dem Gleichgewicht. Da sie uns unbedingt &#252;berholen wollten, mussten sie ein St&#252;ck weg vom Riff und somit direkt in die Str&#246;umung. Da ich mir vorstellen konnte, dass das als Anf&#228;nger eher sehr anstrengend ist, drehte ich mich zur Seite und wollte Thorsten ein Zeichen geben, dass wir die Gruppe vorbeilassen sollten. Nur&#8230; der Mann neben mir war nicht Thorsten. Verbl&#252;fft drehte ich mich um. Wo war er denn?</p>
<p>Hinter mir stand Thorsten in der Str&#246;mung und fummelte an seinem Regulator rum. Ich hielt an und lie&#223; den Fremdem neben mir vorbeiziehen. Was machte er da nur?</p>
<p><a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/04/dolphin_house02.JPG"><img class="aligncenter size-full wp-image-927" src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/04/dolphin_house02.JPG" alt="" width="460" height="345" /></a></p>
<p><em>Thorsten: Ich hatte die Gruppe nat&#252;rlich auch bemerkt und wie sie an uns vorbei wollten. Auch mir war der Gedanke gekommen, sie vorbei zu lassen. Als ich mich umsah, um zu schauen, wohin wir wohl ausweichen k&#246;nnten, bekam ich von einem der Taucher eine Flosse ins Gesicht, so heftig, dass ich erstmal anhalten musste. Ich hatte den Regulator nicht verloren, weil ich sofort mit der Hand dran war, aber mir tat die Lippe weh. Au&#223;erdem f&#252;hlte sich das auf einmal komisch an. Ich sp&#252;rte ganz deutlich etwas an meiner Unterlippe, das da vorher nicht war. Als ich mit den Fingern meinen Regulator abtastete, stellte ich fest, dass sich der Blasenabweiser durch den Aufprall verschoben hatte. Anstatt parallel zum Mundst&#252;ck war er nun nach links verdreht. Ich versuchte vorsichtig, ob er wohl gebrochen war, aber er lie&#223; sich ohne Probleme in seine eigentliche Position zur&#252;ckschieben. Und er tat noch das, wozu er gedacht war: Blasen abweisen.</em></p>
<p>Ich wartete und drehte mich wieder nach vorne, da bekam ich einen Schlag auf den Kopf. Ich zuckte zusammen  und sah, dass der Herr, der mich eben &#252;berholte und sich als Thorsten ausgegeben hatte, mir soeben mit der Flosse auf den Kopf getreten war. Er merkte es zwar und entschuldigte sich, aber ehrlich gesagt hatte ich nun genug. Ich machte Thorsten das Zeichen, dass wir erst mal warten w&#252;rden bis diese Sch&#252;ler vorbei waren. Er verstand und nach einem Moment konnten wir weiter.</p>
<p>Wir wechselten die Seite des Kanals um den Block zu umrunden. Als wir &#252;ber die Nordspitze kamen, war es deutlich ruhiger. Hier befanden wir uns in einem kleinen Korallengarten und einer enormen Fischvielfalt. Kaiserfische, Zebrafische, Papageienfische, Fl&#246;tenfische, Rotfeuerfische&#8230; alle tummelten sich am Riff. Die Sicht war bombastisch, und so gelangen uns einige sehr sch&#246;ne Bilder.</p>
<p><a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/04/dolphin_house03.JPG"><img class="aligncenter size-full wp-image-928" src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/04/dolphin_house03.JPG" alt="" width="460" height="345" /></a></p>
<p>Weiter ging es um den Block herum. Ich kontrollierte mein Finimeter und stellte fest, dass ich noch 100 bar hatte. Zeit zum Umdrehen? Oder&#8230; doch ganz rum? So langsam schlich sich bei mir ein bisschen Nervosit&#228;t ein. Block umrunden&#8230; sch&#246;n und gut, aber f&#228;nden wir denn auch den &#8220;Anfang&#8221; wieder? Nicht dass wir den Block wieder und wieder umrunden w&#252;rden ohne den Ausstieg zu finden. Ich wurde ehrlich gesagt etwas nerv&#246;s. Gut, es gab an sich keinen Grund, Luft hatte ich genug und wenn mir die Luft ausgehen w&#252;rde, m&#252;sste ich im schlimmsten Falle eben aufsteigen und oben gucken wo wir waren. Aber trotzdem&#8230; ich &#228;rgerte mich, denn ich hatte vergessen, mir einen Markierungspunkt zu merken, den ich wieder erkennen am Anfang des Kanals.</p>
<p>Etwas verbissen tauchte ich weiter. Dem Gef&#252;hl nach h&#228;tte ich gesagt, dass wir inzwischen auf der S&#252;dseite des Blocks angekommen waren, also m&#252;sste man dem Riff nur folgen, dann k&#228;me der Eingang zum Kanal, dort gerade aus weiter und schon w&#228;ren wir am Boot. Klingt doch leicht.</p>
<div id="attachment_929" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/04/dolphin_house04.JPG"><img class="size-full wp-image-929" title="Ein Fl&#246;tenfisch" src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/04/dolphin_house04.JPG" alt="Ein Fl&#246;tenfisch" width="460" height="345" /></a><p class="wp-caption-text">Ein Fl&#246;tenfisch</p></div>
<p>Wir tauchten weiter. Ich guckte auf das Finimeter. 60 bar. Mist. Weit und breit erkannte ich keinen Eingang zum Kanal. Einmal w&#228;re ich fast in eine Schneise getaucht, aber das war eine Sackgasse. Langsam verging mir das Lachen. Ich tauchte voran und legte langsam aber sicher einen Zahn zu. Wo war blo&#223; dieser bl&#246;de Kanal?</p>
<p>Pl&#246;tzlich klopfte mir Thorsten auf die Schulter. Er zeigte an, dass wir umdrehen m&#252;ssten. Umdrehen???</p>
<p><em>Ich habe nat&#252;rlich auch die ganze Umgebung des Blocks nach etwas abgesucht, das mir bekannt vorkam. Beim Eingang in den Kanal war mir aufgefallen, dass dort am Block ein paar einzelne Korallen standen, &#228;hnlich wie Inseln. Als wir bei so einer Struktur vorbeikamen, erwartete ich eigentlich, die andere Seite von dem Kanal zu sehen, aber das war nicht so. Erst als wir wieder drin waren, erkannte ich in der Ferne die andere Wand. Ich tippte Annette an, dass wir in die andere Richtung mussten. Auf ihren ungl&#228;ubigen Blick nahm ich meine Schreibtafel zur Hand und schrieb es auf: &#8220;Wir sind wieder in der Passage.&#8221; Ich &#252;bernahm die F&#252;hrung und wir schwammen den Weg zur&#252;ck, an der anderen Wand entlang.</em></p>
<p>Ich folgte ihm jedoch und flehte zum Himmel, dass er wusste wo wir waren. Und: TomTom wusste es! Er f&#252;hrte uns aus dem Kanal heraus, in den ich eben wieder geschwommen war (das zum Thema den Block x Mal umkreisen&#8230; <img src='http://www.flatflutedivers.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  ) und f&#252;hrte wie eine eins zum Boot zur&#252;ck. Als ich das steinerne Herz sah, h&#228;tte ich vor Erleichterung jubeln k&#246;nnen. Interessanterweise hatte sich in unserer &#8220;Abwesenheit&#8221; die Sicht deutlich verschlechtert, und wir konnten das Boot, als wir direkt drunter waren, nur noch schemenhaft erkennen. Insofern stellte sich das Herz doch als sehr n&#252;tzlich heraus.</p>
<div id="attachment_930" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/04/dolphin_house05.JPG"><img class="size-full wp-image-930" title="Das Herz des Ozeans" src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/04/dolphin_house05.JPG" alt="Das Herz des Ozeans... :-)" width="460" height="345" /></a><p class="wp-caption-text">Das Herz des Ozeans... <img src='http://www.flatflutedivers.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p></div>
<p><em>Die schlechtere Sicht war es auch, die zun&#228;chst verhindert hat, dass wir die andere Wand vom Kanal sehen konnten. Doch einmal dachte ich, dass ich noch ein Problem h&#228;tte. Wir waren gerade umgedreht, um uns auf den R&#252;ckweg zu machen, da passierten wir eine weitere Gruppe Taucher, angef&#252;hrt von einem der Divemaster von unserem Boot, die uns entgegen kam. Wir gr&#252;&#223;ten freundlich und schwammen weiter. Doch auf einmal sp&#252;rte ich einen Ruck &#8211; und es ging nicht mehr weiter. Was war denn nun los? Ich merkte, dass ich mit meiner rechten Flosse offenbar festhing. Na klasse, dachte ich mir, da hat man uns eingebleut, vorsichtig zu sein, und jetzt hatte ich mir wohl die Flosse irgendwo eingeklemmt und w&#252;rde bei dem Versuch, sie zu befreien, mindestens zehn Jahre Riffgeschichte zerst&#246;ren. Doch als ich mich vorsichtig umwandte, um nachzusehen&#8230; stellte ich fest, dass der Divemaster der anderen Gruppe mich festhielt! Kann mir mal einer erkl&#228;ren, was das Unterwasser-Handzeichen f&#252;r &#8220;Wohl &#8216;n Clown gefr&#252;hst&#252;ckt, Du Komiker!&#8221; ist?</em></p>
<p>Ja, der hatte schon Humor. Einmal hingen wir an der Dekoleine zum Sicherheitsstop da kam er angeschwommen und hatte sich wie ein Walr0&#223; einen Tierknochen zwischen Nasenerker der Taucherbrille und Regulator geklemmt. Versuchen Sie mal dabei nicht Tr&#228;nen zu lachen und dabei den Wassereinbruch in den Regulator zu vermeiden!</p>
<p>Als wir ausgestiegen waren lie&#223; ich mir von Thorsten erkl&#228;ren, was &#8220;nat&#252;rliche&#8221; Navigation ist <img src='http://www.flatflutedivers.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Ich werde mich in Zukunft bem&#252;hen es auch zu lernen.</p>
<p>Doch offenbar waren wir nicht die einzigen, die da Probleme hatten. Nachdem wir ausgestiegen waren und uns abtrockneten, erschien ein Kopf an der Meeresoberfl&#228;che, sehr weit vom Boot entfernt. Die Besatzung wurde schon unruhig, da es nur ein Kopf war. Nachdem dieser aber keine Anstalten machte zu winken oder um Hilfe zu rufen war es klar, dass dieser Kopf sich ebenfalls verirrt hatte. 10 min sp&#228;ter erschien der Kopf samt K&#246;rper und Buddy auf dem Boot und auch er gestand, dass er gucken musste wo wer war. <img src='http://www.flatflutedivers.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Ein Hoch auf Thorsten! Dank ihm blieb uns diese Peinlichkeit erspart! <img src='http://www.flatflutedivers.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><em>So ganz langsam hatte ich den Bogen raus. Und das sollte sich noch als n&#252;tzlich erweisen. (*platzt vor Stolz) </em></p>
<p><iframe width="425" height="350" frameborder="0" scrolling="no" marginheight="0" marginwidth="0" src="http://maps.google.de/maps/ms?ie=UTF8&amp;hl=de&amp;t=h&amp;msa=0&amp;msid=106613310653362084478.00046f3a6adc1f75667f9&amp;ll=23.438049,35.771484&amp;spn=0.88198,1.167297&amp;z=9&amp;output=embed"></iframe><br /><small><a href="http://maps.google.de/maps/ms?ie=UTF8&amp;hl=de&amp;t=h&amp;msa=0&amp;msid=106613310653362084478.00046f3a6adc1f75667f9&amp;ll=23.438049,35.771484&amp;spn=0.88198,1.167297&amp;z=9&amp;source=embed" style="color:#0000FF;text-align:left">Tauchgebiete</a> auf einer gr&#246;&#223;eren Karte anzeigen</small></p>
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		<title>Shaab El Erg Kabir &#8211; &#196;gypten &#8211; Rotes Meer und das Abschie&#223;en einer Boje</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Apr 2010 07:00:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thorsten Reimnitz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Shaab El Erg Kabir]]></category>

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		<description><![CDATA[Shaab El Erg ist eigentlich ein weitl&#228;ufiges, hufeisen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Shaab El Erg ist eigentlich ein weitl&#228;ufiges, hufeisenf&#246;rmiges Riff mit der &#214;ffnung nach S&#252;den. In der Mitte des Hufeisens befindet sich eine Lagune, in der man Unmegen von kleinen Riffplattformen, den so genannten &#8220;Ergs&#8221; finden kann. Shaab El Erg bietet mehrere sehenswerte Unterwasserlandschaften an den verschiedenen Riffkanten oder an einem fast separaten Riff an der s&#252;dwestlichen Spitze, genannt &#8220;Gota Shaab El Erg&#8221;. Man kann hier an verschiedenen Punkten mit dem Boot anlanden, aber es gibt noch eine Variante, die das Vergn&#252;gen hier kennenzulernen wir hatten&#8230;</p>
<p>Es war an diesem Tag der zweite Tauchgang, als die uns zugewiesene Divemaster zu uns kam und uns etwas &#252;ber den Tauchgang erz&#228;hlte &#8211; und das vor dem offiziellen Briefing. Das kam mir merkw&#252;rdig vor, doch sehr bald kl&#228;rte sich das auf: Die Divemaster fragte, ob wir eine Boje h&#228;tten. Ja, hatten wir. Die hatte ich zusammen mit meinem Kompass gebraucht (bzw. eher &#8220;nie gebraucht&#8221;) von einer Taucherin gekauft, die das Tauchen aus gesundheitlichen Gr&#252;nden aufgeben musste. Das ist gut, wurde uns erkl&#228;rt, denn der Tauchgang, den wir gleich machen w&#252;rden, sei ein Drifttauchgang. Wir w&#252;rden also vom Boot springen, das Boot w&#252;rde weiterfahren, w&#228;hrend wir unseren Tauchgang machten, vom Riff aus in s&#252;dliche Richtung. Kurz vor Erreichen der Reserve des Luftvorrats sollten wir dann die Boje &#8220;schie&#223;en&#8221;, an deren Seil den Sicherheitsstopp in 5 m Tiefe machen, dann auftauchen und abwarten. Das Boot w&#252;rde Ausschau nach den Tauchern halten und uns dann abholen. Aha.</p>
<div id="attachment_899" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/04/shaab_el_erg_kabir01.jpg"><img src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/04/shaab_el_erg_kabir01.jpg" alt="Ein Rotfeuerfisch im offenen Wasser bei Shaab El Erg Kabir." title="Ein Rotfeuerfisch im offenen Wasser bei Shaab El Erg Kabir." width="460" height="345" class="size-full wp-image-899" /></a><p class="wp-caption-text">Ein Rotfeuerfisch im offenen Wasser bei Shaab El Erg Kabir.</p></div>
<p>Vielleicht sei das aber auch gar nicht n&#246;tig, meinte sie schlie&#223;lich, denn nat&#252;rlich w&#252;rde auch sie eine Boje dabei haben, und wenn unser Luftvorrat so lang reichte wie ihrer, dann w&#252;rden wir den Stopp mit ihr machen und sie w&#252;rde die Boje schie&#223;en. Dann erkl&#228;rte sie uns noch, wie genau man das macht, eine &#8220;Boje schie&#223;en&#8221;. Im Stillen betete ich, dass unsere Luft so lang reichen w&#252;rde wie ihre, denn immerhin hatten wir sowas noch nie gemacht, ja, noch nicht einmal ge&#252;bt. Und dann gleich der Ernstfall? Oje, oje.</p>
<p>Der Tauchgang selber war mal wieder sehr entspannt, wir hatten eine maximale Tiefe von 13,7 m und tauchten &#8220;so ungef&#228;hr&#8221; in Richtung S&#252;den durch das Feld mit den Korallenb&#228;nken. Es gab auch hier wieder sehr viel zu sehen, von Schnecken &#252;ber Rotfeuerfische bis hin zu einer Mur&#228;ne, der einer der anderen Taucher aus unserer Gruppe mit dem Fotoapparat so nahe kam, dass ich schon dachte, gleich kriegt das arme Tier das Objektiv auf die Nase. Die Mur&#228;ne indessen guckte nur emp&#246;rt, so wie Mur&#228;nen das immer machen (sie sind immer schlecht gelaunt, deswegen nennt man sie ja &#8220;Mur(r)&#8221;&#228;nen).</p>
<a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/04/shaab_el_erg_kabir02.jpg"><img src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/04/shaab_el_erg_kabir02.jpg" alt="&quot;Na, willst Du mir vielleicht auch Deine Kamera auf die Nase hauen? Komm nur her, Du!&quot; - &quot;&#196;h, nein danke, ich bleib lieber hier!&quot;" title="Eine Mur&#228;ne bei Shaab El Erg Kabir." width="460" height="344" class="size-full wp-image-900" /></a>
<p><em>Annette: Die Mur&#228;ne war keineswegs die einzige, die schlecht gelaunt war. ICH war es ebenfalls. Und zwar genau wegen diesem aufdringlichen Fotografen. Er war urspr&#252;nglich als Buddy des Divemasters eingeteilt worden, nahm aber die Aufgabe nicht sehr ernst. Statt neben ihr zu tauchen, tauchte er&#8230;ja einfach &#252;berall. Links von mir, rechts von mir, &#252;ber mir, UNTER mir (sehr nett, wenn man im Blasenmeer anderer taucht). Ich will es fast nicht &#246;ffentlich sagen, aber der Kerl brachte mich fast so weit, dass ich ihm am liebsten unter Wasser die Flasche zugedreht h&#228;tte. Einen so r&#252;cksichtslosen Taucher hatte ich bis dato noch nie erlebt. </em></p>
<p>Unsere Divemaster erkundigte sich immer nach unserem Luftvorrat, der diesmal bei Annette und mir relativ gleich war &#8211; der gro&#223;eren Flasche auf meinem R&#252;cken sei Dank. Leider bekamen wir nicht mit, wie der Verbrauch unserer Divemaster war. Und leider hatte ich bei meinem Gebet, sie m&#246;ge doch die Boje f&#252;r uns schie&#223;en, eins vergessen: Die Divemaster tauchten alle mit einer 15-Liter-Flasche. Und sie war eine Frau und im Tauchen erfahren, das hei&#223;t, ihr Verbrauch war sowieso niedriger als unserer. So kam es schlie&#223;lich, dass wir das Zeichen bekamen, die Boje zu schie&#223;en und aufzutauchen. Die Divemaster f&#252;hrte w&#228;hrendessen die Gruppe weiter.</p>
<p>Okay, dann also galt&#8217;s. Nun denn! Sind wir M&#228;nner oder ein Karton Chicken Nuggets?<em></em></p>
<p><em>He! Ich war auch dabei! Wenn auch nicht wirklich n&#252;tzlich, aber falls es dir noch nicht aufgefallen sein sollte: ICH BIN WEIBLICH!!</em></p>
<p>Mensch, Du g&#246;nnst einem aber auch gar nichts. Nicht mal &#252;bertriebenen Pathos. Also gut, ein neuer, heroischer Spruch&#8230; Noch nie hatten so viele so vieles so wenigen zu verdanken! &#8230;ne, das passt nicht. F&#252;r Krone und K&#246;nigreich! &#8230;ne, auch nicht. Wie w&#228;r&#8217;s damit: VIEL GL&#220;CK!</p>
<div id="attachment_902" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/04/shaab_el_erg_kabir03.jpg"><img src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/04/shaab_el_erg_kabir03.jpg" alt="Fischreichtum (Zebrafische) vor Shaab El Erg Kabir." title="Fischreichtum (Zebrafische) vor Shaab El Erg Kabir." width="460" height="345" class="size-full wp-image-902" /></a><p class="wp-caption-text">Fischreichtum (Zebrafische) vor Shaab El Erg Kabir.</p></div>
<p>Zuerst mal auf etwa 5 m Tiefe gehen und schwebend die Boje entrollen (es handelte sich dabei um eine der l&#228;nglichen Bojen, mit denen Taucher an der Oberfl&#228;che auf sich aufmerksam machen k&#246;nnen). Dann die daran befestigte Leine in die Hand nehmen und etwas Luft in die Boje lassen mit Hilfe des Oktopus. Der Plan sah dann vor, die Boje an der Leine zu halten, so dass sie sich entfalten konnte, um sie anschlie&#223;end mit noch mehr Luft zu f&#252;llen und sie dann langsam zur Oberfl&#228;che steigen zu lassen. Aber andererseits sah mein Plan auch vor, mit 39 l&#228;ngst reich zu sein und nicht mehr arbeiten gehen zu m&#252;ssen. Die beiden Pl&#228;ne hatten eins gemeinsam: Sie funktionierten nicht. Nun gut, reich kann ich immer noch werden, aber das mit der Boje war so eine Sache. Denn kaum hatte sie sich ganz entfaltet, zog sie zur Oberfl&#228;che. Und nach dem Motto &#8220;Reisende soll man nicht aufhalten&#8221; beschloss ich, sie gehen zu lassen. Ich hatte genug M&#252;he, das Seil schnell genug abzuwickeln. So erreichte sie die Wasseroberfl&#228;che. Und h&#228;tte ich die M&#246;glichkeit gehabt, sie richtig mit Luft zu f&#252;llen, h&#228;tte sie dort senkrecht aus dem Wasser geragt und unsere Position damit angezeigt. Doch so knickte sie auf ungef&#228;hr der H&#228;lfte ab, weil ihr die Stabilit&#228;t fehlte. Was f&#252;r ein Gl&#252;ck, dass nicht &#8220;<a title="Wikipedia: Viagra" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Viagra" target="_blank">Viagra</a>&#8221; draufstand &#8211; Pfizer h&#228;tte mich f&#252;r diese Art Anti-Werbung verklagt.</p>
<p>Nun gut, wir hingen also unter einer nicht ganz aufgeblasenen Boje in 5 m Tiefe und machten unseren Sicherheitsstopp. Das gr&#246;&#223;te Abenteuer w&#252;rde uns ja noch bevorstehen: Zur&#252;ck an Bord der ABYDOS 2 zu kommen. Wie w&#252;rde das wohl funktionieren? Nachdem wir den Sicherheitsstopp erledigt hatten, tauchten wir auf. An der Oberfl&#228;che hielten wir Ausschau nach unserem Boot, w&#228;hrend ich unsere Boje so weit mit Luft f&#252;llte, dass sie nun weithin sichtbar war (und Pfizer stolz gemacht h&#228;tte, mal nebenbei bemerkt).</p>
<p>Das Boot war ein ganzes St&#252;ck weg von uns. Wir fragten uns, ob die uns wohl sahen und woran wir sehen w&#252;rden, dass sie uns sahen. Denn irgendwie war auf dem Boot kein Mensch zu erkennen. Dann hatte ich das Gef&#252;hl, dass es sich bewegte. Tats&#228;chlich, nach ein paar weiteren Sekunden konnte man deutlich sehen, dass das Boot n&#228;her kam. Ja, &#228;h&#8230; aber hatte der uns jetzt gesehen, oder fuhr er nur zuf&#228;llig in unsere Richtung? Aber nein, man hatte uns gesehen, denn das Boot drehte bei, als es nahe bei uns war, so dass wir in Richtung des Hecks schwimmen konnten. Dort warf man uns eine Str&#246;mungsleine mit Boje zu. Ich dachte, dass nun Muskelarbeit gefragt war und wollte mich schon an der Leine entlang hangeln, doch da rief man uns von der Besatzung zu: &#8220;<a title="Frankie Goes To Hollywood: Relay" href="http://campaign.musicmyne.com/frankie-goes-to-hollywood-relax" target="_blank">Relax</a>!&#8221; Sch&#246;n, dass man die Klassiker von &#8220;Frankie Goes To Hollywood&#8221; auch in &#196;gypten kennt, dachte ich mir, als ein Ruck durch die Leine ging und wir bis zu den Leitern am Heck des Bootes gezogen wurden. Nur aus dem Wasser raussteigen, das mussten wir noch selbst.</p>
<p><em>Dazu kann ich noch folgendes erw&#228;hnen: Als wir so an der Wasseroberfl&#228;che trieben und uns &#252;berlegten, ob uns das Boot denn auch sehen kann, &#252;berkam mich schon ein seltsames Gef&#252;hl. Wo man auch hinsah: Nur Wasser. Keine kleine Insel in Sicht, gar nichts. Ist schon merkw&#252;rdig. Man kommt sich fast vor wie ein Schiffsbr&#252;chiger. Ich hatte Sorge, dass wir auseinandergetrieben w&#252;rden, daher hielt ich mich hinten an Thorstens Flasche fest. Gleichzeitig versuchte ich mit Gewalt, die Melodie vom &#8220;<a title="Theme from &quot;JAWS&quot;" href="http://www.youtube.com/watch?v=XLAYvjaGGqM" target="_blank">Wei&#223;en Hai</a>&#8221; aus dem Kopf zu bekommen. Im Geiste sah ich schon mehrere dreieckige Flossen auftauchen, die in immer enger werdenen Kreisen um uns herumschwammen. Aber dann kam das Boot auf uns zu und ich stellte mir vor, dass das die Haie verscheuchen w&#252;rde. Aber die &#196;ngste waren nicht wie weggeblasen&#8230; das Boot kam direkt auf uns zu und ich f&#252;rchtete schon, dass es &#252;ber uns dr&#252;ber rauschen w&#252;rde. Aber es drehte ja bei und warf die Str&#246;mungsleine aus. Wir waren angewiesen worden, dieses Mal MIT Flossen die Leiter hochzusteigen da das Boot die Motoren laufen lie&#223; (blo&#223; nicht an die Schraube dicht zu meinen F&#252;&#223;en denken&#8230; nein nein&#8230; jetzt aber flott hoch die Leiter&#8230;.). </em></p>
<div id="attachment_903" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/04/shaab_el_erg_kabir04.jpg"><img src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/04/shaab_el_erg_kabir04.jpg" alt="Abendstimmung auf dem R&#252;ckweg." title="Abendstimmung auf dem R&#252;ckweg." width="460" height="345" class="size-full wp-image-903" /></a><p class="wp-caption-text">Abendstimmung auf dem R&#252;ckweg.</p></div>
<p>Als wir zur&#252;ck an Bord waren und uns der nassen Sachen entledigten, erschienen die Taucher einer nach dem anderen an der Oberfl&#228;che und wurden ebenfalls von der ABYDOS 2 aufgenommen. Und wir hatten ein weiteres Abenteuer erlebt. Oder sagen wir: eine Herausforderung gemeistert. Nehmen Sie das &#8220;gemeistert&#8221; jetzt nicht w&#246;rtlich, es war keine Spitzenvorstellung, aber he &#8211; wir waren wieder an Bord zur&#252;ck und um eine Erfahrung reicher. Und der Urlaub war noch lange nicht beendet.</p>
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		<title>Shaab Abu Nuhas  &#8211; &#196;gypten &#8211; Rotes Meer und das Problem mit der Luft</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Apr 2010 07:00:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thorsten Reimnitz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Freiwassertauchgang]]></category>
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		<description><![CDATA[Unser allererster Tauchgang im Freiwasser &#252;berhaupt fa [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unser allererster Tauchgang im Freiwasser &#252;berhaupt fand seinerzeit an Shaab Abu Nuhas statt, am Wrack der Giannis D. &#220;ber das Riff und das Wrack hat Annette <a title="FFD: Shaab Abu Nuhas - Wrack der Giannis D." href="http://www.flatflutedivers.de/2009/10/08/shaab-abu-nuhas-wrack-der-giannis-d-rotes-meer-aegypten/" target="_blank">an anderer Stelle in diesem Blog schon einiges geschrieben</a>. Als wir im November 2009 wieder nach &#196;gypten kamen, waren wir entsprechend gespannt darauf, dieses Tauchgebiet wiederzusehen, diesmal als AOWD, die nun auch bis zur tiefsten Stelle des Wracks durften (ca. 20 &#8211; 25 m), und nicht als Tauchsch&#252;ler, die gezwungen waren, zehn Meter dar&#252;ber zu schweben. Leider machte uns einige Zeit das Wetter einen Strich durch die Rechnung, es windete sehr stark, so dass Shaab Abu Nuhas nicht angefahren wurde. Doch endlich war es so weit, das Wetter wurde besser und die Giannis D. angesteuert. Nur waren wir nicht allein, nat&#252;rlich war es allen Tauchbooten gleich gegangen. Und der erste Tag, an dem der Wind schw&#228;cher war, wurde von allen genutzt, so dass es am Tauchgebiet entsprechend voll war.</p>
<p>Da Annette in dem anderen Artikel schon so sch&#246;n &#252;ber die Giannis D. geschrieben hat, wollen wir stattdessen an dieser Stelle das erste l&#228;ngere FlatFluteDivers-Video pr&#228;sentieren: Tauchgang an der Giannis D. im November 2009.</p>
<p><object width="445" height="364"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/Ulm6N7hH6ac&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;color1=0x006699&#038;color2=0x54abd6&#038;border=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/Ulm6N7hH6ac&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;color1=0x006699&#038;color2=0x54abd6&#038;border=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="445" height="364"></embed></object></p>
<p>Es war ein sch&#246;ner Tauchgang, allerdings zeigte er nach dem Erlebnis mit der <a title="FFD: Die &quot;Ohne Luft&quot;-Situation" href="http://www.flatflutedivers.de/2010/04/06/sakwa-abu-kalawa-aegypten-rotes-meer-und-die-ohne-luft-situation/" target="_blank">&#8220;Ohne-Luft&#8221;-Situation</a> nochmal auf, dass ich ein regelrechtes Problem mit der 12-Liter-Flasche hatte. W&#228;hrend Annette immer noch einen guten Luftvorrat &#252;brig hatte, ging er bei mir regelm&#228;&#223;ig zur Neige. Bei diesem Tauchgang musste ich deswegen sogar fr&#252;her auftauchen als Annette, was mir gar nicht gefiel (deswegen ist leider das Video auch nicht sehr ausf&#252;hrlich). Unser Divemaster empfahl mir, zuk&#252;nftig eine 15-Liter-Flasche zu nehmen. Anders gesagt: wie zu Hause. Das tat ich dann auch gleich ab dem n&#228;chsten Tauchgang, und siehe da: Luftprobleme geh&#246;rten der Vergangenheit an. Damit musste ich zwar ein bisschen mehr zahlen f&#252;r die Tauchausfl&#252;ge, aber daf&#252;r waren die Tauchg&#228;nge nun viel entspannter.</p>
<p><em>Annette: Das Leben k&#246;nnte so sch&#246;n sein&#8230; mit den richtigen Leuten.</em></p>
<p><em>Wie Thorsten schon sagte, wir waren beide schon die ganze Woche davor hibbelig gewesen, denn wir wollten unbedingt nochmal zu dem Wrack. Schlie&#223;lich wollten wir dort unser 1-j&#228;hriges Tauchjubil&#228;um feiern, denn dort hatte alles begonnen.</em></p>
<p><em>Als wir dann endlich Shaab Abu Nuhas ansteuerten war die Vorfreude entsprechend gro&#223;. An dem Tag war allerdings die H&#246;lle los, und es ankerten viele Tauchboote dort. Unser Guide teilte uns in Gruppen ein, und hier war schon der erste Wurm drin: Die Gruppe war ziemlich gro&#223;.</em></p>
<p><em>Wir tauchten ab. Entgegen den sonstigen Tauchg&#228;ngen tauchten Thorsten und ich dieses Mal als letztes Buddyteam. DAS war das Letzte! Ich kann gar nicht sagen, ob ich je eine so derart chaotische Gruppe erlebt habe. Von Formation keine Spur, die Leute tauchten gerade so wie es ihnen passte und Thorsten und ich hatten M&#252;he, unsere Gruppe von anderen Gruppen zu unterscheiden. Hinzu kam, dass sich in der Gruppe einige Anf&#228;nger befanden. Nichs gegen Anf&#228;nger, sicher nicht, aber etwas umsichtiger h&#228;tten sie sein k&#246;nnen. Die Kunst des Tauchens liegt nun mal im langsamen Tauchen, was eine entsprechende Tarierung erfordert. Nicht, dass wir da so perfekt w&#228;ren, aber es war unglaublich schwierig, den winkenden und strampelnden Tauchern vor uns aus dem Weg zu gehen, der ab und zu von spitzen Wrackteilen sehr beengt war. Unser Guide f&#252;hrte sehr langsam, und wir ganz hinten hatten damit wirklich Probleme. Ich musste mich total auf den Vordermann konzentrieren um nicht st&#228;ndig dessen Flosse ins Gesicht zu bekommen.</em></p>
<p>Es war einfach extrem voll. Das Jahr zuvor hatte unser Instructor kein Problem damit, uns &#8220;Ersttauchgangs-Sch&#252;ler&#8221; von den anderen Tauchern fernzuhalten, so dass wir niemandem in die Quere kamen. Das war diesmal ein Ding der Unm&#246;glichkeit.</p>
<p><em>Schlie&#223;lich ging Thorsten auch noch die Luft aus und er musste mit ein paar Tauchern zum Boot zur&#252;ck. Unser Guide packte mich kurzerhand mit einem anderen Taucher zusammen und verabschiedete sich, um die anderen um Boot zu bringen.  Da war der n&#228;chste Wurm geboren.</em></p>
<p><em>Erst mal war mir das gar nicht recht, denn ich hatte den Typ vorher nie gesehen und wusste nicht, ob ich mich auf ihn verlassen konnte. Zudem wissen Thorsten und ich, was wir uns zutrauen k&#246;nnen und was nicht. Das war ein v&#246;llig Fremder f&#252;r mich.</em></p>
<p><em>Und es stellte sich auch nicht als Gl&#252;cksgriff raus. Ich hatte noch 100 bar in der Flasche, und so tauchten wir erst mal weiter um das Wrack herum. Kaum um die erste Kurve, war mein Buddy verschwunden. Super! Grad war er noch da, und es gab an der Stelle nicht viele M&#246;glichkeiten, wo er h&#228;tte hin verschwinden k&#246;nnen&#8230; au&#223;er INS WRACK HINEIN vielleicht. Ich drehte um und schwamm zu der Stelle zur&#252;ck, wo ich ihn das letzte Mal gesehen hatte &#8211; nix. Unbehagen breitete sich bei mir aus. Erstens wollte ich da unten nicht alleine tauchen, zweitens&#8230; ich musste ihn jetzt zwei Minuten suchen und dann auftauchen, um der Besatzung Bescheid zu sagen. Aber&#8230; dank des Chaos am Anfang hatte ich mir die Stelle nicht gemerkt, an der wir abgetaucht waren. Au&#223;erdem waren wir ja urspr&#252;nglich mit Guide unterwegs gewesen&#8230; Kurz bevor ich einfach auftauchen wollte kam mein werter Herr Buddy von irgendwo her und tat so, als ob nix gewesen w&#228;re.</em></p>
<p><em>Das war mir zuviel. Ich wollte in die N&#228;he unseres Bootes zur&#252;ck damit ich notfalls alleine auftauchen konnte und deutete ihm an, dass ich zur&#252;ckschwimmen wollte. Er war einverstanden. Nach f&#252;nf Minuten fragte ich ihn, ob er w&#252;sste, wo das Boot sei. Er f&#252;hrte so selbstverst&#228;ndlich. Aber er zuckte nur die Schultern.</em></p>
<p><em>Fein. Mit einem unzuverl&#228;ssigen Buddy ohne zu wissen, wo man ist&#8230; der Traum eines jeden Tauchers. Kurz beovr ich wirklich panisch wurde kehrte jedoch ZUM GL&#220;CK unser Guide zur&#252;ck und sammelt uns wieder ein. So froh war ich glaub ich schon lange nicht mehr. Wir waren noch zu dritt. Wo der dritte im Bunde bei meinem kleinen Ausflug geblieben war ist mir bis heute noch ein R&#228;tsel.</em></p>
<p><em>Nachdem wir das Wrack komplett umrundet hatten, war es f&#252;r uns alle Zeit zum Auftauchen. Es klappte problemlos</em></p>
<p><em>An Bord traf ich auf einen &#228;u&#223;erst schlecht gelaunten Thorsten.</em></p>
<p>Ich? Schlechte Laune? Nicht doch! Man wird doch wohl noch mal was an die Wand schmei&#223;en d&#252;rfen!</p>
<p><em>Schon&#8230;da sagt ja auch keiner was, aber muss es denn gleich die ganze Flaschenbank inklusive Flaschen sein? Zum Gl&#252;ck konnte ich &#8220;Gut Wetter&#8221; machen sonst h&#228;tten wir noch Schiffsverbot bekommen!</em></p>
<p><em>Ich berichtete ihm von meiner Pleite und wir sprachen den Guide an, dass wir in Zukunft nicht mehr getrennt werden wollten. Falls einem von uns die Luft ausgehen w&#252;rde, w&#252;rde der andere mit aufsteigen. Nie wieder mit einem fremden Buddy. <img src='http://www.flatflutedivers.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /><br />
</em></p>
<p>Und au&#223;erdem: Unglaubliche Abenteuer erleben Annette und ich auch ohne dass mir die Luft ausgeht&#8230;</p>
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		<title>Sakwa Abu Kalawa &#8211; &#196;gypten &#8211; Rotes Meer &#8211; und die &#8220;Ohne Luft&#8221; Situation</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Apr 2010 07:00:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Annette Abele</dc:creator>
				<category><![CDATA[AOWD]]></category>
		<category><![CDATA[Freiwassertauchgang]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
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		<category><![CDATA[Rotes Meer]]></category>
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		<description><![CDATA[Sakwa - oder auch hin und wieder Sagua Abu Kalawa - ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sakwa &#8211; oder auch hin und wieder Sagua Abu Kalawa &#8211; ist ein wundersch&#246;nes kleines Riff im n&#246;rdlichen Roten Meer zwischen El Gouna und Hurghada gelegen. Mit seinen 16 m Tiefe ist es ebenfalls sehr gut von Anf&#228;ngern betauchbar. Str&#246;mungen kommen &#252;blicherweise von Norden und waren an unserem Tauchtag nicht besonders stark.</p>
<p>Wir ankerten gegen&#252;ber einer kleinen Lagune, die 6 &#8211; 7 m tief ist. Dann erfolgte der Abstieg.</p>
<p><em>Thorsten: Dabei hatten wir die erste technische Schwierigkeit zu &#252;berwinden. Als wir abstiegen, fiel mir auf, dass von Annettes Flasche kleine Luftbl&#228;schen aufstiegen. Ich sah mir das n&#228;her an und stellte fest, dass sie aus der Stelle am Flaschenhals kamen, an der das Ventil in die Flasche reingeht. Ich signalisierte dem Guide, dass wir ein Problem hatten und er zeigte an, dass wir wieder aufsteigen sollten. Annette bekam eine neue Flasche, wir stiegen erneut ab, und diesmal war alles gut. Wir ahnten nicht, dass das nur der Anfang war&#8230;</em></p>
<p>Unser Guide f&#252;hrte uns an einem geraden, langestreckten St&#252;ck Riff entlang. Wundersch&#246;n mit Korallen bewachsen findet man hier massenhaft gro&#223;e und kleine Fische, angefangen von Napoleon-Babys bis hin zu Kaiserfischen. Ab und zu sollte man aber auch immer einen Blick in&#8217;s &#8220;Deep Blue&#8221; werfen, denn hier kommt gelegentlich auch etwas &#8220;Gro&#223;es&#8221; vorbei. Wie zum Beispiel ein Manta. Leider hielten die sich aber bei unserem Tauchgang gut versteckt.</p>
<div id="attachment_811" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/11/sakwa_abu_kalawa_tote_wand.jpg"><img class="size-full wp-image-811" src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/11/sakwa_abu_kalawa_tote_wand.jpg" alt="Die &quot;tote&quot; Wand an Sakwa Abu Kalawa" width="460" height="345" /></a><p class="wp-caption-text">Die &quot;tote&quot; Wand an Sakwa Abu Kalawa</p></div>
<p>Folgt man dem Riff ein Weilchen erschrickt man fast. Pl&#246;tzlich, fast ohne &#220;bergang, erscheint das Riff pl&#246;tzlich wie tot. Der Korallenbewuchs ist verschwunden, vereinzelt scheinen sich ein paar Fische dorthin verirrt zu haben. Aber davon sollte man sich nicht irritieren lassen. Auch wenn das Riff tot erscheint &#8211; auch hier existiert beim n&#228;heren Hinsehen sehr wohl Leben. Lauter kleine H&#246;hlen hat es dort, und wenn man Gl&#252;ck hat, so wie wir, dann schauen aus den H&#246;hlen auch die Mur&#228;nen heraus.</p>
<div id="attachment_812" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/11/sakwa_abu_kalawa_muraene.jpg"><img class="size-full wp-image-812" src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/11/sakwa_abu_kalawa_muraene.jpg" alt="Mur&#228;ne" width="460" height="390" /></a><p class="wp-caption-text">Mur&#228;ne</p></div>
<p>Genauso pl&#246;tzlich, wie das Riff &#8220;gestorben&#8221; ist, erwacht es wieder zum Leben. Folgt man ihm noch ein St&#252;ckchen, dann wird man mit dem eigentlichen Highlight dieses Tauchganges belohnt. Am Ende m&#252;ndet das Riff in eine Art Rondell, in dessen Mitte ein gewaltiger Block steht. Schwimmt man in das Rondell, bemerkt man bereits, dass es hier deutlich flacher ist, ich vermute mal 7 &#8211; 8 m. Hier ist es taghell, und man kommt sich vor, als ob man in ein Aquarium geschwommen ist. Man sollte sich die Zeit nehmen, einfach mal ein paar Minuten dem bunten Treiben zuzusehen. Dieser einzelne Block in der Mitte des Rondells ist voller Leben. Tausende von Fischen s&#228;mtlicher Arten und Gr&#246;&#223;en wirbeln hier herum, ziehen in Schw&#228;rmen vorbei oder legen an dem Block ein P&#228;uschen ein. Feuerfische mit sorgenvollen Mienen schwimmen umher. Und wenn man ganz viel Gl&#252;ck hat, dann kann man hier auch Schildkr&#246;ten antreffen. Aber genau wie die Mantas hielten die sich leider sehr versteckt.</p>
<div id="attachment_813" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/11/sakwa_abu_kalawa_aquarium.jpg"><img class="size-full wp-image-813" src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/11/sakwa_abu_kalawa_aquarium.jpg" alt="Fischreichtum bei Sakwa Abu Kalawa" width="460" height="345" /></a><p class="wp-caption-text">Fischreichtum bei Sakwa Abu Kalawa</p></div>
<p>Auf dem R&#252;ckweg schwammen wir mit der Str&#246;mung und kamen so gut und schnell voran. Abgemacht war, dass wir noch einen Abstecher in die Lagune machen wollten um dort unseren Sicherheitsstop auf 5 m f&#252;r 3 min zu machen.</p>
<div id="attachment_814" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/11/sakwa_abu_kalawa_rotfeuerfisch.jpg"><img class="size-full wp-image-814" src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/11/sakwa_abu_kalawa_rotfeuerfisch.jpg" alt="Rotfeuerfisch" width="460" height="345" /></a><p class="wp-caption-text">Rotfeuerfisch</p></div>
<p>Wir bogen also um die Ecke, um in die Lagune zu schwimmen, da zeigte Thorsten unserem Guide an, dass er nur noch 50 bar in seiner Flasche hatte. Dieser gab ein Zeichen, dass er verstanden hatte und es ging in die Lagune hinein. Insgeheim wunderte ich mich, denn wir hatten mal gelernt, dass man bei 50 bar mit dem Aufstieg beginnen sollten, aber gut. Zu unserem Entsetzen schwammen wir aber richtig weit in die Lagune hinein.</p>
<div id="attachment_815" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/11/sakwa_abu_kalawa_lagune.jpg"><img class="size-full wp-image-815" src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/11/sakwa_abu_kalawa_lagune.jpg" alt="Die Lagune von Sakwa Abu Kalawa" width="460" height="345" /></a><p class="wp-caption-text">Die Lagune von Sakwa Abu Kalawa</p></div>
<p><em>Prinzipiell spricht ja nichts dagegen, den Sicherheitsstopp f&#252;r eine kleine Erkundung zu nutzen, anstatt an einem Seil rumzuh&#228;ngen. Aber wir hatten den R&#252;ckweg zum Boot von der Lagune aus ja auch noch vor uns</em>.</p>
<p>Mir wurde langsam unwohl bei dem Gedanken und ich fragte Thorsten, wieviel Luft er noch hatte. An seinem Blick merkte ich bereits, dass es wohl ernst war&#8230; und dann zeigte er mir an: 30 bar!</p>
<p><em>Da ist mir in der Tat erstmal das Gesicht runtergefallen. Und es war klar: zur&#252;ck! JETZT! SOFORT!</em></p>
<p>Wir informierten den Guide, der nickte und kehrte um. Weit waren wir nicht vom Boot entfernt, wir konnten es quasi sehen, aber trotzdem&#8230; wir schwammen also Richtung Boot. So langsam wurde es mir immer mulmiger zu Mute, ich kenne doch unseren &#8220;Staubsauger-Thorsten&#8221; und sein Luftverbauch&#8230; ich rechnete mit allem. Daher l&#246;ste ich bereits meinen Oktopus aus seiner Halterug und hielt ihn in der Hand&#8230; sicher ist sicher wenn es schnell gehen muss. Und dann&#8230;</p>
<p>&#8230;kam die Situation. Die, vor der wir alle Angst haben auch wenn wir sie schon x Mal ge&#252;bt haben. Dein Tauchpartner klopft dir auf die Schulter und zeigt dir an, dass er keine Luft mehr hat.</p>
<p><em>In Ruhe und im Nachhinein betrachtet gab es in dem Moment keine Ideall&#246;sung. Ich versuchte, normal weiter zu atmen, konnte aber nat&#252;rlich nicht verhindern, dass mein Herz anfing, schneller zu schlagen. Au&#223;erdem war es nicht zu entscheiden, was besser war: W&#252;rde ich langsam schwimmen, um den Grundumsatz und damit den Luftverbrauch zu senken, w&#252;rde ich l&#228;nger brauchen bis zum Boot. W&#252;rde ich schneller schwimmen, damit wir das Boot schneller erreichen, w&#252;rde das meinen Luftverbrauch steigern. Ja, und dann&#8230; Beim &#8220;Scuba Diver&#8221; (und dementsprechend auch beim &#8220;Open Water Diver&#8221;) gibt es bei den Poollektionen eine spezielle &#220;bung, die man genau f&#252;r so einen Fall macht. Dabei setzt sich der Tauchsch&#252;ler auf den Grund des Pools und der Instructor dreht ihm die Flasche zu. So sp&#252;rt der Sch&#252;ler, wie es sich anf&#252;hlt, wenn die Flasche leer geht, damit er in einer solchen Situation sich nicht erstmal fragen muss: &#8220;Was ist denn jetzt los?&#8221; Ich hatte schon seit ich festgestellt hatte, dass ich auf 30 bar war, mein Finimeter fast pausenlos im Blick und so beobachtet, wie die Nadel immer weiter fiel. Dann sah ich das Boot schemenhaft auftauchen. Die Nadel hatte gerade die 10-bar-Markierung passiert und ich erlaubte mir eine kleine Erleichterung. Wir w&#252;rden gleich da sein. Doch da merkte ich mit einem Mal, wie ich st&#228;rker &#8220;ziehen&#8221; musste, um Luft zu kriegen. Das Boot in Sichtweite &#8211; aber es war zu sp&#228;t. Die Zeit f&#252;r Experimente war vorbei. Ich wollte sofort umsteigen und tippte Annette an.</em></p>
<p>Diesen Adrenalinsto&#223; werde ich nie vergessen.</p>
<p>Auch wenn ich eigentlich damit schon gerechnet hatte. Ich dr&#252;ckte ihm sofort den Oktopus in die Hand&#8230; er nahm seinen Regulator aus dem Mund und ich schickte ein Sto&#223;gebet zum Himmel. &#8220;Bitte la&#223; ihn gen&#252;gend Luft haben, dass er den Oktopus ausbl&#228;st, oder lass ihn wenigstens daran denken, die Luftdusche zu bet&#228;tigen, sonst haben wir ein Problem!!!&#8221;.</p>
<p>Ich wei&#223; nicht, WAS er von beidem machte, aber er machte es. Zum Gl&#252;ck.</p>
<p><em>Ich wei&#223; es selber nicht mehr. Ich nahm Annettes Oktopus in Empfang und dann fehlt mir ein St&#252;ck. Das n&#228;chste, das mir in Erinnerung ist, wie ich den ersten Atemzug daraus nehme und alles in Ordnung ist. Ich hielt mich an ihr fest und gleichzeitig gaben wir uns gegenseitig das Zeichen zum Aufsteigen. Kein Risiko! Und den Sicherheitsstopp hatten wir schon in der Lagune gemacht.</em></p>
<p>Nachdem mir Thorsten das Zeichen gegeben hatte, dass alles ok war, stiegen wir auf. Wir kamen am Nachbarboot hoch. L&#228;cherliche 10 m w&#228;ren wir noch von unserem Boot entfernt gewesen.</p>
<p><em>Als wir an der Obefl&#228;che ankamen, zog ich an meinem Tarierhebel und lie&#223; den letzten Rest aus meiner Flasche ins Jacket. Es zischte ungef&#228;hr zwei Sekunden lang, dann tat sich gar nichts mehr. Die Flasche war nun wirklich LEER.</em></p>
<p>Unser Guide hatte die Situation beobachtet und uns nachher erkl&#228;rt, dass wir problemlos auch zusammen an einer Flasche h&#228;ngend h&#228;tten zur&#252;ckschwimmen k&#246;nnen. Wir h&#228;tten nicht unbedingt aufsteigen m&#252;ssen. Das hat uns etwas verwirrt. Wir diskutierten dies hinterher intensiv, und kamen zu dem Schluss, dass wir &#8211; falls nochmal so eine Situation eintreten w&#252;rde, &#8211; wieder so handeln w&#252;rden wie wir. Man darf nicht vergessen, dass dort Str&#246;mungen herrschen, und zudem war der Tauchplatz gut besucht. W&#252;rden wir also durch eine Str&#246;mungswelle pl&#246;tzlich getrennt werden oder sonst irgendwas passieren&#8230; das war uns zu unsicher.</p>
<p>Es stellte sich auch im Nachhinein heraus, dass Thorsten sehr &#252;berlegt gehandelt hatte. Er hatte auf seinem Finimeter noch 10 bar, als er mir das Zeichen gab, und er meinte, dass er den ersten, schwereren Atemzug sp&#252;ren w&#252;rde. Statt die Flasche komplett leer zu atmen gab er so rechtzeitig das Zeichen, so dass er noch gen&#252;gend Luft an der Oberfl&#228;che hatte, um sein Jacket aufzublasen.</p>
<p><em>Es war nicht mehr viel Luft, aber sie reichte, um mir einen stabilen Auftrieb zu verschaffen. Dar&#252;ber hatte ich mir mal Gedanken gemacht, nachdem wir im OWD-Kurs die Notaufstiegs&#252;bung gemacht hatten. Ich kam v&#246;llig au&#223;er Atem an der Obefl&#228;che an, musste strampeln, um an der Oberfl&#228;che zu bleiben und dann auch noch das Jacket mit dem Mund aufblasen. Wenigstens noch ein bisschen Luft aus der Flasche w&#252;rde die Sache einfacher machen. Und dass wir nicht unter Wasser an einer Flasche h&#228;ngend zum Boot zur&#252;ck sind, sondern gleich aufgestiegen, war auch f&#252;r mich v&#246;llig in Ordnung. Es war sicherer, weil ich nicht mehr von Annettes Oktopus abh&#228;ngig war. </em></p>
<p>Alles in Allem war das keine ungef&#228;hrliche Situation und wir mussten zum ersten Mal zeigen, ob wir wirklich unter Wasser harmonieren oder ob einer von uns die Nerven verlieren w&#252;rde. Wir haben es gemeistert, und das gibt uns auch f&#252;r die Zukunft ein gutes Gef&#252;hl.</p>
<div id="attachment_816" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a href="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/11/sakwa_abu_kalawa_wimmelbild.jpg"><img class="size-full wp-image-816" src="http://www.flatflutedivers.de/wp-content/uploads/2010/11/sakwa_abu_kalawa_wimmelbild.jpg" alt="Sakwa Abu Kalawa - Wimmelbild" width="460" height="345" /></a><p class="wp-caption-text">Sakwa Abu Kalawa - Wimmelbild</p></div>
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