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Fortführung des Divemaster-Kurses

Die Fahrt nach Horka hatte uns ein gutes Stück weiter gebracht, was den Divemaster betraf. Und zurück am Schluchsee ging es direkt weiter, da sich glücklicherweise genügend Schüler für Kurse angemeldet hatten. So bekamen wir nicht nur unsere Praktikas* hin, sondern auch die Poolübungen, die es noch zu absolvieren galt, sowie die verbleibenden schriftlichen Prüfungen.

*lateinischer Anfänger was? Praktikum=Singular, Praktika=Plural, Praktikas=lateinischer Nonsens….genauso wie: Antibiotikum=Singular, Antibiotika=Plural, Antibiotikas= ?????? 🙂

In der Zwischenzeit hatte ich mich nach dem Tauchgebiet erkundigt, wo unser Instructor-Kurs geplant war, ein ehemaliger Baggersee im südlichen Polen. Im Hinblick auf Annette bekam ich Zweifel, denn dieser See hatte etwas, das sie nicht leiden konnte: Ein Wrack! (Shhhhht!!!!!….das muss doch jetzt wirklich nicht jeder wissen! ) Ja, dort in dem See lagen die Überreste eines riesigen Baggers.

Na und? Pah! Meine Lehrprobe im Freiwasser wird wohl kaum im Führerstand des versunkenen Baggers stattfinden oder? Prüfungsaufgabe: Heben Sie mittels Bagger die versunkene Schreibtafel eines bestimmten Tauchlehrerkandidaten aus einer Tiefe von 10 m !

Außerdem stellte ich fest, dass meine polnische Brieffreundin ganz in der Nähe wohnte, die ich mal hatte besuchen wollen. Allerdings hatte ich die Befürchtung, dass während eines Kurses für solche Dinge keine Zeit war.

Und dann, gleich den Wendungen einer Seifenoper, änderte sich wieder einmal alles: Über seine „alte“ Tauchschule hatte Majki Kontakt zu einem anderen Course Director bekommen. Wir könnten damit den Kurs auf Deutsch bekommen und Majki würde ebenfalls den nächsten Schritt in seiner Ausbildung gehen: den Staff Instructor. Allerdings hatte sich damit der Kurs von Frühsommer auf April vorverschoben. Und nach Polen müssten wir auch nicht, die Tauchschule dieses Course Directors saß in Berlin. Berlin kannte ich jetzt noch gar nicht. Als ich noch in die Schule ging, gab es zwar Ausflüge zwecks politischer Bildung, aber die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland war damals noch ein kleines Kaff mit Namen Bonn am Rhein. Das kannte ich. Half mir nur nix.

ICH kenne Berlin. Da bin ich öfters. Schließlich wohnt da eine meiner besten Freundinnen. Aber zurück zum Thema: Ich war natürlich erleichtert, denn wie Sie aus dem vorherigen Artikel entnehmen konnten ist unsere polnische Konversation reiner Blödsinn gewesen. Nicht nur, dass das Geschwätz nicht ernst zu nehmen war, nein, es ist auch noch blöd übersetzt. Insofern können wir nur Gott auf den Knien danken, dass wir den Kurs nicht auf Polnisch abhalten mussten…stellen Sie sich  mal vor was wir dann geworden wären! Bestimmt keine Tauchlehrer! Vermutlich wären wir schon nach dem Händeschütteln und Begrüßen im Knast gelandet!!

Nun galt es also, den Divemaster abzuschließen und sich auf den so genannten „Instructor Development Course“ vorzubereiten. Das Tempo beschleunigte sich nochmals, als man uns vorschlug, bereits im Oktober eine Exkursion nach Berlin zu machen, um die Tauchschule kennenzulernen und einen Erkundungstauchgang in dem See zu machen, in dem letztlich auch die praktische Prüfung stattfinden würde. Für Erkundungen wäre während der Kurse keine Zeit.

Man glaubt es kaum, aber das war dann wirklich die letzte große Änderung. Der Termin im Oktober wurde fixiert, genauso wie der im April. Außerdem erfuhren wir auch noch den Termin der nächsten Prüfung, etwa vier Wochen nach unserem Kurs. Kurz nachdem das alles festgelegt war, kam ein großes Paket: Die Unterlagen, die man als Tauchlehrer so brauchen würde. Einzig die „Enzyklopädie des Tauchens“ hatten Annette und ich uns schon länger vorher selbst gekauft.

Ja. Jetzt wurde es ernst. Wir wussten auch ehrlich gesagt nicht, wie uns geschah. Denn trotz Ermutigungen waren wir uns immer noch nicht wirklich sicher, ob wir schon so weit waren. Einerseits freuten wir uns riesig drüber, dass wir so eine Chance erhielten, andererseits ist das Tauchlehrerdasein natürlich auch eine ziemliche Verantwortung und wenn man glaubt, dass es so einfach sei, unter Wasser zu agieren/reagieren, dann hat man sich getäuscht. Ich möchte nur an den unglücklichen Vorfall in Horka erinnern als Thorsten seine Flasche verlor und ich mir ziemlich sicher war, dass ich sie kaum mit Handschuhen wieder fixieren konnte. Gedanklich kein Problem…aber in der Realität….

Damit wurde es also endgültig Ernst. Und Annette und ich überlegten uns, was wir tun könnten, um noch fitter für den Kurs zu sein. Dabei kam uns ein Tipp für einen Tauchurlaub zugute. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Denn die Geschichte von den Flat Flute Divers ist noch lange nicht zuende…

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Horka – das Divemasterpraktikum

Nachdem wir also den Vorabend des Divemasterparktikums mit ein paar kleinen (*hüstel) Schwierigkeiten überstanden hatten…

Annette: Wir? Les ich tatsächlich das Wörtchen WIR?? Schließt du nicht von dir auf andere?

Ach so, dann war Deine Rolle seitwärts die Treppe herunter also nur eine neue Methode, um schnell ins flache Wasser einzusteigen, ja? Und das ganze ohne Maske, Regulator und aufgeblasenes Jacket? 😛

Meine Güte, jetzt sei doch nicht so kleinlich! Ich habe eine Variante der Normvariante ausprobiert, denn im Tauchsport ist Improvisieren so wichtig wie Inhalieren. Ähm? !! Also, was ich sagen wollte, ach vergiss es. Du verstehst mich nicht.

Stimmt, habe ich nie und werde ich auch nie. Also, jedenfalls begann nun das, weswegen wir eigentlich hier waren: Wir konnten OWD- und AOWD-Kurse als Praktikum begleiten auf dem Weg zum Divemaster. Außerdem stand noch eine Prüfung auf dem Plan. Dabei ging alles wunderbar glatt, es gab keinerlei Probleme und keine Pannen mehr.

Ende der Geschichte. Fallera!

Hast Du da nicht eine oder zwei Kleinigkeiten vergessen?

Och nööööö, muss ich?

Ja!

Also guuuut (*maul, nörgel!). Meine Schreibtafel, die ich am Abend zuvor im Einstiegsbereich des Sees… deponiert hatte, wurde beim ersten Tauchgang mit den OWDlern erfolgreich geborgen. Über die Kurse gibt es tatsächlich nicht so viel zu berichten, denn offenbar gab es auch Taucher, die die Möglichkeit, eine Unwägbarkeit zu erleiden, nicht ganz so exzessiv ausnutzten wie wir.

Nicht ganz. Also ganz so glatt lief es auch nicht. Aber es ist wirklich nett von dir  (wie ungewohnt…), dass Du es nicht erwähnen wolltest. Mein Schüler nämlich, ein stattlicher Mann, wollte sich einfach nicht von mir versenken lassen. Nachdem alle anderen bereits abgetaucht waren zappelte er immer noch an der Oberfläche mit der Entschuldigung, er käme nicht runter. Irgendwann allerdings hatte ich kein Blei mehr zur Verfügung, um ihn noch schwerer zu machen. Es musste jetzt so gehen. Und tatsächlich, nach weiteren drei Versuchen tauchten wir endlich ab. Uff. Ende der Geschichte fallara? Nein, nicht ganz. So spürte ich am Leib, wie es doch ganz schön anstrengend ist, einen „Neuling“ unter Wasser zu führen. Hoch, runter, hoch runter, links rechts, hoch *schnauf schnauf. Schließlich hängte ich mich mit der Hand am Jacket meines Schülers ein, denn so schnell kam ich gar nicht hinterher. Glücklicherweise hielt dieser Zustand aber nicht so lange an, nach ein paar Mal Aufzugstauchen erkannte mein Schüler, dass es sich doch nicht lohnt, so aufgeregt zu sein und er fing sich. Ab da konnte ich neben ihm hertauchen und wir drehten unsere erste Runde.

Irgendwann werden wir für sowas unsere eigenen Divemaster haben. Aber gut, so weit war es noch nicht. Und – oh, peinlich, fast vergessen: Wir hatten Zuwachs bekommen. Sozusagen. Der Tauchlehreranwärter, der schon beim Vorbesitzer der Tauchbasis am Schluchsee gearbeitet hatte, wechselte zu uns. Da er aus einer anderen Ausbilderorganisation kam, musste er den Divemaster als Quereinsteiger machen. Er war zu dem Zeitpunkt schon sehr erfahren und legte die Latte entsprechend hoch. Auch er hatte seine Erlebnisse mit Schülern als Tauchlehrerbegleiter, insbesondere einer, die am Anfang sehr geduldig geführt werden musste – bevor es „klick!“ machte und es funktionierte.

Für den AOWD-Schüler hatte ich mir eine kleine Überraschung überlegt, da ich den Tauchgang „Tauchen in größerer Höhe“ als Praktikant begleitete. Horka liegt nicht hoch genug, also handelte es sich hierbei um einen simulierten Tauchgang, bei dem wir so taten, als wären wir im Schluchsee unterwegs. Und um das richtige „Schluchsee-Feeling“ aufkommen zu lassen, hatte ich passenderweise eine Handvoll Torf mit dabei.

Frage: Wie groß war der Torfberg, den du mit dem mitgebrachten Torf gestalten konntest? 🙂

Mindestens fünf Zentimeter. Riesig. Und so vergingen die Tage. Ende der Geschichte. Fallera!

THORSTEN!!!

Ja doch, ich wollt ja gerade davon erzählen… Also, nachdem die OWDler ihren Kurs abgeschlossen hatten, wurden wir beauftragt, mit ihnen eine Tour im See zu machen. Während des Kurses hat man da nicht so ohne weiteres Gelegenheit dazu, denn die Schüler sollen ja Übungen machen und so weiter. Außerdem war es für uns eine gute Übung, da ein Divemaster ja unter anderem Tauchgänge führt. Für die Tour beschlossen wir dorthin zu gehen, wo die OWDler noch nie zvor gewesen waren. Der Horka-See ist – wie aufmerksame Leser dieses Blogs wissen – eigentlich ein Steinbruch, in dem man eine Quelle angebohrt hatte, die das ganze Tal mit Wasser füllte. Diese Quelle befindet sich – wenn man vom Einstieg aus auf den See blickt – im hinteren rechten Seitenarm. Wir wollten dorthin tauchen, Sicherheitsstopp an einer Boje machen, auftauchen und zum Einstieg zurück schnorcheln.

War ein guter Plan. Natürlich war der Plan gut, er war ja auch von mir. Also, alles super! Ende der Geschichte. Fallera!

*Patsch!

Aua! Menno! Okay… wir sprachen unseren Plan mit den frisch gebackenen OWDlern durch und sie waren einverstanden. So begaben wir uns am letzten Tag zum wiederholten Male während dieser Tour in den Tauchsee. Wir tauchten ab, Annette und ich vergewisserten uns, dass alles okay war, dann brachten wir unsere Gruppe in Position und tauchten los. Ich führte. Also dann: Flossenschlag, Flossenschlag, Flossenschlag, Flossenschlag, Flossenschlag, umdrehen. Alles okay? Alles okay. Schön. Flossenschlag, Flossenschlag, Flossenschlag, Flossenschlag, Flossenschlag, umdrehen. Alles okay? Alles okay. Schön. Flossenschlag, Flossenschlag, an der Nase kratzen. Feststellen, dass es nicht so einfach ist, sich mit Taucherbrille an der Nase zu kratzen. Flossenschlag. Umdrehen. Alles okay? Alles okay. Flossenschlag, Flossenschlag…*trööööööööööööt! (Hammerhead…)

Sag mal, was machst Du da?

Ich berichte detailiert von unserem Tauchgang.

Dann spul mal vor, bis endlich was passiert! Bis an die Stelle, an der Du die Boje schießen wolltest!

Wäwäwä… Nun denn also. Ich hatte die ganze Zeit mein Finimeter im Blick, denn mir gefiel nicht, dass ich keine 15-l-Flasche hatte.

Stimmt. 15 l waren aus. Dafür war die 14,5 l Flasche gerade hoch im Angebot 😛

Tatsächlich näherte sich der Zeiger verdächtig der Grenze, als wir endlich den Seitenarm erreichten, in dem die Quelle lag. Wir passierten ein paar Fässer, auf denen ein Warnsymbol prangte, dann wurde es flacher. Wieder blickte ich auf mein Finimeter. Okay, noch okay. Aber absolut kein Spielraum für irgendwelche Experimente. Ich holte meine Boje und die Rolle mit der Schnur. Okay, ich muss dazu sagen – es war nicht wirklich meine Boje, also nicht diejenige, die ich schon benutzt hatte. Diese Boje hatte ich zusammen mit der Schreibtafel und meinem Kompass einer Taucherin abgekauft, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr tauchen gehen durfte. Ich hatte sie noch nie benutzt.

Zwischenfrage: Welche Boje hast du in Ägypten im Roten Meer geschossen? Du weißt… daaa dammm….(*) die Geschichte mit dem weißen Hai? Lügen über Lügen…

Das war die andere Boje, die ich vom Discounter gekauft hatte. Aber da wir ja jetzt auf dem Weg des Profis waren, musste schon was besseres her. Ich fing an, sie auszupacken, doch sie erwies sich als störrisch. Sie wollte sich nicht entfalten lassen. Offenbar hatte nicht nur ich diese Boje noch nie benutzt, sondern auch die Vorbesitzerin nicht. Die Boje war noch nie benutzt worden. (Aha? daaa damm…. daaaaa damm….)Vielleicht war es ihr zu kalt oder so. (Bestimmt. Die Boje ist ja auch wärmeres Wasser von Ägypten her gewohnt. Daa damm….daaa damm…..) Vielleicht vermisste sie ihre Vorbesitzerin. (Kann sein. Schließlich wurde sie ja nicht gefragt ob sie neuerdings bei dir wohnen möchte). Vielleicht war sie bedrückt. (Daa dammm…. ) Vielleicht war sie entzückt. (Daa da…ach ne, warte mal… tätä paßt da besser….) Vielleicht aber auch ein bisschen verrückt. (Wie der Herr, so ’s Gesch….daa dammm…..)

Schließlich hatte es keinen Sinn mehr. Zum einen waren wir alle schon während des Bojen-entroll-Manövers so lang auf 5 Meter Tiefe gewesen, dass der Sicherheitsstopp längst durch war, zum anderen… gmblnuschelnuschel.

Was?

Gmblnuschelnuschel.

Lauter!!

MEINE LUFT GING SCHON WIEDER DEM ENDE ZU!!! War es das, was Du hören wolltest? Ich brach die „Operation Boje“ per Divemaster-Praktikantlichen Dekret ab und wir tauchten auf. Aber wenigstens hat der Tauchgang unseren OWDlern gefallen. Und mir war klar, ich würde mal ein ernstes Wörtchen mit der Boje reden müssen. Das war Sabotage! Da kann ich nix dafür.

*doppelklatsch und doppelpatsch!

Nicht nur, dass du peinlichweise schon wieder keine Luft mehr hattest, nein, du erzählst auch noch LÜGEN! LÜGEN ohne Ende. Schämst du dich eigentlich nicht? Du willst doch wieder nur als Held der Geschichte dastehen und mich kehrst du völlig untern Tisch!

WER! Wer hat die Boje schießen wollen? ICH. WARUM! Warum wohl wollte ICH die Boje schießen? Weil DU wieder mal zu wenig Luft hattest. Und dann…drückst du mir so einen SCHROTT in die Hand, der sich nicht entfaltet. Und dann…müssen wir auch noch einen kontrollierten Notaufstieg machen, weil DU keine Luft hast. Und … an der Oberfläche musste WER sein Jacket mit dem Mund aufblasen, weil er noch genau 0,5 bar in der Flasche hatte? Und WER musste von der Quelle zurück zum Einstieg schnorcheln hä?

Wir mussten alle zum Einstieg zurück schnorcheln, aber das war ja auch der Plan gewesen! Und zumindest das hat ja funktioniert, oder?

Am Abend dann gab es ein gemütliches Beisammensein, denn schließlich sollte es am nächsten Tag wieder zurück in die Heimat gehen. Und an dem Abend wurden wir mit einer Entscheidung konfrontiert, die wir so nicht erwartet hatten.

Ende der Geschichte. Fallera!

Grrrrrrrrrr!

Na gut, dann das also auch noch. Majki eröffnete uns, dass er sich nach so genannten „Course Directors“ umgesehen hatte. Ein „Course Director“ steht auf der Profi-Leiter recht weit oben. Er bildet neue Tauchlehrer aus. Und genau darum ging es: Majki hatte eine Tauchschule mit Course Director ausfindig gemacht, die ein gutes Angebot gemacht hatte. Wir würden daher schon nächstes Frühjahr den so genannten „Instructor Development Course“ machen können – und zwar in Polen. Bedingung dafür war, dass wir uns in den Divemaster richtig „reinknieten“, die verbliebenen Prüfungen und praktischen Übungen absolvierten. Doch wir waren misstrauisch. Waren wir schon soweit?

Ich weiß ja nicht, wie es dir so geht, aber mein Polnisch ist leider ein bisschen eingerostet. Wie soll ich denn bitte die Vorträge auf polnisch halten. Öhm…

Ale Annette. Polska jest bardzo prosta. Weź głÄboki oddech i porozmawiaÄ.

Ale Thorsten! Kaczka w dół i po prostu staraÄ siÄ unikaÄ własne …(dafür reichts noch har har har 🙂 )

(Der Übersetzer ist schlecht mal nebenbei bemerkt….)

Ja gut, das war so ein wenig problematisch, wir hätten die Vorträge und Briefings zwar nicht auf Polnisch, aber auf Englisch halten sollen, was schon schwierig genug war. Um zumindest unsere Zweifel zu zerstreuen, was unsere Unterrichtsfähigkeiten betraf, bot man uns an, dass uns die Besitzerin der Tauschule vom Horka-See begutachten sollte, wenn wir das nächste Mal zu Besuch waren. Damit wir eine Einschätzung unserer Fähigkeiten von einer weiteren Seite bekommen würden. Das war ein guter Plan.

Ende der Geschichte. Fallera?    JA!   🙂

Ich habe es an anderer Stelle schon mal gesagt, Pläne sind für uns grobe Richtungsvorgaben, die jederzeit wieder umgeworfen werden können. Und traditionsgemäß kam es natürlich auch so.

Echt? Wir waren nicht in Polen? Nicht? AAAAAHH! Oh Gott, ich hab ne Amnesie!

(*) = Wer „daa damm“ nicht versteht: Annette spielt auf folgende Musik an: http://youtu.be/e3mKAKPYh6k

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Horka – die Anreise zum Divemasterpraktikum

Es war mal wieder soweit. Die Abreise nach Horka stand bevor.

Nachdem wir eine Woche zuvor ein Meeting der Divemasteranwärter mit unserem Chef hatten und instruiert worden waren, was wir dort alles mit den OWDlern zu tun hätten, stieg bei uns die Spannung und die Nervosität. Es galt, mit Feuereifer in der letzten Woche nochmals alles zu wiederholen und uns nebenher noch auf unsere ausstehende Prüfung – Tauchphysiologie – vorzubereiten.

Thorsten: Mittlerweile hatte sich schon wieder mal einiges getan. Mit den OWDlern, die nach Horka kommen sollten, hatten wir schon die Poollektionen mitgemacht. Und wir hatten Verstärkung bekommen, Flo, der seinerzeit den ersten Tauchgang am Schluchsee mit begleitet hatte, kam sozusagen als Quereinsteiger von einer anderen Tauchorganisation mit dazu und fing mit dem Divemaster an.

Der Abreisetag kam. Wieder mal beluden wir mein Auto bis zum Anschlag, aber dieses Mal war das Wetter zumindest mal bedeutend besser als im April. Wir hatten einen kleinen Umweg vor, denn ich wollte über München fahren und meinem Lieblingsladen einen kleinen Besuch für diverse Kleinigkeiten abstatten.

Thorsten, notorisch zu spät, traf ein und los gings. Schon auf dem Weg nach Lindau gerieten wir in die ersten zwei Staus. Na, das konnte ja heiter werden. Wir waren extra früh losgefahren, damit wir vielleicht den ersten Teil der Reise staufrei hinter uns lassen konnten, aber – Pech gehabt. Schließlich aber kamen wir doch in München an.

Es war – gelinde ausgedrückt – sauheiß. In meinem Lieblingsladen hielten wir uns ungefähr ein Stündchen auf, und ich war hinterher stolzer Besitzer eines neu eingestellten Jackets, neuer Handschuhe, eines Hammerheads (Unterwasserhupe), Spring Straps  und voller neuer Wünsche. Wie das halt so ist. Thorsten wurde auch fündig und kaufte sich neue Springstraps. Die alten waren ihm ein Tick zu eng, und somit kamen sie an meine Flossen. 🙂

Langsam fängt es an, unübersichtlich zu werden. Ich glaube, ich muss mal eine Liste anfertigen. Aber andererseits, erst dann, wenn man anfängt, von dem gleichen Ausrüstungsteil verschiedene Varianten zu kaufen, ist man ein richtiger Taucher. Sag ich jetzt mal so.

Weiter gings. Der Weg nach Horka zeichnete sich durch viele kleinere Staus aus. Und durch viel Schweiß. Zwischendurch riefen wir Majki an, der seltsamerweise nicht so recht mit der Sprache rausrücken wollte, wo er nun genau war und statt dessen immer wieder betonte, dass er noch eine Weile brauchen würde. Das wunderte uns, denn wir waren ungefähr zeitgleich losgefahren und wir hatten ja noch den Umweg über München gemacht.

Aber jede schöne Reise geht auch einmal zu Ende (zum Glück!!!) und wir waren kurz vor dem Ziel. Schließlich informierten wir Majki, dass er dem Basisverwalter Bescheid sagen sollte, und da kam es zu Tage. Der arme Kerl stand 3 Stunden an einer gesperrten Autobahn und seine Ankunft war erst mal nicht absehbar.

Glücklicherweise ließ uns aber der Basisverwalter schon mal hinein, so dass wir wenigstens nicht draußen warten mussten.

Und was tun zwei Flatflutediver nach einer knapp 9stündigen Anreise? Genaaaauuuuu! Noch bevor sie überhaupt ihre Sachen aus dem Auto geladen haben, werfen sie sich in ihre Tauchausrüstung und machen sich auf den Weg zum See.

Eigentlich hatten wir vorgehabt, nochmal ein paar Skills zu üben. Doch – wie das Leben so spielt – wurde dieser Tauchgang von ein paar Pannen überschattet.

Die erste Panne passierte mir. Auf der Treppe runter zum See übersah ich eine Stufe und flog die Treppe herunter. Mein Glück war, dass ich schon sehr weit unten war, so dass ich ins Wasser flog und nicht auf die Treppe selber. Mein Pech allerdings war, dass ich auf Wasserkontakt noch nicht vorbereitet war, das heißt, kein Jacket aufgeblasen, kein Regulator im Mund, kein Trocki aufgeblasen. Glücklicherweise sammelte mich aber Thorsten gleich ein und half mir wieder hoch, so dass ich dem Ertrinkungstod soeben noch entkam.

Bitte gehen Sie weiter – es gibt hier nichts mehr zu sehen! Nein, keine Sorge, sie hat das  mit Absicht so gemacht, wir sind Profis.

Nachdem mein Leben in Sicherheit gebracht wurde tauchten wir ab. Ich stieg schneller ab als Thorsten und wartete auf ihn. Er bummelte abwärts, mit dem Rücken zur Steinbruchwand.

Äh… was ist das denn? Wieso zieht es meine Flasche so nach hinten? Ist das ein Magnetfelsen?

Ungefähr einen Meter über dem Grund „klebte“ er an der Wand. Er winkte. Ich winkte zurück.

Klasse. Was glaubst Du, wollte ich Dir mit meinem Winken signalisieren? „Hallo, Tach! Auch hier?“, oder was? Hilf mir gefälligst!

(Schon mal was davon gehört, dass das Zeichen “ ich habe ein Problem“ eine Schwenkbewegung der Hand ist? )

Er schüttelte den Kopf und wirkte genervt. Was hatte er denn nur wieder? Jetzt machte er deutliche Bewegungen,  ich solle zu ihm kommen. Jawohl der Herr! Was kann ich für Sie tun? Er griff nach meinem Jacket und zog sich von der Wand weg. Jetzt erst erkannte ich das Problem. Herr Reimnitz setzte beim Abtauchen mit seiner Flasche auf einem Steinvorsprung auf, der eine Kuhle hatte. Und hier hatte sich seine Tauchflasche eingeklemmt. Er kam von selber nicht mehr vorwärts. Hm. Verfangen unter Wasser… da war doch mal was. Dafür gibt es Tauchmesser. Aber… Stein und Messer?

Warum nicht? Es gibt ja auch „Schere, Stein, Papier“.

Ich sollte mal in meinem Lieblingsladen nachfragen, ob es auch Steinfräsen gibt. Braucht sicher kein Mensch. Außer Thorsten.

Nach diesen kleinen Pannen begannen wir mit den Skills. Sie klappten soweit problemlos, bis ich die Maske abnahm. Ich flutete sie zwar langsam, bevor ich sie abnahm, aber das war keine so gute Idee. Zwar war das Wasser inzwischen viel viel wärmer als im April, aber trotzdem war es kalt. Das Wasser biß mir förmlich an den Augen, so dass ich die Brille wieder aufsetzte und auf meiner Schreibtafel eine Nachricht hinterließ: NICHT MACHEN! ZU KALT!

Sie schreibt was auf die Tafel… hm… was heißt das? „WICHT LACHEN DU ZAHLST“? Was soll das denn heißen? Ich zahle, wenn der Wicht lacht? Was für ein Wicht? Nein, jetzt hab ich’s kapiert, das ist eins von diesen Ratespielen, wo man die Buchstaben umstellen muss, und dann kommt ein neues Wort raus. Moment… „WICHT LACHEN DU ZAHLST“ kann ich umstellen zu… „TAUCHLADEN SCHWITLZ“. Von dem Laden hab ich noch nie gehört. Gibt’s da Unterwasser-Steinfräsen? Dann sollte ich mir den Namen vielleicht auf meiner eigenen Tafel notieren, damit ich ihn nicht vergesse.

So tief waren wir doch noch gar nicht, als dass Du jetzt schon einen Tiefenrausch hättest haben können! „Wicht lachen du zahlst“ ??? Hääääää??? Ah! Ich hab’s! Du hast nicht nur den Verstand, sondern auch deine Kontaktlinsen verloren!!!!! Daaaas erklärt natürlich alles!

Aber warum zieht es eigentlich meine Flasche immer noch so nach hinten? So KANN ich nicht arbeiten! Was ist denn los da hinten? Äh… oha… ehm… Annette? Könntest Du mir wohl einen kurzen Moment Deiner kostbaren Aufmerksamkeit schenken?

Während wir die nächste Übung einleiten wollten winkte Thorsten mal wieder. Was war denn jetzt wieder los? Er deutete auf seine Flasche. Ich sah nach. Er saß auf dem Grund, und zuerst einmal fiel mir gar nicht auf, was er wollte, denn ich starrte den Boden der Flasche an. Was wollte er denn? Dann glitt mein Blick nach oben und ich sah wohl nicht Recht. Die Flasche war aus der Halterung gerutscht, sie hatte kein Netz und stand frei. Verdammt. Leider sah ich mich nicht in der Lage, die Flasche unter Wasser neu zu montieren, also stiegen wir auf. Ich hielt die Flasche, damit sie ungefähr auf der alten Höhe war. An der Oberfläche fluchte Thorsten erst mal…

HAGEL UND G(zensiert!!!)

…und wir stellten fest, dass inzwischen die ersten zwei OWDler eingetroffen waren, die soeben Zeugen der fluchenden Divemasteranwärter wurden. So entschieden wir uns, den Pleitentauchgang abzubrechen, denn die beiden kannten sich ja noch nicht aus und wir wollten ihnen erst mal die Basis zeigen. Thorsten musste sein Jacket ausziehen, damit er die Flasche neu montieren konnte, denn die Flasche wollte ja auch knapp 100 Treppen wieder hochgeschleppt werden.

Ja, die Flasche wird getragen, und wer trägt mich? Moment mal… wo ist denn… HAGEL UND #*§%$ +§$%&!

Eben wollten wir unseren Treppenaufstieg beginnen, da fluchte Herr Reimnitz wieder. Ich fuhr zusammen. Was war denn heute auch los? Er fluchte, weil er dank der dummen Aktion mit der Flasche seine Schreibtafel unter Wasser verloren hatte. Ärgerlich, aber wir wollten jetzt nicht nochmal abtauchen. Da sowieso keiner außer uns da war, beschlossen wir, dass wir das Teil am nächsten Tag bergen würden. Hier keine kleine Rechenaufgabe für Thorsten…

Ein schusseliger Tauchbuddy verliert im Süßwasser eine Schreibtafel, die 100 g wiegt und 20 ml Wasser verdrängt. Wieviel Luft muss man in einen Hebesack (oder ins Jacket) füllen, um die Tafel aus 4 m Tiefe an die Oberfläche zu bringen…

Hm, Moment, also, 20 ml Süßwasser wiegen 20 g, das heißt, ich brauche einen Auftrieb von… he! Willst Du mich eigentlich auf den Arm nehmen?? Na, das kann ja noch heiter werden. Und das war erst der Anfang!

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AOWD Open Water Diver Rescue Diver Scuba Diver

Die Abenteuer der Flat Flute Divers: Was bisher geschah…

Bevor die neue Staffel mit neuen Abenteuern der Flat Flute Divers beginnt, wollen wir kurz zusammenfassen, was bisher geschah:

Am Anfang entstand das Universum. Das wurde allenthalben kritisiert und als ein Schritt in die völlig falsche Richtung bezeichnet. Dann entstanden die Sonne und die Erde. auf der sich bald schon die Dinosaurier tummelten, bevor sie ausstarben. Und dann wurde es so richtig interessant…

Annette und Thorsten, zwei Humanoide äffischer Abstammung, wurden geboren. Doch es dauerte noch knapp 20 Jahre, bevor sie sich zum ersten Mal begegneten, und weitere knappe sieben Jahre, bevor sie bemerkten, dass sie eine Leidenschaft verbindet: das Wasser. Und von da an dauerte es nur noch zehn Jahre, bis sie es endlich auf die Reihe brachten, genau dieser Leidenschaft zu frönen, indem sie zusammen schwimmen gingen. Nun mag der geneigte Leser der Meinung sein, dass Geschwindigkeit nicht eine Stärke der beiden ist, doch was sie in diesen Jahren an Zeit verloren haben, holten sie danach um so schneller auf.

Die Schwimmtour wurde ausgedehnt auf einen Badeurlaub in El Gouna in Ägypten. Die Gründe für die Auswahl dieses Reiseziels sind vielfältig und würden an dieser Stelle den Rahmen sprengen, was den Gebräuchen eines Rückblicks krass widerspräche. Ebendort am Roten Meer kamen die beiden in Kontakt mit einer Tauchbasis. Sie lernten das Tauchen in der Ausbildungsstufe Scuba Diver. Doch ihr damaliger Tauchlehrer orakelte, dass das bald nicht mehr reichen wird. Dass sie bald schon eine eigene Ausrüstung anschaffen würden. Und dass sie überrascht wären, wie viele tauchende Menschen es in ihrem Freundeskreis gäbe.

Annette und Thorsten hingegen orakelten, dass der Tauchlehrer offenbar einmal zu viel Stickstoff bei einem Tauchgang abbekommen hatte. Die Ausbildung weitermachen – warum? Eine eigene Tauchausrüstung – wozu? Und Freunde, die auch tauchen – wer soll das sein?

Bald danach jedoch begannen sich einem Fluch gleich die Prophezeiungen des Tauchlehrers zu erfüllen. Sie schafften sich ihre eigene Ausrüstung an. Sie fanden immer mehr Freunde, die auch Spaß am Tauchen hatten. Und letztlich war es einem anderen Tauchlehrer zu verdanken, dass sie mit dem Tauchen in deutschen Gewässern anfingen, so dass sie schließlich weitermachten: Open Water Diver, Enriched Air Diver, Advanced Open Water Diver, Peak Performance Buyoancy, Dry Suit und schließlich der Rescue Diver.  Damit gab es nur noch den Master Scuba Diver als höchste Ausbildungsstufe. Es sei denn…

…ja, es sei denn, man würde den Schritt in die Professionalität wagen. Divemaster werden. Ermuntert vom Leiter der Tauchschule, bei der die beiden seit dem OWD ihre Tauchkarriere verfolgten, beschlossen sie, den Schritt zu machen. Noch dazu, da dessen Tauchschule gerade dabei war, sich um die Tauchbasis am Schluchsee zu erweitern.

Als wir unsere Helden das letzte Mal verließen, waren sie gerade dabei, sich auf eine weitere Tour an den Tauchsee Horka vorzubereiten. Diesmal allerdings, um einen OWD- und einen AOWD-Kurs als Praktikum zu verfolgen. Auf dem Weg zum Divemaster. Hier geht die Geschichte weiter…

Oh, vor lauter vergaß ich, mich vorzustellen: Ich bin Theo, Theo der Flötenfisch. Und über meine Klugheit werden Sie bald noch mehr erfahren. Und damit Start frei für die neue Staffel der Flat Flute Divers: GO PRO!

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AOWD Blei Divemaster Neopren Open Water Diver Rescue Diver Scuba Diver Tauchcomputer Trocki

Blogparade: „Macht das Web zu einem schlaueren Ort!“

Die Schreiber vom Blog „Karriebibel“ haben eine Blogparade für den November ins Leben gerufen: „Macht das Web zu einem schlaueren Ort!“ Die Idee ist folgende: Wenn man als Betreiber eines Blog die Zugriffsstatistiken aufruft, kann man dort unter anderem einsehen, mit welchen Suchphrasen die Besucher auf die eigene Seite kamen, also was der Leser bei Google, Yahoo oder anderen eingegeben hat, um die Seite zu finden. Viele Menschen geben dabei Fragen ein, auf die sie Antworten suchen. Die Idee von „Karrierebibel“ ist nun, dass man sich diese Fragen aus der Statistik vornimmt und versucht, sie in einem Blogbeitrag zu beantworten.

Das versuche ich heute mal. Es sind leider nicht sehr viele konkrete Fragen bei den „Flat Flute Divers“, aber doch einiges, das einer Antwort bedarf. Und es ist auch interessant zu sehen, mit welchen Suchwünschen die Leute bei uns landen. Solche Dinge wie „mit Neopren gefesselt“ hinterlassen eher bei mir eine Frage. Aber beginnen wir mit dem Frage-und-Antwort-Spiel:

Wieviel Blei beim Tauchen?

So. Schon die erste Frage ist eine, auf die es keine konkrete Antwort gibt. Oder man könnte es mit Radio Eriwan halten: „Im Prinzip ja…“ Welche Bleimenge man beim Tauchen braucht, hängt davon ab, wo man taucht (Süß- oder Salzwasser), welche Ausrüstung man hat (Trockentauchanzug, Halbtrocken oder Nass, und bei den beiden letzteren, wie dick sie sind; beim ersteren, welcher Unterzieher verwendet wird) und wie schwer man selbst ist. Außerdem muss man berücksichtigen, wie groß die Pressluftflasche ist, mit der man taucht, und ob sie aus Stahl oder Aluminium ist. Wenn man Veränderungen an der eigenen Ausrüstung vorgenommen hat oder zum ersten Mal taucht, wird einem der Tipp gegeben, mit etwa 5 bis 10 Prozent des eigenen Körpergewichts in Blei zu beginnen und bei einer Bleikontrolle vor dem Abtauchen zu überprüfen, ob das passt, zu viel oder zu wenig ist. Bei der Bleikontrolle lässt der Taucher an der Oberfläche alle Luft aus dem Jacket (und dem Trockentauchanzug, falls er einen trägt) und hält einen normalen Atemzug an. Der Taucher müsste bei korrekter Bleimenge so im Wasser treiben, dass die Augen auf Höhe der Wasseroberfläche sind. Schaut er über die Wasseroberfläche, ist es zu wenig Blei, wenn er mit den Augen darunter oder den Kopf ganz unter Wasser hat, ist es zu viel.

Wie ist die Hintergrundgeschichte vom Tauchsportcenter Divers in Aufkirchen?

Genau genommen heißt es „Diver’s Indoor Tauchsportzentrum“. Die Hintergrundgeschichte klingt ein bisschen skurril: Es handelt sich dabei um eine ehemalige Sauerkrautfabrik. In den Becken, in denen heute Taucher tauchen, wurde früher Weißkohl zu Sauerkraut verarbeitet. Davon merkt man aber nichts mehr. Mehr über das „Diver’s“ und das dazu gehörige Hotel Mercure kann man hier nachlesen.

Wie taucht man mit Schwimmflossen?

Sehr gut, möchte ich sagen. Aber ich glaube, darum geht die Frage nicht. Wahrscheinlich ging es dem Frager um die richtige Technik. Also, der erste Punkt ist, den Flossenschlag langsam durchzuführen. Da die Flossenblätter natürlich einen erhöhten Widerstand im Wasser haben, ermüdet man sehr schnell, wenn man die Beine zu schnell bewegt. Auf welche Art man die Flossen bewegt, muss man ausprobieren – was einem besser liegt. Man kann entweder die Beine auf und ab bewegen (dabei ist wichtig zu beachten, dass die Bewegung aus den Hüftgelenken kommt, und nicht aus den Knien – hier gelt das Hebelgesetz: je länger der Hebel, desto größer die Kraft) oder wie beim Brustschwimmen mit den Beinen einen „Froschschlag“ (englisch „frog kick“) ausführen (hier ist zu beachten, dass man beim Tauchen die Arme nicht bewegt, mit Flossen reicht die Beinbewegung, um einen vorwärts zu bringen).

Wie ist die Geschichte der Tarierweste beim Tauchen?

Die ersten Tarierwesten für Taucher kamen in den 1960er Jahren auf und waren eigentlich nicht mehr als eine modifizierte Rettungsweste. Das heißt, es handelte sich um einen Luftschlauch, der um den Hals gelegt wurde. Wegen ihrer Form wurden sie auch „Klodeckel“ genannt und man benutzte sie nur an der Oberfläche. Sie hatten einen Schlauch, über den der Taucher die Weste mit dem Mund aufblasen musste. Die erste Weiterentwicklung kam noch in den 1960er Jahren mit der von Maurice Fenzy entwickelten „Fenzy Tarierweste“, die einen größeren Schlauch hatte, über den Luft nicht nur eingelassen, sondern auch einfach wieder abgelassen werden konnte. Damit konnte sie auch unter Wasser verwendet werden. In Deutschland erhielt sie deswegen auch den Namen „RTW“, „Rettungs- und Tarierweste“. Das AT-Pack in den frühen 1970er Jahren kombinierte nun erstmals Auftriebsmittel und Flaschenhalterung in einem (bisher waren diese getrennt). Das „Jacket Design“, das grundlage aller nachfolgenden Modelle wurde, wurde jedoch von Scubapro mit dem „Stabilizing Jacket“ eingeführt. Die Luftblase wurde bei den neuen Designs nicht vorne, sondern in den Rückenteil eingebaut, was die Lage im Wasser stabilisierte. 1984 führte die Firma seaQuest das erste ADV-Jacket vor, kurz darauf kommt Dive Rite mit dem ersten Wing-Jacket auf den Markt. Beide Jacketformen bleiben bis in die Jetztzeit maßgeblich, das Wing-Jacket hauptsächlich bei Tec-Tauchern. 1990 führte wiederum seaQuest eine weitere Neuerung ein: das Blei wurde nicht mehr an einem Gürtel getragen, sondern in separate Taschen im Jacket selbst gegeben, die man im Notfall mit Hilfe eines Schnellverschlusses abwerfen konnte. Die letzte große Neuerung waren die so genannten „Hybrid-Jackets“, eine Mischung aus Wing und ADV.

Wie bekomme ich die Mindestoberflächenpause beim Tauchen raus?

Zwei Möglichkeiten: Entweder man hat eine Tabelle oder einen elektronischen RDP. Ich kann hier leider nur für die Modell von PADI sprechen, mit den anderen bin ich nicht vertraut. Bei der Tabelle geht das folgendermaßen: Man muss Tiefe und Zeit des vergangenen Tauchgangs wissen, und welche Tiefe und Grundzeit man bei dem nächsten Tauchgang machen möchte. Auf der Vorderseite der Tabelle bestimmt man vom vergangenen Tauchgang die Wiederholungsgruppe, indem man in der Spalte mit der Tiefe bis zur entsprechenden Grundzeit herunterfährt (wenn die Tiefe und/oder Zeit nicht exakt dasteht, wird immer die nächsthöhere Tiefe und/oder Zeit genommen). Dann dreht man die Tabelle um. Hier geht man auf die geplante Tiefe des nächsten Tauchgangs und fährt die Spalte entlang, bis man die geplante Grundzeit findet (in der Spalte als „Restnullzeit“ blau unterlegt). Auch hier kann man einen Buchstaben der Wiederholungsgruppe bestimmen. Dann geht man wieder auf die Vorderseite der Tabelle. Im rechten Teil stehen die verschiedenen Oberflächenpausen. In der horizontalen Spalte legt man nun den Buchstaben der Wiederholungsgruppe des gemachten Tauchgangs an, in der vertikalen Spalte (unten an der Tabelle) den Buchstaben der Wiederholungsgruppe des geplanten Tauchgangs. Und in dem Feld, wo sich beide Spalten kreuzen, steht die Mindestoberflächenpause.
Mit den elektronischen RDP ist das ganze etwas einfacher: Einschalten, mit „Mode“ auf „Surface Interval“ gehen, dann die Daten vom vergangenen und vom geplanten Tauchgang eingeben – voilà, die Mindestoberflächenpause wird als „MIN SI“ ausgegeben.

Ist Hurghada von der Ölpest betroffen?

Nein, nicht mehr. Nach Angaben der HEPCA war das Hauptverbreitungsgebiet der Ölpest 2010 im Roten Meer El Gouna und nördliche Teile Hurghadas, aber mittlerweile sind wohl alle Folgen beseitigt.

Einengung durch Tarierweste?

Kommt vor. ADV- und Hybrid-Jackets haben eine Luftblase, die bis in die Seiten des Jackets geht. Wenn man sie aufbläst, können sie den Taucher einengen. Bei einem Wing-Jacket befindet sich die Luftblase komplett auf dem Rücken und kann den Taucher nicht einengen.

Taucher flutet seinen Trockenanzug unter Wasser?

Das kommt vor und kann zwei Gründe haben: Entweder hat der Anzug einen Defekt und es dringt Wasser ein, ohne dass der Taucher das beabsichtigt, oder ein Ventil hat einen Defekt, so dass die Luft aus dem Anzug nicht mehr abgelassen werden kann. In letzterem Fall muss der Taucher, um ein unkontolliertes Aufsteigen zu verhindern, die Luft durch die Manschette an seinem Hals entweichen lassen. Dabei dringt natürlich Wasser ein.

Wie ist die Wassertemperatur vom Aquafun am Schluchsee?

Gute Frage – hab ich auch nirgends gefunden.

Halsmanschette zu eng – was passiert?

Wenn die Halsmanschette eines Trockentauchanzugs (oder auch einer Neopren-Kopfhaube) zu eng ist, wird der Hals des Taucher komprimiert. Entweder wird dabei der Druck auf den Kehlkopf so stark, dass der Taucher keine Luft mehr bekommt (wie bei einer Strangulation) oder der Druck geht auf die Halsschlagadern. In den Halsschlagadern sitzen Rezeptoren, die den Druck von außen als gestiegenen Blutdruck missinterpretieren und als Gegenmaßnahme den Blutdruck senken. Durch den abfallenden Blutdruck kann es zu einer Bewusstlosigkeit kommen.

Gibt es einen Sketch über das Tauchen?

Ja – hier zum Beispiel. 🙂

Das waren die Fragen, soweit ich sie aus der Webseiten-Statistik entnehmen konnte. Vielleicht komme ich mal wieder auf das Thema zurück, wenn sich genügend neue Fragen angesammelt haben. Die Idee finde ich nicht schlecht.

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AOWD Divemaster Open Water Diver Rescue Diver Scuba Diver

Was in der Zwischenzeit und davor geschah…

Wir hatten also den Rescue Diver abgeschlossen. Und hier muss ich ein Geständnis machen: Aus purer Absicht haben wir bei den bisherigen Artikeln kleine Details ausgelassen. Meine Motivation dabei war – Dramatik. Ausgelassen haben wir beispielsweise eine Bemerkung beim OWD-Kurs über unsere Tauchfertigkeiten und was wir damit noch erreichen können würden, oder Majkis Antwort auf die eMail, dass wir den AOWD-Kurs abgeschlossen hatten, die lautete, dass wir uns doch bitte beeilen mögen mit unserer weiteren Ausbildung (sinngemäß wiedergegeben).

Annette: Gehe ich Recht in der Annahme, dass Du diese Kommentare auch weiter verheimlichen willst?

Ich möchte sie zurückstellen, um Spannung zu erzeugen und die Leser neugierig zu machen. Ansonsten interessiert sich doch keiner für das, was wir schreiben.

Natürlich hatten wir uns immer die Frage gestellt, wie weit wir mit dem Tauchen gehen würden. Am Anfang wollten wir ja gar nicht mehr haben als den Scuba Diver, irgendwann – als wir doch weitergemacht hatten – stand mal der Rescue Diver als Fernziel am Horizont. Dann die Überlegung, „vielleicht irgendwann mal“ auch noch den Divemaster zu machen. Annette sah das dabei mehr als eine Art Herausforderung an, der sie sich stellen wollte. Ich sah zunächst keinen Sinn dahinter, Divemaster zu werden, wenn man dann nicht auch etwas in der Richtung machen wollte. Die Divemaster bei PADI assistieren bei der Ausbildung von Tauchschülern, führen Tauchtouren und ähnliches. Wollten wir sowas wirklich machen?

Mich trieb bei der frühen Entscheidung, den Divemaster zu machen, etwas anderes an. Wenn ich eins hasse, dann ist es, wenn man etwas erlernt, was stufenweise aufgebaut ist und man immer zu hören bzw zu lesen bekommt: Das lernst du dann später. Nehmen wir doch einmal das praktische Beispiel zur Hand: Ich kann mein Leben lang Scuba Diver bleiben oder OWD, aber schon bei meinen ersten Tauchgängen könnte ich auf einen leblosen Taucher ober- oder unterhalb des Wassers treffen. Was soll ich nun tun? Dem Taucher zuflüstern: „Sorry, aber ich bin nur OWD, wie ich dich rette lerne ich erst im nächsten Kurs.“???

Außerdem war ich der Meinung, je tiefer ich in die Materie eindringe, desto sicherer könnte ich werden. Natürlich ist Tauchen vorwiegend praktisch, aber viel Input kann nicht schaden. Denken wir nur mal an die Selbstrettungstechniken. Konfrontation mit unangenehmen Situationen. Einfach das Verstehen war mir wichtig.

Dann geschah etwas, das zumindest ich so nicht sehr häufig erfahren hatte: Wir wurden gefördert und ermuntert.  Uns wurde nahegelegt, nicht aufzuhören und nach dem Rescue Diver keine zu lange Pause zu machen. Würden wir den Divemaster – den ersten Schritt zum „Professional“ – machen, müssten wir auf vieles vom Rescue Diver zurückgreifen. Es war also besser, „drin“ zu bleiben. Der Divemaster würde allerdings längere Zeit in Anspruch nehmen, da man hier bei verschiedenen (auch Anfänger-)Kursen mit dabei sein muss, insgesamt 8 schriftliche Prüfungen absolvieren und verschiedene Skills demonstrieren musste. Und fast wie von selbst stand auf einmal im Raum, doch auch noch einen Schritt weiter zu gehen – zum Tauchlehrer. Der Plan sah dann vor, einen Sommer mit viel Tauchen und Kursen zu verbringen, und dabei den Divemaster zu machen. Aber wenn Sie sich durch unsere ganze Geschichte bisher durchgewühlt haben, werden Sie schon wissen: Pläne sind bei uns eine grobe Richtungsangabe, die regelmäßig umgeworfen werden.

Annette: 🙂

Dann allerdings gab es einen kleinen Tiefschlag. Noch bevor wir für den Rescue Diver nach Horka fuhren, wurde uns erzählt, dass der bisherige Betreiber der Tauchbasis am Schluchsee diese aufgeben würde. Zwar würde Majkis Tauchschule die Lehrräume behalten, aber so einfach tauchen wie bisher, das wäre nicht mehr möglich gewesen. Außerdem hatte es uns auf der Basis gefallen. Dass das nicht mehr so sein würde, erschien uns irgendwie… irreal.

Das war in der Tat ein Tiefschlag. Zwar waren wir noch nicht lange auf der Basis zu Hause, aber wir hatten uns schon irgendwie dran gewöhnt. Die Leute waren nett, und es war immer schön, zwischen zwei Tauchgängen mal hinsitzen zu können um abzutrocknen und zu quatschen. In dem Fall hätten wir zwar tauchen können, aber unsere Sachen hätten wir im Auto lassen müssen und zum Aufhängen wäre auch keine Alternative da gewesen.

Doch nach der Tour nach Horka für den Rescue Diver, als wir zum ersten Mal bei einem Kurs bei den Pool-Lektionen dabei waren, hatte sich das wieder geändert: Majkis Tauchschule würde die Basis in Zukunft betreiben. Damit würde sie im Sommer wieder geöffnet sein. Dem Divemaster stand damit nichts mehr im Weg. Nach einigen Poolmodulen war eine weitere Tour nach Horka geplant, wo die Freiwasserlektionen von zwei Kursen stattfinden sollten. Und wir waren mit dabei. Auf dem Weg zum Divemaster! Wer hätte das gedacht?

Ja, wer hätte das gedacht. Und wer hätte auch gedacht, dass in Horka eine weitere, äußerst wichtige Entscheidung getroffen wurde? Hups, hab ich zu viel verraten?

Jetzt werden es unsere Leser vor Spannung kaum noch aushalten! Wohlan denn, auf ins nächste Kapitel unserer gar schröcklichen Abenteuer!

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Rescue Diver See

RESCUE DIVER, die Zweite: Uuuuuuuund…. ACTION!

Der Rescue Diver schritt voran. Szenario folgte auf Szenario. Ich hob Annette vom Grund auf, ganz ohne auf irgendwelche Kaugummis zu stoßen, sie schleppte mich an Land, ohne Probleme mit dem Tarierhebel von meinem Jacket zu haben, wir retteten Taucher in Panik über und unter Wasser. Dann schrieben wir die schriftliche Prüfung, die wir beide bestanden. Dann stand noch ein Szenario an.

  • Rettung eines Tauchers an der Oberfläche vom Land aus

Bei diesem Szenario wird davon ausgegangen, dass man von einem Tauchgang bereits an Land / aufs Boot zurückgekehrt ist und einen Taucher entfernt an der Oberfläche entdeckt, der um Hilfe winkt. Da man die Ausrüstung bereits abgelegt hat, muss man nach einer Alternative schauen und mindestens zwei Versuche von Land aus unternehmen, bevor man wieder ins Wasser steigt. Der Tauchsee Horka ist für eine solche Übung ideal, denn direkt neben der Treppe für den Einstieg befindet sich eine Schwimmplattform. Hier standen also Annette, Babsi und ich, während Majki sich gefühlte 200 Meter draußen auf dem Wasser befand und um Hilfe winkte. Doch gemach! Wir hatten auf der Plattform die Markierungsboje – nicht jene, die uns beim „vermissten Taucher“ schon so gute Dienste geleistet hatte. Diese Boje glich von der Form her einem holländischen Gouda. An ihr war ein Seil befestigt und ich stellte mir vor, dass sie bestimmt gute Flugeigenschaften hatte.

Annette: Schwimmt Käse eigentlich? Ich meine, im Rescue Diver Buch steht, man kann alles werfen, was an der Oberfläche schwimmt. Somit bekäme der „fliegende Holländer“ eine neue Bedeutung. Ich möchte mir die Auswirkungen allerdings nicht vorstellen. Die Bild Schlagzeilen:

„Tauchlehrer von fliegendem Gouda erschlagen“

„Opfer während der Rettungsaktion mit Käse gefüttert“

„Gallenoperation notwendig nach Rettung eines Tauchers mittels Käselaib“

Ist doch alles Käse!

Während Babsi und Annette beruhigend auf Majki einredeten – obwohl man bei der Distanz eher sagen kann, sie brüllten beruhigend auf ihn ein – bereitete ich mich auf meinen Wurf vor.

Was blieb uns auch anderes übrig? Ich meine, wir können den armen Majki ja schließlich nicht seinem Schicksal überlassen. Insofern fühlten wir uns verpflichtet, ihn zu warnen! „Paß auf, Majki, paß auf, Thorsten wirft gleich! Zieh den Kopf ein! Tauch notfalls ab!“

Früher am Strand habe ich auch immer Frisbee gespielt, das würde ich ja wohl noch hinkriegen. Ich nahm die Boje wie ein griechischer Diskuswerfer, holte Schwung, schleuderte sie davon und…

…traf daneben um etwa zehn Meter.  V…! Während ich die Boje mittels ihres Seils wieder einholte, dachte ich nach. Da hatte ich doch mal was in der Schule gelernt… vor langer Zeit… Vor meinem geistigen Auge baute sich ein Bild auf:

Wurfparabel - Bild: Geof at the German language Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/User:Geof)
Wurfparabel - Bild: Geof at the German language Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/User:Geof)

Die Wurfparabel! Genau! Und der Scheitelpunkt der Wurfparabel wird erreicht, wenn die vertikale Geschwindigkeitskomponente ihren Nulldurchgang hat, das heißt, wenn sich eine zuerst nach oben gerichtete Bewegung in eine nach unten gerichtete Bewegung umkehrt. Den Scheitel kann man berechnen, da der Wurf eine Parabelform hat, und der Scheitel somit zwischen den Nullstellen 0 und R liegt:

Damit war mir alles klar! Ich wusste nun, was ich zu tun hatte. Ich nahm die Boje, versetzte sie in Schwung, schleuderte sie davon…

…und traf ganz exakt! Google! Äh… YAHOO!

Ich möchte hier an der Stelle zweierlei oder auch mehr anmerken!

Erstens: Wissen die Leser eigentlich, dass du vor Kurzem an einem Mathematik-Quizz teilgenommen hast und dass als Ergebnis ein Bild von Paris Hilton erschien? 🙂

Nein, das wissen sie nicht, und das aus gutem Grund: Ich hab es ihnen verheimlicht. Aber Du musst ja alles ausposaunen!

Zweitens: Du hast ja wieder mal deinem Quizz Ergebnis alle Ehre gemacht. Du hast zwar mit der Wurfparabel gerechnet, allerdings hast du es dir zu einfach gemacht. Schließlich hast du den Luftwiderstand wieder mal außer Acht gelassen, und somit ist es kein WUnder, dass du dich um 10 m verzielt hast. Den Luftwiderstand muss man nun schon auch miteinbeziehen, nämlich so:

Wurfparabel mit Luftwiderstand

Die Luftreibung und ein inhomogenes Schwerefeld nehmen Einfluss auf die Flugbahn. Dieser Einfluss ist Gegenstand der Ballistik.

  • Luftwiderstand: Die Atmosphäre wirkt bremsend; je höher die Geschwindigkeit ist, desto stärker ist die Abweichung – denn der Luftwiderstand nimmt mit v2 zu, die Bahnkrümmung (d. h.: die horizontale Streckung der Parabel durch höhere horizontale Geschwindigkeit) aber nur mit v ab. Die absteigende Kurve wird deutlicher gekürzt als die aufsteigende und verläuft daher steiler. Die maximale Wurfweite wird nicht mehr bei \beta = 45^\circ erreicht. Außerdem muss beachtet werden, dass die Dichte der Luft in höheren Lagen geringer ist und damit ist auch der Luftwiderstand im Scheitelpunkt kleiner als am Boden.
  • Inhomogenität des Schwerefelds
    • Kugelform der Erde: Die Lotlinien sind nicht parallel, sondern laufen im Erdzentrum zusammen. Daher würde auch im Vakuum keine Parabel resultieren, sondern eine Keplerellipse mit dem Brennpunkt im Geozentrum. Der Unterschied zur Parabel ist zwar bei üblichen Anwendungen nur im Millimeter-Bereich, wächst bei Raketen aber auf Kilometer an.
    • Lokale Variationen der Erdschwerebeschleunigung: Für Abweichungen der Schwerebeschleunigung auf der Erdoberfläche vom Schwerefeld einer idealen Kugel sorgen die Zentrifugalkraft der Erdrotation, die Erdabplattung (welche letztendlich eine Folge dieser Zentrifugalkraft ist), das Höhenprofil (Gebirge = große Masse, aber auch größere Entfernung vom Geozentrum) und die Massenverteilung im Untergrund (siehe Gravimetrie). Beispielsweise beträgt die Schwerebeschleunigung am Äquator 9{,}780\, \mathrm{m}/\mathrm{s}^2, an den Polen jedoch 9{,}832\,\mathrm{m}/\mathrm{s}^2. Findet der Wurf komplett in einem Bereich statt, in dem man die Schwerebeschleunigung als konstant annehmen kann, wird die Parabelform (bzw. Ellipsenform) zwar beibehalten, jedoch wird die Parabel durch eine geringere Schwerebeschleunigung weiter und durch eine höhere Schwerebeschleunigung enger. Ansonsten ergeben sich Abweichungen von der Parabelform.

Differentialgleichungen

Ein Körper werde mit der Geschwindigkeit vgesamt unter dem Winkel β (zur Horizontalen) schräg nach oben geworfen. Um den Luftwiderstand FReibung berechnen zu können, müssen im Gegensatz zur idealisierten Wurfparabel auch Form (Cw-Wert), Masse m und Querschnittsfläche A des Körpers bekannt sein.

Die horizontale und vertikale Komponente der Anfangsgeschwindigkeit lauten

v_x = v_\mathrm{gesamt} \cdot \cos\beta
v_y = v_\mathrm{gesamt} \cdot \sin\beta

Im Laufe des Flugs ändern sich beide Komponenten der Geschwindigkeit unter dem Einfluss von Gravitation und Luftreibung. Die Luftreibung ist proportional zum Quadrat des Betrags der Geschwindigkeit:

F_\mathrm{Reibung}(t) = 0{,}5 \cdot  \rho_\mathrm{Luft} \cdot C_\mathrm{w} \cdot A \cdot (v_x^2(t) +  v_y^2(t))

Diese Reibungskraft bewirkt eine Beschleunigung, die der Bewegung immer genau entgegengesetzt gerichtet ist. Die Flugrichtung β(t) zum Zeitpunkt t ist:

\begin{align}  \beta(t) & =\arctan (v_y(t)/v_x(t))  \end{align}

Damit lässt sich die Beschleunigung a(t) in zueinander senkrechte Komponenten zerlegen:

\begin{align} a_x(t) & = -\cos(\beta(t))\cdot F_\mathrm{Reibung}(t)/m \\ a_y(t) & = -g-\sin(\beta(t))\cdot F_\mathrm{Reibung}(t)/m \end{align}

Damit können aus dem Ort und der Geschwindigkeit zur Zeit t die Geschwindigkeit und Ort zur Zeit t + dt berechnet werden. Dabei ist dt ein Differential der Zeit:

\begin{align} x(t+dt) & = x(t) + v_x(t) \mathrm{d}t \\ y(t+dt) & = y(t) + v_y(t) \mathrm{d}t \\ v_{x}(t+dt) & = v_{x}(t) + a_x(t) \mathrm{d}t \\ v_{y}(t+dt) & = v_{y}(t) + a_y(t) \mathrm{d}t \\ \end{align}

Dieses gekoppelte System von Differentialgleichungen hat keine geschlossene analytische Lösung. Eine Lösung kann jedoch numerisch berechnet werden.

Quelle: Wikipedia

Jetzt ist klar, oder? Insofern musst du das oben korrigieren. Du hast den ersten Wurf  mit deiner Rechnung ausgeführt und DESHALB hast du dich verworfen.

Hatte ich erwähnt, dass ich in dem gleichen Quizz das Ergebnis „Albert Einstein“ hatte? 😛

Nein, hattest Du nicht. Und warum hast Du es nicht dabei belassen?

Um dem allgemeinen Vorurteil, „Frauen können nicht rechnen“ etwas entgegensetzen zu können. Deshalb!

Jedenfalls, zu dritt zogen wir dann an dem Seil und holten Majki mit einem Tempo rein, mit dem andere Wasserski fahren können. Auch diese Aufgabe war damit gelöst… äh, könnte ich bitte eine Fanfare haben?

NEIN! Nicht schon wieder!

Also guuut… Ja, und damit war der Rescue Diver abgeschlossen. Ende. Aus. Finito. Bei den Ausbildungsgängen von PADI gab es auf der „Hobby-Seite“ nur noch eine „Stufe“, die nicht wirklich eine „Stufe“ ist – der „Master Scuba Diver“, den man verliehen bekommt, wenn man fünf Spezialkurse abgeleistet hat. Von der Ausbildung her hatten wir das Ende der Fahnenstange im Hobby-Bereich erreicht.

Wow!

Tja, das war’s dann wohl. Den „Deep Diver“ wollten wir noch machen und vielleicht noch den einen oder anderen Spezialkurs, aber sonst…

Glauben Sie das wirklich, liebe Leserin, lieber Leser? Nein, die Geschichte ist noch lange nicht zu Ende…

[Die Texte und Grafiken zur Berechnung der Wurfparabel stammen aus dem Artikel „Wurfparabel“ der Deutschen Wikipedia und sind unter der Creative Commons Lizenz AttributionSharealike 3.0 Unported (CC-by-SA-3.0) verfügbar. Die Autoren des Textes finden sich hier.]

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Rescue Diver See

RESCUE DIVER: Uuuund… ACTION!

Schon am ersten Tag der Rescue-Diver-Freiwasser-Übungen konnten wir die Annehmlichkeiten des Trockentauchanzugs am eigenen Leib erfahren. Es war zwar Mitte April, aber das Wetter war nicht so überragend, und das Wasser des Tauchsees hatte um die 6 ° C. Während des Tauchgangs hielt der Trocki wärmer als sein Nass-Kollege, und für den zweiten Tauchgang mussten wir nicht in die nassen Sachen steigen. Und es mussten mindestens zwei Tauchgänge pro Tag sein, denn wir hatten ein straffes Programm mit den verschiedenen Notfall-Szenarien, die wir zu bestehen hatten. Teilweise war es zwar eine Wiederholung dessen, was wir schon im Pool gemacht hatten, aber es gibt Dinge, die kann man gar nicht oft genug üben. Außerdem war es schon ein wenig anders, im Pool war das Wasser angenehm warm – hier nicht. Und so retteten wir Taucher in Panik an der Oberfläche, beatmeten an der Oberfläche, schleppten, halfen und schoben. Da wurde einem auch warm. Kommen wir zu den Rettungsaktionen, die wir im Pool noch nicht gemacht hatten…

  • Der vermisste Taucher

Das Szenario „der vermisste Taucher“ ist im Pool deswegen sinnlos, weil der Ort zum einen von seiner Größe her recht überschaubar ist, zum anderen, weil man im Pool so gut sehen kann, dass man den Taucher bald wiedergefunden hat. Bei dem Szenario im Freiwasser tauchen die Rescue-Diver-Anwärter los, meistens mit der Ansage, dass sie sich eine Zeit lang nicht zu dem hinter ihnen tauchenden Instructor umdrehen dürfen. Dieser trennt sich irgendwann von der Gruppe. Ist die angegebene Zeit um, liegt es an den Rescue Divern, ihren verschwundenen Kameraden plangemäß zu suchen.

Wir hatten vorher ausgemacht, dass wir eine Boje an die Oberfläche starten würden. Babsi würde dann nach oben gehen und nach Luftblasen Ausschau halten, während Annette und ich am Ende der Leine in etwa 5 m Tiefe warten. Als nächstes würde Babsi dann in Richtung der gesichteten Blasen schwimmen, wobei es an mir lag, Seil zu geben, bis sie stehenblieb. Dann würden wir das Seil wieder aufrollen und ihr somit folgen, bis wir wieder direkt unter ihr wären. Auf diese Weise sollten wir uns Stück für Stück dem vermissten Taucher nähern. Hätten wir ihn gefunden, sollten wir mit dem Seil Signal geben und Babsi käme wieder zu uns. So ähnlich jedenfalls.

Guter Plan! Aber Moment mal… Boje schießen? Da war doch was, da war doch was… ach ja, ich erinnere mich! Oje. Mir war klar, dass ich mich vorher mit meiner Boje auseinander setzen musste. Also nahm ich sie zur Seite und meinte zu ihr: „Boje, wir hatten in der Vergangenheit so unsere Schwierigkeiten. Vielleicht hast Du ab und zu das Gefühl, dass ich Dich an der kurzen Leine lasse. Aber Du musst auch mal meine Perspektive sehen. Mir kommt es so vor, dass Du ausgerechnet dann, wenn’s drauf ankommst, Dich aufplusterst und abhaust. Und dann kann nichts Dich halten. Aber diesmal ist es wirklich wichtig. Tu mir den Gefallen und halt Dich an die Abmachungen, okay?“ Damit war alles gesprochen.

Annette: Du führst Gespräche mit einer Boje?  Es reicht ja schon, dass du MICH ständig vollschwallst, aber die Boje kann sich ja nicht mal wehren!

Eine Boje widerspricht mir auch nicht dauernd, so!

Warum auch immer Majki auf die Idee gekommen ist, dass mir die Luft nicht reichen könnte, (*räusper) ist mir ein totales Mysterium, jedenfalls bekam ich für das Füllen meiner Boje noch eine kleine Pressluftflasche mit, eine so genannte „Pony Bottle“. Behängt mit Boje, Reel (Seilwinde) und Flasche sah ich aus wie ein halber Tec Diver… na gut, vielleicht kein halber, ein viertel vielleicht… auch nicht wirklich. Sagen wir, ich hatte auf der Tec-Diver-Bewertungsskala einen Wert von 0,1 Nil. Das heißt, „sieht zwar cool aus, bricht aber auf dem Weg zum Wasser unter dem Gewicht schier zusammen“. Immerhin konnte ich auf diese Weise nicht plötzlich weggeweht werden, falls Wind aufgekommen wäre.

Ich unterbreche nur ungern, wenn du dich selber anschwärzt, was die Luftknappheit bei dir angeht, aber ich muss dir leider widersprechen. Du bekamst die Pony Flasche nicht aus Gründen deines fragwürdigen Luftverbrauchs sondern weil sich Majki wegen der Wassertemperatur Sorgen machte und befürchtete, dass dein Automat abblasen könnte wenn du gleichzeitig atmest und die Boje füllst.

Da, schon wieder! Hast Du gesehen, Boje, sie widerspricht mir schon wieder! Und da wundert sie sich, dass ich mich mit Dir unterhalte.

Boje: —-

Was sagst Du, Boje? Ich soll einfach weitererzählen? Schön, wenigstens eine, die sich für meine Heldentaten interessiert. Also, wie gesagt, ich hatte an der Pony Bottle ganz schön zu schleppen.

Wirklich? Wieviel wiegt die? 800 Gramm? Oder doch ein ganzes Kilo?

Da geht sie flöten, meine Reputation. Jetzt wollte ich den „Coolness-Faktor“ nur etwas erhöhen, aber nein… Jedenfalls war ich froh, als ich endlich im Wasser war. Kein Gewicht mehr und… aaaah, diese angenehme Kühle…

Dass du auf der Treppe unter dem Gewicht fast kollabiert wärst und wir ungefähr eine dreiviertel Stunde Oberflächenpause nach dem Einstieg einlegen mussten, damit du wieder anständig atmen konntest ist dir wohl geflissentlich entfallen, was? 😛

Ich habe beim Einstieg lediglich mit Absicht etwas schneller geatmet, um… meine Lungen zu reinigen. Damit ich den Luftvorrat besser ausnutzen kann. Als ich fertig war, ging’s los. Wir tauchten die Strecke, die uns links vom Einstieg an den Felswänden entlang führte. Dort kamen wir zu dem Felsvorsprung, wo wir eigentlich erwartet hätten, die Biertischgarnitur vom September zuvor zu finden. Doch da war nichts mehr. Nur noch einzelne Teile, die daran erinnerten, was sich hier einmal befunden hatte.

Richtig ärgerlich war es allerdings, weil wir Babsi den Ort eigentlich zeigen wollten. Sie hatte ihn noch nie gesehen und wir erzählten ihr im Vorfeld, wie nett sie den Ort hergerichtet hatten. Um so seltsamer war es für sie, als sie die Überreste eines rostigen Grills fand und eine Figur sah. Vermutlich dachte sie, wir wollten sie veräppeln.

Ein großes Rätsel Aber gut, wir hatten die Aufgabe, Majki zu finden, nicht die Biertischgarnitur. Obwohl… vielleicht hätten wir für das Finden der Biertischgarnitur eine Auszeichnung wegen Originellität bekommen. Egal, jedenfalls begaben wir uns auf den Vorsprung und ich versuchte, mich hinzuknien. Dummerweise zog die Pony Bottle mich an der rechten Seite immer nach unten. Erst als ich mich hinstellte, war ich stabil genug, um weiterzumachen.

*räusper räusper!!!!

VETO!

Wie war das bitte? Du hast dich hingestellt???! In deiner Fantasie vielleicht, die Realität war allerdings ein klein bisschen anders. Nachdem du derart viel Dreck aufgewirbelt hattest, weil du ständig drohtest, von dem Felsvorsprung abzurutschen habe ICH mich schließlich deiner erbarmt und dir die entscheidende Hilfestellung geleistet. ICH habe dich festgehalten!

Ach, deswegen hast Du das gemacht? Ich habe mich schon gefragt, warum Du auf einmal anfängst, an mir rumzugrabschen. Ich fand es eigentlich ganz… angenehm, deswegen wollte ich Dich nicht davon abbringen. Ich musste mich dann schon ziemlich auf die Aufgabe konzentrieren. Babsi half mir freundlicherweise, und es war wieder das gleiche Prozedere wie beim letzten Mal: Boje entfalten und ein bisschen Luft reinblasen. Diesmal ging es einfacher, da ich nicht meinen Oktopus nehmen musste, denn die Pony Bottle hatte natürlich ihren eigenen Regulator. Ich gab etwas Seil und Babsi füllte etwas mehr Luft nach…

…und SCHWUPPS! Kam Zug auf die Boje und sie rauschte davon. HE! SO HABEN WIR NICHT GEWETTET! KOMM SOFORT ZURÜCK!

Dann bemerkte ich Babsis Blick, der zu sagen schien: Was hat er denn? Ach, das war okay so? Äh, ich meine, natürlich war das okay so! Genau, wie wir es zuvor besprochen hatten, hurra. Oder um es mit Hannibal vom A-Team zu sagen:

Nun stieg Babsi auf, während Annette und ich warteten. Irgendwann kam Zug aufs Seil und ich gab die Winde frei. Irgendwann kam das Seil zum Stillstand. Dann fing ich an, das Seil mit der Winde wieder aufzuwickeln, so dass wir Babsi folgen konnten. Mit andern Worten: Ich drehte mir den Wolf, während Annette an mir dranhing und sich ziehen ließ.

W-Wa-Waaaas?? Also da hört sich doch alles auf! Ich habe mich ziehen lassen, dass ich nicht lache. Ich hatte die überaus wichtigere Rolle als du mein Freund. Statt einfach simpel einem Seil hinterherzutauchen trug ich die VERANTWORTUNG! Ich war diejenige, die dich immer wieder aus der Tiefe reißen musste, da du nur auf das Seil fixiert warst und dabei gar nicht gemerkt hast, dass du ständig tiefer kamst. So ist das mit euch Kerlen. Ihr seid einfach nicht in der Lage, zwei Dinge parallel zu machen.

Ich hab doch zwei Dinge gleichzeitig gemacht: Ich musste kurbeln und auf das Seil achten, dass es sich nirgends verfängt. Der hochdramatische Moment, als das Seil über eine scharfe Felsenkante ging und ich zusehen musste, dass es dort nicht versehentlich durchtrennt wird, ist Dir nicht mehr in Erinnerung, oder? Und überhaupt:  Noch am nächsten Tag merkte ich meinen rechten Arm, aber habe ich mich beschwert? Nein. Nein, das habe ich nicht.

Zur Genüge. Ich erinnere nur an den Artikel, als du im Schluchsee mal die Lampe halten musstest. Ein GANZER Artikel nur über deine Schmerzen im Arm!

Nein, ich habe lediglich auf den leichten Schmerzzustand meines Musculus Biceps Brachii hingewiesen. Und das auch nur deswegen, damit die anderen sich keine Sorgen um meinen Zustand machen.

Sehr heldenhaft von dir. Wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich mich selbstverständlich mit meinen bissigen Kommentaren zurückgehalten. Hätte ich? Hm….. 🙂

Schritt für Schritt folgten wir so der Spur der Blasen, die Babsi herausfand, (weibliche Intuition!) obwohl mittlerweile auch noch andere Taucher ins Wasser gekommen waren. Schließlich hatten wir Majki erreicht. Nun war es an mir, einen Ruck nach oben zu geben, so dass Babsi wieder zu uns stoßen konnte. Der Vermisste war gefunden und gerettet. Ähm… könnte ich bitte eine Fanfare haben?

Vielen Dank!

Mit der bravurösen Lösung dieses Szenarios waren wir frohgemut. Die anderen Aufgaben konnten nun kommen, aber davon berichte ich das nächste Mal. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass mir mein rechter Arm fast nicht wehtut?

Zustand…das Wort gefällt mir irgendwie nicht. Zumutung find ich passender…du bist eine Zumutung! 😛

Mir bleibt auch nichts erspart!

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Dry Suit Diver Freiwassertauchgang Rescue Diver See Trocki

Der erste Tauchgang im Trocki

Wir hatten uns also entschieden und der Trilaminat-Trocki war gekauft. Gott sei Dank rechtzeitig vor dem Horkaaufenthalt, denn wir hatten im Rahmen des Resue Divers noch einige Tauchgänge vor uns.

Für unter den Trocki hatte man uns einen mittleren Unterzieher sowie Skiunterwäsche empfohlen. Die Wassertemperatur war noch ziemlich kühl, denn erst drei Wochen zuvor war das Eis vom See weggetaut.

Wie schon das letzte Mal beluden wir unser Auto und machten uns auf den Weg nach Ostdeutschland. Kaum hatten wir Überlingen hinter uns gelassen, fing es an zu regnen. Was sage ich? Es regnete nicht, es schüttete. Na klasse. Und kalt war es auch.

Hinter Ulm hörte es wieder auf und etwas Hoffnung keimte in uns, dass es in Ostdeutschland vielleicht ein bisschen wärmer war als bei uns, aber leider fing es wieder an zu schütten, nachdem wir Dresden erreicht hatten.

Wir erreichten als erste die Basis in Horka. Man ließ uns schon mal hinein, doch da wir die ersten Basisbewohner in dem Jahr waren, war sie noch nicht richtig beheizt. Wir froren ziemlich, trauten uns nicht, die Jacken auszuziehen, und warteten auf Majki. Knapp eine Stunde später kam er, mit Babsi nebst Hunden. Wir liefen zum See, aber so richtig einladend war es ehrlich gesagt nicht. Wir dachten mit Grauen daran, in das kalte Wasser zu steigen und waren doppelt froh, dass es dieses Mal trocken sein sollte.

Thorsten: Ja, da war uns das Glück wirklich hold. Im Nass-Tauchanzug wäre das eine verdammt ungemütliche Angelegenheit geworden.

An dem Abend machten wir nicht mehr viel. Wir gingen essen, dann schlafen. Die Zimmer waren immerhin schön warm und es gab keine Mücken. 🙂

Am nächsten Morgen war es dann soweit. Nach einer Einweisung in die Anzüge zogen wir uns das erste Mal komplett trocken an. Bis dahin ging soweit erst mal alles problemlos. Sich ins Jacket zu zwingen erforderte bei mir zumindest etwas Geschick, dann ging es los.

Ich werde nie dieses komische Gefühl vergessen, wenn man den Anzug angelegt hat und in die Knie geht, um sämtliche Luft herauszupressen. Der Trocki saugt sich dann quasi an einem fest. Das fühlt sich an wie… äh… ja, mir fällt gerade kein Vergleich ein. Ich sag Bescheid, falls sich das ändert.

Eitler Fatzke! Du bist auch mit nix zufrieden. Mal saugt sich der Trocki an, dann ist man wieder nicht fotogen weil der Reißverschluss am Rücken einen Buckel vortäuscht… und da heißt es immer Frauen seien so eitel…

Hallo?? Ich werde dieses Jahr 40. Ich kriege Falten und verliere meine Haare. Da muss ich doch schauen, dass ich anderweitig gut aussehe.

Wir liefen in Richtung Seeeinstieg. Auf dem Weg fiel mir auf, dass ich irgendwie seltsam lief. Man hatte einem zwar beigebracht, aufrecht zu laufen, Schultern zurück, Brust raus, Bauch rein, aber für meinen Geschmack hatte ich die Schultern zu weit hinten. Dieser Verdacht bestätigte sich, als ich versuchte, meine Flossen anzuziehen. Hier machte sich der erste Haken des Trilaminat Trockis bemerkbar. Er ist nicht elastisch! Und da die Stiefel direkt an den Hosenbeinen angebracht sind, gestaltete es sich etwas schwierig, im Stehen an die Flossen zu kommen. Knie anziehen ging nur bis zu einem gewissen Grad. Erschwerend kam bei mir die ungewöhnliche „Schulterzurückposition“, die es mir gar nicht ermöglichte, an die Clipverschlüsse der Flossen zu kommen. Nerv! Schließlich gab ich auf und ließ mir helfen.

Dann: Blei in die Taschen. Bei dem Gedanken an die Bleimenge wurde ich schon kurzluftig. Im Naßtauchanzug brauche ich mit meiner 12 l Flasche maximal 2 kg, hier packte ich schon 8 Kilo ein. Inclusive Fußblei, denn die Füße sollen im Trocki unten bleiben. Völlig geschafft vom Anziehen begab ich mich auf die letzte Stufe.

Neben dem Fußblei hatten wir kurz vor der Fahrt nach Horka noch den Tipp bekommen, uns Flossen mit weniger Auftrieb zu besorgen, was wir brav getan hatten.

(Korrektur: DEINE Flossen hatten zu viel Auftrieb, meine nicht! Ich hab mir dekanterweise Splitfins geleistet, die weniger Wasserwiderstand haben. Haben sie auch. Wenn man flosselt spürt man sie fast nicht. Hach, das geht ja richtig leicht. Angenehm leicht. Sehr leicht. ZU leicht!!!!! Ich hab meine Flosse verloren!!!!!!!!!!!)

Ehrlich gesagt war ich mehr als nervös. Man hört Geschichten über Taucher, die Luft vom Trocki in die Beine bekommen und so unter Wasser einen Kopfstand machen und ungebremst an die Oberfläche schießen. Da ich aus leidlicher Erfahrung weiß, dass ich zu solch blöden Zwischenfällen besonders am Anfang neige, sah ich es schon kommen, dass ich von der letzten Stufe ins Wasser glitt um sofort Kopf zu stehen.

Es half aber nichts. Den Mutigen gehört die Welt. Also wagte ich den Schritt ins Wasser. Hier fiel mir zweierlei auf:

Erstens: Aaaaah….kalt. Sehr kaltes Wasser. Igitt!!! Nein, nicht was Sie jetzt denken. Der Anzug war dicht. Aber trotzdem spürte ich die umgebende Kälte sehr deutlich. UUhhh! (Memo an mich: für solche Aktionen in Zukunft dickere Unterzieher!!!!)

Okay, an dieser Stelle schalten wir mal schnell um in die Sendezentrale zum Zentralsender, und zwar zur…

Hobbythek

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe der „Hobbythek“, liebe Bastelfreunde! Für diejeningen unter unseren Lesern, die noch nie einen Trockentauchanzug im Wasser anhatten: Da hab ich mal was vorbereitet! Falls Sie das Gefühl mal nachvollziehen wollen, dann nehmen Sie einen Einmal-Gummihandschuh (zum Beispiel aus dem Verbandskasten),

Gute Idee! Nächste Verkehrskontrolle: „Zeigen Sie mal Ihren Verbandskasten! Wo sind denn die Handschuhe?“ – „Äh… ich habe da ein Flat Flute Diver Experiment gemacht…“ – „WAS haben Sie gemacht???“

… nehmen Sie einen Einmal-Gummihandschuh, zur Not tut’s auch ein Haushaltshandschuh, füllen Sie ein Waschbecken mit 10 ° C kalten Wasser (zur Not tut’s auch 10 ° warmes Wasser) und halten Sie die Hand rein, und zwar so, dass kein Wasser in den Handschuh läuft. Genau so ist das Gefühl im Trockentauchanzug am ganzen Körper. Danke für die Aufmerksamkeit, zurück zu meiner liebreizenden Kollegin.

Zweitens: Die praktische Anwendung der Tauchphysik in Bezug auf den Wasserdruck. Wenn wir also im Naßtauchanzug tauchen, merken wir vom Druck außer an den Ohren nicht wirklich etwas. Auch ein Schwimmer würde den Wasserdruck an den Beinen im Wasser nicht merken. Aber! Der Trilaminat-Trockentaucher merkt ihn bereits an der Oberfläche! Ich trieb wie ein Korken an der Wasseroberfläche und wartete noch auf Thorsten, da merkte ich bereits, dass der Trockentauchanzug an meinen Beinen  klebte wie ein lästiger Duschvorhang, der elektrostatisch aufgeladen ist und den arglosen Duscher nervt. Na, das konnte ja heiter werden. Denn bereits an der Oberfläche bewirkte der klebende Trocki, dass die Bewegungsfreiheit der Beine zum flosseln eingeschränkt ist.

Wir tauchten ab. Das erste Mal. Leider war die Sicht sehr milchig, was daran lag, dass es in Horka auch tagelang vorher geregnet hatte. Wir wollten erst mal auf 7 m bleiben und ein bisschen rumtauchen, um erst mal ein Gefühl für den Trocki zu kriegen. Ich tauchte mit Majki, Thorsten mit Babsi. Los gings.

Es war, wie ich befürchtet hatte. Je tiefer wir kamen, desto mehr klebte dieser Trocki an den Beinen und desto steifer wurde er. Ich ließ zwar Luft hinein, aber die drang nicht bis zu den Beinen vor. Sollte sie nach Möglichkeit auch nicht. Sie erinnern sich? Kopfstand! Ich ertrug es und tauchte weiter. Inzwischen war ich allerdings tiefer, als ich eigentlich wollte, ein Blick auf meinen Tauchcomputer zeigte mir 16 m an. Das merkte ich daran, dass ich den Eindruck hatte, dass es mir die Schuhsohlen in die Zehenzwischenräume ziehen würde.

Das Gesetz von Boyle besagt, dass das Volumen eines Gases sich umgekehrt proportinal zum Druck verhält.

Sabbel doch nicht so geschwollen rum. Man könnte ja meinen, du hättest Physik studiert. Außerdem heißt der Typ Boyle-Mariotte nur zur Information!

Okay, irgendso ein physikalischer Grundsatz sagt, dass sich irgendwas irgendwie verhält, wenn irgendwas passiert. Was genau, das diskutieren wir dann noch aus. In unserer Situation beim Tauchen jedoch galt: je mehr Druck, desto weniger Volumen. Das bekommt man im Trocki sehr deutlich mit. Und ich war sowieso noch sehr vorsichtig, da das Ablassen der Luft aus dem Anzug über das Ventil im Oberarm eine sehr ungewohnte Sache war. Es galt nicht nur zu vermeiden, dass Luft in den Beinen dafür sorgte, dass man sich auf dem Kopf stellte, sondern auch dass die sich beim Aufstieg wieder ausdehnende Luft einen aufpumpte wie ein Michelin-Männchen und man mit Impulsgeschwindigkeit gen Oberfläche schoss. Also lieber nicht zu viel Luft reinlassen und oft ablassen.

Insgesamt war es eine interessante Erfahrung, aber ich merkte schnell, dass das Trockentauchen noch sehr viel Übung braucht. Alleine das Tarieren mit dem Anzug ist nicht so leicht, wie man sich das vorstellt. Arm hoch, um Luft aus dem Anzug zu lassen? In der Theorie vielleicht… Das wollte nicht klappen, und schon stieg ich ungewollt auf. Mit der Zeit lernte ich, dass ich nicht nur den Arm hochnehmen muss, sondern auch den Arm anwinkeln sollte, dann klappt es schon viel besser.

Dabei zeigte sich ein Nachteil meines Jackets: es hat keinen Tarierschlauch, sondern einen an der linken Seite angebrachten Tarierhebel.  Um Luft sowohl aus dem Jacket als auch aus dem Anzug abzulassen, musste ich zwei gegenläufige Bewegungen machen: Nach oben, um Luft aus dem Anzug zu lassen, nach unten, um an den Tarierhebel zu kommen.

Verstehe. Zwei gegenläufige Bewegungen überfordern Dich. Du bist wohl nicht belastbar was? 🙂

Es ist nur geringfügig schwierig, den Arm gleichzeitig hochzunehmen und nach unten an den Tarierhebel zu greifen. Das eine schließt das andere aus. Das ist fast wie in diesem Gedicht: „…drinnen saßen stehend Leute, schweigend ins Gespräch vertieft…“

Länger als 30 Minuten war bei dem Tauchgang nicht drin. Es war einfach zu kalt. Wir tauchten wieder auf. Offenbar zog ich ne Schnute, denn Majki merkte gleich, dass ich mit der ersten Trockierfahrung nicht zufrieden war. Er meinte, ich solle mich nicht aufregen, die ersten Male seien nun mal gewöhnungsbedürftig und nach ein paar Tauchgängen würde man das Engegefühl an den Beinen gar nicht mehr merken. Er behielt Recht. Also, nicht dass man es nicht merken würde, aber man gewöhnt sich dran.

Außerdem würde man sich daran gewöhnen, dass man am Anfang immer so eine gewisse Unsicherheit hat: Warum ist es gerade kalt? Ist es einfach nur kalt – oder hat der Anzug ein Loch, und es ist deswegen kalt, weil man gerade geflutet wird, wie die Tauchzelle eines U-Boots?

Was sich bei mir noch als Problem herausstellte: Ich hatte halbtrockene Handschuhe an. Der Größe S, jedoch stellte sich heraus, dass ich trotzdem noch einen Überstand von 2 cm an den Fingerkuppen hatte. Somit gestaltete es sich ziemlich schwierig, das Lufteinlaßventil des Trockis zu bedienen. Auch hier müsste ich in Kürze Abhilfe schaffen, also kam das Problem auf die „to do Liste for diving“.

Jetzt hatten wir noch eine Herausforderung vor uns: Der Ausstieg. Dazu in der kompletten, nassen Ausrüstung knapp 100 Treppen hoch. Ich schnaufte aus dem Wasser, und *Trommelwirbel… schon stand ich wieder da wie das Topmodel* persönlich. Schultern zurück, Brust raus, Bauch raus rein. 😎   Da stimmte doch was nicht. Am Abend merkte ich auch sehr deutlich meine Schultergelenke. Inzwischen weiß ich auch, woran das liegt. Mein Jacket ist mir zu groß und sagen wir eher mal: zu breit. Ich musste künftig die Brustschnalle zuerst zumachen und maximal anziehen, bevor ich den Rest schließen konnte, dann klappte es auch mit dem Flossenanziehen…

* = GNTTM, oder wie? „Germany’s Next Tauch-Topmodel“ Ich stell mir das schon vor, wir ächzen die Treppen hinauf, und oben steht Heidi Klum und kritisiert unsere Gangart. Die war natürlich nicht sonderlich elegant, aber: Alles Gewohnheitssache. Hoffe ich jedenfalls. Denn es stand uns ja noch was bevor: den Abschluss des RESCUE DIVER – Prüfung und Freiwassertauchgänge.

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RESCUE DIVER: Die Poollektionen

Wenn man sich mit der Geschichte der Tauchorganisation PADI ein wenig auseinander setzt, stolpert man früher oder später über die Anekdote, wie der Grundstein für das PADI-Ausbildungssystem gelegt wurde. Es gab da einen Mann, der das OWD-Brevet gemacht hatte und bei Ralph Erickson (einem der beiden Gründer von PADI) vorstellig wurde. Er hatte zwar den Kurs absolviert, aber nie Freiwassertauchgänge gemacht und wollte das nun nachholen. Nachdem er es gemacht hatte, fragte er: „Und was kommt als nächstes?“ Erickson musste einige Tauchgänge für den AOWD improvisieren. Doch wieder fragte der Mann: „Und was kommt als nächstes?“ Zweifellos gehörte er zu der Sorte Mensch, die immer wieder Neues erkunden und ausprobieren wollen. Die mehr wissen wollten.

Als Annette und ich mit dem Tauchen angefangen haben, hatten wir keine Vorstellung, was da alles möglich ist. Warum auch? Wir hatten ja den Vorsatz gehabt, auf ewig „Scuba Diver“ zu bleiben und ein bisschen Urlaubstauchen zu betreiben. Doch als uns das „Tauchfieber“ gepackt hatte, gab es für uns kein Halten mehr. Auch wir fragten nun „Und was kommt als nächstes?“

Anfang Dezember 2009 kamen wir aus Ägypten zurück und hatten den AOWD-Kurs erfolgreich absolviert. Und nun standen wir vor der Ausbildungsstufe, die die letzte „normale“ Sporttaucherausbildung bei PADI sein würde, dem RESCUE DIVER. Danach würde es schon in den professionellen Bereich gehen. Wie immer hatte es mal ganz andere Pläne gegeben, die wir aber – wieder mal – über den Haufen warfen. Eigentlich wollten wir den Rescue Diver zu dritt machen, mit einer Kollegin von Annette zusammen. Dazu wollten wir die Pooltauchgänge den Winter über erledigen und im Frühjahr tagesweise die Freiwassertauchgänge machen, sobald das Wetter dies zuließ. Doch bei Annettes Kollegin kamen leider ein paar Unwägbarkeiten dazwischen, so dass sie den Kurs nicht machen konnte. Außerdem empfahl uns Majki dringend, die Freiwassertauchgänge „am Stück“ zu erledigen. Zum Beispiel bei einem Aufenthalt in Horka. Also machten wir, was wir so gut können, nämlich Pläne über den Haufen zu werfen und neue zu machen. Wir würden nun die Pooltauchgänge trotzdem über den Winter hinweg erledigen, um den Kurs dann im April 2010 in Horka abzuschließen. Wir hofften, dass bis dahin das Wetter gut genug sein würde, um Freiwassertauchgänge zu machen.

Vom RESCUE-DIVER-Kurs hatte man uns erzählt, dass es der körperlich anstrengendste sein würde, aber auch der, der am meisten Spaß macht und von dem man viel mitnehmen kann. Bei uns kam noch dazu, dass es eine Verbindung von zwei Dingen war, die wir gern machten: Menschen retten und tauchen. Die Poollektionen fanden im Hallenbad in Zürich-Leimbach statt, das wir schon vom „Tarieren in Perfektion“-Kurs kannten. Grob gesagt unterteilt man die Übungen in zwei Arten: Unter Wasser und über Wasser. Sinnig, was?

Annette: Wie? Was lese ich da? ZWEI Dinge, die wir gerne machen? Tauchen ja, aber retten wir auch gerne Leben? Wirklich?

Sie nun wieder… ich wollte uns nur in einem positiven Licht darstellen. Die Wahrheit muss doch nun wirklich nicht jeder wissen, oder?

Die Übung, die wir komplett erst im Freiwasser machen sollten, war die, wie man einem Taucher von außerhalb des Wassers hilft. Es hatte wenig Sinn, Schwimmkörper mit Seilen dran durch die Schwimmhalle zu schleudern und möglicherweise einen harmlosen Schwimmer zu versenken, der mit den ganzen Übungen nichts zu tun hatte. Also ging wir gleich ins Wasser und begannen mit den ersten Übungen:

Taucher in PANIK an der Oberfläche

„Der Umschlag gefällt mir“, sagte er. „Keine Panik. Das ist das erste hilfreiche oder vernünftige Wort, das ich heute gesagt bekomme.“

„Ja. Deswegen verkauft es sich so gut“, sagte Ford.

Arthur Dent und Ford Prefect in „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams

Das Wort „Panik“ kommt von dem griechischen Gott Pan, von dem die Sage zu berichten weiß, dass er gerne arme, grasende Schafe erschreckte, so dass eine ganze Herde in kopfloser Flucht davonstürmen konnte.

Wieso kommen mir ausgerechnet jetzt unsere gemeinsamen Abendessen im Hotel in den Sinn? 🙂 Du hattest doch gar keine Panflöte dabei.

Und wer schon mal von Panflöten-Spielern terrorisiert wurde, kann es den armen Schafen durchaus nachempfinden. Und schon haben wir einen der Punkte, der bei einem Taucher Panik auslösen kann: etwas oder eine Situation, die für gefährlich gehalten wird, obwohl sie es nicht ist (zum Beispiel ein kleiner, fliegender griechischer Gott mit Panflöte)(die Vorstellung, von einer Tauchbootplattform springen zu müssen, ein Wrack, eine Niesattacke unter Wasser… es gibt X Beispiele…) , oder eine tatsächliche Gefahr. In beiden Fällen ist die Reaktion irrational, der Taucher fängt an, wild um sich zu schlagen und sich irgendwie in Sicherheit zu bringen. Das Problem für einen Retter ist, dass der Taucher in Panik so schnell wie möglich aus dem Wasser raus will und dabei auf alles klettert, was sich ihm bietet, egal wie unratsam das ist, eine Eisscholle, der Rücken eines weißen Hais, eine Seemine aus dem Zweiten Weltkrieg – oder auch der Rücken des netten Tauchers von nebenan, der nur helfen wollte. Und Schwupps! Schon gerät der Helfer selbst in Gefahr. Das hat man nun davon. Blöde Wohltäter!

Doch nicht verzagen! Es gibt eine Lösung, indem man sich dem Taucher nähert und dabei die Beine vorstreckt, so dass man sich im Ernstfall mit ein paar Flossenschlägen wieder von dem Opfer entfernen kann, falls es den Retter als Kletterboje missbrauchen möchte. Und wenn man sich schließlich nähert, greift man den Arm des Opfers, dreht es um und klemmt die Pressluftflasche zwischen den Knien ein. Damit hat man das Opfer sozusagen festgenagelt, während man sich um alles weitere kümmern kann. Und irgendwann ist das Opfer müde und gibt sein sinnloses Gestrampel auf. Dann kann man es gemütlich abschleppen und an Land bringen.

„Oh, FlatFluteDiver, Du hast mich gerettet! Danke!“, sagte die junge und überaus attraktive Blondine, als sie matt ins Gras der Uferbegrünung sank, noch völlig außer Atem von dem Abenteuer, das sie eben erlebt hatte.

„Aber nicht doch!“, erwiderte Thorsten mit einer Stimme, deren Klang zu sagen schien: „Ich bin so cool, wenn ich aufs Klo gehe, kommen unten Eiswürfel raus.“ Er schob die rechte Augenbraue um anderthalb Zentimeter nach oben, während er hinzufügte: „Das ist nichts besonderes für einen FlatFluteDiver. Gefahr ist mein Geschäft. Und jetzt gehe ich los und halte den Klimawandel auf.“

Offenbar hast du dir bei dem Kurs „Tarieren in Perfektion“ im Züricher Hallenbad nicht nur die Nase, sondern auch die Birne am Grund angeschlagen. Mit nachhaltiger Wirkung! Zudem spielt Pamela Anderson bei Baywatch, und nicht in einer Tauchdoku!

Äh, naja, soweit die Theorie. Die Praxis sah mal wieder ganz anders aus. Zum einen ist es verdammt anstrengend, Opfer zu sein. Das Problem ist, sobald man anfängt, wie blöd um sein Leben zu strampeln, verausgabt man sich derart, dass schon vor Eintreffen des Retters zu müde ist, um noch nennenswerte Gegenwehr zu leisten. Richtige Opfer halten das nur deswegen so lange durch, weil sie aufgrund ihrer Panik unter Adrenalin stehen. Und es steht schon in der Bibel: „Adrenalin versetzt Berge.“ Bei der Übung sah das letztlich so aus, dass man sagte: „Ich bin jetzt in Panik.“, und nur ein bisschen strampelte. Erst wenn der Retter näher gekommen war, fing man an, ganz aufzudrehen.

Entsprechend ist die Rolle des Retters auch nicht ohne. In einer der ersten Übungen näherte ich mich Annette, die sich vorstellte, ein Wrack zu sehen und dann die Panik kaum noch spielen musste.

Ich verbitte mir derartige Unterstellungen! Ich hab DICH auf mich zukommen sehen, das hat völlig als Grund ausgereicht in Panik zu geraten!

Pah! Und das, wo ich so heldenhaft war! Ich umging sämtliche Obstakel mit der Schläue eines Fuches, der Gewandtheit eines Nutrias und hatte die Situation stets im Blick, wie ein Adler seine Beute. Ja, die Situation rief förmlich nach einem komplizierten Satz mit ein paar Fremdwörtern. Dann packte ich beherzt zu! Ich griff Annettes Arm und drehte sie, so dass sie mir den Rücken zuwandte und ich ihre Flasche zwischen meine Knie klemmen konnte. Um sie drehen zu können, versuchte ich, mit meinen Flossen eine Gegenbewegung zu machen, und mitten in der Drehung…

…bekam ich einen Krampf in der Wade…

Nicht schon wieder! Doch es half nichts, auf Hälfte der Drehung ließ ich Annettes Arm los und kreuzte meine Unterarme, um anzuzeigen, dass ich die Übung abbrach. Reden konnte ich nicht viel, bei der Annäherung nimmt man zur Sicherheit den Regulator in den Mund, auf dessen Mundstück ich nun vor Schmerz biss. Und der Schmerzensschrei, der mir in dem Moment entfuhr, verlor sich zwischen Mundstück und Blasenabweiser irgendwo im Innern der Zweiten Stufe. So wurde ich vom Retter zum Geretteten, der sich seinen Wadenkrampf behandeln lassen musste.

„Danke“, stöhnte der Flat Flute Diver und sank völlig erschöpft am Beckenrand zusammen, nachdem endlich der Schmerz in der Wade nachließ.

„Gerne geschehen“, sagte ein engelsgleiches schwarzhaariges Wesen mit sanfter Stimme, “ Ich bin zwar überaus attraktiv und jung, aber nicht blond! Ich bin es, die zu danken hat, dass ich Dir großen Flat Flute Diver überhaupt helfen durfte! Deine stählernde Wade zu massieren bereitete mir überaus großes Vergnügen!“

Manchmal, Nachts, wenn ich ganz allein bin, möchte ich nur noch weinen. Und in diesen schweren Stunden denke ich dann an Annette und… möchte noch mehr weinen. Aber der Doktor sagt, wenn ich weiterhin die kleinen, gelben Pillen nehme, wird das bald wieder gut sein. Jedenfalls, im zweiten Anlauf klappte es dann. Hurra.

Aber warum denn… wer wird denn gleich weinen? Wenn Du Dich ein klein wenig anstrengst, kannst Du doch genauso engelsgleich und großherzig wie ich werden!

Das sagst Du doch jetzt nur, um mich zum Lachen zu bringen, oder? Egal, weiter geht’s…

Bewusstlosen Taucher an die Oberfläche holen

Diese Lektion hatten wir schon beim Nitrox-Kurs in Horka gemacht. Majki hatte sie uns damals gegönnt, weil es besser ist, schon hier Bescheid zu wissen, was man mit einem bewusstlosen Buddy macht. Nun wurde es also Ernst, sie für den Rescue Diver zu wiederholen. Nun denn, ist ja kein Problem. Annette legte sich bäuchlings auf den Grund und ich näherte mich ihr von der linken Seite.

Man darf gespannt sein. Die Rolle des Opfers ist interessant. Wie stellt sich der Retter denn an? Geschickt? Zügig? Tölpelhaft? Unsittlich? Bekommt er vielleicht gar einen Wadenkrampf?

In dem Moment kamen ein paar Taucher des Wegs, die zu einer anderen Gruppe gehörten und uns passierten. Höflich, wie ich nun mal bin, ließ ich sie zuerst vorüberziehen. Außerdem wusste ich nicht, wieviel Platz ich brauchen würde, wenn ich Annette vom Grund aufhob. Also, erstmal abwarten… ja, Hallo, Tag auch. Alles okay? Alles okay.

WIEVIEL PLATZ DU BRAUCHEN WÜRDEST, UM MICH AUFZUHEBEN???  WAS soll DAS denn heißen? Ich hab doch keinen Wendekreis eines Panzers! Hast du ein Maßband in der Tasche? Mir fehlen die Worte. Und zudem warte ich immer noch auf meinen Retter. Und zwar auf denjenigen, dem mein Wendekreis egal ist. So!

He, das ist Rettung unter Berücksichtigung der Umgebung! Wie würde es Dir gefallen, wenn ich Dich im Rahmen der Rettung gegen die Wand klopfen würde oder so?

Also, das wäre ja in der Tat mal was ganz Neues. Üblicherweise verletzt Du Dich gerne selber beim Tauchen, das wäre Premiere gewesen, wenn Du mich verletzt hättest. Insofern seh ich das nach. Soweit käm es ja noch….

Okay, neuer Versuch… ärgs, was ist DAS denn? Da schwimmt ja ein Kaugummi! Ist ja e-kel-haft! Was spucken die Leute nur alle ins Becken? Da will ich mich aber nicht hinknien! Ich erzeugte eine Strömung mit den Händen, wodurch das Teil davongetragen wurde.

Ich fasse es nicht. WIE BITTE? Kann das sein, dass Du vielleicht ein KLEIN WENIG leicht ablenkbar bist? Ich könnte bereits TOT sein, und Du machst Dir Gedanken um einen Kaugummi?? ICH bin schließlich todesmutig an dich herangetaucht durch ein Meer von Haarknäuln, Rotz, undefinierbarer andere Sachen, von denen ich lieber nicht wissen will was das war, und DU??!

Nein, äh, das verstehst Du ganz miss. Ich wollte… ich dachte… ich hatte… als ich diesen Kaugummi sah… die Idee… damit eine Luftblase zu erzeugen, um Dich zu retten, so war’s, genau! Weil ich bin nämlich genauso gewieft wie dieser Herr hier:

Ich konnte meinen Plan nur leider nicht ausführen, weil… weil… weil ich kein Gummiband und keine Kugelschreibermine zur Hand hatte, um eine Rettungsboje zu basteln.

Okay, nächster Versuch… nähern, schütteln, Regulator kontrollieren. Alles gut. Jetzt den Taucher vom Grund aufnehmen. Dazu musste ich bei Annette etwas Auftrieb herstellen. Wo war nochmal der Tarierschlauch? Ah, linke Schulter, ich hab ihn. Jetzt ziehe ich ihn vorsichtig hoch… das fühlt sich aber komisch an… ach je. Annette, willst Du mal lachen? Jetzt hätt ich den Schlauch fast ausgefädelt.

Wundert mich gar nicht. Wirklich nicht. Wenn ich das oben lese, bin ich erstaunt, dass Du das überhaupt hingekriegt hast und nicht in Panik wegen eines vorbeischwimmenden Haares ausgebrochen bist.

Was, da schwimmen Haare rum??? Wo sind wir denn da gelandet, um Himmels Willen? Also, nichts wie hoch an die Oberfläche! Ist es ein Delfin? Ein Tümmler? Oder ein besonders eleganter Zackenbarsch? Nein, es ist der FlatFluteDiver! Ta-dah! Sicher wieder nach oben gebracht! Bin ich gut? Ich bin gut!

„Ich muss Ihnen meine Bewunderung ausdrücken“, sagte der Bundespräsident, während er sich von einem Mitarbeiter einen kleinen, schwarzen Kasten reichen ließ. „Ihr Heldentum ist Vorbild und Inspiration für uns alle. Ich wünsche mir, dass es mehr Menschen gibt wie Sie. Lassen Sie mich Ihnen diesen Orden anheften!“

Doch Thorsten winkte dankend ab: „Nicht nötig, Herr Präsident. Das ist doch die tägliche Arbeit der FlatFluteDivers. Das Lächeln dieser Holden, die ich erretten durfte, ist mir Belohnung genug…“

Da hätte ich noch eine Kleinigkeit anzubringen. Hier habe ich eine kleine Szene in meinem Repertoire, die zeigt, wie sowas aussehen könnte! Also, wie Du, lieber stolzer Flatflutediver, an mir vorbeistolzierst, mich links liegen läßt, um mir Deine Verachtung zu zeigen, denn schließlich hast DU den Orden bekommen… nicht ich. Schauen wir doch mal zu, was passiert!

He, wo hast Du denn das her?? Das kann doch alles nicht wahr sein. Herr Bundespräsident, jetzt sagen Sie doch auch mal was!

Auch das noch! Hier bleibt einem aber auch nichts erspart. Wie war das mit dem, der den Schaden hat und für den Spott nicht zu sorgen braucht? Doch beachten wir diese vollkommen uninteressanten Einwände der Dame nicht weiter, denn  mit dem an die Oberfläche bringen war es nicht getan. Mehr Heldentaten standen an! Fast nahtlos fuhren wir fort:

Beatmen eines Tauchers an der Oberfläche und ans Ufer bringen

Gut, in Ermangelung eines Ufers mussten wir den Beckenrand nehmen, aber das ging auch. Bei dieser Übung öffnet man sowohl die Tarierweste des Opfers als auch die eigene, noch während man das Opfer zum Ufer schleppt und gleichzeitig beatmet. Das Ablegen der Weste während des Schleppens soll Zeit sparen, denn spätestens am Ufer muss man diese ausziehen. Und abschleppen, alle 5 Sekunden über eine Maske beatmen und gleichzeitig die Weste ablegen, das kann schon anstrengend sein. Hab ich gelesen. Für mich natürlich nicht. Es klappte alles reibungslos, schleppen, beatmen, die Schnallen vom Jacket öffnen, beatmen, noch mehr Schnallen öffnen – und so weiter. Schließlich konnte ich mein Jacket ablegen und treiben lassen.

Doch während ich mich dem Beckenrand näherte, beschlich mich ein komisches Gefühl. So als ob ich verfolgt würde… ja, in der Tat wurde ich verfolgt! Von meinem eigenen Jacket! Es schwamm quasi hinter mir her. Wie sich herausstellte, hatte sich mein Lungenautomat bei Annette verfangen, und so zog ich die Tarierweste hinter uns her.

Da ich, als kameraerfahrene Schauspielerin, meine Rolle als Opfer sehr ernst nahm, entging mir natürlich die Dramatik der aufkeimenden Situation. Ich kann von Glück sagen, dass es nur Dein Jacket war, was dich verfolgt hat. Ich möchte mir nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn es ein lästiges fremdes Haar gewesen wäre. Ich als Opfer wäre sicher als Kletterboje missbraucht worden!

Dann der letzte Akt! Am Beckenrand angekommen legte ich Annette mit dem Oberkörper dort ab, kletterte gewandt aus dem Wasser (war das da, als du dir das Knie am Beckenrand angeschlagen hast? 🙂 ) und zog sie ganz heraus. Ja-ha, wieder mal geschafft! Komm ich jetzt im Fernseh’n?

Nein! Zurück zu den FlatFluteDivern!

Du immer! Dann erzähl doch mal, wie Du Dich angestellt hast, na?

Ich weiß gar nicht, was Du meinst. Bei mir hat alles reibungslos geklappt.

Ach ja? Wie war das denn, als Du mich bei der einen Übung vom Grund an die Oberläche bringen solltest, und Probleme mit meinem Tarierhebel hattest?

Also, über Deinen… Tarierhebel reden wir ein andermal. Es gab ja noch andere Probleme zu überwinden, bevor wir uns auf den Weg nach Horka machen konnten. Zum Beispiel, dass wir im April gehen würden, es kalt sein könnte und wir einen Trockentauchanzug brauchen würden. Aber davon berichte ICH das nächste Mal.