Fischotter auf dem Vormarsch: Umfangreiche Schutzmaßnahmen lassen die Bestände wieder steigen

Mittlerweile ist der Fischotter in 13 von 16 Bundesländern wieder vertreten. Foto: djd/Aktion Fischotterschutz e.V
Mittlerweile ist der Fischotter in 13 von 16 Bundesländern wieder vertreten.
Foto: djd/Aktion Fischotterschutz e.V

(djd). Der Fischotter erobert seinen Lebensraum zurück. Nachdem er in der Mitte des vorigen Jahrhunderts in Mitteleuropa nahezu ausgestorben war, steigen die Bestände dank der Unterschutzstellung der Art Ende der 70er Jahre langsam wieder an. Mittlerweile ist der possierliche Wassermarder in 13 von 16 Bundesländern wieder vertreten, unter anderem auch in Hamburg und Bremen.

Positiver Trend beim Ottervorkommen

In Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen ist der Fischotter mittlerweile nahezu flächendeckend verbreitet, so das Ergebnis der Tagung „Otterschutz in Deutschland“, die im Herbst 2016 im Otter-Zentrum in Hankensbüttel stattfand. Trotzdem wird die Art in den einzelnen Bundesländern weiterhin als gefährdet eingestuft. Besonders der Straßenverkehr spielt bei den Gefährdungs- und Todesursachen eine große Rolle. Der Verein Aktion Fischotterschutz e.V. hat sich daher die Verbesserung des Lebensraumes der Fischotter zu einem seiner wichtigsten Ziele gesetzt. Unter www.otterzentrum.de gibt es dazu weiterführende Informationen.

Rückkehr mit Hindernissen

Kehren Arten wie der Fischotter, aber auch Wolf, Wildkatze, Luchs oder Biber in ihre ehemaligen Verbreitungsgebiete zurück, stehen menschliche Interessen und die Ansprüche dieser Wildtiere an ihren Lebensraum oft in einem problematischen Verhältnis. Wie etwa in Niederbayern und der Oberpfalz, wo die dort stark vertretene Forellen- und Karpfenzuchtwirtschaft Interessenskonflikte und wirtschaftliche Einbußen durch die Rückkehr der nachtaktiven Räuber befürchtet. Das Land Bayern hat darauf reagiert und einen Fischotterberater eingestellt, der die Teichwirte zum Thema Schutzvorkehrungen berät. Der Bau von Abwehrmaßnahmen durch spezielle Zäune kann mit EU-Fördergeldern unterstützt werden. Für Schäden, die trotzdem entstehen oder in Teichwirtschaften, bei denen ein Zaunbau nicht durchführbar ist, wurde zudem ein Entschädigungsfonds bereitgestellt. Noch bleibt abzuwarten, welche Akzeptanz der Fischotterberater bei den Teichwirten erhalten wird und ob und wie die Fördergelder und Entschädigungszahlungen genutzt werden.

Auf Tuchfühlung mit Fischotter & Co.

Idyllisch am Rand der Südheide gelegen, lädt das rund 60.000 Quadratmeter große, naturnah gestaltete Otter-Zentrum Hankensbüttel Besucher ein, den Fischotter und seine nächsten Verwandten Nerz, Dachs, Hermelin, Steinmarder, Iltis und Baummarder live zu erleben. Zu den Highlights eines Besuchs zählen ganz sicher die täglich 30 Schaufütterungen, bei denen man nicht nur Wissenswertes, sondern auch Erstaunliches und Lustiges über die marderartigen Tiere erfährt. Unter www.otterzentrum.de findet man alle Veranstaltungstermine, Öffnungszeiten und Eintrittspreise.

 

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.