Scuba Diver: Was danach kam

Irgendwie könnte die Geschichte damit zu Ende sein. Ist sie aber nicht. Zu Ende war lediglich unser Urlaub in Ägypten. Oder sie könnte langweilig werden. Tut sie aber nicht. Auf dem Rückflug von Hurghada gab es für uns hauptsächlich ein Gesprächsthema: Tauchen. Wir wollten uns um Trainingstauchgänge im Schwimmbad bemühen, um wenigstens „drin“ zu bleiben.

Zurück in Deutschland geschahen zwei Dinge: Zum einen stand bei mir sofort die Urlaubsplanung für das kommende Jahr an, zum anderen bekam ich einen Hinweis auf einen Kollegen, der selber Taucher war und uns möglicherweise bei unseren Schwimmbadtauchgängen würde helfen können.

Dann geschahen nochmal zwei Dinge: Ich konnte mich bei der Urlaubsplanung nicht mit Annette absprechen und nahm auf gut Glück den gleichen Zeitraum wie im Vorjahr für einen Urlaub. Bei einem Treffen stellte sich heraus, dass sie das gleiche gemacht hatte – für den gleichen Zeitraum. Hier entstand eine neue Idee: Wir würden weitermachen – die nächste Stufe auf der Leiter, den „Open Water Diver“ (OWD). In Ägypten, im November. Wieder waren wir elektrisiert, so wie an dem Tag, als wir die Entscheidung fällten, den Tauchkurs zu machen. Allerdings wussten wir diesmal, dass wir nicht ganz so nervös werden würden. Hoffentlich!

Mein Kollege entpuppte sich als Instructor, genau das, was wir brauchten, um uns auf den „Open Water Diver“ vorzubereiten. Er hatte sogar die Möglichkeit, uns Leihausrüstungen zu besorgen, da er bei einem Rettungstaucherzug war. Und er würde es organisieren, dass wir mit ihm zum Training in ein Hallenbad kommen könnten.

Gleichzeitig überlegten Annette und ich, ob es nicht gut wäre, den einen oder anderen Ausrüstungsgegenstand doch anzuschaffen. Also begannen wir, verschiedene Tauchshops aufzusuchen und ließen uns beraten. Umfassend. Obwohl es eigentlich nicht nötig war. Schließlich wollten wir nur das eine oder andere. Oder? Also zum Beispiel einen eigenen Tauchcomputer… vielleicht Regulatoren…

In der Folgezeit ging ich meinem Umfeld auf die Nerven mit meiner doch sehr stark vorhandenen Begeisterung für das im Urlaub begonnene Tauchabenteuer. Ich begann, mich tiefer in die Materie einzuarbeiten, bestellte Kataloge und suchte mein Arbeitsmaterial von der Rettungsdienstschule wieder zusammen. Das war allerdings nicht hilfreich, da es mittlerweile hoffnungslos veraltet war. Und dann war da Weihnachten. Von meiner Familie bekam ich ein Tauch-Diorama geschenkt, das als Dekoration für ein Geldgeschenk diente (das in einen Ausrüstungsgegenstand investiert werden sollte). Und von Annette ein Buch über die Fische des Roten Meeres. Das hat mich sehr überrascht, aber natürlich auch sehr gefreut.

Tauch-Diorama

Und dann passierte eine von den Merkwürdigkeiten, die das Leben manchmal bereithält: das Hallenbad, in dem wir unser „Training“ abhalten sollten, brannte im Januar ab, nur Tage bevor wir dort sein wollten. Damit fiel das Training erstmal flach, eine Ausweichmöglichkeit gab es nicht. Ab Mai würde das Freibad öffnen und es sah so aus, als würden wir uns bis dahin vertrösten müssen. Mittlerweile waren unsere Gedanken über die eigene Ausrüstung weiter gediehen. Weiter als gedacht. Ein Neoprenanzug war mit „auf die Liste“ gekommen, außerdem war ich entfacht für eine spezielle Tarierweste, die ich in einem Tauchladen gesehen hatte. Unser Plan war nun, bis November Stück für Stück anzuschaffen, damit wir für den Ägypten-Urlaub die Sachen beisammen haben würden.

Doch wieder wurde alles über den Haufen geworfen, respektive, ich warf meine Ideen über den Haufen. Unablässig sagte eine leise Stimme in meinem Hinterkopf: „Wenn Du es willst, dann tu es doch!“ Warum auch nicht? Ich informierte mich weiter, besonders über die Tarierweste, die ich ins Auge gefasst hatte. Die war teuer, aber andererseits genau das, was einer ganz speziellen Eigenart von mir entgegen kam. Der erste wirkliche „Ausrüstungsgegenstand“, den ich mir dann anschaffte, war jedoch ein Neoprenanzug. Das hatte recht pragmatische Gründe, er gefiel mir, er passte und ich sah gut drin aus. 😉 Aber damit fing es an. Einen Monat später hatte ich den Großteil meiner Ausrüstung zusammen, einschließlich der Tarierweste, die mir ins Auge gefallen war. So viel zum Thema „bis zum November“.

Ein Problem bestand aber weiter: Was würde aus unseren Trainingstauchgängen werden? Ich hatte mich mittlerweile weiter erkundigt nach Tauchschulen und lernte etwas kennen, das ich die „Drei-Minuten-Regel“ nannte – wann immer ich unsere Situation erklärte und nach Schwimmbadtauchgängen fragte, wurde ich nach spätestens drei Minuten gefragt, ob wir nicht gleich hier in Deutschland den OWD fertig machen wollen. Zu dem gewünschten Training kamen wir nicht. Dann kam mir eine Kollegin und gute Freundin zu Hilfe, aber eigentlich unfreiwillig – was wieder eine jener Geschichten war, die von Zeit zu Zeit passieren. Besagte Freundin war eigentlich auf der Suche nach Hotels in und um München. Dabei war sie auf ein Hotel gestoßen, an dem ein so genanntes Indoor-Tauchcenter angeschlossen war. Ich hatte einige Dinge zu klären, denn immerhin brauchten wir immer noch einen Instructor als Begleitung, aber schließlich war es so weit – wir sollten endlich zu unserem ersten Tauchgang machen nach unserem Kurs. Mittlerweile war es April. Annette hatte leider nicht ganz so viel Glück gehabt wie ich, denn zum Teil scheiterte der Erwerb ihrer Ausrüstung daran, dass sie einfach nichts passendes fand. Aber sie machte einen Laden in der Nähe von München ausfindig und wir sollten unseren Tauchausflug gleich mit einem „Kaufausflug“ verbinden. Aber das soll sie selbst berichten.

Die Situation hatte sich nun völlig verändert – mal wieder. Bevor wir überhaupt einen einzigen Tauchgang in Deutschland hinter uns hatten, hatten wir tatsächlich unsere Ausrüstung soweit zusammen. Kleinigkeiten fehlten nur noch, aber dem Tauchen stand nichts mehr im Weg. Unsere Überlegung war nun, falls uns das Indoor-Tauchcenter zusagen sollte und das mit den Tauchlehrern dort reibungslos funktionieren, dass wir bis November ein paar Mal dort hinfahren und unser geplantes Training doch noch durchziehen. Ja. Gute Idee. Aber vielleicht kennt jemand noch dieses Sprichwort:

„Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt…“

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