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Scuba Diver: Der Pooltauchgang – Annettes Version

Wir standen nun vor der Tauchschule. Fast so, wie bestellt und nicht abgeholt. Unsicher, was nun zu tun sei, blieben wir erst einmal stehen. Schließlich kam der Basisleiter vorbei und schickte uns zum Einkleiden.

Ich persönlich hatte mich vorher noch nicht einmal theoretisch mit dem Tauchen beschäftigt, insofern wußte ich nicht, was mit erwarteten würde bzw was überhaupt alles zu einer Ausrüstung gehört. Ein junger Mann, der wohl kein deutsch sprach, reichte uns diverse Ausrüstungsgegenstände zum Anprobieren. Zuerst den Neoprenanzug. Okay, von dem hatte ich schon mal gehört. Dann ein eigenartiges „Jacket“, eine Art Nylonweste, ein Gürtel, Flossen, Brille, Schnorchel. Wir probierten und probierten. Gerade, als ich meinen auftriebsgeplagten Hintern dem Eingang entgegenstreckte, um die Flossen anzuziehen, hörte ich die freundliche Stimme eines Mannes.

„Hallo, ich bin euer Tauchlehrer! Wie ich sehe, probiert ihr schon eure Ausrüstung an. Wie heißt ihr denn?“

Ich fuhr hoch. Ein Mann? Ehrlich gesagt war ich in dem Moment ein klein bisschen enttäuscht. Ich hatte mich so auf die Tauchlehrerin gefreut. Vor der wäre es mir nicht peinlich gewesen, meine Unsicherheiten zuzugeben. Kritisch musterte ich den Mann. Okay, er wirkte sehr sympathisch, jung war er, aber eben nicht diese vertrauenserweckende Schweizerin.

Was soll’s. Man muss nehmen, was man kriegt. Ich beschloss, erst mal abzuwarten bevor ich mir ein Urteil erlauben würde.

Schließlich waren wir fertig mit der Einkleiderei. Unsere Sachen wurden in eine Kiste gepackt und auf einen Handwagen verladen. Unser Tauchlehrer (TL) führte uns nach draußen und setzte uns an einen Tisch. Vor uns landete ein dicker Ordner, darin waren Fragen nach dem mulitpe choice System. 3 Seiten lang. Die sollten wir beantworten. Er müsse eben noch mit 2 anderen Tauchschülern reden, sagte er.  Der eine war ein Mann mittleren Alters, der den Discover Scuba Diver machte, der andere war bereits Scuba Diver und wollte weitermachen. Da sein Kurs aber schon länger her war, wollte er mit uns noch einmal mitgehen.

Thorsten und ich warfen uns Blicke zu. „Ähm“, sagte ich, „wir haben das Buch gerade mal eine Stunde und in der Zeit haben wir es wirklich nicht geschafft, es zu lesen“ , widersprach ich. „Ihr habt doch den Film gesehen oder?“, fragte der TL. „Ja“, antworteten wir im Chor, „aber der war auf englisch“. Unser TL grinste. „Na, dann werden wir ja gleich mal feststellen, wir gut euer Englisch ist“, antwortete er.

Also gut. Wir machten uns an die Arbeit. Und waren erstaunt. Wir hatten doch wirklich viel von dem Film behalten. Bis auf 2-3 Fragen, bei denen wir wirklich raten mussten, klappte es ganz gut.

Unser TL kam zurück. Er ging mit uns Frage für Frage durch und erklärte alles nochmal genau. Schließlich hatten wir es geschafft. Endlich durften wir zum Pool. Dort angekommen wollten wir natürlich sofort loslegen. Aber…weit gefehlt. Unser TL fragte uns doch tatsächlich, ob wir schwimmen könnten.

Wie bitte?

Ich hielt das für einen Witz. „Klar“, sagte ich. „Ja? Na dann zeigt mal“, kam von ihm zurück.

Auch wenn ich Gefahr laufe, mich zu wiederholen: Wie bitte?

„Das ist doch nicht dein Ernst“, sagte ich. „Doch klar, meinte er, “ ihr müsst jetzt 10 min ohne Unterbrechung schwimmen. Davon muss ich mich überzeugen. Schließlich gibt es hier Leute, die tauchen lernen wollen und bis zu dem Zeitpunkt nur bis zur Brust im Wasser waren.“

Ich war mir immer noch nicht sicher, ob er nur scherzte. Es war aber kein Scherz. Also gut. Wir gingen in den Pool und fingen an zu schwimmen. 10 min lang. Ohne Unterbrechung!

Nachdem wir die erste Hürde zum Tauchschein mit Bravour genommen hatten, mussten wir uns als nächstes mit nasser Haut in unsere zweite Haut (Neopren) quetschen. Nun ging es aber endlich richtig los. Wir bekamen das Tauchgerät erklärt und mussten üben, es zusammenzubauen. Jetzt war mir immerhin mal klar, wozu man dieses ominöse „Jacket“ brauchte. Logischerweise musste man ja irgendwo die Flasche festmachen. Zudem sollte man unter Wasser auch auf verschiedenen Höhen tauchen können, und auch dazu brauchte man das Jacket, um Luft ein- und auszulassen. Klar. Wenn man es mal von der Seite betrachtet.

Schnapp – alle Tauchschüler hatten ihre Flaschen am Jacket. Alle? Nein! Eine gewisse Schülerin kämpfte mit der Schnalle. Hier möchte ich eins dazu erklären. Ich bin ein spezielles Persönchen, wenn es ums Lernen geht. Ich möchte bitte NICHT auffallen, am Besten merkt man gar nicht, dass ich dabei bin. Ich möchte auch bitte NICHT, dass alle auf mich warten müssen, und ich die Gruppe aufhalte. Und ich möchte bitte NICHT beobachtet werden, wenn ich mich dumm anstelle.

Die Schnalle wollte nicht umklappen. Das heißt, sie wollte schon, nur hatte ich nicht die Fertigkeit, diese widerspenstige Teil einfach umzulegen. Das Jacket rutschte über den Boden statt dass sich die Schnalle schloß. Unglücklicherweise merkte ich bereits die Blicke der anderen, was es nicht besser machte. Und unser TL feuerte mich auch noch mit flotten Sprüchen an! Schließlich hatte er wohl Mitleid und hielt mir das Jacket fest. Endlich klappte es.

Anziehen durften wir uns aber erst im Wasser. Da das Becken flach war, befürchtete unser TL, dass wir mit Blei und Flasche die Kacheln kaputt machen könnten, wenn wir so einfach reinspringen. Endlich war die ganze Ausrüstung am Mann/Frau. Es folgte eine kleine Einführung, was wir unter Wasser üben würden. Brille ausblasen, wenn Wasser eingedrungen war, Brille absetzen und ohne Brille eine Minute atmen, Unterwasserzeichen, Lungenautomaten aus dem Mund nehmen und wieder einsetzen, Lungenautomaten „verlieren und wiederfinden“, Tarierübungen, atmen aus dem Automaten des anderen… da gab es eine Menge zu tun.

Jetzt war es soweit. Der erste Atemzug unter Wasser. Alle waren auf den Grund abgetaucht, da sollten wir uns hinsetzen. Ich blieb noch eine Sekunde länger an der Oberfläche und ließ die Sache auf mich wirken. Hoffentlich klappte alles. Ich konnte zwar stehen und wäre im Notfall gleich oben, aber es war schon ein komisches Gefühl. Ich lächelte in mich hinein und tauchte ab. Im Abtauchen nahm ich den ersten Zug. Es ging! Das war ja lustig! Und ich hatte kein Wasser geschluckt! Kaum hatte ich diesen Satz zuende gedacht schluckte ich auch schon meine erste Ladung Wasser. Warum weiß ich nicht. Jedenfalls bekam ich eine Hustenattacke und richtete mich sofort auf. Über Wasser hustete ich mich erst mal aus. Unser TL erschien an der Oberfläche. „Alles klar?“ , fragte er. “ Jaja, schon gut“, brummte ich. Ich war verärgert. War das denn zu glauben?  Wieso musste mir immer so ein Scheiß passieren? Alle anderen waren doch problemlos runter gekommen. Ich ließ die Luft aus dem Jacket und tauchte ab. Hoppala. Ungeschickt plumste ich bäuchlings auf den Boden. Alle anderen saßen bereits. Umständlich rappelte ich mich auf und setzte mich dazu.

Nachdem wir nun endlich alle unseren Platz gefunden hatten begann der Unterricht. Was wir nacheinander taten, weiß ich nicht mehr so genau. Ich weiß nur, dass ich wirklich aufgeregt war. Obwohl ich wußte, dass ich mit einem Satz aus dem Wasser gewesen wäre war es doch eine Überwindung, seine technischen Hilfsmittel einfach abzulegen. Ich beobachtete die anderen dabei. Da ich immer die 4. in der Übungsreihe war, hatte ich genug Zeit dazu. Ich stellte fest, dass alle die Übungen ruhig und problemlos machten. Auch Thorsten wirkte sehr ruhig und souverän. So wollte ich das auch machen. Trotzdem merkte ich, wie mir das Adrenalin hochschoss als ich das erste Mal die Brille befluten musste. Aber erstaunlicherweise gelangen mir alle Übungen genauso gut wie den anderen.

Wir übten lange und gründlich. So langsam bekam man eine Art Sicherheit, die erste Nervosität unter Wasser hatte sich gelegt und ich begann, mich an das Medium Wasser zu gewöhnen. Ich atmete einfach ohne drüber nachzudenken, dass ich das hier eigentlich nicht können dürfte. Auch wenn es etwas ungewohnt ist, durch den Mund zu atmen, mit Taucherbrille kann man nicht durch die Nase atmen. Und so langsam wurde der Mund ganz schön trocken.

Schließlich begannen die Tarierübungen. Dazu legten wir uns auf den Bauch, ließen etwas Luft in das Jacket und mussten so lange ein und ausatmen, bis wir einen 45 Grad Winkel erreichten, die Flossen blieben auf dem Boden. Das bereitete mir deutliche Schwierigkeiten. Ich „hob“ zwar ab, jedoch bekam ich einen starken Rechtsdrall. Ständig drohte ich, mich über meine rechte Schulter auf den Rücken zu drehen. Mit aller Gewalt versuchte ich, mich in der Lage zu halten, es ging nicht. Ich denke, es lag daran, dass das Jacket nicht eng genug saß und mir die Flasche nach rechts verrutschte. So einfach war das also doch nicht, diese Tariererei.

Inzwischen wurde es immer dunkler. Ich hatte das Gefühl für die Zeit völlig verloren. Sämtliche Badegäste waren inwzischen weg. Wir übten noch den kontrollierten Notaufstieg in der Horizontalen, aufsteigen ging nun wegen der fehlenden Tiefe nicht. Jetzt war es so dunkel, dass man seine Hand vor den Augen nicht mehr erkennen konnte. Wir tauchten auf. An der Wasseroberfläche übten wir noch das gegenseitige Abschleppen. Das war angenehm. Thorsten zog mich gerade durch den Pool, da blickte ich in den Sternenhimmel. Ich überlegte. Hätte ich mir das je träumen lassen? Dass ich mal tauchen würde? Nein. Ich war positiv überrascht. Gelinde ausgedrückt. Ich war eher begeistert.  Gut, die anfänglichen Patzer… aber das passierte halt. Dafür ist man Schüler. Und das Atmen unter Wasser gefiel mir. Alles in allem war das ein sehr schöner Tag gewesen fand ich. Diese Investition hatte sich gelohnt.

Wir stiegen aus dem Wasser. Augenblicklich fing ich an zu frieren. Die Sonne war weg und ein Wind war aufgekommen. Ich wollte mich so schnell wie möglich anziehen. Doch jetzt stand ich vor einem neuen Problem. Mittags hatte ich mich in den Neopren zwängen müssen, jetzt wollte er nicht mehr von mir weg. Was war das denn nun wieder? Stellte ich mich schon wieder blöd an? Unser TL hatte seinen bereits aus. Ich wand mich auf der Stelle hin und her, es nützte nichts, der Anzug blieb da, wo er war. Ärgerlich sah ich mich um. Thorsten ging es ähnlich. Dem Neopren-Breakdance nach zu urteilen schien auch er nicht mehr aus seinem Anzug  rauszukommen. Unser TL amüsierte sich erst mal, dann verriet er, dass das kein unbekanntes Problem sei. Er half uns aus der Klamotte. Gott sei dank war dieses lästige Ding von meiner Haut!

Wir verluden unsere Sachen auf den Handkarren und gingen zurück zum Hotelzimmer. Der nächste Tag war Feuerprobe. Unsere ersten zwei Freiwassertauchgänge standen bevor. Zuerst glücklich über den Tag schwatzen Thorsten und ich auf dem „Heimweg“ über das Erlebte, doch dann… wurden wir nachdenklich. Mehr dazu das nächste Mal!

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Scuba Diver: Der Pooltauchgang – Thorstens Version

Nachdem wir also die Theorie mit Selbststudium unterfüttert hatten, soweit uns das möglich war, machten wir uns erneut auf zur Tauchbasis, wo uns dann unser Tauchlehrer vorgestellt wurde. Nein, es war nicht die Schweizerin. Es war ein „Freelancer“. Im ersten Moment war mir das gar nicht so recht, denn so langsam merkte ich, dass ich nervös wurde. Und etwas wortkarg.

Die erste Hürde, die wir zu überwinden hatten, war die Ausrüstung. Wir mussten etwas finden, das uns passt, ein passender Neoprenanzug, eine Tarierweste, Flossen, Brille… Ich zog an, was man mir reichte und letztlich passte auch irgendwas. Gleichzeitig wurden wir unseren „Kurskollegen“ vorgestellt. Mit Annette und mir sollten noch ein Schweizer und ein Niederländer dabei sein. Der Schweizer hatte allerdings nur das „Discover Scuba Diving“-Paket gebucht, das bedeutete, er würde nicht alle Poollektionen mitmachen und am nächsten Tag nur einen Tauchgang machen, und nur bis fünf Meter Tiefe. Aber fünf Meter, das war ja nichts. Das hatte ich auch schon ohne Tauchausrüstung geschafft. Andererseits, 12 Meter, das war mehr als doppelt so tief…

Der Niederländer hingegen brauchte wohl nur noch einen „Auffrischkurs“, denn er hatte bereits einen Tauchschein. Während wir dann die Ausrüstung anprobierten, bekam ich auf einem Ohr ein Gespräch zwischen dem Niederländer und unserem Tauchlehrer mit, die sich auf englisch darüber unterhielten, dass Annettes Neoprenanzug nicht passte. „She gonna have problems with that“, sagte der Niederländer. „I know“, war die Antwort unseres Tauchlehres, „but she wants it that way.“ Hm, dachte ich mir, Annette wird schon wissen, was sie tut. Ich war viel zu sehr mit mir selbst beschäftigt, als dass ich mir darum auch noch Gedanken machen konnte.

Sheraton Miramar Resort: Der PoolNach einer Wiederholung des Gelernten in Form von einen Test, wobei sich unter Tauchlehrer ausreichend Zeit nahm, alles mit uns durchzugehen, bis es klar war, wurde unsere Ausrüstung zum Pool gebracht. Ein wirklich komisches Gefühl, diesmal auf der anderen Seite zu stehen, denn nun sahen andere Hotelgäste interessiert zu, was wir denn da taten. Wir fingen also an, unsere Ausrüstung zu richten. Der Tauchlehrer stand uns zur Seite und erklärte den Anfängern geduldig, wie man das richtig macht, wie man die Pressluftflasche am Jacket befestigt, wie die Erste Stufe angeschlossen wird und so weiter. Poseidon sei Dank (oder wer auch immer im Pantheon dafür verantwortlich ist) hatte auch er, so wie seine Kollegin, eine angenehm ruhige Art an sich und erklärte die Dinge mit viel Humor. Das Problem war nur, zu dem Zeitpunkt konnte ich nicht wirklich richtig darüber lachen. Die Nervosität war bereits viel zu groß. Immerhin sorgte unser Tauchlehrer so auf seine ganz eigene Art dafür, dass sie nicht überhand nahm.

Dann kam die erste neue Erfahrung – Neopren. Man muss kräftig dran ziehen, damit man reinkommt. Wenn man den Anzug endlich anhat und an Land steht, wird einem sehr schnell verdammt warm, vor allem in der Sonne Ägyptens. Sogleich kam die nächste Erfahrung, die ich bisher immer nur beschrieben bekommen hatte und die ich mir so gar nicht vorstellen konnte. Es sei nämlich, hatte man mir immer erzählt, gar nicht so schlimm, im Neoprenanzug ins Wasser zu steigen, wenn es eine gewisse Temperatur hatte. Diese Temperatur musste nicht mal sonderlich hoch sein. Und was soll ich sagen – es ist tatsächlich so. Nun hatte der Pool natürlich trotzdem noch angenehme Temperaturen, aber auch aus anderen Erfahrungen, die ich mittlerweile gemacht habe, kann ich bestätigen: Auch wenn man es nicht glaubt, das Neopren erfüllt seinen Zweck. Selbst wenn es nur 5 Millimeter hat.

Schließlich, ein paar Erklärungen später, kam der große Moment: zum ersten Mal unter Wasser gehen mit dem Regulator. Nun, eigentlich hatte ich sowas ja schon mal gemacht, aber das war zu dem Zeitpunkt etwas mehr als 15 Jahre her. Und die Situation war eine andere – diesmal wusste ich, was ich tat. Ungefähr jedenfalls. So’n bisschen. Trotzdem musste ich konzentriert bleiben, um nicht gewohnheitsmäßig die Luft anzuhalten. Siehe da, es ging. Es dauerte, bis ich mich zurecht gefunden hatte mit der Ausrüstung, oder sagen wir, bis die Ausrüstung nicht immer nur das machte, was sie wollte, sondern ab und an auch mal auf mich hörte. Dann kamen wir zu den spezifischen Übungen.

Der große Vorteil vom Pooltauchgang ist, dass man im Ernstfall schnell an der Oberfläche ist, falls etwas schiefgeht. Aber was soll ich sagen? Es ging nichts schief. Das war mir schon wieder unheimlich. Maske abnehmen, wieder aufsetzen und sie ausblasen – klappte beim ersten Mal. Hä? Regulator aus dem Mund nehmen, fallenlassen, wiederfinden und wieder zurück in den Mund – klappte. Selbst die Übung, bei der man die Maske abnehmen und mindestens eine Minute ohne diese durch den Regulator atmen musste, funktionierte. He, ich bin Anfänger! Ich verlange, Fehler zu machen! Ich will mich blöd anstellen! Okay, letzteres hätte ich vielleicht nicht so laut fordern sollen, denn das kam noch. Tatsächlich war meine Stimmung zum ersten Mal eher positiv. Aber Zweifel blieben. Kleine, niedliche Zweifel. Zweifel, die noch wachsen sollten. Und das schneller, als mir lieb war.

Wir machten die Poollektionen so ausführlich, dass es längst dunkel war, als wir zum letzten Mal aus dem Wasser stiegen. Die letzten Übungen hatten wir im gedimmten Licht der „kleinen“ Poolbeleuchtung durchgeführt. Jetzt, da wir rausgingen und uns des Neoprenanzugs entledigten, schaltete man die großen Unterwasserscheinwerfer ein. Arrgh! Warum jetzt? Warum nicht früher?

Die Bilanz des Tages war durchaus positiv. Der Tauchlehrer war sehr bemüht und manchmal konnte man den Eindruck bekommen, er machte bestimmte Dinge nur, um uns ein Lächeln zu entlocken. Selbst unter Wasser, aber lächeln Sie mal, wenn Sie einen Regulator im Mund haben. Was mich an dem Tag allerdings sehr irritierte, war der Punkt, dass wir dem Tauchlehrer demonstrieren mussten, dass wir in der Lage waren, nicht nur zu schwimmen, sondern das auch noch zehn Minuten ohne Pause. Dabei war schwimmen doch genau das, was ich so konnte. Leichteste Übung! Wie Mark Spitz! Na gut, wie ein in die Jahre gekommener Mark Spitz, der nie an Olympia teilgenommen hatte. Oder sagen wir, wie ein Badewannen-Mark-Spitz. Das trifft’s. Meine Frage, ob es denn was gebracht hätte, wenn ich mein Freischwimmerzeugnis (von 1983 oder so) mitgebracht hätte, wurde seitens des Tauchlehrers abschlägig beschieden. Der Tauchlehrer habe sich, so die Vorschriften, „persönlich“ davon zu überzeugen, dass die Schüler schwimmen können.

Im Dunkeln und der dadurch bedingten aufziehenden Kälte mussten wir uns unserer Sachen entledigen. Also das gleiche wie am Mittag, nur umgekehrt: Raus aus dem Neopren. Hmja. Also, den Reißverschluss kriegte ich auf. Und dann? Keine Chance – ich kam nicht raus (für die Kenner unter den Lesern: Mein Anzug hatte den Reißverschluss vorne). Ich drehte mich zu unserem Tauchlehrer um. „Gibt es da einen Trick?“, fragte ich und hoffte insgeheim, seine Antwort würde nicht lauten: „Nein, da gibt es keinen Trick. Jeder Idiot kommt aus einem Neoprenanzug raus!“ Doch tatsächlich lächelte er mild und meinte: „Ja, da gibt es einen Trick: Lass Dir vom Buddy helfen!“ Da Annette genug mit ihrem Anzug zu kämpfen hatte, sprang der Tauchlehrer kurzfristig in die Rolle des Buddys und zog mir das Neopren von den Schultern. Danach ging es ganz einfach ohne Probleme wie geschmiert zwar auch nur mit viel ziehen und zerren weiter, aber irgendwann war ich den Anzug los.

Nachdem wir wieder trocken waren, ging es direkt zum Abendessen und daran, das Erlebte zu verarbeiten und durch Bücherstudien zu vertiefen. Wir waren jetzt „Buddys“, das hatte ich heute gelernt – Tauchpartner, die auf einander zu achten hatten. Wenn sie nicht gerade zu sehr mit sich selbst beschäftigt waren. Ooookaaaay…

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Ausrüstung Tauch-Theorie Urlaub

Scuba Diver: Der Entschluss – Annettes Version

Ich hatte mich also entschlossen, nähere Informationen einzuholen.

Der Rest des Tages verlief ruhig. Wir kehrten zum Hotelzimmer zurück und machten uns fürs Abendessen fertig. In Ägypten gehen die Uhren anders – so auch unser Wecker im Zimmer. Je länger wir da waren, desto schneller lief er. Und so kam es, dass wir versehentlich zu früh zum Abendessen erschienen – der Raum war noch nicht geöffnet.

Vor dem Raum ist die große Eingangshalle mit Sesseln und Sofas. Ich nahm mit  Thorsten hier Platz und wir warteten. Mein Blick schweifte durch die Halle – ah ja. Da war ja der Taucherstand. Ich ging hin und holte mir einen Infozettel.

Ich las ihn. Hmmm… „Discover Scuba Diving“ stand da. Ein Kurs ohne Brevet – kam nicht in Frage. Wenn schon denn schon. Ich las weiter. Scuba Diver… OWD… AOWD. Leicht irritiert starrte ich den Zettel an. Preise standen da, und wieviel Unterricht man hatte, aber wo lag der Unterschied? Ich fragte Thorsten. Der aber konnte mir auch nicht weiterhelfen – wie auch. Ich wog die Lage ab. Konnte ich es riskieren, unverbindlich am Desk nachzufragen? Ich warf einen Blick hinüber. Inzwischen saß dort ein sympathischer blonder großer junger Mann. Ich überlegte. Wenn man einmal fragt, dann wird man doch regelrecht verfolgt von solchen Typen, dachte ich. Ach, was sollte es. Im schlimmsten Falle würde ich eine Woche verfolgt, dann reisten wir eh ab.

„Weißt du was?“, sagte ich zu Thorsten. „Ich frag einfach mal nach.“ Er nickte. Wild entschlossen nahm ich den jungen Mann ins Visier  und steuerte zielstrebig das Desk an. Der junge Mann lächelte mich freundlich an. Ich fragte nach, er erklärte mir (auf Englisch), dass der Scuba Diver sowas wie ein „beschränkter“ Tauchschein sei. Man dürfe dann in Zukunft nur mit einem Lehrer tauchen, nicht alleine.

Aha.

Ok, dachte ich. Das ist doch genau das Richtige. Ich verabschiedete mich und lief Richtung Thorsten zurück. Auf dem Weg drehte ich mich um und sah, wie der junge Mann hinter mir her lief. Wußte ichs doch! Kaum spricht man so einen an, schon verfolgen sie einen! Ich beschleunigte meinen Schritt, stolperte aber leider über die Teppichkante des Hotelteppichs und legte mich fast auf die Nase. Hektisch stand ich wieder auf, inziwschen hatte mich der nette Herr natürlich eingeholt. Ob es daran lag, dass ich schon so entschlussfreudig aussah… ich weiß es nicht. Jedenfalls erklärte er uns jetzt in aller Auführlichkeit die Unterschiede. Der Scuba Diver sei auf 12 Meter Tiefe begrenzt. Und man darf noch nicht alleine tauchen. Und man kann darauf aufbauen. Interessiert hörten wir zu.

Nachdem sich der junge Mann verabschiedet hatte, starrte ich Thorsten an. Irgendetwas schien in ihm zu arbeiten, aber ich konnte nicht sagen, was. Ich hatte mich jedenfalls entschieden. 12 Meter, dachte ich. Pf! Das ist doch gar nix. Und Wracks, die liegen ja wohl kaum in 12 Meter Tiefe. Ein Ruderboot vielleicht, ja, aber doch kein Schiff. Geradezu lächerlich! Da müsste das Schiff ja geradezu aus dem Wasser noch herausgucken! Das wird sicher richtig nett, dachte ich. So ein hübsches Riff, bunt und farbenprächtig, dazu schöne Fische, DAS würde mich in 12 Meter Tiefe erwarten. Hier möchte ich doch nochmals erinnern, dass ich mich bis dato noch nie mit der Unterwasserwelt oder dem Tauchen beschäftigt hatte! 🙂

„Ich mach den Scuba Diver“, sagte ich zu Thorsten. Aus irgendeinem Grund sah er missmutig aus. „Machst du mit?“, fragte ich. Thorsten brummte vor sich hin, aber ein „ja“ oder „nein“ bekam ich nicht zu hören. Lag es am Geld? Schließlich sind die Kurse teuer, und das war eigentlich im Budget nicht geplant. Fehlte ihm der Mut? Es lag an keinem von beiden. Ich hatte den Eindruck, dass er nur noch einen kleinen Schubs brauchte. Irgendetwas schien in ihm ja zu sagen, aber es kam noch nicht durch.

„Wenn du nicht willst, dann ist es nicht schlimm, vorausgesetzt du kannst mich zwei Tage entbehren“, versuchte ich es aus ihm rauszulocken. “ Daran liegt es nicht“, erwiderte er. Hm… er wollte also!

„Thorsten, man lebt nur einmal“, sagte ich ihm. “ Wenn du das genauso willst wie ich, dann mach es doch einfach. Was sollte dich denn daran hindern?“ Das war wohl das Zauberwort. Er willigte ein.

Aufgeregt rannten wir zum Desk und wollten uns gleich anmelden. Der blonde junge Mann lächelte über so viel Eifer und sagte uns, dass wir am nächsten Tag zur Tauchschule gehen sollten um uns dort anzumelden. Meine Güte waren wir aufgeregt!

Am nächsten Morgen überdachten wir alles nochmal, aber wir waren nicht mehr davon abzubringen. Wir schlangen das Frühstück hinunter und gingen sofort zur Tauchschule. Dort nahm uns der Chef in Empfang. Wir füllten die Anmeldungen aus, erhielten Lehrbücher und wurden vor einen Fernseher gesetzt. Huch? Auf Englisch lief ein Lehrfilm über das Tauchen. Ich war leicht erstaunt? Sollte das etwa die Theorie sein? Sie war es. Gute zwei Stunden saßen wir vor der Glotze. Nachdem wir fertig waren, erklärte uns der Basisleiter, dass wir um halb eins wieder da sein sollten, da wir dann unsere Tauchlehrerin treffen würden und wir würden eingekleidet. Alles klar. Wir gingen zum Zimmer zurück, heftig am diskutieren über das Gesehene und über das, was folgen würde.

Im Zimmer angegekommen blätterten wir ein bisschen im Buch (Bilder!!), denn wir hatten nur noch 20 Minuten Zeit. Schließlich packten wir zusammen und gingen zur Tauchschule zurück.

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Schnorcheln Tauch-Theorie Urlaub

Scuba Diver: Der Entschluss – Thorstens Version

Meine Bedenken zum Tauchen waren im Lauf der Zeit zu einer stattlichen Sammlung angewachsen. Nicht ungefährlich, klar. Besonders am Bodensee. Kaltes Wasser. Das Anschaffen der Ausrüstung verschlang ein Vermögen.

Dann jedoch kam der Moment, in dem das alles herausgefordert wurde. Eines Abends in der Haupthalle unseres Hotels saßen wir da und warteten, dass das Abendessen-Buffet eröffnet werden würde. Es arbeitete in Annette, das konnte ich sehr deutlich merken, wusste aber nicht genau, wieso. In der Hotelhalle, genau vor dem Buffet-Restaurant, stand eine Reihe von Tischen. An einem konnte man eine Immobilie in El Gouna käuflich erwerben, an einem anderen hatte die Tauchbasis des Hotels ihr Lager aufgeschlagen und versuchte, Ausflüge und Kurse an den Mann (und die Frau) zu bringen. Annette hatte sich ein Prospekt von der Tauchbasis geholt und studierte es. Plötzlich drehte sie sich zu mir um.

„Wolltest Du nicht auch schon immer mal tauchen lernen?“

Was bitte? Bevor ich meinen Katalog mit allen möglichen Bedenken auspacken konnte, fragte sie mich, ob ich wüsste, was bei den ganzen Tauchscheinen, die man machen kann, denn der Unterschied sei. Ja nun, äh… keine Ahnung. Ich hatte mich mit dem Thema zwar beschäftigt, aber so tief war ich in die Materie dann doch nicht eingedrungen. Annette jedoch wollte sich erkundigen und ging herüber zum Tisch der Tauchbasis, um mal nachzufragen. Ich war etwas verwirrt. Worauf lief das jetzt raus? Von schwimmen war die Rede gewesen vor unserem Urlaub, vom Schnorcheln… was sollte das werden? Annette kam kurz darauf zurück und hatte – offenbar unfreiwillig – einen Typ von der Tauchbasis im Schlepptau. Nachdem sie über eine Teppichkante gestolpert war, schaffte er es auch, sie einzuholen. Dann erklärte er uns, was genau der Tauchschein „Scuba Diver“ beinhaltete: Tauchgänge sind beschränkt auf eine Tiefe von 12 Metern und nur in Begleitung eines „Professional“, sprich: eines Tauchlehrers. Schön, jetzt wissen wir das ja. Und jetzt geh sch…

Hallo!

Was? Wer spricht da?

Hier spricht Dein Tatendrang. Wenn Du so fasziniert vom Tauchen bist, warum probierst Du es nicht mal? Jetzt hast Du die Chance dazu.

„Ich mach den Scuba Diver!“, verkündete Annette in dem Moment. „Machst Du mit?“

Na siehst Du. Und schon hättest Du die passende Partnerin dazu.

Was mich in dem Moment noch zögern ließ, verstand ich erst später vollständig. Mein ganzes Leben lang hatte ich mich auf eine bequeme Position zurückgezogen, was das Tauchen betraf. Immer hatte ich Gründe in den Vordergrund geschoben, warum es besser war, das nicht anzufangen. Gefahr, Kälte, Geld… Aber so? Hier in Ägypten könnte man es wenigstens mal soweit ausprobieren, dass man wirklich sagen konnte, ob es etwas für einen war oder nicht. Aber wie es so ist, der Rückzug auf die bequeme Position war eine alte Gewohnheit, und mit alten Gewohnheiten bricht man nicht so leicht. Auch wenn man spürt, dass eigentlich nur etwas Gutes dabei herauskommen kann. Man möchte den „sicheren Hafen“ lieber nicht verlassen. Annette merkte das und bohrte nach. Dabei konnte ich ihr zu dem Zeitpunkt nicht mal genau sagen, was mich zögern ließ. Mir fehlte der Einblick.

Komm schon, hör auf Deinen Tatendrang!

Was ist mit meinen Bedenken?

Oh, das ist kein Problem. Courage und ich, wir haben die Bedenken überwältigt, gefesselt und geknebelt. Die melden sich so schnell nicht wieder.

„Thorsten, man lebt nur einmal“, hörte ich Annette in dem Moment sagen. „Wenn du das genauso willst wie ich, dann mach es doch einfach. Was sollte dich denn daran hindern?“ Und sie streckte mir die Hand hin. Das war ein Wort. Ich nahm sie an und wir sprangen auf, um uns am Tisch der Tauchbasis für den Kurs anzumelden. Der junge Mann rechnete im Kopf durch. Wir sollten am nächsten Tag zur Tauchbasis selbst gehen und uns anmelden. Einen Tag später würde der Kurs selbst losgehen.

Wollte man unseren Zustand beschreiben, so ist „elektrisiert“ sicherlich das richtige Wort. Tatsächlich blieben meine Bedenken stumm. Wir überlegten uns, ob wir wohl die Schweizerin als Lehrerin bekommen würden und stellten fest, dass wir schon wieder die gleichen Gedanken gehabt hatten – die hatte eine angenehme, ruhige Art an sich, da wäre das sicherlich kein Problem für uns. Doch erstmal stand die Theorie an. Und die kam schneller, als wir gedacht hatten. Am nächsten Tag gingen wir gleich nach dem Frühstück zur Tauchbasis, kämpften uns durch die Anmeldeformulare, bevor es hieß: „And now theory!“ Damit begann alles einen Tag früher als wir gedacht hatten.

Tatsächlich hatte das was von Schule, als man uns die Lehrfilme über das Tauchen vorführte, insgesamt über zwei Stunden. Erfreulich für mich war, dass das meiste in der Theorie eigentlich Wiederholung dessen war, das ich schon gelernt hatte im Zusammenhang mit Tauchnotfällen, gerade was physikalische Vorgänge betraf. Da Annette und ich beide aus dem medizinischen Sektor kommen, sind uns gewisse Dinge sowieso eher vertraut. Dummerweise eben gerade die Negativen, aber dazu kommen wir noch.

Ausgerüstet mit dem Lehrbuch für den Kurs kehrten wir in unseren Bungalow zurück und fingen an, das gesehene zu verarbeiten, soweit uns das möglich war. Die Sache ist nun mal die, dass man das Tauchen nicht nur mit Theorie lernen kann. Man muss sich auch gewisse Fertigkeiten aneignen. Und der erste Pool-Tauchgang sollte schon an gleichen Nachmittag stattfinden. Dazu sollten wir etwas früher zur Tauchbasis zurückkehren, denn wir mussten noch die richtige Ausrüstung finden, Neopren-Anzug, Tarier-Jacket… all sowas.

Beim Nachlesen im Buch fielen mir besonders wiederum ein paar negative Dinge auf. Stichworte wie „Luftembolie“, „Lungenriss“ oder „Barotrauma“. Und auf einmal hörte ich eine leise Stimme in meinem Hinterkopf.

Worauf hast Du Dich da eingelassen?

Oh, hallo Bedenken. Habt Ihr Euch befreien können?

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Ausrüstung Flugreisen Urlaub

Sheraton Miramar El Gouna: Anfang des Tauchabenteuers – Annettes Version

Ich endete das letzte Mal mit der Abreise nach Ägypten.

Eine Kollegin von Thorsten brachte uns zum Zug, mit dem wir Richtung Stuttgart fuhren. Dort angekommen, stiegen wir in die Flughafen S-Bahn. Und dann – hatten wir das erste Etappenziel erreicht.

Gut gelaut und schwatzend reihten wir uns in die Schlange der Wartenden vor dem Abflugschalter ein. Wir freuten uns mächtig auf den Urlaub. Während wir immer weiter aufrückten, fiel mein Blick auf die Person, die gerade abgefertigt wurde. Eine Frau. Mit einer Jacke. Da stand hinten drauf: „Red Sea Diver“.

Die Jacke gefiel mir. Nachdenklich starrte ich die Jacke an. „Tauchen“ schoss es mir durch den Kopf. Ach neeee. Lieber schnorcheln. Und – ich hatte mich vorher mit einer Kollegin unterhalten, die schon mal am Roten Meer war – Kitesurfen! DAS wäre doch was für mich. Ich nahm mir fest vor, es dort auszuprobieren.

Schließlich checkten wir ein, und da noch Zeit bis zum Abflug war, bummelten wir durch das Flughafengebäude. Im ersten Stock trafen wir auf ein Fast Food Restaurant. Ich muss sagen, dass ich mich normalerweise von so etwas nicht ernähre, aber hallo! Ich hatte doch Urlaub! Ran ans Buffet! Ich schlug vor, dort eine „Kleinigkeit“ zu essen. Thorsten willigte ein, und schon bald hatten wir ein Tablett mit fettigem Essen vor uns. Gedankenlos stopfte ich mich voll. Die Zeit wurde langsam knapp. Rein damit!

Danach ging es zum Gate und wir flogen ab. Der Flug war angenehm und problemlos. Gegen 21 Uhr Ortszeit landeten wir in Hurghada. Nachdem wir die Einreiseformalitäten hinter uns gebracht hatten, wurden wir zu unserem Hotel gebracht. Leider war es schon dunkel, so dass wir zuerst nicht viel davon sahen. Nach dem Einchecken wurden wir auf niedliche Golfwägelchen verfrachtet und zu unserem Bungalow gebracht. Der Weg führte über kleine Brückchen und hübsch angelegte Wege. Am Bungalow angekommen wußten wir bereits, dass wir mit unserem Hotel einen Glücksgriff gemacht hatten.

Man wies uns ein und erzählte uns, dass es für uns noch ein Abendessen geben würde. Im Haupthaus. Das wollten wir natürlich auch noch probieren. Also richteten wir uns kurz ein und machten uns auf den Weg. Nur – wo war das Haupthaus? Nachdem wir uns viermal verlaufen hatten, schritten wir zum Äußersten und zogen die Karte der Hotelanlage zu Rate. Wie Sherlock Holmes und Doktor Watson pirschten wir in der Dunkelheit den Wegen entlang, nur um festzustellen, dass das Haupthaus ein Steinwurf von uns entfernt lag. Zu meiner Verteidigung: Ich war nie bei den Pfadfindern. Thorsten wohl auch nicht.

Eine Kleinigkeit später waren wir satt und begaben uns zur Ruhe.

Am nächsten Morgen standen wir früh auf. Nach dem Frühstück wollten wir sofort ins Meer. Wir gingen zum Strand, der unserem Bungalow gegenüber lag. Hier gab es Liegestühle mit Klingelknopf für den Kellner. Badestrand nur für Hotelgäste. Sehr gut. Aufgeregt liefen wir zum Wasser. Im November baden… wie ungewohnt! Und… ungewohnt kalt. Ich war entsetzt. Ich dachte immer, dass das Rote Meer warm wäre? Ok, es könnte auch daran liegen, dass ich kaltes Wasser nicht mag. Ich brauche ewig, bis ich im Wasser bin. Allerdings komm ich dann aber so schnell nicht wieder heraus. Zum Glück ging es Thorsten nicht anders. Blieb man jedoch zu lange an einer Stelle stehen, kamen schon kleine Fischlein, die uns „putzen“ wollten. Also bitte! So dreckig waren wir auch wieder nicht!

Nach einem erfrischenden Bad legten wir uns in die Sonne. Herrlich! Ich kramte nach meiner Zeitschrift, da fiel mir auf, dass mir peinlicherweise die Luft im Bauch herumfuhr. Vielleicht sollte ich ja… ich entschuldigte mich bei Thorsten und lief zum Bungalow zurück. An dieser Stelle möchte ich nicht weiter darauf eingehen. Ich durchlitt zwei Tage, an denen ich das Zimmer nicht verlassen konnte. Ägypten ist ein Durchfallsland, aber so schnell? Ich war irritiert. Thorsten auch. Die Kellner auch. Sowas käme nicht von ihrem Essen. Und soll ich Ihnen was sagen? Sie hatten Recht. Sowas kommt davon, wenn man vor dem Abflug fettiges Essen in sich stopft. Nie wieder!

Acht Immodium und unzählige Tropfen MCP sowie einen Beinahe-Kreislaufkollaps später kam ich langsam zurück auf die Beine. Ich fühlte mich aber noch nicht fit genug, einen neuen Versuch ins Meerwasser zu starten. Daher gingen wir zum Hotelpool.

Der Pool war mittelgroß und ziemlich flach. An der tiefsten Stelle vermutlich 1.80m. Wenn überhaupt. Aber es war nett da. Uns gefiel es. Und so verbrachten wir die folgenden Tage dort.

Eines Tages fanden wir einen Platz an den tieferen Stellen des Pools. Gegen Mittag fiel mir plötzlich auf, dass sich dort Taucher umzogen. Offenbar hatte unser Hotel eine Tauchschule, und hier war eine schweizer Lehrerin mitsamt Schülerin. Da ich eh grad nichts Besseres zu tun hatte, lehnte ich mich vor und hörte einfach mal zu, was hier gelehrt wurde.

Die Schülerin machte einen sehr unsicheren und ängstlichen Eindruck auf mich. Erstaunt merkte ich, wie gelassen und gut die Lehrerin damit umging, sie schaffte es, nicht nur der Schülerin, sondern sogar mir die Angst zu nehmen, obwohl ich ja sicher auf meinem Liegestuhl lag. Jetzt war mein Interesse geweckt. Aufmerksam verfolgte ich die Stunde. Die meiste Zeit saßen die beiden zwar unter Wasser, aber ab und zu kamen sie nach oben und besprachen irgendetwas.

„Was machen denn die da unten?“ fragte ich Thorsten. Thorsten legte die Stirn in Falten. „Zeichen üben vermutlich“, sagte er. Zeichen? Interessiert versuchte ich, durch die Wasseroberfläche etwas zu erkennen. Keine Chance.

Na gut. Ich beschloss, mir das nächste Mal, wenn wir zum Essen gehen würden, so einen Infozettel vom Taucherdesk vor dem Speisesaal mitzunehmen und einfach mal zu gucken, was es für Kurse gibt und wie teuer die sind. Ich hatte inzwischen schon Feuer gefangen. Informieren kostet ja nichts. Ich muss ja nicht, wenn ich nicht will!

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Sheraton Miramar El Gouna: Anfang des Tauchabenteuers – Thorstens Version

Unser Urlaub in Ägypten sollte mit einer Zugfahrt beginnen. Und ich mag Zugfahrten, auch wenn ich immer wieder feststellen muss, dass was die Anbindung ans Schienennetz betrifft, mein derzeitiger Wohnort Brachland ist. Also wollten wir von Überlingen aus fahren… Pustekuchen. Genau an dem Tag war „Schienenersatzverkehr“ eingesetzt, weil die Strecke von Überlingen nach Singen (wo wir in Richtung Stuttgart umsteigen mussten) wegen Bauarbeiten gesperrt war. Aber zum Glück hatte ich eine freundliche Kollegin, die uns gleich bis nach Singen fuhr. Na, dann aber!

Auf dem Stuttgarter Flughafen war ich erst einen Monat zuvor gewesen, weil ich den Norden unserer Republik besucht hatte. Und siehe da, der Flughafen sah immer noch so aus wie damals. Wie langweilig. Selbst die nervtötenden Werbeleute, die einem unbedingt eine weitere Kreditkarte aufschwatzen wollten, waren noch da. Ich glaube, es waren sogar die gleichen Leute, die auf den gleichen Positionen standen. Annette und ich erreichten jedoch unbehelligt unseren Schalter zum Check-In. Vor uns in der Reihe stand eine Gruppe von Leuten, vielleicht vier oder fünf Personen, die offenbar zusammengehörten. Jeder von denen hatte neben dem Handgepäck und einem Koffer noch ein weiteres Gepäckstück. Auf letzterem waren groß Markennamen und manchmal auch ein Werbespruch abgedruckt, sowas wie „Mares – Just add Water!“ oder „seaQuest“. Offenbar Taucher. Das Rote Meer ist eine beliebte Tauchregion. Und nach den Wortfetzen, die zu uns herüberdrangen, unterhielten sie sich gerade über irgendwelche Tauchgänge. Tja.

Wie, „tja“? Das mögen Sie sich jetzt fragen. Und ich kann nur antworten: Ja – tja! Irgendwie war da zwar immer noch das leichte Gefühl der Faszination, aber hatte ich nicht für mich beschlossen, dass das alles zu gefährlich ist? Darauf werde ich noch zurückkommen, für den Moment jedoch hatte sich das Thema erledigt. Wir checkten ein, mussten unser Gepäck in der Sperrgepäck-Abteilung abgeben und überlegten uns, was wir mit der verbliebenen Zeit bis zum „Boarding“ machen sollten. Die Taucher hatte ich da schon wieder vergessen. Überhaupt, wer will den gleich tauchen lernen? Schnorcheln reicht doch auch.

Nun waren wir schon den ganzen Tag unterwegs gewesen und noch nicht so richtig gegessen. Bis wir an Bord des Fliegers kämen, würde es noch etwas dauern. Und mal ganz davon abgesehen würde die Essensausgabe dort nicht in der Sekunde beginnen, da die Räder den Boden nicht mehr berührten. Es galt also, Zeit zu überbrücken – und es fiel eine folgenschwere Entscheidung: Wir gingen in einen Fastfood-Tempel, um den Göttern des Frittierens ein Speiseopfer darzubringen. Sprich, wir nahmen ein Menü mit reichlich Fett zu uns. Annette noch mehr als ich (was sich im Nachhinein als Glücksfall für mich herausstellte), denn sie nahm irgendwas mit Käse. Ich jedoch mag Milch eher, wenn sie nicht durch das absichtliche Hinzubringen von Bakterien zum Verderben gebracht wird.

Übersättigt für den Moment ging es an Bord, durch die Sicherheitskontrolle. Und obwohl ich diesmal sogar meinen Gürtel ausgezogen hatte, piepte das blöde Teil und ich musste mich einer persönlichen Kontrolle unterziehen. Waren da etwa Schrauben in unserem Essen gewesen?

Der Flug war relativ unspektakulär, doch leider war es bereits stockfinster, als wir in Hurghada landeten. Und unser Hotel lag in El Gouna – das ist nördlich von Hurghada, eine halbe Stunde Busfahrt vom Flughafen entfernt. Noch dazu war unser Hotel das letzte, das angefahren wurde. Es war ziemlich spät, als wir dort endlich eintrafen. Allerdings wurden wir durch das Hotel selbst völlig entschädigt, zumindest soweit wir das sehen konnten ob der Dunkelheit. Wir wurden im Golfwagen zu unserem Bungalow gefahren, und der war ein Traum. Wir hatten einen Glücksgriff getan!

Allerdings stellte sich dabei schon eine Tücke der Anlage heraus – man konnte sich dort verlaufen. Okay, sagen wir, wir konnten uns dort verlaufen. Zu unserer Verteidigung: es war Nacht, es war dunkel und wir waren müde. Wir wollten eigentlich nur von unserem Bungalow zurück zum Haupthaus, wo es im Hauptrestaurant noch ein „Spätbuffet“ geben würde. Ja, schon wieder essen! Wir hatten Urlaub, was soll’s? Und nachdem wir unfreiwillig verschiedene Wege durch die Hotelanlage erkundet hatten (die sehr schön mit Pflanzen angelegt waren und über verschiedene Brücken gingen), fanden wir unser Ziel auch.

Am nächsten Morgen ließ mich mein Darm wissen, dass es eine im wahrsten Sinne des Wortes „beschissene“ Idee gewesen war, zuerst in Deutschland sich das Fastfood zu geben (das in dem Fall seinen Namen tatsächlich verdient hatte, „fast food“ = „schnelles Essen“, denn die Zeit drängte irgendwann und wir mussten uns beeilen), um dann noch Spätnachts was zu essen. Aber mein Darm war gnädig, er schien sagen zu wollen „mach das ja nie wieder!“, und blieb dann ruhig. An diesem Tag wollten wir gleich mal das Schwimmen im Roten Meer ausprobieren, und hatten auch hier Glück. Wir traten aus unserem Bungalow heraus, stolperten über ein Blumenrabatt und waren schon am Hotelstrand, der mit allem Komfort und -zurück ausgestattet war. Das war mal wirklich „Urlaub“.

Dann ab ins Wasser! Im November! Unser Enthusiasmus wurde allerdings etwas gebremst, aus irgendwelchen Gründen war das Wasser hier in Ufernähe recht kalt. Und mit Wassertemperaturen hatte ich auch schon immer ein Problem gehabt. Meine Klassenkameraden sprangen bei 17 ° Wassertemperatur ins Wasser des Bodensees wie nichts – ich brauchte meine Zeit. Na, das konnte ja heiter werden. Vor meinem geistigen Auge sah ich Annette, die mir bereits von einer Mangroveninsel aus zuwinkte, die unserem Badestrand vorgelagert war, während ich mich immer noch Stück für Stück vorarbeitete. Und selbiges war auch noch mit ein Grund, weswegen ich das Tauchen nie angefangen hatte. Die Gestörten gingen ja in richtig kaltes Wasser! Wasser, das gerade mal 11 oder 12 ° hatte! Nein, vielen Dank.

In der Situation drehte ich mich zu Annette um. Sie lächelte mich freundlich an. „Geh doch schon mal vor!“ Bitte? „Ja, ich brauch immer ein bisschen.“ Okay, das passte ja mal wieder, denn da ging es ihr nicht anders als mir. Auf unserem langsamen Weg ins Wasser wurden wir von einer anderen Touristin überholt, die sich einfach in die Fluten stürzte und losschwamm, bis sie die Mangroveninsel erreicht hatte und uns von da aus zuwinkte. Wir bekamen indessen Probleme anderer Art. Der Fischreichtum des Roten Meeres ist legendär, und selbst an jedem einfachen Hotelstrand kann man schon im flacheren Gewässer auf irgendwelche Meeresbewohner treffen. In dem Fall machten wir Bekantschaft mit einer Gattung, die man gemeinhin „Putzerfische“ nennt. Sie kamen und fingen an, an uns herzumzuzupfen. Und in meinem ganz speziellen Fall hätte man diese Tiere auch „Epilierfische“ nennen können, denn sie fingen an, an den Härchen an meinen Beinen herumzuzupfen. Also legten wir einen (kleinen) Schritt zu und irgendwann schwammen wir unsere Runden.

Nach dem Bad lagen wir auf unseren Strandliegen. Es ging nicht lang, und Annette entschuldigte sich, sie müsse mal wohin… Sie erinnern sich an meine obige Anmerkung zu der „beschissenen Idee“? Bei Annette schlug die Fastfood-Sünde völlig durch und setzte sie erstmal außer Gefecht. Essen konnte sie kaum was und den Sicherheitsradius von zwei Metern zur nächsten Toilette sollte sie nicht verlassen. Das hatte natürlich zur Folge, dass ich beim Essen im Restaurant erstmal allein aufkreuzte, wo sich die Kellner rührend erkundigten: „Where’s your wife?“ Ich überlegte kurz, ob ich wohl erläutern sollte, dass wir nicht verheiratet waren, ließ es aber. Darum ging es nicht. Ich erzählte von Annettes Erkrankung, bekam den hoteleigenen Arzt ans Herz gelegt und das Krankenhaus von El Gouna (das, soweit ich informiert bin, nach europäischem Standard eingerichtet sein soll). Und obwohl das nicht gern gesehen wurde, durfte ich sogar Essen vom Buffet aufs Zimmer mitnehmen.

Nachdem Annette zwei Tage später wieder genesen war, konnten wir unseren Urlaub in geplanter Weise fortsetzen. In den zwei Tagen hatte ich die Hotelanlage erkundet und mich auf die Suche gemacht nach einer Möglichkeit, in landnähe zu schnorcheln. Da war nur ein Problem: der Uferbereich war ziemlich flach und man musste recht weit rauslaufen, um in tieferes Gewässer zu kommen. Zwar war direkt neben dem Hotel ein Strand mit einem sehr langen Steg, der bis zum tieferen Bereich ging, aber der war gerade mit dem Hinweis „IT IS NOT SAFE!“ gesperrt. Und wenn in Ägypten irgendwo steht, „IT IS NOT SAFE!“, dann ist das so. Wir beschlossen also, den Hotelpool auszuprobieren und uns nach Schnorchelausflügen zu erkundigen, die irgendwelche Riffe im Roten Meer ansteuerten.

Der Hotelpool war sehr schön hergerichtet und nicht allzu tief. Richtig zum Schwimmen und ein wenig wärmer als das Meer. Und Komfort gab es hier auch. Allerdings kamen auch Vertreter von verschiedenen Veranstaltern her, um den Touristen irgendwelche Betätigungen schmackhaft zu machen. Zum Beispiel Gleitschirmfliegen. Begeistert erzählte uns einer der Werber, dass man hier an einem Fallschirm hängt, der von einem Speedboot gezogen wird. Hier möchte ich darauf hinweisen, dass ich seit frühester Kindheit an Höhenangst leide (behalten Sie das im Hinterkopf, das wird in einem späteren Kapitel nochmal wichtig). Die Aussicht, an einem Fallschirm in fünfzig oder siebzig Metern Höhe zu hängen, der von einem Speedboot gezogen wird, ließ mich nicht gerade spitze Schreie der Begeisterung ausstoßen. „You have a fantastic view!“, wurde mir versichert. Ja, was auch immer. Vielen Dank. Geh scheißen!

Und einmal kam ein Werber von der hoteleigenen Tauchbasis. Was sein Kollege vom Gleitschirmfliegen über die Luft erzählte, erzählte er über die Unterwasser-Welt. Damit traf er meinen Nerv schon eher. Aber so einen Tauchkurs zu machen? „You will see Nemo!“, wurde mir versichert. Der arme Clownfisch… erst darf ein Reh nicht mehr so heißen, sondern wird wegen Disney nur noch „Bambi“ genannt, jetzt heißen alle Clownfische „Nemo“. Ja, was auch immer. Vielen Dank. Geh… ach… hm.

Wie wir dann feststellten, wurde der tiefere Bereich des Pools von der Tauchschule für die Pooltraingsstunden benutzt. Erinnerungen wurden wach an meinen Schnuppertauchgang in Freudenstadt. Hm. Hatte der Werber nicht irgendwas gesagt, es gäbe da auch sowas wie Schnuppertauchen? Ach komm, warum willst Du Dich quälen? Du weißt doch schon, dass es Dir gefallen würde, das „Rumplanschen“ bringt auch nichts. Vergiss es doch einfach. Aber interessant war es schon, den Tauchschülern und ihrer Lehrerin zuzusehen. Diese Lehrerin, das war nicht zu überhören, kam aus der Schweiz. Sie war sehr ruhig und sehr geduldig. Das gefiel mir. Alles wurde erklärt, auch mehrfach, wenn es nötig war. Irgendwann, als Schüler und Lehrerin unter Wasser waren, fragte Annette plötzlich: „Was machen denn die da unten?“ Man konnte nicht viel erkennen, nur dass Schüler und Lehrerin auf dem Grund lagen, einander zugewandt. „Handzeichen üben?“, war meine schwache Vermutung. Das kannte ich noch von meinem Schnorchelkurs und ich wusste, dass Taucher eine ganze Reihe von Zeichen haben, mit denen sie sich verständigen. Ich selbst schwankte innerlich. Noch ein Schnupperkurs? Das erschien mir wenig sinnvoll. Aber dann hätte man wenigstens was besonderes im Urlaub gemacht. Einen „richtigen“ Kurs zu machen, das war hinter einem Vorhang von Bedenken verschwunden. Na ja, wer will den gleich das Tauchen lernen?

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Wie alles begann… – Annettes Version

Tauchen…

…abtauchen in eine andere Welt.

Wie kommt man zu so einer Sportart?

Thorsten erzählte mir von dieser neuen Webseite und der Idee, unseren taucherischen Werdegang zu dokumentieren. Ungeschminkt und unzensiert. Ich hielt das für eine gute Idee. Erst einmal wird der ein oder andere Leser, der selber schon taucht, herzlich über uns lachen können, genauso wie wir selber über uns lachen. Und vielleicht findet auch ein Nicht-Taucher daraufhin den Mut, es doch mal auszuprobieren.

Nun… die Grundvoraussetzung zum Tauchen ist natürlich die Vorliebe zum Wassersport. Diese scheint bei mir in den Genen zu liegen. Meine Mutter erzählte mir einmal, dass es sehr einfach war, mich als Baby zu beruhigen, wenn ich schrie. Einfach Wasser in die Wanne laufen lassen und das Kind hineinsetzen… schon hatte ich wohl alles, was ich damals brauchte.

Ich wohnte damals mit meinen Eltern und meiner Schwester in der Nähe von Düsseldorf. In den Sommerferien fuhren wir alle Mann jedes Jahr an den Bodensee… meine Mutter war dort aufgewachsen. Als ich gerade mal zwei Jahre alt war, ging meine Mutter mit mir und meiner Schwester im Sommer zum Baden. Sie ging zum Strand, stellte mich bis zu den Knien ins Wasser, damit ich mich schon mal an die Kälte gewöhnen konnte, und drehte sich um, um meiner Schwester die Schwimmflügel anzulegen. Danach wollte sie sich zu mir runter bücken – und erschrak. Annettchen war weg. Sie trieb kopfunter auf der Wasseroberfläche. Und paddelte wie ein Hund. Nur der Hintern guckte noch aus dem Wasser heraus. Tja…. vermutlich hatte damals mein Hintern schon den größten Auftrieb.

Entsetzt riss sie mich aus dem Wasser. Damit tat sie mir aber keinen Gefallen. Ich schrie wie am Spieß. Und wollte wieder unter Wasser. Damit war der Grundstein zum Tauchen gelegt.

Wieso also habe ich erst mit 39 Jahren angefangen zu tauchen, wenn ich schon so früh Ambitionen dazu hatte? Die Frage ist einfach zu beantworten. Der größte Feind des Menschen ist er selbst! Die Hindernisse hatte ich mir selbst in den Weg gelegt.

Aus völlig ungeklärten Umständen entwickelte ich als Kind eine große Furcht vor Schiffen. Nicht vor den Schiffen, die man über Wasser sehen kann, nein, ich hatte Horror vor der Vorstellung, ein Schiff von unten zu sehen. Und natürlich die Wracks. Das war mir unheimlich, gruselig, und ich wollte das gar nicht sehen. Hätte man mir zu der Zeit eine Million Euro geboten, ich hätte es nicht fertig gebracht, unter einem stehenden, kleinen Tauchboot durchzutauchen. NIEMALS!

Statt dessen lernte ich als Jugendliche Windsurfen. Das hat mir auch sehr viel Spaß gemacht. Und es war über Wasser!

Selbst mit zunehmenden Alter und – man sollte meinen – zunehmender Vernunft – konnte ich mir diese blöde Schiffsangst nicht abgewöhnen. 1997 kam der „neue“ Titanic Film im Kino. Ich überlegte mir wirklich, ob ich mir das überhaupt antun kann. Oder ob ich dann wieder nächtelang kein Auge zu kriegen würde wegen der Untergangsszene. Leider war aber eine meiner Freundinnen so begeistert von dem Film ( er sei ja sooo realistisch), dass sie für das kommende Wochenende Karten fürs Kino besorgt hatte. Auch für mich. Ich müsse das sehen.

Wirklich?

Davon war ich noch gar nicht so überzeugt. Im Kino sieht alles noch realistischer aus. Allein durch die Größe des Bildes. Aber…ich konnte ihr doch nicht sagen, dass ich Angst davor hatte! Also, ein bisschen Stolz besitze sogar ich!

Tapfer kam ich an diesem Wochenende zum verabredeten Kino. Der Film war schön gemacht, doch dann… kam die Untergangsszene. Das ganze Kino schwieg betroffen, während ich hektisch an den Fingernägeln kaute und nur hoffte, dass diese Szene dann bald vorbei ist. Ich fokussierte noch nicht einmal richtig, ich konnte die Szene so nur verschwommen sehen, aber das reichte mir schon. Mehr wollte ich doch gar nicht.

Das Tauchen war noch weit entfernt. Aber die Liebe zum Wassersport war schon immer da. Und – ich war erstaunt als ich davon erfuhr, bei Thorsten auch.

Thorsten und ich lernten uns vor 20 Jahren beruflich kennen. Damals hatten wir aber kaum Kontakt. Mitte der 90ger Jahre trafen wir wieder aufeinander, und da lernten wir uns richtig kennen. Schnell merkten wir, dass wir uns gegenseitig inspirieren konnten, oft redeten wir nächtelang über Gott und die Welt. Und dann kam es raus: Auch Thorsten liebte das Wasser. Daraufhin versuchten wir – ungelogen – einmal zusammen schwimmen zu gehen. Wie lange wir versuchten, einen gemeinsamen Termin zu finden wollen Sie wissen? Och… so 4 bis 5 Jahre vielleicht…

2008 hatten wir dann genug. So ging das doch nicht weiter! Die Buchungskataloge kamen auf den Tisch, es wäre doch gelacht, wenn wir nicht einmal zusammen schwimmen gehen würden! Und wenn es nicht in Deutschland ist… dann eben woanders. Unsere Wahl fiel auf die Isla Maguerita (Venezuela) in der Karibik. Baden und schnorcheln… das hatte ich zwar auch noch nie gemacht (es könnte ja ein Schiff vorbeifahren, wenn ich den Kopf grad unter Wasser hab), aber das würde ich hinkriegen. Bestimmt sogar.

Leider… wurde aber die politische Lage in Venezuela etwas unberechenbar zu der Zeit, zu der wir dort hin wollten. Also entschlossen wir uns kurzerhand um, und buchten Ägypten – das Rote Meer. Auch gut zum Schnorcheln. Perfekt! Der Abflugtag rückte näher… da fiel mir ein, dass man zum Schnorcheln vielleicht auch noch einen Schnorchel braucht. Wie Sie merken, bin ich manchmal etwas unsortiert. Dafür kann ich aber in den folgenden Berichten noch bessere Beispiele liefern. Also, um auf den Schnorchel zurückzukommen, hetzte ich am letzten Tag vor dem Abflug noch in das ansässige Sportgeschäft und deckte mich mit Brille und Schnorchel ein. Flossen? Also bitte – ein Flatflutediver braucht doch zum Schnorcheln keine Flossen! An die hatte ich gar nicht gedacht.

Zu Hause angekommen packte ich selbstverständlich auf den letzten Drücker meinen Koffer. Ein Wunder, dass ich alles dabei hatte. Und dann ging es Richtung Flughafen. Das Abenteuer konnte beginnen!

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Wie alles begann… – Thorstens Version

„Vier Wochen später las ich in der Illustrierten dann
völlig sprachlos, wie das alles mit mir begann!“

Reinhard Mey: „Die Homestory“

Anfang 1970er Jahre - die AnfängeWenn man den Werdegang betrachten will, wie wir zum Tauchen kamen, muss man natürlich zurückgehen bis an die Anfänge. Unser Tauchlehrer erzählte uns, er hätte schon Tauchschüler gehabt, die sich bis zum Tauchkurs noch nicht mal getraut hätten, den Kopf unter Wasser zu nehmen, aber unbedingt tauchen lernen wollten. Was Annette und mich betrifft, war das ein wenig anders und es ist ein Wunder, dass es so lange dauerte, bis wir dieses Hobby überhaupt anfingen.

Was mich betrifft, irgendwie hatte ich immer schon eine besondere Affinität zum Wasser. 1972 fanden die Olympischen Spiele in München statt und wie man mir berichtete (ich kann mich daran leider nicht mehr so genau erinnern), saß ich im zarten Alter von zwei Jahren mit meiner Mutter vor dem Bildschirm und feuerte Mark Spitz an, den bekannten amerikanischen Schwimmer. Beim nächsten Wannenbad versuchte ich, ihm nachzueifern und durchpflügte die Wanne in einer Art improvisierten Kraulstil. Stolz verkündete ich meiner Oma, die zu dem Zeitpunkt die Badeaufsicht hatte, ich würde schwimmen wie Mark Spitz. Nun war meine Oma während der Olympiade im Krankenhaus gewesen, und damals war es noch nicht so, dass es Fernseher in den Krankenzimmern gegeben hätte. Sie hatte die ganzen Spiele verpasst und wusste daher nicht, wer Mark Spitz war. Und ich war pickiert. Wie konnte sie sowas nicht wissen?

Tatsächlich bekam ich nur wenige Jahre später meine erste Schnorchelausrüstung, an die ich mich noch erinnere, als wär’s gestern gewesen. Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, ob es so war, aber ich vermute, sie war ein Merchandise-Artikel der Fernsehserie „Flipper„. Es war eine ovale, blaue Taucherbrille mit durchgehendem Glas, ein blauer Schnorchel und genauso blaue Flossen. Zumindest auf der Taucherbrille, ich glaube aber, auf den Flossen ebenso, war ein Logo angebracht, in dem der Schriftzug „Flipper“ stand. Außerdem benutzen die beiden Jungs aus „Flipper“ immer solche Masken, wenn sie tauchen gingen. Meine neue Ausrüstung eröffnete ganz neue Badewannen-Dimensionen, vom Schwimmbad mal ganz abgesehen. Schließlich auch im Bodensee, denn dort wohnten wir seit dem Jahr in dem besagte Olympiade stattgefunden hatte. Irgendwann jedoch war das Gummi der Maske so brüchig, dass das Maskenband riss, außerdem war sie undicht. Sie ging den Weg allen Irdischen.

Zum ersten Mal – ich war mittlerweile irgendwo zwischen sieben und zehn Jahren alt – erwachte in mir die Faszination für den Tauchsport. Damals lief im Fernsehen (zu einer Zeit, in der es nur ein paar wenige Sender gab) eine Serie, in der die verschiedenen Aspekte des Tauchens abgehandelt wurden, wie es funktioniert, was man so machen und sehen kann und welche Ausrüstung es gibt. Diese Serie verfolgte ich mit Begeisterung, nur die Folge über Tauchunfälle fand ich gruselig. Tauchen ist nicht ungefährlich, das lernte ich damals.

Und wie gesagt, wir lebten am Bodensee. Es verging kein Jahr, in dem nicht über mindestens einen Tauchunfall groß berichtet wurde, noch dazu, da das Gebiet um den so genannten „Teufelstisch“ damals noch nicht gesperrt war und dort immer wieder Taucher verloren gingen. Das flößte mir einigermaßen Respekt vor dem See ein. Meine Oma meinte mal, sie sei immer der Ansicht gewesen, dass ich irgendwann das Tauchen anfangen würde, aber auch sie hätte Sorge gehabt, wenn sie gewusst hätte, ich wäre im Bodensee unterwegs. Nun, immerhin sollte sie spät recht behalten, aber zu den Zeitpunkt leider nicht mehr lang genug leben, um es richtig mitzubekommen.

Zurück in die Vergangenheit: Mein Respekt vor dem Bodensee war groß genug, den Tauchsport nie ernsthaft in Erwägung zu ziehen. Als Teenager hatte ich dann eine Jugendzeitschrift abonniert, in der es eine Serie über das Schnorcheln gab. Dort wurde einem alles erklärt, wie man mit Flossen richtig schwimmt, Druckausgleich macht… und so weiter. Seit meiner „Flipper“-Ausrüstung hatte ich immer nur Taucherbrillen gehabt, nun war aber wieder eine ganze Schnorchelausstattung fällig. Mit einem Freund erforschte ich die Unterwasser-Welt des Überlinger Strandbad West in Bereichen, wo ich mich sicher fühlte, nicht ahnend, dass dort auch eine junge Dame zum Schwimmen ging, die ich erst etwas später kennenlernen sollte.

Die junge Dame hieß Annette. Anfang der 1990er Jahre traf ich sie zum ersten Mal aus beruflichen Gründen: Ich war Zivildienstleistender beim Rettungsdienst, sie eine Ehrenamtliche. Aber wirklich kennengelernt haben wir uns damals nicht, ich wusste zwar, wer sie war, mehr aber auch nicht. Nach dem Zivildienst machte ich weiter beim Rettungsdienst und musste erst einmal die Ausbildung zum Rettungsassistenten absolvieren. Daher verloren wir uns aus den Augen. Und das Tauchen? Nun, eine gewisse Faszination war geblieben. Auf der Rettungsdienstschule gab es ein paar Pflichtbücher und ein paar „kann man sich anschaffen, wenn man sich dafür interessiert“-Bücher. Die Pflichtbücher bekamen wir natürlich alle. Und von den anderen Büchern schaffte ich mir neben einem fotografischen Atlas der menschlichen Anatomie ausgerechnet ein Buch über Tauchnotfälle an. Auch noch eins, das auf Spezialpapier gedruckt war – es war nämlich eigentlich für Taucher gedacht, die es für den Ernstfall dabei haben sollten (nicht unter Wasser, falls Sie das fragen! Es war aber wassergeschützt, damit ihm Spritzwasser nichts ausmacht).

Dann kam die Prüfungswoche auf der Rettungsdienstschule. Zu diesem Zeitpunkt feierte das Panorama-Bad in Freudenstadt gerade ein Jubiläum. Freudenstadt lag in der der Nähe der Rettungsdienstschule und ein paar der Azubis gingen eines Nachmittags zum Schwimmen. Just an diesem Nachmittag veranstaltete die örtliche DLRG im Hauptbecken des Bads ein „Schnuppertauchen“. Und diesmal packte es mich, es endlich mal auszuprobieren. Es war faszinierend, auf den Grund des Beckens abzusinken und einfach weiterzuatmen. Und dann schwamm ich – begleitet von einer Sicherheitstaucherin und einem weiteren Schnuppertaucher – die ganze Länge des Beckens durch uns wieder zurück. Ich war elektrisiert, aber offenbar nicht genug. Vielleicht lag es auch an der Tatsache, dass wir eben mitten in den Prüfungen waren, und ich andere Dinge im Kopf hatte, als auch noch das Tauchen anzufangen. Überhaupt – wo denn? Etwa im Bodensee?

Denn was den See betraf, da hatte ich bald drauf ein unschönes Erlebnis, als wir während meines Praktikums einen Notfall mit einem Taucher hatten. Wir übernahmen ihn von einer Rettungsbesatzung eines Polizeibootes und brausten mit Signal zum Krankenhaus nach Überlingen, während ich unablässig seinen Brustkorb komprimierte. Doch er schaffte es nicht. Tauchen war nicht ungefährlich, das wurde mir auf diese Weise wieder vor Augen geführt.

Meine folgende Karriere beim Rettungsdienst verlief aus verschiedensten Gründen, auf die ich keinen Einfluss hatte, etwas wirr. Doch ob es nun Schicksal war oder nicht, es führt dazu, dass sich mein Weg erneut mit dem von Annette kreuzte, wieder beruflich, doch diesmal an einem anderen Ort. Diesmal lernten wir uns besser kennen und merkten, wie wir auf einer Wellenlänge lagen. Im wahrsten Sinne des Wortes, nicht nur, dass wir die Nachtdienste davonreden konnten, wenn gerade nichts los war, sondern auch weil wir durch Zufall feststellten, dass wir beide rechte „Wasserratten“ waren (eine Bezeichnung, die man eigentlich nur Kindern zuteil werden lässt, da ich aber leider keine entsprechende Bezeichnung für Erwachsene gefunden habe, verwende ich sie hier einfach mal). Da sollte man doch eigentlich zusammen schwimmen gehen… irgendwann…

Jahr für Jahr im Flug verging. Nein, ich scherze nicht. Wir kriegten es nicht auf die Reihe. Bis plötzlich die Idee entstand, wenn schwimmen, dann vielleicht richtig. In einem Urlaub. Schwimmen, schnorcheln… Meer, Sonne… Malediven, Seychellen… so was in der Art. Das hatte sich allerdings ziemlich schnell erledigt, als die Preise für den Urlaub, den wir uns vorstellten, in astronomische Höhen schnellten. Unser nächstes Ziel war die Karibik, Venezuela. Dann jedoch brach der Georgienkonflikt aus und der Präsident Venezuelas wollte seine Verbundenheit zu Russland durch ein groß angelegtes Seemanöver demonstrieren – ausgerechnet in der Zeit, in der wir unseren Urlaub nehmen wollten. Außerdem gab es noch ein paar andere Dinge, die einen entspannten Urlaub stören könnten. Nun, das Manöver fand dann doch nicht statt, aber wir hatten bereits umgebucht auf Ägypten. Ägypten kannte ich schon, da war ich zuvor schon mal gewesen. Rotes Meer. Hurghada. Durch einen Zufall waren wir auf ein Hotel in El Gouna gekommen (mehr über den Zufall und das Hotel lesen Sie hier), das über einen eigenen Strand verfügte und mit einer Poollandschaft ausgestattet war. Schwimmen, schnorcheln, ausspannen. Das war der Plan. Ich musste mir da weiters keine Gedanken machen, denn ich hatte eine Schnorchelausrüstung. Zwar aus einem Angebot von einem Discounter, aber immerhin! Ich hatte diese immer mal wieder gebraucht, so etwa in den Schnorchelbädern der „Center Parcs“ Ferienparks. Die waren ideal, wenn man nicht weit fahren, aber doch tropische Unterwasser-Landschaften sehen wollte.

Annette musste sich ihre Ausrüstung noch holen. Ich staunte, als sie mir eine kleine, durchsichtige Plastikbox zeigte, in der die Taucherbrille steckte. Als mein Blick auf das Preisschild fiel, musste ich schlucken. Annette hatte sich eine Taucherbrille gekauft, wie sie Sporttaucher verwenden. In der Tat hatte sie mehr gekostet, als mein ganzes Schnorchelset. Völlig overdressed, fand ich. Wir wollten doch nur schwimmen und so ein wenig schnorcheln. Mehr nicht. Was Annette an der Taucherbrille mehr gezahlt hatte, machte sie dadurch wett, dass sie keine Flossen hatte. Aber kein Problem, dachte ich mir, die kann man sich im Zweifelsfall leihen.

Dann konnte es endlich losgehen. Ich freute mich auf diesen Urlaub, denn mein letzter „richtiger“ Urlaub war Jahre her. Ich war länger nicht mehr gewesen. Endlich mal wieder weiter weg, in eine andere Welt. Wie sehr sich letzter Satz bewahrheiten würde, ahnte ich nicht, als wir uns auf den Weg zum Flughafen machten.

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Noch ein weiteres, tolles WordPress-Blog… über das Tauchen

Wieder einmal ein Auftakt. Wer schon mal so ein Blog eingerichtet hat, weiß, dass nicht alles immer so glatt läuft, wie es sollte. So auch hier. Wir sind hier immer noch am Kämpfen mit den Tücken dieses Designs und den Plugins, die ihre Kooperation mit WordPress 2.8 verweigern. Es ist nicht lustig, wenn man einen Artikel schreiben möchte, aber einem ein Plugin den Editor zerschießt.

NEIN, VERDAMMT! Das gehört da hin, und das dort hin! Oh man, immer dieses Aushilfspersonal! Wir sind nämlich gerade dabei, wieder auf WordPress 2.7.1 zurück zu gehen. Also, Server leerräumen und das alte Material wieder drauf. Das hat wenigstens funktioniert. Aber wo war ich? Ach ja…

Normalerweise wird dieser erste Beitrag entweder gelöscht oder man erzählt ein wenig was von der Entstehungsgeschichte des Blogs und warum man sich genötigt fühlt, dieses zu führen. So gesehen wäre es mal interessant, den jeweils allerersten Beitrags von bekannten Blogs wie das von Stefan Niggemeier, Rivva oder das BildBlog zu lesen. Falls Sie sowas ähnliches hier auch erwarten, muss ich Sie enttäuschen. Aber dafür gibt es ja das Vorwort, das Sie möglicherweise schon gelesen haben…

…oh, wo sind nur meine Manieren? Ich habe vor lauter ganz vergessen, mich vorzustellen: Mein Name ist Theo, ich bin hier sozusagen das „Mädchen für alles“. Sagen wir, fast alles, wir wollen es nicht übertreiben. Schließlich bin ich nur ein Flötenfisch. Meine Aufgabe – neben dem Umstand, dass ich das Maskottchen der „Flat Flute Divers“ bin – ist es, dieses vermaledeite Ding am Laufen zu halten, damit die Herrschaften ihre Geschichte in die digitale Welt bringen können. Und hier und da gebe ich auch mal einen Kommentar ab, denn schließlich ist das Thema dieses Blogs voll und ganz meine Welt. Welches Thema das ist? Hallo, machen Sie das eigentlich häufiger, einfach mal so eine Webseite zu lesen, ohne darüber nachzudenken, wovon diese handelt?

Der Wortteil „diver“ im Namen dieser Webseite bedingt es aber eigentlich schon: Es geht ums Tauchen, genauer gesagt ums „Sporttauchen“ oder „Gerätetauchen“. Die nächsten Beiträge hier werden einen ganz eigenen Weg beschreiben, wie man zu dieser Sportart kommen kann – und was man daraus machen kann. Und wir hoffen, dass dieses Blog im Lauf der Zeit wachsen und wachsen wird.

Thorsten: Hallo Theo, Danke für Deine Arbeit. Kann es sein, dass Du vergessen hast zu erwähnen, dass wir unsere Erfahrungen vom Tauchen auch gegenseitig kommentieren?

Oh, tut mir leid, Master Thorsten, das habe ich in der Tat vergessen. Aber das kommt schon mal vor. Bei all dem Wirrwarr mit WordPress. Es ist schwer, gutes Personal zu finden. Aber ansonsten habe ich an alles gedacht. Wünschen Sie, gleich mit dem Bloggen anzufangen? Dann lassen Sie mich vorher schnell noch feucht aufwischen.

Keine Eile. Aber hast Du an den neuen Zugang gedacht?

Ja, ich habe für Mistress Annette einen weiteren Schlüssel zum Blog anfertigen lassen und ihn ihr per eBote zukommen lassen. Des weiteren habe ich mir erlaubt, für Mistress Annette besonders weiche Handtücher im Bad auszulegen und ein Fläschchen ihres Lieblingsbadeduftes. Damit sie sich hier wohlfühlt.

Theo! Du verwöhnst sie!

Ja und, Sir?

Wie sehe ich denn jetzt aus?

Nun, Sir, wenn es Sie beruhigt, dann könnte ich behaupten, dass ich alles nur auf Ihre Anweisung hin so vorbereitet habe, die Handtücher, den Badeduft und den besonders weichen Badeschwamm, der der Haut schmeichelt.

Badeschwamm auch noch… ist gut, Theo, so können wir es machen. Ich werde mich jetzt ein wenig sammeln und meine Fotoalben nach passenden Bildern für den ersten Beitrag durchforsten. Und dann werde ich mal sehen, wann der fertig ist. Ich bin im Arbeitszimmer, okay?

Sehr wohl, Sir. Falls Sie mich suchen, ich bin im Shop und sortiere die Waren nach dem Alphabet. Und für den geneigten Leser den Hinweis: Sie können durch die Beiträge des Blogs blättern, indem Sie auf den Link des jeweils nächsten Artikels klicken. Dieser findet sich an jedem Artikel ganz unten. Viel Vergnügen!

Aber zur Sicherheit: Der erste Bericht der schicksalhaften Ereignisse befindet sich hier!